{"id":11673,"date":"2021-11-12T14:01:29","date_gmt":"2021-11-12T14:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-79\/"},"modified":"2025-08-09T13:19:44","modified_gmt":"2025-08-09T13:19:44","slug":"szechenyi-ferenc-79","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-79\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Geschrieben in Paris den 16 April 1814<\/em>.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der lange Kampf ist zu Ende,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> und sch\u00f6n und herrlich bl\u00fcht uns die Zukunft, die einst so finster so tr\u00fcb\u2018 schien, \u2013 und auf den Leichen unser\u2018 Waffenbr\u00fcder, die uns das Leben wieder gaben, die gl\u00fccklichen! werden wir den Tempel des Gl\u00fccks bauen k\u00f6nnen \u2013 den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> frey geworden ist die Menschheit \u2014 und frey kann er die Luft seines \u2013 Landes athmen, das seine Mutter war. \u2014 . Wie gl\u00fccklich sind jene die ihr Bewu\u00dftseyn kr\u00f6nt \u2014 so viel sie konnten, zu den erhabenen Zweck beygetragen zu haben; den2 ihr Loos ist himmlisch gefallen, und sie konnten ihr Leben ihr Verm\u00f6gen f\u00fcr die Ewigkeit, nie besser anbringen \u2013 als in dem allgemeinen Opfer f\u00fcr das Gl\u00fcck Millioner Menschen \u2014 &#8211; Ich bin so ein unbedeutender Theil des ganzen Rettenden, da\u00df blo\u00df ein kleiner unmerklicher Strahl der Zufriedenheit in meiner eigenen Seele nur entstehen kann, zu den grossen Ziele mitgeloffen zu seyn \u2014 und doch bey den Allm\u00e4chtigen, gebe ich\u2019s um mein Leben nicht, auch ein Gesell, des grossen Feldmarschalls<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> gewesen zu seyn, der da oben in denen sch\u00f6nen Gew\u00f6lben des ewigen Friedens, in den wir so oft blicken, und in dessen unerme\u00dflichen Raum, nicht wahr lieber Vater? so oft Trost und Freude finden, uns stets regierte \u2014 und f\u00fcr so viele harte, tr\u00fcbe Tage, den<sup>2<\/sup> deren erlebte ich manche uns endlich die goldene Zeit wieder gab. \u2014 Meine lieben Eltern, bin ich nicht recht gl\u00fccklich? alles die\u00df erlebt zu haben \u2013 in diesen Augenblick hier zu seyn? und allen Begebenheiten Augenzeuge seyn zu k\u00f6nnen? \u2014 Hingegen will ich auch nach ganz geendigter Arbeit, wovon der leichte, angenehmene Theil nur noch \u00fcbrig bleibt \u2013 in den Zirkel meiner lieben Eltern ausruhen, und eben so, wie jetzt mein einziges Bestreben war \u201eder <em>Sache<\/em><a href=\"#_ftn3\"><u>[3]<\/u><\/a> zu dienen\u201e eben so wird dan mein Bestreben seyn, f\u00fcr meine guten Eltern nur zu leben, die ich so aus ganzer inniger Seele liebe. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Gestern in der Fr\u00fch bekam ich 8 Briefe meiner guten Eltern,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> und sehe aus allen denen, da\u00df Sie eine ganze Ewigkeit ohne alle Nachricht von mir waren, welches mir sehr leid thuet, ich aber in den n\u00e4mliche Fall war, da wir mit Wien eine ganze Weile gar keine Communication hatten \u2013 nun ist\u2018s aber, Gottlob, wieder g\u00e4nzlich hergestellt, nicht wahr? und das ziemlich brillant. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>In hinsicht meiner Geldgesch\u00e4fte, lieber Vater, bin ich auch noch nicht in der besten Ordnung, welches bis izt<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> wegen allen diesen Ereigni\u00dfen auch nicht m\u00f6glich war, den2 weder Menschen, noch Briefe hatten die M\u00f6glichkeit geh\u00f6rig anzukommen \u2013 nun aber will ich Euer Gnaden was ich seit Frankfurth empfangen habe, sagen, ohne zu wissen wie viel an mich durch die Herrn Geym\u00fcllers<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> und Bethmann<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> geschickt wurden, 1<sup>o<\/sup> von Herrn Leitersdorfer<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> 80 Ducaten Herrn Herz<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> 100 Ducaten, und von <em>G.<\/em><a href=\"#_ftn5\"><u>[5]<\/u><\/a> <em>Pickard<\/em><sup>3<\/sup><a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> 50 Ducaten. \u2014 <em>Leitersdorfer<\/em><sup>3<\/sup> und <em>Herz<\/em>,<sup>3<\/sup> NB<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> von denen ich, ich wei\u00df nicht wie lange, gar keine Nachricht habe, werden, wie ich denke, da\u00df an das Haus Bethman angewiesene Geld, \u00e0 conto dieser 180 Ducaten indessen genommen haben \u2014 nun stehen mir aber die gewissen 50 Ducaten an den Generalen Pickard, der mir das Geld in Troyes, wo ich ganz ohne allen resourcen war lieh, noch zu bezahlen \u2013 die ich meinen guten Vater bitte bey den agenten Dembscher<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> in Wien zu erlegen. \u00dcbrigens bey unsern Einzug in Paris, wo ich mit einen halben Ducaten ankam, da die letzte Periode dieses Krieg\u2019s uns allen am meisten Geld kostete, da wir in diesen ganz ausgepl\u00fcnderten Lande von <em>Ferre Champenoise<\/em><sup>3<\/sup><a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> und <em>Sezanne<\/em><sup>3<\/sup><a href=\"#_edn11\">[k]<\/a> die Bouteille Wein um 2 Louis d\u2019or bezahlen mu\u00dften, gab mir der Haushoffmeister des FM.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> 100 Ducaten. \u2014 Nun mu\u00df ich meinen lieben Vater ganz aufrichtig dar\u00fcber sprechen, da\u00df ich keine Uniform kein Hemd, enfin<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> nicht\u2018s \u2013 nicht einmal ein paar Stiefel hatte, und da\u00df ich mir das alles anschaffen mu\u00df, so da\u00df ich, ich kann\u2019s nicht l\u00e4ugnen, sehr viel Geld ausgeben werde \u2013 \u00fcbrigens ist alles enorm theuer und die Gelegenheit zu gro\u00df \u2013 den ich aber Gottlob wiederstehen kann \u2014 Die meisten meiner Kameraden haben ihr Geld, da Sie vieleicht weniger hatten ausgegeben, und der F. M.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> erlaubte denen, die wenig oder gar kein Verm\u00f6gen besitzen aus der Kriegs Cassa sich Vorschub geben zu lassen, welches ich wie auch viele andere nie thun werde \u2013 da ich ohnehin in dem Staate ein gr\u00f6\u00dferes Gl\u00fcck genie\u00dfe, als ich ihm daf\u00fcr dienen werde k\u00f6nnen, darum lege ich zu den F\u00fc\u00dfen meiner guten Eltern mich, und begebe mich ganz in ihren Schutz \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn \u00fcbrigens meine theuern Eltern etwas von der interessanten Stadt w\u00fcnschen, so bitte ich mir es sagen zu lassen, was ich auch von meinen Br\u00fcdern und Schwestern bitte, da ich allen gerne was es immer auch seyn mag, etwas von hier mitbringen m\u00f6chte \u2014 und die Auswahl zu gro\u00df, mein Geschmack zu klein ist. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe guten Eltern nun bitte ich um den Segen, in einigen Wochen hoffe ich in den sch\u00f6nen Zinkendorf zu seyn.<a href=\"#_edn12\">[l]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> A variant of the archaic form \u2018itzt\u2019 of the determiner \u2019jetzt\u2019 used by Sz\u00e9chenyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> General<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Nota bene. Latin: note well.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Feldmarschalls<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> French: in the end.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Feldmarschall<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> In a letter to the Russian tsar on 6 April 1814, Napoleon offered a peace treaty on the terms of Chatillon and declared his willingness to abdicate the throne in favour of his son. The offer went unheeded; the French Senate and Legislature dethroned the emperor, absolved the nation, the army and public officials their oath of allegiance to him, announced a new constitution and asked Louis XVIII to take the throne. On 11 April, at Fontainebleau, Napoleon unconditionally abdicated the throne, accepting that the victorious allies would make the Principality of Elba his residence, allowing him to use the title of emperor and to retain a guard of 400 men and setting his annual allowance at 2 million francs. The first peace treaty of Paris with the allies was concluded on 20 May by Louis XVIII, who decided to hold a congress in Vienna in September 1814 to settle European relations.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Prince Karl Schwarzenberg (1771\u20131820) Austrian field marshal.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> The letters are not known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Geym\u00fcller &amp; Co. The Vienna banking house of Swiss bankers Johann Heinrich Geym\u00fcller (1754\u20131824) and his brother Johann Jakob Geym\u00fcller (1760\u20131834).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Simon Moritz Bethmann (1768\u20131826) banker in Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Letersdorfer banker.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Herz banker in Prague.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> Johann Pickard von Gr\u00fcnthal (1769\u20131855) was an Austrian general.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> Ignatz Dembscher was a military agent at the Viennese court.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> F\u00e8re Champenoise, a fort east of Paris in the Marne district, where the Allies defeated the armies of Marshals Marmont and Mortier on 25 March 1814. The booty consisted of 4,000 prisoners of war, 45 cannons and 100 ammunition wagons.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> S\u00e8zanne, French town in the Marne district, between Paris and F\u00e8re Champenoise.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[l]<\/a> He returned to Vienna in June 1814.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference: <\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Paris, 16 April 1814. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The long struggle is over, and he regrets that he himself has had little to show for it. He will rest from fatigue surrounded by his parents. Yesterday he received eight letters from home, showing that his parents had not heard from him for a long time. His financial affairs are unsettled, and he thinks his father is not clear about the money he has received, so he has written down the sums he has borrowed since Frankfurt. His uniform and boots are tattered, and it will cost a great deal to replace his equipment. Although the commander-in-chief had offered to allow the officers of the regular army to draw an advance from the war chest, he did not wish to take advantage of this opportunity but preferred to turn to his parents for help.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3426,3544],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3649],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3653],"place_of_publication":[3654],"class_list":["post-11673","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-military","tag-money","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-paris","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-43-52-en","place_of_publication-zichy-133-135-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11673"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11673\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11676,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11673\/revisions\/11676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11673"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11673"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11673"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11673"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11673"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11673"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}