{"id":11456,"date":"2021-11-05T11:29:18","date_gmt":"2021-11-05T11:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-37\/"},"modified":"2025-08-06T15:05:53","modified_gmt":"2025-08-06T15:05:53","slug":"szechenyi-ferenc-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-37\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Geschrieben in Lieben<\/em><a href=\"#_edn1\"><u>[a]<\/u><\/a> <em>den 15 Jul\u00ff 1813<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Euer Gnaden, Liebster Bester Vater \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist hier mein Avancement vom Regiment angekommen, und nun bin ich von 25 Jun\u00ff<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> in einer Tour Rittmeister; ich eile Euer Gnaden davon Nachricht zu geben. Auch hab ich eben heute von meinen Freund Nesselrode,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> den ich schon l\u00e4ngstens f\u00fcr Tod geglaubt, einen Brief bekommen \u2013 und so z\u00e4hle ich diesen Tag unter die wenigen gl\u00fccklichen meines lebens \u2014 und wollte da\u00df es meine guten Eltern auch schon wu\u00dften \u2014 da Sie meine Freude gewi\u00df theilen werden \u2013 da ich \u00fcberzeugt bin, da\u00df Sie in dieser Welt am meisten, und den gr\u00f6\u00dften Antheil an mir nehmen \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Noch sind wir alle sehr ruhig, der Congress soll alle Tage zusammen kommen noch ist aber auser den Narbonne<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> kein Mensch da \u2014 Der <em>F\u00fcrst Schwarzenberg<\/em><sup>1<\/sup> war seit dieser Zeit noch immer hier \u2013 und mit ihm Seine Frau \u2013 die zwar in Prag wohnt, zu Mittag aber alle Tage herauskommt \u2014 \u2014 Prag liegt nur sehr nahe zu Lieben \u2013 jetzt komme ich sehr selten dahin, es w\u00e4re blos um die Briefe abzuhohlen, die mir meine guten \u00c4ltern senden, und die mir wirklich immerdar ein kleines \u2013 Fest sind \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Nachmittag werden gew\u00f6hnlich unsere Pferde vorgeritten, und ich danke Euer Gnaden noch jetzt f\u00fcr die G\u00fcte, da\u00df Euer Gnaden, Lieber Vater mich so gut beritten machten \u2013 den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> der F\u00fcrst &#8211; selber ein Leidenschaftlicher Reiter, hat sehr viele Pferde und liebt wenn die in seiner suite auch gute Rosse reiten \u2014 Er kannte mich im Grunde noch gar nicht, und wie er meine Pferde sah die alle recht gut aussehen, so sagte er alsogleich dem ObristLieutenant Fialla,<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> der nun seit 15 Jahren schon bey ihm ist \u2013 \u201edas gef\u00e4llt mir, da\u00df er so viel auf Pferde h\u00e4lt, den<sup>2<\/sup> auf diese kann er gut und zweckm\u00e4\u00dfig dienen\u201e ~~ Ich hoffe da\u00df er in der Zukunft \u2013 in denen andern Puncten die eigentlich <em>mein Verdienst<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> seyn sollen, eben so zufrieden seyn wird \u2013 wie in hinsicht der Pferde die ich <em>ohne Verdienst<\/em><sup>3<\/sup> von meinen guten Eltern habe. \u00dcbrigens ist er und sie so artig wie es nur 2 Menschen auf der Welt seyn k\u00f6nnen \u2014<\/p>\n\n\n\n<p><em>Metternich<\/em><sup>1<\/sup><a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> ist gew\u00f6hnlich in <em>Brandeis<\/em><sup>3<\/sup><a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> \u2013 nach <em>Lieben<\/em><sup>3<\/sup> k\u00f6mmt er auch sehr oft \u2013 doch war der Ka\u00ffser bis jetz noch in Hauptquartier nicht \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Man spricht sehr viel von der <em>ungarischen Insurrection<\/em>,<sup>1<\/sup> ich wei\u00df wol<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> nicht ob etwas daran ist, nach allen Anschein aber, wird es zu Stande kommen da auch die Errichtung der Landwehr mit vieler Anstrengung, wie man sagt, betrieben wird \u2013 und die ungrische Nation wol4 nicht die einzige seyn will, die, bey diesen Zeit Umst\u00e4nden wo alles Waffen ergreift &#8211; ruhig bleibt ~~~<\/p>\n\n\n\n<p>Morgen wird vom unsern Hauptquartier vermuthlich ein Stabsoficier in das Rusiche<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Hauptlager geschichkt \u2014 der einige Veranstaltungen <em>in Hinsicht der Comunication<\/em><a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> zwischen den Rusichen und \u00d6streichischen Arm\u00e8en veranstalten wird \u2014 es ist wohl m\u00f6glich da\u00df man dan bald etwas Bestimmteres erfahren wird k\u00f6nnen. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Felix Voyna<sup>1<\/sup><a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> hat mir aufgetragen Euer Gnaden und meiner Mutter sein Compliment auszurichten ~~ er hat gestern ein Pferd, was man eben spatzieren f\u00fchren wollte und was sich gewaltsam ausri\u00df, verlohren, und bis heute noch nicht gefunden \u2014 ich finde, da\u00df das so einer der infamen Streiche <em>ist<\/em><sup>6<\/sup> die einen so oft geschehen, und auf die man sich gar nicht fassen kann ~~<\/p>\n\n\n\n<p>Ferdinand Zich\u00ff<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> befindet sich recht gut, es \u00e4rgert ihm aber auch schon gewaltsam da\u00df es nicht bald wieder losgeht<a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> \u2013&nbsp; ich mu\u00df gestehen, ich kann\u2019s beynahe nicht mehr erwarten \u2013 und wenn\u2019s noch lang dauern sollte, ehe es angieng, so mu\u00df ich gestehen, da\u00df es mich rasend kr\u00e4nken m\u00f6chte, den<sup>2<\/sup> diese Lebensart die ich jetzt f\u00fchre, ist f\u00fcr den Augenblick wol<sup>4<\/sup> noch passable, aber in die Zukunft beynahe nicht zu ertragen \u2013 den<sup>2<\/sup> ich bin den ganzen Tag besch\u00e4ftiget, ohne dabey etwas zu machen; das hei\u00dft \u201emein ganzer Dienst besteht darin, den ganzen lieben Tag auf der Pa\u00df zu seyn, was der F\u00fcrst befiehlt\u201e \u2014 und da nun mein Quartier eine starke viertel Stunde vom Schlo\u00df ist, wo der F\u00fcrst wohnt \u2014 so mu\u00df ich von Fr\u00fch bis auf den Abend oder<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> im Hof oder in Vorzimmer sitzen, wo nicht einmal ein Tisch ist \u2014 und en Compagnie von allen Menschen, die Lust haben hinzukommen \u2013 so da\u00df an Lesen und Schreiben gar keine Idee ist \u2014 auch die Briefe die ich Euer Gnaden schreibe, sind nur so in der Geschwindigkeit, wenn ich mich Nachmittag etwas zu Hause stehle, geschrieben, daher ich in voraus Umvergebung bitte, wenn Sie nicht zu lesen sind \u2014 der ich mich in den Andenken meiner guten lieben Eltern unterth\u00e4nigst empfehle und deren Segen bitte \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Gnaden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">dankbarster Sohn Stepherl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of wohl.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Ru\u00dfische<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Inserted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Instead of entweder.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Lieben is a Bohemian village at the confluence of the Rokytnice stream and the Vltava River.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> On that day he was appointed second captain with effect from 1 July.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> See the end of the letter written on 11 July 1813. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Louis de Narbonne-Lara comte (1755\u20131813), French general and politician, commander of the occupied Gy\u0151r in 1809, at the time he was dispatched by Napoleon to the Congress of Prague. In 1813, as Commander of Torgau, he died of typhus.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Lieutenant Colonel J\u00e1nos Fiala, aide-de-camp to Prince Karl Schwarzenberg.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Prince Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773\u20131859) was an Austrian statesman, Foreign Minister of Austria from 1809, chancellor of state (1821\u20131848) and a leading figure in Austrian politics.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Czech town on the Elbe, east of Prague.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> Count F\u00e9lix Woyna (1788\u20131857), hussar major, aide-de-camp to Prince Schwarzenberg.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> His brother-in-law Count Ferdinand Zichy (1783\u20121869).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> I. e. the war.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference: <\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Lieben, 15. July 1813. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Today he was informed of his promotion; on 25 June he was appointed (second) captain. He also received a letter today from his friend Nesselrode, long thought dead. The opening of the Congress is expected every day, but apart from Narbonne, no one has yet arrived. Prince Schwarzenberg and his wife have been here all the time. They rode out in the afternoons in the Prince&#8217;s escort, the Prince, who had not known him before, being very pleased with his horses. Metternich usually stays at Brandeis, and often come to Lieben, but the Emperor has not yet appeared at headquarters. There is much talk of organising a Hungarian noble insurrection, and he believed that it is essential to mobilise it under the present circumstances, when even the Landwehr is being used. Ferdinand Zichy is well, but he is very annoyed that the war is not continuing, and he himself is also upset by the sham activities. Moreover, his quarters are a quarter of an hour&#8217;s walk from the Prince&#8217;s castle, so he is forced to wait in the courtyard or an anteroom of the castle all day long in the company of all sorts of people who are crowding around.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3518,3402],"tags":[3426],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3528],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3531],"place_of_publication":[3532],"class_list":["post-11456","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-ifjusag-en","category-a-katonaevek-en","tag-military","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-lieben-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-43-5-en","place_of_publication-zichy-65-67-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11456"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11456\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11459,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11456\/revisions\/11459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11456"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11456"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11456"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11456"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11456"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11456"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}