{"id":11412,"date":"2021-11-04T19:41:39","date_gmt":"2021-11-04T19:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-28\/"},"modified":"2025-08-06T13:34:38","modified_gmt":"2025-08-06T13:34:38","slug":"szechenyi-ferenc-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-28\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\">Vil\u00e1gos den 12 September<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">1810<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Gnaden, Liebster Bester Vater!<\/p>\n\n\n\n<p>Mit gro\u00dfen Erstauenen empfange ich heute Euer Gnaden ihren Brief de Dato 19 August,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> wo Euer Gnaden mir sagen, da\u00df ich nur auf einen Euer G<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> ihrer Briefe, n\u00e4mlich auf den von Csokonya geantwortet h\u00e4tte: ich war so gl\u00fccklich, von meinen Besten Vatern schon 5 Briefe zu bekommen, die ich alle tr\u00f6delich beantwortete, und au\u00dferdem nur von hier noch 6 schrieb; ob und wann sie ihren Zweck, in meines Besten Vaters <em>H\u00e4nde<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> zu gerathen, ereichen werden, wei\u00df ich nicht. \u2014 Gott sey Dank, da\u00df ich das atestat<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> von der Post habe, von hier schon 11 Briefe<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> an Euer Gnaden geschickt zu haben Mir w\u00e4re es auch um jeden meiner Briefe leid, da ich in keinen verga\u00df meine kindliche Anh\u00e4nglichkeit und Liebe zu versichern, in keinen f\u00fcr alle Gnaden, die ich t\u00e4glich empfange, herzlich zu danken. \u2014 Die andern 2 Briefe die durch das Haus Liechtenstein expedirt worden sind, habe ich auch richtig empfangen, und durch meinen 12<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Brief den ich vor 4 T\u00e4gen abgeschickt habe beantwortet. Heute Fr\u00fch bekam ich die 1000 fl<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> durch einen Lieutenant der in Grosswardein war, und eben izt<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> zur\u00fcck kam. Ich danke noch einmahl herzlich f\u00fcr diese H\u00fclfe. und verspreche damit so lang damit auszukommen als m\u00f6glich. \u2014 Liebster Bester Vater die Rechnungen des Szalay<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> werden ziemlich gro\u00df ausgefallen seyn, die\u00df kann ich mir vorstellen; da bey solcher Gelegenheit jeder \u2014 doch nein, \u2013 lieber will ich selbst leiden und verha\u00dft seyn, als einen alten getreuen Diener, der so oft seine Anh\u00e4nglichkeit bewie\u00df, anzuklagen: wenn ich auch Beweise h\u00e4tte, so w\u00fcrde ich doch schweigen, mehr bin ich schon von Jugend auf des Leidens gew\u00f6hnt.<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> \u2014 Bester Vater, wenn Euer Gnaden gewu\u00dft h\u00e4tten wie mich dieser Brief schmerzen wird, unm\u00f6glich h\u00e4tten ihm Euer Gnaden schreiben k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> \u2014 Den einzigen Trost, das einzige Gl\u00fcck, die einzige Freude die ich hatte, mich von meinen \u00c4ltern geliebt zu wissen raubt man mir, \u2014 und wer \u2014 Mein Vater. \u2014 H\u00e4tte ich gewust, da\u00df man mich in V\u00e4terlichen Haus als Fremden betrachtet, nie h\u00e4tte ich mich unterstanden, ein paar Officiere, die auch so gef\u00e4llig waren, auf den langen Marsch mich \u00f6fters zu sich zu rufen. einzuladen. \u2014 in die Zukunft verspreche ich, nie mich so einer verwogenheit<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> schuldig zu machen. \u2014 Die Danksagung in Nahmen der Officiere, die ich nicht in meinen sondern in meines Besten Vaters nahmen bewirthete. er folgte in 2 Briefen: ob sie Euer Gnaden, empfangen haben<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> oder nicht, wei\u00df ich nicht zu sagen. \u2014 Der Eintritt in das Regiment glaube ich, ist wegen ein Mitagmahl noch nicht verdorben, und ich schmeichle mir, von allen meinen Vorgesetzten und Cameraden geliebt und gesch\u00e4tzt zu werden: die ich wirklich auf keine Weise suche. Durch ein paar Spei\u00dfen oder ein Kla\u00df<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Wein zu gewinnen. da Sie und ich das Essen und trinken wirklich f\u00fcr das kleinste Gl\u00fcck halten. \u2014 Ich war nie gewohnt einen Menschen wer es auch immer w\u00e4re nur durch ein gutes Wort gewinnen zu suchen, meine Schuldigkeit habe ich bis izt,<sup>6<\/sup> denke ich, immer gethan, und auch hinf\u00fchr werde ich sie immer thun: und verschaffe ich mir hiedurch Freunde, so ist es gut, \u2014 wo nicht \u2014 mein Gewissen bleibt ruhig. \u2014 Braucht einer H\u00fclfe die ich leisten kann, gerne und willig thue ich es, die folgen die mir vieleicht einstens schmerzhaft seyn werden berechne ich nicht. den<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> von der andern Seite ist ja die Freude gut gethan zu haben, die den kleinen Schmerz oh um wie viel \u00fcberwiegt: \u2014 ich thue gutes wo ich kann, um mir Freunde zu verschaffen, oh nein \u2014 ich wei\u00df ja, da\u00df eine Guthat nur undankbahre Herzen geb\u00e4hrt: und doch thue ich es \u2014 da alle Menschen meine Freunde sind, und seyn m\u00fcssen. \u2014 Ich verfahrr mit dem Gelde was ich aus Gnaden meiner \u00c4ltern empfange, so gescheid<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> als m\u00f6glich, da\u00df ich damit nicht so klug umgehen kann als ich selbst w\u00fcnschte, und als es ein bejahrter Mann kann: ist nat\u00fcrlich, und schmerzt mich dennoch, allein ich gebe mir M\u00fche, meine kleine Hausocconomie so einzurichten, da\u00df ich gut, angenehm, und sparsam soll leben k\u00f6nnen. \u2014 Liebster Bester Vater, verzeihen Euer Gnaden meine vieleicht zu sehr verwegene Offenherzigkeit mit der ich schreibe und mich ausdr\u00fccke, allein dieses bedr\u00e4ngte und verkannte Herz, was in mir schl\u00e4gt, und um Erleichterung seufzt, mu\u00df ich aussch\u00fctten. \u2014 wem k\u00f6nnte ich auch besser meinen Schmerz, den ich \u00fcber diesen letzten Brief f\u00fchlen mu\u00df, klagen, als meinen Vatern, den ich doch f\u00fcr seine Freundschaft und Liebe herzlich danke da er mich gewi\u00df nicht so tief hat kr\u00e4nken wollen. \u2014 Durch diesen letzten Pester Sejour<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> schreibt mein theurer Vater wird er auf meine k\u00fcnftige Lebensweise Aufmerksam seyn m\u00fcssen: gerne willige ich ein, jedermann nicht nur mein Vater kann meine Schritte und Thaten sehen und beurtheilen: ich will nichts thun was nicht die die ganze Welt soll wissen k\u00f6nnen; nur die l\u00e4sternde Zunge, die selbst die Tugend von der ich mich noch weit f\u00fchle, schwarz machen kann, nur die soll mich nicht anklagen. Und izt6 bester Vater bitte ich tausendmahl auf meine Lebensweise, die ich Gott Lob bis izt<sup>6<\/sup> gef\u00fchrt habe und immer f\u00fchren werde, hinf\u00fchro recht Acht zu haben, jedermann der mich kennt um meine Schritte zu fragen, und ich bin \u00fcberzeugt. da\u00df mich Euer Gnaden in einer kurzen Zeit wieder g\u00e4nzlich so lieben m\u00fcssen wie vorher. \u2014 Auch izt<sup>6<\/sup>. nicht war?<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> \u2013 sind Euer Gnaden nicht b\u00f6se auf mich \u2014 doch der Brief war ein wenig zu hart. \u2014 er that mir sehr weh \u2013 ich habe ihn wirklich nicht verdient \u2014 und dennoch liebe ich meinen besten Vater nur noch mehr, den<sup>9<\/sup> so gut meint es ja mit mir dieses gute V\u00e4terliche Herz. \u2014 Gott segne Euer Gnaden. \u2014 Gott gebe. da\u00df uns das Schicksall nie trenne. \u2014 allein ich kann nicht mehr. die Tr\u00e4hnen sind mir in Auge als ich diesen Brief schlie\u00dfe. \u2014 Ich lebe schlecht. \u2014 vergessen Euer Gnaden ja nicht <em>mir t\u00e4glich<\/em><sup>2<\/sup> in Gedanken den V\u00e4terlichen Segen, den einzigen Trost den ich haben kann, zu schicken. \u2014 Oh ich bitte vergessen Euer Gnaden ja nicht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">den dankbarste Sohn Stephan.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Gnaden<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Insterted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> certificate<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> 12<sup>ten<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> floins<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> A variant of the archaic form \u2018itzt\u2019 of the determiner \u2019jetzt\u2019 used by Sz\u00e9chenyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Instead of Verwegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Glas<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> The archaic form of the adjective \u2018gescheit\u2019.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> s\u00e9jour, French: staying.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Instead of wahr.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> The letter is not known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Including this letter, only 9 are known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Ferenc Szalay, estate treasurer.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> See his note in D\u00f6bling. (Viszota Gyula: <em>Gr. Sz\u00e9chenyi Istv\u00e1n elme\u00e1llapota \u00e9s hal\u00e1la<\/em>. <a href=\"https:\/\/real.mtak.hu\/190092\/1\/itk_1933_1_001-029.pdf\">https:\/\/real.mtak.hu\/190092\/1\/itk_1933_1_001-029.pdf<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> In his letter of 21 July, he wrote his father that he had entertained some of his fellow officers. His father apparently disapproved it.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Only the letter dated July 21 is known.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Vil\u00e1gos, 12 September 1810. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He wonders at his father&#8217;s reproach that he answered only one letter, when in fact he answered all five letters he received from home, and sent home six letters from Vil\u00e1gos alone, and has postal receipts for 11 letters in all. He has also received the two letters posted from the Lichtenstein house, and has already replied to them in his 12th letter four days earlier. This morning he received the thousand forints, he thanks his father again. He can imagine that Szalay&#8217;s statements are for a rather large sum. If his father had known the pain his letter would cause, he would not have written it. He would not have invited his officers if he had suspected that he would be looked upon as a stranger at home. He does not try to win the love and respect of his superiors and fellow troublemakers with a few dishes of food or a glass of wine. He does good not to make friends, but because he regards all men as his friends. He tries to manage his money, but he is still inexperienced. He doesn&#8217;t mind being watched more closely by his father; his actions withstand scrutiny by the whole world.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3426],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3489],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3508],"place_of_publication":[3509],"class_list":["post-11412","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-military","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-vilagos-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-41-7-en","place_of_publication-zichy-46-48-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11412"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11412\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11415,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11412\/revisions\/11415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11412"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11412"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11412"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11412"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11412"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11412"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}