{"id":11301,"date":"2021-10-22T10:27:19","date_gmt":"2021-10-22T10:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-6\/"},"modified":"2025-08-05T10:30:52","modified_gmt":"2025-08-05T10:30:52","slug":"szechenyi-ferenc-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-6\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p>Euer Gnaden, Liebster Bester Vater!<\/p>\n\n\n\n<p>Von unumg\u00e4nglich nothwendigen Gesch\u00e4ften abgehalten, konnte ich unm\u00f6glich eher meine Pflicht erf\u00fcllen, da aber izt<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> unsere Gesch\u00e4ften sich ein wenig vermindern, so hoffe ich \u00f6fters das Vergn\u00fcgen haben zu k\u00f6nnen, Von mir und meinen Begenbenheiten Euer Gnaden zu schreiben. Unser verschanztes Lager ist bald g\u00e4nzlich hergestellt, wir hoffen es nicht zu brauchen. doch wird es immer ein Schatz f\u00fcr unser Vaterland<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> seyn, dessen Werth nicht zu sch\u00e4tzen ist, es wird uns zum Sammelplatz dienen, wir<sup>2<\/sup> werden darinnen Zeit gewinnen, um unsere ersch\u00f6pften Kr\u00e4fte wieder zu bekommen, und es wird immer ein gro\u00dfes Hinderni\u00df f\u00fcr den Feund<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> se\u04f1n, dessen \u00fcbersteigung wir durch unserr Anh\u00e4nglichkeit an K\u00f6nig Vaterland und Gesetze, sehr ersw\u00e4ren,<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> und wenn Gott unser t\u00e4gliches Gebeth erh\u00f6hren wird, unm\u00f6glich machen werden. Euer Gnaden haben auch die Gnade gehabt,<sup>2<\/sup> mir zu rathen meine Rechnungenin guter Ordnung zu halten, doch konnte ich die\u00df nicht. Ich habe auf meinen Gewissen nichts und bin auch gedeckt mehr brauche ich nicht. Mein Obrist L.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>&nbsp; Baron Ertel<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> hat mich mit seinen g\u00e4nzlichen Zutrauen beschenkt, er sprach so zu mir \u201eLieber Sz\u00e9ch\u00e9nyi meine erste Pflicht ist meinen Vaterlande zu dienen, darum mu\u00df ich meinen Vorgesetzten p\u00fcnktlich folgen. Mein Gesch\u00e4ft ist die Verschanzung in der gr\u00f6\u00dften Geschwindigkeit herzustellen; will ich die beste Zeit mit Rechnen, zehlen<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> der Menschen und ordnung machen verwerfen, so bleibt mir keine Zeit das nothwendige zu verrichten<em>, <\/em>und habe meinen Vaterland nicht gedient; Sie, werde ich<sup>2<\/sup> zuallen Sachen brauchen. und auch zu die Rechnungen, ihren<strong> <\/strong>Gesicht und ihrer Famille, von den keiner nie<sup>2<\/sup> einen b\u00f6senstreich gemacht hat, sondern in jeder Gelegenheit bewiesen, da\u00df sie blos f\u00fcr die gerechte Sache sey, und wenn es nothwendig ist, bereit sey f\u00fcr das Vaterland. Leben. blut. und Verm\u00f6gen zu opfern, vertraue ich mich ganz:<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> so sprach er zu mir und gab mir ein Packet Banco zeteln<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> nach den<strong> <\/strong>andern ohne Sie zu zehlen.<sup>6<\/sup> und sagte ich soll alles auszahlen was n\u00f6thig ist. Nach einer Woche lie\u00df er mich zu sich ruffen, und forderte meine Rechnung, ich hatte alles aufgeschrieben und wolte alle Contos und Schriften zusammen rechnen, doch er nahm sie mir weg, und sagte meine Rechnung sey gemacht und warf alle Schriften auf die Gasse.<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a>Izt<sup>1<\/sup> wenn die Zeit zum auszahlen kommt so giebt er mir einen ganzen Busch Papier ohne sie zu zehlen,<sup>6<\/sup> und was bleibt gebe ich zur\u00fcck. Euer Gnaden k\u00f6nnen hiraus leicht sehen da\u00df ich nie in keine Verlegenheit kommen kann, ob er Gedeckt sey wei\u00df ich nicht ich kenne seine Verh\u00e4ltni\u00dfe zu wenig. Doch bitte ich Euer Gnaden von allen diesen nichts zu sagen, es k\u00f6nnte dem ObristL.<sup>5 <\/sup>manche Fatalit\u00e4t machen. Meine Gesundheit ist sehr gut doch bin ich um vieles m\u00e4gerer geworden; im Anfange des Baues habe ich 14 T\u00e4ge nicht 2 Stund des Tags geschlaffen, und alle zweite<sup>2<\/sup> Nacht mu\u00dfte ich wachen um bey der Schwellung des Wassers die Arbeit anzugeben, doch bin ich recht zufrieden und hoffe auch die Zufriedenheit meiner Eltern zu erlangen.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bey diesen verschanzungs Gesch\u00e4ften h\u00e4tte ich mir leicht 5 bis 6 Tausend gulden machen k\u00f6nnen, und es waren wirklich viele die mir dies anratheten, doch ich glaube nur aus<sup>2<\/sup> Spa\u00df, den<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> ich glaube sie k\u00f6nnen mich unm\u00f6glich <em>f\u00fcr<\/em><a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> so schach<sup>2<\/sup> halten, um einen solchen Antrag anzunehmen; ich besitze meine Paar gulden Ehrlich und denke auf so etwas dummes gar nicht. Meine 2 Klepers die ich im Zinkendorf<sup>2<\/sup> bekommen habe, sind verkauft, der eine ist sehr krank geworden, und ich glaub er wird nicht so leicht aufkommen, ich habe damit doch keinen Menschen betrogen indem es ein quasi Pferdartzt um 30 fl<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> von mir gekauft hat, der andere war brawer doch auch nicht zum gebrauch den habe ich einen sehr armen Oficier der mir immer dankbar seyn wird um 100 fl<sup>11<\/sup> hingegeben,<sup>2<\/sup> Euer Gnaden werden mir verzeihen, doch ich bin gewi\u00df, da\u00df Euer Gnaden seyne Bed\u00fcrfni\u00dfe und vorg\u00e4ngige ungl\u00fccksf\u00e4lle kennend, sicher das n\u00e4mliche gethan h\u00e4tten. Ich kann aber wenn Euer Gnaden erlauben das Geld was ich f\u00fcr diese Pferde bekommen habe, schicken es wird ihm doch zu einer kleinen Beyh\u00fclfe dienen. Der Schimmel den ich gekauft habe, und von dem ich schon Meiner Besten Mutter, dessen H\u00e4nde ich tausendmahl k\u00fcsse, schon geschrieben habe<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> ist sehr brav. Ich k\u00f6nnte f\u00fcr ihm alle Augenblicke 1500 fl<sup>11<\/sup> bekommen, und auch der Braun. Meine Zeit zum schreiben ist nun vor\u00fcber das Gesch\u00e4ft ruft, ich bitte um den Segen<\/p>\n\n\n\n<p>Meines Besten Vaters<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">dankbarster Sohn Stephan Sz\u00e9ch\u00e9nyi Ober L.<sup>5<\/sup><a href=\"#_edn4\">[e]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> A variant of the archaic form \u2018itzt\u2019 of the determiner \u2019jetzt\u2019 used by Sz\u00e9chenyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Instead of Feind. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of erschweren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Lieutenant (with Sz\u00e9chenyi&#8217;s orthography)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of z\u00e4hlen. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> This is where the quote ends, which Sz\u00e9chenyi did not mark.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> One letter deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Inserted afterwards.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> florins<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Baron Ferenc Ertel, Lieutenant Colonel in the General Staff of the noble insurrection was the commander of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi at that time. He designed and built the defensive camp at Gy\u0151r, between the R\u00e1ba, the R\u00e1bca and the Danube rivers.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> I. e. the payment of money for the works of the fortification and the accounting of the money entrusted to him.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Later, in 1813 and 1814, Sz\u00e9chenyi, as a courier officer, again received advances to cover his expenses. In 1825 the War Treasury held him accountable for the amount he had received, which, after 12 years, caused him quite a trouble and annoyance. See Sz\u00e9chenyi\u2019s letters of March and April 1825 to his hussar regiment.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> See the letter written to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi on 18 May 1809.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[e]<\/a> The letter must have been written a few days after the previous letter (around 15 May 1809) based on the reference to the fortification works.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Gy\u0151r, 20 May 1809. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He has been unable to write because of unavoidable commitments. The camp is almost ready; they hope it will not be needed. He could not follow his father&#8217;s advice to keep his accounts in order. His lieutenant colonel, accompanied by an intimate declaration, had entrusted him with a whole bundle of bank-notes, with instructions to use them to pay for whatever was necessary. A week later he ordered him to account for his expenses, but when he handed him the bills and receipts, he simply threw them out into the street. Since then he has continued to spend countless notes. His health is good, but he has lost weight; he slept less than two hours a day for the first 14 days of the fortification building. He sold two horses that he had brought from Nagycenk. The newly bought dun horse, which he has already written to his mother about, is very good.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3426],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3423],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3414],"place_of_publication":[3466],"class_list":["post-11301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-military","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-gyor-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-39-en","place_of_publication-zichy-10-12-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11301"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11301\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11326,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11301\/revisions\/11326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11301"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11301"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11301"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11301"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11301"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11301"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}