{"id":11629,"date":"2021-11-08T14:47:22","date_gmt":"2021-11-08T14:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-68\/"},"modified":"2025-08-09T08:37:02","modified_gmt":"2025-08-09T08:37:02","slug":"szechenyi-ferenc-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-68\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in Troyes<\/em><a href=\"#_edn1\"><u>[a]<\/u><\/a> <em>den 10 Februar 1814<\/em>.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>N<sup>o<\/sup> 17.<\/em><sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Nacht, die ich mit so vielen Gl\u00fcck durchlebte, war eine der unangenehmsten meines Lebens: \u2013 ich war krank, alle meine W\u00fcnsche concentrirten sich auf die einzige Idee, in einen guten, warmen Bett liegen zu k\u00f6nnen; und ein unsanfter Corporal weckte mich aus diesen sch\u00f6nen Himmel, und \u2013 ich war beordert bis auf die Vorposten zu reiten, und den Feldmarschall die schnelle Nachricht \u00fcber die Stellung des Feindes zu bringen.<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> &#8211; Gott wei\u00df, da\u00df, wenn mich die schnelle Eingabe meiner Quittirung, von dieser Promenade gerettet haben w\u00fcrde, ich ohne allen Bedenken auf allen Lob \u2014 den uns diese Campagne bringen soll, verzicht geleistet h\u00e4tte, um mir einige Augenblicke der Ruhe schenken zu k\u00f6nnen <strong>\u2014<\/strong> Leider, konnte nichts mich retten, und mit schaudern sah ich in die dunkle Nacht, und unlenkbar, unaufhaltsam wie das Schicksal giengen im Traum meine Begebenheiten mir vor \u2013 es war mir so, als ob die Sonne meines Lebens sich zum Untergange geschwinder neigen wollte, und verzweiflungsvoll schwang ich mich auf mein Ross, und ritt so den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> mit gehengtem Z\u00fcgel fort in Nacht und Nebel \u2014 wohin? das wu\u00dfte ich, das wu\u00dfte keine Seele nicht \u2013 lang gieng\u2019s so fort &#8211; und dem einzigen Zufall mich \u00fcberlassen spornte ich in Gottes Namen meinen M\u00fcden Gaul \u2013 dessen Gang mir dumpfer zu t\u00f6nnen scheinte \u2013 ich war mitten eines gro\u00dfen Dorfes &#8211; dessen ganz leere tode H\u00e4user \u2014 durch den Krieg so ganz zerst\u00f6rt \u2013 mir keine Auskunft geben, keine Frage beantworten konnten. \u2014 hoffnungslos gieng mein Weg rechts, links, durch Gr\u00e4ber, W\u00e4lder, Wiesen. fort, bis ich endlich, zur gr\u00f6\u00dferen Abwechslung <em>in<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> einen tiefen Morast gerieth \u2013 da ward\u2019s mir um die Brust enge, und meiner Pflicht bewu\u00dft, und, da\u00df mein Feldherr auf dessen <em>Erf\u00fcllung<\/em><a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> ruhig warte, der sorgenlos entschlafen war \u2013 ergrief ein seltsames Schaudern mein sonst, so ruhiges Gem\u00fcth \u2013 nicht ich, nicht mein unangenehmes Geschick waren meiner tiefen Sorge richtige Ursache \u2013 die Hoffnungslosigkeit meinen Zweck erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, die Rie\u00dfenm\u00e4\u00dfigen resultate, die durch solche Versp\u00e4tungen und Verabs\u00e4umungen oft erstehen k\u00f6nnen \u2013 alle Elemente die, wie ahndungsvoll \u2013 mir im Wege sich legen \u2013 die unm\u00f6glichkeit weiter zu kommen, schreckten mich so, da\u00df ich in Schwei\u00df und Angst, wie von Furien verfolgt \u2013 im Morast lag, mein Pferd an den Seite haltend, den Himmel anschauend, und um mein seeliges Ende, neben einer Rohrwurzel, in interessant melancholischer Positur, die Vorsicht anflehend \u2013 als mir auf einmal der Robinzon auf der Insel einfiel \u2013 ach! so sehr mir diese Geschichte, in meiner Kinderjahren schon sonst so komisch vorkam. mu\u00dfte ich anjetzt \u00fcber den armen Teufel bittere Thr\u00e4nen, zur Vermehrung des Morastes in den ich <em>noch immer<\/em><sup>3<\/sup> wie ein Schnepf sa\u00df, vergie\u00dfen. \u2014 Der Taucher von Schiller viel<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> mir auch ein \u201eIn der schrecklichen Ein\u00f6de von der menschlichen H\u00fclfe so weit\u201e.<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> Mir wurde immer hei\u00dfer \u2014 die Ideen, die manichfaltigsten,<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> jagten sich in meinen Gehirn, die letzte war die beste \u2013 \u201e<em>ich wollte mich erschie\u00dfen<\/em><sup>1<\/sup><a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> <strong>\u2014<\/strong>\u201e es fiel mir ein ich habe Pistolen \u2013 ich grief muthig nach der einen \u2014 und da, seeligerster Augenblick, w\u00e4hnte ich mich auf einen Kriegsschiff, und machte einen <em>Nothschu\u00df<\/em><sup>4<\/sup> \u2014 Die Pistole war so fix geladen, da\u00df man sie rings in der Gegend, wie eine Kanone h\u00f6ren mu\u00dfte \u2013 sie fiel mir aber aus der Rechten, mein Gaul erschreckt &#8211; ri\u00df aus der Linken sich, und ich fiel, wie von der Hand des Allm\u00e4chtigen ge\u00e4chtet mit dem Gesicht in die Teichsuppe \u2014 kaum war ich auf den Beinen, was mir sch\u00f6ne Arbeit gab \u2013 sah ich 3 Huszaren von Joseph<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> mit gez\u00fcckten S\u00e4bel an meiner Seite \u2013 durch deren H\u00fclfe, denen ich alsogleich eine ungarische Anrede hielt ward mein Roman zu Ende \u2013 Der Feind war ganz abgezogen \u2013 ich sammelte alle Raporte, und beym Erwachen des F\u00fcrsten war ich auch schon wieder da \u2014 Seine Zufriedenheit lohnte mich \u2013 und was noch mehr? <em>mein g\u00e4nzlich Gutbefinden<\/em><sup>4<\/sup> Gestern war ich krank; hielt Todesangst aus, und nun kann ich kaum erwarten einen 14 J\u00e4hrigen Hahn. den meine Hausfrau den f\u00fcr mich umbringt &#8211; rein aufzue\u00dfen <strong>\u2013<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ist das nicht eine unangenehme und zugleich gl\u00fcckliche Nacht gewesen?<\/em><sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Nun guter Vater bitte ich um den Segen, Meiner lieben guten Mutter k\u00fcsse ich die H\u00e4nde tausendmal \u2014 Gott gebe, da\u00df wir uns alle bald wieder sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Inserted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of fiel.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of mannigfaltigsten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> A town on the Seine in northeastern France.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> On 7 February 1814, the Allied main force set its sights on the capture of Troyes. The French, on the other hand, evacuated the city on the night of 7 to 8 February, and Schwarzenberg took it without a fight. The retreating French were followed by a corps while the Allied army rested on 8 and 9 February. On the evening of 9 February, Sz\u00e9chenyi was tasked with gathering new intelligence on the whereabouts of the enemy. His mission was fruitful, because the news he had received that Napoleon had redeployed his forces from the Seine to the north, i.e. to the river Main, proved to be true. Napoleon had carried out this operation in order to attack Bl\u00fccher. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a>Freely quoted from stanza 21 of Schiller\u2019s poem <em>Der Taucher<\/em> (The Diver). The quote reads exactly as follows:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Und da hing und war \u2019s mir mit Grauem bewu\u00dft,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von der menschlichen H\u00fclfe so weit,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unter Larven die einzige f\u00fchlende Brust.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Allein in der gr\u00e4\u00dflichen Einsamkeit, nun<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Tief unter dem Schall der menschlichen Rede<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bei den Ungeheuern der traurigen \u00d6de<\/em>.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;So there I hung, and shuddering knew<br>That human help was none;<br>One thinking soul mid the horrid crew,<br>In the ghastly desert I was alone<br>Deeper than human speech e&#8217;er sounded,<br>By the sad waste&#8217;s dismal monsters surrounded!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>(Translated by George MacDonald)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> To our knowledge, this is the first time in Sz\u00e9chenyi\u2019s life that he tried to escape from his difficult situation by committing suicide.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> The so-called N\u00e1dor (Palatine) Hussar Regiment, which bore the name of Palatine J\u00f3zsef and was numbered 12 in the Imperial-Royal Army, was formed in 1809 from the volunteer units that had distinguished themselves in the noble insurrection. The 12th Hussar Regiment, like the 1st Hussar Regiment bearing the name of the Emperor, was always considered an elite unit.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Troyes, 10 February 1814. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Last night was one of the most unpleasant nights of his life. He was sick, he wanted to lie down, but he had to ride out to the outposts to bring the Field Marshal news of the enemy&#8217;s position. Desperate, he set off into the night, his horse wandering along pathless roads, and finally stumbled into a deep swamp from which he could find no way out. Then, with the help of three Joseph hussars, he managed to get out of the swamp. The enemy retreated; he collected the reports and in the morning reported to the Field Marshal, who was pleased with him.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3541,3426],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3623],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3626],"place_of_publication":[3627],"class_list":["post-11629","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-health","tag-military","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-troyes-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-43-42-en","place_of_publication-zichy-115-117-kovacs-kormendy-mazi-oplatka-32-33-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11629"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11632,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11629\/revisions\/11632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11629"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11629"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11629"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11629"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11629"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11629"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}