{"id":11633,"date":"2021-11-08T15:10:51","date_gmt":"2021-11-08T15:10:51","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-69\/"},"modified":"2025-08-09T09:01:34","modified_gmt":"2025-08-09T09:01:34","slug":"szechenyi-ferenc-69","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-69\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Geschrieben in Troyes<\/em><a href=\"#_edn1\"><u>[a]<\/u><\/a> <em>den 12 Februar 1814.<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>N<sup>o<\/sup> 18.<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Ruhe, nach der gewi\u00dfen romanhaften Erz\u00e4hlung meiner Reise auf die feindlichen Vorposten,<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> gleich einer Seeligkeit. die Menschen empfinden k\u00f6nnen, die lang mit denen Wellen des Schicksals k\u00e4mpfend Unst\u00e4tt in der Welt herum getrieben werden, vielen Abentheuern und Gefahren entronnen, endlich ihrer Heimath in k\u00fchler Abendd\u00e4mmerung \u2013 durch wunderbare, r\u00e4thselhafte Wege entgegen eilen \u2013 Alles finden sie in alter, gezierter Ordnung wieder, und die Freunde, und die Angeh\u00f6rigen lieben ihn. sch\u00e4tzen ihn noch &#8211; wenige Momente sind genuch<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> um die ganze Reihe unangenehmer schmerzvoller T\u00e4ge<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> ihm vergessen <em>zu machen<\/em>,<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> und der kleinste Genu\u00df des Lebens giebt ihn die Wahl der manigfaltigsten, unz\u00e4hlbarsten Freuden, \u2014 So war\u2019s mir auch &#8211; und im Schlafe oft erschrack ich \u00fcber den tiefen Morast in den ich lag, und ein kalter Schauer z\u00fckte aus dem Schlafe mich, und ich \u2014 ach, diese Empfindung, war \u2014 im Bette: so trieben die wunderlichsten Tr\u00e4ume, bald eine Ungl\u00fccks Gestallt mir zeigend, bald den Engel, der bis jetzt mich besch\u00fctzte, sich unaufh\u00f6rsam in mir fort \u2014 mich erschreckend, belohnend, begl\u00fcckend gleich wieder: ich sah meine guten lieben Eltern. \u2013 Die liebliche Zukunft, die mir l\u00e4chelte, ich sah, wie wonne trunken ich an mein Herz Sie dr\u00fccke, wie viele sch\u00f6ne seelige Augenblicke ich mit Ihnen durchleben werde. Da war es mir so lieb so wohl, kein erschreckender Traum unterbrach diese Empfindung, und wie ihm<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> seeligen Taumel, wie in dem Vorgeschmack meines k\u00fcnftiges Gl\u00fcck\u2019s war ich tief bis zu den Morgen, in diesen sch\u00f6nen Schlaf versunken \u2013 .<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt sehe ich etwas finsterer; den durch einige unangenehme Vorf\u00e4lle unserer Alliirter, durch welche Mars ihre Tapferkeit, und besonders Ihre <em>Beharrlichkeit<\/em><sup>2<\/sup> vieleicht etwas zu stark auf die Probe setzte, sehe ich das Ende dieses grausamen Spiel\u2019s, noch weit und beynahe unabsehbar vor mir liegen.<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> \u201eMehr als die\u00df darf ich nicht sagen, den<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> sonst h\u00e4lt ein <em>gut denkender<\/em><sup>1<\/sup> <em>patriotischer<\/em><sup>2<\/sup> Kanzelist oder Postmeister meinen Brief auf, und denkt, der Beneidenswerthe! Wunder, welchen Nutzen er Seinem Staate durch Vernichtung solcher Bl\u00e4tter verschafte, die unsere Wiederw\u00e4rtigen<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Schicksale enthaltend und gestehend, zur gr\u00f6\u00dferen Tapferkeit uns mahnen, und in dem gr\u00f6\u00dften Ungl\u00fcck <strong>\u2014<\/strong> nie eine muthlos geschriebene Zeile enthalten. \u2014 \u2014 Ungl\u00fccklich das Land, wo der B\u00fcrger seine und seines Vaterlandes Wiederw\u00e4rtige<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Augenblicke nicht wissen, nicht kennen darf &#8211; \u2013 \u2013 j\u00e4mmerlich der Soldat dessen Muth bey der Gefahr nicht wachst. <strong>\u2014<\/strong> \u2014 \u2014 So ist es bey uns, und stellt man uns eine Falle, und man f\u00e4ngt uns bey den kleinen Fingern, so sind wir so gute, ehrliche Leute \u2013 und glauben, da\u00df auch der Kopf schon beym Teufel ist. \u2014 \u201eBl\u00fccher<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> hat eine nicht ganz brillante Affaire gehabt \u2013 da er viel schw\u00e4cher war \u201evoil\u00e0 tout.<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> \u2014 nach denen ungewi\u00dfen Nachrichten, die wir von seinen Corps haben, leidete er viel \u2013 sein Verlust mag auch bedeutend seyn \u2013 er gieng viel zuruck. \u2014 das ist alles, und \u00fcber diesen kleinen Vorfall \u2013 haben wir die Courage in etwas verloren \u2013 und sitzen hier, gehen in die Com\u00f6die, spei\u00dfen Caviar und Austern, anstatte den Feind mit aller Wuth anzugreifen <strong>\u2013<\/strong> brawo! \u2014 und w\u00e4re Schwarzenberg<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> und Metternich<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> nicht, diese beyden Menschen, die f\u00fcr uns von Gott verlassenen \u00d6stereichern, ganz Lichtsterne sind \u2013 so glaube ich da\u00df der Ka\u04f1ser Alexander<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> einen Schritt <em>zuruckwagen<\/em><sup>2<\/sup> \u2014 gerne wollte.<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> Indessen die ganze Sache eine l\u00e4cherliche Geschichte ist \u2013 den<sup>7<\/sup> ich setze den Fall, da\u00df das ganze Corps von Bl\u00fccher sammt seiner zusammen schmelzen w\u00fcrde, ich deshalb gar keinen Verlust, auf das allgemeine zugeben k\u00f6nnte; und die\u00df zu denken w\u00e4re l\u00e4cherlich <strong>\u2014<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So bald hier\u00fcber einige Aufkl\u00e4rung vorhanden seyn wird, so werde ich Euer Gnaden einiges davon berichten, \u00fcberzeugt, da\u00df der Censor der Briefe meine papiere lassen wird, da er wohl sehen mu\u00df, da\u00df ich meinen Kopf auch bey schwierigen Augenblicken nicht verliere und an solche Menschen schreibe die ihr Herz behalten, und durch wiederw\u00e4rtige<sup>9<\/sup> Momente, zum besten nur angefacht werden. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>In hinsicht der Gnade die mein guter Vater f\u00fcr mich hatten, mir zu erlauben, von die Herrn Bethmann\u2019s<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> mir das Nothwendige geben zu lassen schrieb ich Euer Gnaden, in einen meiner letzten Briefe. Von die 12 hundert etlichen Gulden, die Euer Gnaden f\u00fcr die Monathe J\u00e4ner, Februar und M\u00e4rz als Quartal mir g\u00fctigst an das obbenannte Haus Bethman, anwiesen, bekam ich bis zu dieser Stunde, aus sehr nat\u00fcrlichen Ursachen, keine Nachricht <strong>\u2014<\/strong> In unsern Hauptquartier ist auser dem Banquier <em>Herz<\/em><sup>2<\/sup><a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> kein Mensch, der solche Gesch\u00e4fte, n\u00e4mlich die \u201eder Geld Umsetzung \u201e macht, und der ist wegen den schnellen Todfall seines Bruders nicht hier; das einzige Mittel war ihm also zu schreiben, welches ich that,<a href=\"#_edn11\">[k]<\/a> und bis jetzt keine Antwort erhielt. \u2013 Indessen ist auch die\u00df Gesch\u00e4ft so gut, wie in der Ordnung, da mir Herr Leitersdorfer<a href=\"#_edn12\">[l]<\/a> a Conto der obbenanten 12 hundert Gulden, bis jetzt 150 Ducaten gegen Schuldschein vorstreckte, die den gegen die 1200 gulden, die der Herr Banquier <em>Herz<\/em>,<sup>2<\/sup> der selbst in Frankfurth seyn soll, f\u00fcrwahr schon in H\u00e4nden hat, aquittirt werden k\u00f6nnen. <strong>\u2013<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meiner lieben guten Mutter k\u00fcsse ich die H\u00e4nde, und bitte um den Segen. Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Instead of genug.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Inserted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of im.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Instead of widerw\u00e4rtigen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Instead of widerw\u00e4rtige.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> French: that is all.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> A town on the Seine in northeastern France.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Napoleon, marching north from Troyes, defeated Bl\u00fccher several times during those days. Sz\u00e9chenyi refers either to the battle of Champeaubert of 10 February or Montmirail of 11 February.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Napoleon thought he had destroyed Bl\u00fccher\u2019s army, but this proved to be untrue. See the letter of 6 February 1814.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Baron Gebhard Leberecht von Bl\u00fccher (1742\u20131819) Prussian cavalry general.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Prince Karl Schwarzenberg (1771\u20131820) Austrian field marshal.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Prince Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773\u20131859) was an Austrian statesman, Foreign Minister of Austria from 1809, chancellor of state (1821\u20131848) and a leading figure in Austrian politics.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Alexander I (1777\u20131825), Russian tsar (1801\u20131825).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> His ironic remark refers to the fact that it was well-known that Tsar Alexander I always advocated a vigorous attack.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> Simon Moritz Bethmann (1768\u20131826) banker in Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> Herz banker in Prague.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> The letter is not known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[l]<\/a> Leitersdorfer was a banker. For the financial dealings with the bankers named in the letter, see also the earlier letters of 5, 13, 21 September 1813, 13 October 1813, 17 November 1813, 21, 23, 3, 7, 9, 17, 20 and 23 December.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Troyes, 12 February 1814. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nightmares of the night in the swamp still haunt his sleep. He informs his father of the state of the war, which may be prolonged due to the failures of their allies. He also says a few words about his finances: he has not yet been informed of the roughly one thousand and two hundred forints that were transferred from his home to the Bethmann house as quarterly apanage for his monthly needs in January, February and March. Banker Herz is the only one at headquarters who deals with transfers, but he too is now absent due to the unexpected death of his brother. Until Herz returns, he has the 150 ducats that he has withdrawn from Leitersdorf to pay the transfer.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3426,3544],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3623],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3628],"place_of_publication":[3629],"class_list":["post-11633","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-military","tag-money","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-troyes-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-43-43-en","place_of_publication-zichy-117-120-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11633"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11636,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11633\/revisions\/11636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11633"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11633"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11633"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11633"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11633"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11633"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}