{"id":11798,"date":"2021-11-15T11:16:39","date_gmt":"2021-11-15T11:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-91\/"},"modified":"2025-08-09T18:09:28","modified_gmt":"2025-08-09T18:09:28","slug":"szechenyi-ferenc-91","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-91\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in <\/em>Novi,<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"#_edn1\"><u>[a]<\/u><\/a> <em>\u2013 ein ganz kleiner Ort<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>zwischen <\/em>Carpi<sup>1<\/sup> <em>und <\/em>Bongoforte<sup>1<\/sup> <em>dem 9<sup>ten<\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>April 1815.<\/em> <a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Meine lieben guten Eltern, dem 3<sup>ten<\/sup> April bin ich den von Mailand gl\u00fccklich abgereist und gieng gerade auf dem Wege gegen Bologna fort. \u2014 Die Napolitaner waren aber schon da und ich kam gerade w\u00e4hrend einem ganz unbedeutendem Gefecht zum Regiment welches noch im Laager stand, und davon blos einige unbedeutende Abtheilungen den Feind besch\u00e4ftigten; da ich nun meine Pferde die ich auch den 3<sup>ten<\/sup> April aus Mailand weg schickte und die wohl einige Zeit brauchen werden bis sie ankommen <em>nicht hatte<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> und ich auf der Stelle kein Dienstpferd bekommen konnte, so gieng ich mit dem Feldmarschall Lieutenant Bianch\u04f1<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> seinen Adjutanten bis Carpi zuruck und \u00fcbernahm indessen den 2<sup>ten<\/sup> Fl\u00fcgel von den Obrist 2<sup>ten<\/sup> Escadron, da f\u00fcr mich keine Vacant ist, aber ich denoch n\u00e4chstens eine zu erhalten hoffe. Mit dem Fl\u00fcgel stehe ich nun 3 Tage auf denen Forposten:<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> und es geht mir recht gut. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Nun habe ich aber mein lieber Vater, noch so viel zu bitten, um so viel mich zu beratschlagen, da\u00df ich auf die Forposten<sup>4<\/sup> und auch auf die spa\u00dfigen Napolitaner auf einen Augenblick verge\u00dfen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube der Krieg wird in das unendliche n\u00e4hren \u2014 es liegt im Schicksal schon, glaube ich<em> auch<\/em>,<sup>3<\/sup> da\u00df so viele Nationen nicht<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> wegen unbedeutenden Kleinigkeiten sich erheben sollen \u2014 wie das bestreben und der Wille ungeheuere ist<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> eben so wird die Ausf\u00fchrung<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> aller dieser W\u00fcnsche, die so m\u00e4chtig in uns gl\u00fcht7 nicht minder Riesenm\u00e4\u00dfig sein \u2014 Nun handelt sich\u2019s also f\u00fcr mich, da\u00df ich diese unangenehme Periode, zu der ich, wieder meinen ernsten Willen das wei\u00df der liebe Himmel, als mitarbeitende Personage gezwungen bin, so angenehm und was noch mehr ist, bequem durchleben zu k\u00f6nnen, wie nur immer m\u00f6glich \u2014 Diesen Wunsch wird \u00fcbrigens jeder Mensch billigen m\u00fc\u00dfen. \u2014 Nun werde ich also meinen guten Vater meinen, Comodit\u00e4ts Plan mit einigen W\u00f6rtern vortragen. \u2014 Meinen J\u00e4ger Joseph<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> der in<sup>5<\/sup> dem ganzen S\u00e9jour<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> von Neapel, zum Ungl\u00fcck nicht ein Wort italienisch lehrnte \u2014 kein Pferd f\u00fchren <em>kann<\/em><sup>3<\/sup> \u2013 die Kochkunst, nicht einmal bis zu Machung eines Caff\u00e9es wei\u00df, und mir folglich <em>hier<\/em><a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> und <em>f\u00fcr dem Augenblick<\/em><sup>1<\/sup> mehr zur Last als zum Nutzen ist, wird unverz\u00fcglich nach Zinkendorf geschickt \u2014 Ich will da f\u00fcr seine Zukunft Sorge tragen, denn ich selbst bin ja zu gl\u00fccklich, um den Wunsch nicht in mir zu haben, alle die, die mich umgeben, und die mir einst gut waren, eben so vergn\u00fcgt und froh um mich zu wissen. Indessen werde ich meinem Reitknecht, der ein ganz guter Kerl zu sein scheint, allein behalten: und auf den getreuen Niclas<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> warten, den ich mit denen Pferden, die ich f\u00fcr mich zu kaufen bath,<sup>5<\/sup> auf der Reise bereits hoffe. Nun aber wollte ich<sup>5<\/sup> noch einen Menschen der so ein quasi Koch w\u00e4re, und aus sich alles machen, und zu allem verwenden lie\u00df. So einen Menschen k\u00f6nnte man in Wien gar leicht bekommen \u2014 Dan w\u00fcnschte ich ganz gemeine Blecherne Teller\u2018s und Sch\u00fc\u00dfeln, die man auch in Wien zur Campagne so das eines in das andere geht und nicht viel Bagage macht. sehr leicht bekommen kann, einige Castrollen, ganz gemeine 6 paar Bestecke, und eben so viele Servietten, und endlich 2 Packtaschen wo man das alles hinein<sup>5<\/sup> packen k\u00f6nte, und alles die\u00df samt dem Koch, der aber immer reiten wird. und man im voraus mit ihm in hinsicht seiner Bezahlung accordieren m\u00fc\u00dfte, mit der Diligence nach Mantua<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> zu schicken, wo er sich mit meiner Adresse beym Platz Commando melden soll. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Die\u00df w\u00e4re mein Wunsch; erstens macht\u2019s mir wenig Auslagen, den<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> wir leben auf Etappen, und es fehlt uns blo\u00df am Mann der das gefa\u00dfte kocht, und an der Sch\u00fc\u00dfel, worinn er kochen soll, und all das Zeug, was sonderbar ist, kann man in Mailand nicht haben \u2014 den10 sonst w\u00e4re ich damit schon versehen. \u2014 Dan haben mehrere Escadrons Commandanten die selbe menege<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Im Regiment, und endlich will ich nicht schlecht leben, indessen andere, die zu Hause sitzen, ganz ein charmantes Leben f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun warte ich also auf baldige Antwort meiner guten Eltern, Mir geht\u2018s recht gut, und ich bin gescheid<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> genug mir mein Leben mein Schicksal zu erleichtern. \u2014 Die Briefe bitte ich an meinen Banquier zu schicken. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens bitte ich mir auch in hinsicht meiner Eink\u00fcnfte ein Wort zu schreiben \u2014 wie, und an wem ich dadr\u00fcber sprechen soll? wer alle meine Gesch\u00e4fte \u00fcbernimt? u. s. w.<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> \u2013 Bin ich einmal auf den 10 J\u00e4hrigen Krieg eingerichtet da brauche ich dan gar nichts mehr als den Segen meiner lieben Eltern, um den ich auch jetzt bitte Steph<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe alle meine Freund und Freundin.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Inserted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of Vorposten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> One letter deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Corrected word.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> French: staying.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with a thick line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Instead of Menage.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Instead of gescheit.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> und so weiter<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> An Italian village in Lombardy.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Vincenz Ferrer Friedrich von Bianchi (1768\u20131855, baron from 1816) was a general in the imperial-royal army.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> J\u00f3zsef Kretschy, Sz\u00e9chenyi\u2019s hunter.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Probably his butler.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> An Italian town in Lombardy.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi was from 1807 considering the idea of creating a fee tail for each of his three sons. The king agreed to his request on 24 July 1815. However, the three sons had already been able to take over a single estate, administering them with their own livestock managers. Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi was given Cenk and he entrusted the management of the livestock to his former tutor, J\u00e1nos Liebenberg. Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi was in charge of the administration and income of the fee tails approved by the emperor, until his death, under the direction of the central economic council in Vienna. Its head was Ferenc Pap, manager of the central livestock. Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi used the income from the estates thus administered to provide his sons, including Istv\u00e1n, with allowances and apanage supplements at his discretion to cover the extraordinary expenses incurred during his military service and travels. These allocations were treated confidentially, known only to Ferenc Pap and the appointed livestock managers.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Novi, 9 April 1815. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>On 3 April, he left Milan for Bologna, reaching his regiment after a small battle. His horses have not yet arrived from Milan. He has taken command of the 2nd Wing of the 2nd Regiment Company, as he does not yet have his own unit. He expects the war to be protracted, but he wanted to live this period comfortably and pleasantly. He sends his hunter home, keeping only his groom with him, he needs another cook, so he asks his father to send one after him. He also asks to be informed of his income.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402],"tags":[3425,3426,3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[3743],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3744],"place_of_publication":[3745],"class_list":["post-11798","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","tag-horses","tag-military","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-novi-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-38-en","place_of_publication-zichy-151-153-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11798"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11801,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11798\/revisions\/11801"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11798"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11798"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11798"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11798"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11798"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11798"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}