{"id":11570,"date":"2021-11-07T17:40:14","date_gmt":"2021-11-07T17:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-59\/"},"modified":"2025-08-07T16:22:22","modified_gmt":"2025-08-07T16:22:22","slug":"szechenyi-ferenc-59","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-59\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Geschrieben in Basel den 23<sup>ten<\/sup> Decemb. 1813<\/em>.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>N<sup>o<\/sup> 5.<\/p>\n\n\n\n<p>Da sitze ich den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> bey einen matten dumpfen Licht ganz allein in meiner einzelnen Zelle, und weihe diese letzte Stille Abendstunde \u2014 meinen Lieben guten Eltern: \u2013 und so geh\u00f6rt denn dieser feyerliche Augenblick jedes nun verlebten, noch so st\u00fcrmisch=zerstreuenden Tages, Ihnen, \u2014 und in vergn\u00fcgt tr\u00e4umenden Errinerungen an vergangene sch\u00f6ne Zeiten meiner Kindheit, die einzigen frohen unseres kurzen Lebens! schlummere ich den<sup>2<\/sup> sanft ein \u2013 und es ist mir als w\u00e4re ich bey Ihnen; doch schrecken mich oft besorgte Ahndungen auf, die f\u00fcr Ihr Wohl f\u00fcr Ihre Zufriedenheit gelten,<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> und scheuen furchtbar die vergn\u00fcgten lustigen Tr\u00e4ume wech<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> die mich stets umschweben; und in banger Wehmuth flehe ich dan zu den allm\u00e4chtigen Sie zu segnen bittend, zu begl\u00fccken die guten Theueren Eltern, und da bin ich den<sup>2<\/sup> immer so ruhig so froh, und es l\u00e4chelt die Zukunft mir so sch\u00f6n, und dann denke ich mir immer, da\u00df ich Sie in Ihrem Alter plegen,<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> ich Sie dankbar an alles errinern werde was Sie f\u00fcr<sup>3<\/sup> mich thaten. \u2013 Ach! sollte diese Zukunft f\u00fcr mich bl\u00fchen sollte\u2019s wahr seyn, wie gerne, wie munter wollte ich alle Beschwerlichkeiten und Gefahren des l\u00e4ngsten Krieges aushalten \u2013 und es wird auch eintreffen und geschehen was ich hoffe, und ich werde Wonnevoll Sie an mein Herz dr\u00fccken k\u00f6nnen sie meiner Liebe meiner unbegr\u00e4nzten Dankbarkeit versichern \u2013 Oh! beseeligender Tag wo bist Du noch so ferne! \u2014 Doch wird auch der Augenblick kommen \u2013 und indessen harre und hoffe ich ganz geduldig. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Meines Lieben Vaters Brief<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> durch Rumpelmayer<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> bekam ich heute durch einen Courir &#8211; und war durch das numerieren des Brief\u2018s ganz besch\u00e4mt, den<sup>2 <\/sup>ich war der Projectant von der <em>vortrefflichen<\/em><sup>1<\/sup> Anstallt und verga\u00df auf meine 3 Briefe, die ich Euer Gnaden indessen schrieb, das Numero zu setzen \u2013 da sich aber die meisten Menschen die sich selbst anklagen zu bessern pflegen, so werde ich in die Zukunft nicht mehr so verge\u00dflich seyn. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die 180 Ducaten, die mir allhier der Banquier <em>Herz<\/em><a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> ausbezahlte, danke ich ungemein. Auch f\u00fcr mein Quartal, welch\u2018s Euer Gnaden an das Haus <em>Bethmann<\/em><sup>1<\/sup><a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> zuschickten, vers\u00e4ume ich nicht herzlich zu danken \u2013 und bin in der gr\u00f6\u00dften Verlegenheit, da\u00df ich schon so viel Geld ausgegeben habe \u2013 den<sup>2<\/sup> ich komme mir eben so vor wie ein <em>Vielfra\u00df<\/em><sup>1<\/sup> was wenig arbeitet und enorm viel fri\u00dft <strong>\u2013<\/strong> und da mu\u00df ich mir so oft unwillk\u00fchrlich die Frage machen \u201ewarum ich den<sup>2<\/sup> eigentlich lebe? <strong>\u2014<\/strong> und da wei\u00df ich mir nie aufrichtig zu antworten \u2013 den<sup>2<\/sup> dieser Posten, den ich hier zu begleiten die Ehre habe \u2013 k\u00f6nnte man an jeden andern Menschen, um viel weniger Geld als ich ben\u00f6thige anbringen. <strong>\u2014<\/strong> Auch habe ich diese 1260 fl<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> 30 m<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> noch nicht erhoben, da der Brief der die\u00df anzeigte mich nimmermehr in Frankfurth fand, und ich den Banquier <em>Hertz<\/em><sup>1<\/sup> seit der Zeit auch nicht sprechen konnte. Indessen hat\u2019s gar gute Wege, und ich werde es wohl in ein paar Tagen bekommen wovon ich meinen guten Vater schon die<sup>3<\/sup> Anzeige machen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ich glaube gehen wir morgen von hier weiter in die Schweitz. Ich wollte es gieng noch rascher vorw\u00e4rts, um diesen Teufels Krieg nun einmal ein Ende zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute in der Nacht werde ich wohl nicht viel schlafen k\u00f6nnen da ich aus H\u00fcnningen schon enorm kanonieren h\u00f6re \u2013 wenn ich hinaus m\u00fc\u00dfte so w\u00e4re\u2019s mir \u00e4userst unangenehm, da ich deroley<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> n\u00e4chtliche Unterhaltungen aus ganzer Seele ha\u00dfe. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>So bald mir\u2019s m\u00f6glich seyn wird schreibe ich wieder \u2013 anjetzt merke ich schon da\u00df im Haus alles herumtapt und da\u00df vermuthlich eine n\u00e4chtliche Cavalcade das resultat von der dummen Schie\u00dferey sey<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> wird \u2013 Wenn doch der Kukuk<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> alle diese verdamten Spitzbuben hohlen wollte, ich bin schon des Teufels \u00fcber diese vermaledeyten Rackers:<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> und eben bemerke ich. da\u00df es regnet \u2013 hagelt \u2013 und ich wei\u00df nicht, was alles noch \u2013 Gott lob und ich bin so gut hier, das erstemal in dieser Campagne in einem St\u00fcbchen mit einem Kamin \u2013 und aus diesen Paradies wo ich den<sup>2<\/sup> so sch\u00f6n warm habe soll ich heraus? <strong>&#8211;<\/strong> das ist doch ein harter bitterer Schlag! <strong>\u2014<\/strong> <strong>\u2014<\/strong> Der Unterschied zwischen einer Maus und mir ist wenigstens nicht bedeutend <strong>&#8211;<\/strong> \u201edas arme Thierchen wird aus seiner stillen Wohnung heraus <em>getr\u00e4nkt<\/em>,<sup>1<\/sup> und ich armer Mensch aus meiner Caputziner Zelle heraus <em>bombardirt<\/em><sup>1<\/sup> <strong>\u2013<\/strong> da m\u00f6chte ich beynahe noch Lieber eine Maus seyn.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Eingetroffen<\/em><sup>1<\/sup> \u201eder Liebe Mann <strong>\u2013<\/strong> der Engel, der Corporal ist schon da <strong>\u2013<\/strong> nun fort, f\u00fcr\u2019s <strong>\u2014 \u2014 \u2014<\/strong> Vaterland. <strong>\u2013<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meiner guten Mutter k\u00fcsse ich die H\u00e4nde und bitte um den Segen. <strong>\u2014<\/strong> Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of weg.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> florins<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> mille<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> An old variant of the determinative pronoun derlei.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Instead of seyn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> The (contemporary) Low Saxon variant of the noun Kuckuck.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> The letter is not known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Martin Joseph Rumpelmayer was the secretary of the Court War Council in Vienna and supervisor of the courier service. See also the letter of 23 November 1813.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Simon Moritz Bethmann (1768\u20131826) was a banker from Frankfurt, who received Austrian nobility in 1808 for his financial services.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> I. e. executioners, because he has no rest from them.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference: <\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Basel, 23 December 1813. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He dedicates his festive moments to his parents, to whom he owes everything that has ever been important in his life. He received the letter from his father sent via Rumpelmayer. From the numbering that he had agreed on beforehand, he sees that he is well behind in writing letters compared to those from Joe, which makes him feel ashamed. He thanks his father for the 180 ducats that he received through the banker Herz, and also the amount sent via the Bethmann House.<br \/>\nHe hasn\u2019t picked up the 1.260 forints 30 kroner, because the letter of transfer did not find him in Frankfurt, and he has not spoken to Banker Herz since. He believes they will press ahead in Switzerland tomorrow. He would like this vicious war to end as soon as possible.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3381,3426,3544],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3594],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3595],"place_of_publication":[3596],"class_list":["post-11570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-family","tag-military","tag-money","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-basle","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-43-31-en","place_of_publication-zichy-105-107-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11570"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11590,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11570\/revisions\/11590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11570"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11570"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11570"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11570"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11570"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11570"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}