{"id":11913,"date":"2021-11-19T13:44:38","date_gmt":"2021-11-19T13:44:38","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-106\/"},"modified":"2025-08-10T14:21:09","modified_gmt":"2025-08-10T14:21:09","slug":"szechenyi-ferenc-106","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-106\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in London den 3 Novemb. 1815<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber guter Vater, heute hab\u2018 ich eine recht gro\u00dfe Freude gehabt auf einmal sechs Briefe von meinen guten Eltern und Geschwister zu bekommen<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> ~ es war eine Art von Festlichkeit die ich recht vom Herzen geno\u00dfen habe, und die M<sup>r<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/sup> Joseph<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> der auch ein Zettelchen von seiner Frau erhielt &#8211; mit mir g\u00e4nzlich theilte ~. Wie man das wahre Gl\u00fcck doch nur in der N\u00e4he und in der Umgebung der Seinigen finden kann! Jede Errinerung an Sie ist ein Genu\u00df f\u00fcr uns. der mit keiner Freude zu vergleichen ist. Die Entfernung hat so viel trauriges an sich, und besonders f\u00fcr Jene die daheim etwas besitzen was sie ehren und lieben \u2013 und jede Reise, die in sich selbst schon unangenehm ist \u2013 wird nur doppelt beschw\u00e4rlich \u2013 so da\u00df ich es recht gut begreife wie es manchen Menschen so gar sauer wird sich von ihren angewohnten Herd zu entfernen. Ich finde man ist \u2013 so zu sagen, in einer ewigen Spannung \u2013 und g\u00f6nnt sich nicht einen Augenblick Ruhe und muse<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> etwas zu geme\u00dfen, um ja nicht als ignorant daheim zu kehren. \u2013 Wie froh werde ich sein, wenn diese periode meines Lebens, die zu ertragen ich mir vornahm, gl\u00fccklich vor\u00fcber sein wird \u2013 England ist charmant,<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> aber mir ist unsere heitere Sonne lieber ~ und ich wollte, wenn ich nicht einigen Respect vor meinen eigenen Vorsatz h\u00e4tte \u2013 lieber heute als morgen wieder nach dem Continent segeln \u2013 die Zeit aber die ich hier so theuer verlebe, werde ich wenigstens \u2013 wie ich es bis jetzt that gut anwenden. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Erzherz\u00f6ge sind denn endlich abgereiset; sie werden in 6 Wochen wieder erwartet ~ Ob Sie dan l\u00e4nger in England bleiben oder nicht ahnde ich kaum \u2013 und zweifle sehr daran \u2013 da <em>Ihnen<\/em><a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> das Land nicht am besten zu behagen scheint. \u2013 Lord Sligo<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> der gestern nach Paris abgereiset ist ~ engagirte mich nach Ireland zu reisen, wenn er von<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Frankreich zur\u00fcck sein werde ~ welches beil\u00e4ufig in 4 Wochen geschehen soll &#8211; Wenn ich bis dahin von meinen guten Eltern keine Briefe bekomme, die mir etwa eine andere Idee und Direction meiner Handlungen geben sollten \u2013 so<sup>3<\/sup> werde ich etwa auf 3 Wochen seine Einladung annehmen: \u2013 Es kann sich aber so viel bis dahin \u00e4ndern, da\u00df es nur ein Traum sein mag, der nie realisirt wird \u2013 obwohl die entrepriese<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> f\u00fcr einen Menschen, der sich auf der See nicht \u00fcbel befindet<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> &#8211; von unendlich kleinen beschwerlichkeit ist. \u00dcbrigens w\u00fcrde es mir auch ziemlich gleichg\u00fcltig sein \u2013 da doch zuletzt &#8211; beinahe ein Land so wie das andere aussieht = Am meisten freue ich mich, mein guten Eltern. f\u00fcr die ich allein leben will, bald zu sehen &#8211; Es w\u00e4re m\u00f6glich, da\u00df ich gegen den Neuen = Jahr in Wien sein k\u00f6nnte, besonders da ich mich rasend f\u00fcrchte meine finanzen in eine g\u00e4nzliche Unordnung zu bringen, wenn ich l\u00e4nger in der zwar <em>stolzen<\/em><a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> aber noch mehr <em>eigenn\u00fctzigen<\/em><sup>8<\/sup> Albion bleiben wollte. Was ich schon f\u00fcr Geld ausgegeben habe! was hier in keinen Fall zu vermeiden ist \u2013 und wie wenig Spa\u00df hat mir alles das gemacht \u2014! Ich begreife auch keines Weges \u2013 wie mein lieber Vater mit Banquier Herz<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> alles das in Ordnung bringen kan \u2013 und warte mit Ungeduld auf eine Antwort \u2013 Die Summe die von denen Tabattieren einkommen wird ist weit zu gering, um einen kleinen Theil meine d\u00e9pensen<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> zu decken. Und so bitte ich mein guten Eltern &#8211; einige Geduld zu haben \u2013 da ich gewi\u00df bin alle diese unausweichbare Ausgaben in geringer Zeit, durch Ordnung und Oeconomie wieder einzubringen. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Meine gute Mutter bekam also die Caff\u00e9e Tasse? nun bin ich Ihr nur noch 12 paar Str\u00fcmpfe schuldig, die ich ihr, von hier mitbringen will ich k\u00fc\u00dfe Ihr tausendmal die H\u00e4nde =, und bitte Sie Umvergebung, da\u00df ich so ein alter nachl\u00e4\u00dfiger Schuldner bin &#8211; auf den man nicht bauen kann..<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In hinsicht meiner Ausgaben, die meine Einnahmen schon \u00fcbersteigen, und ganz gewi\u00df noch sehr bedeutend \u00fcbersteigen werden, glaubte ich lieber Vater, w\u00e4re es am besten mit Biederman<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> zu sprechen, der f\u00fcr mich indessen mit Herz alles in Ordnung bringen k\u00f6nnte, da ich sonst \u2013 in solche Confusion kommen k\u00f6nnte, die auf weitere Zeit, die unangenehmsten Folgen nach sich ziehen w\u00fcrde \u2014 da aber meine Reise nach England f\u00fcr mich unentbehrlich war \u2013 da ich doch immer meinen Stand getreu bleiben will \u2013 und es zu eine gewi\u00dfen Nothwendigkeit geworden ist \u2013 in der Welt herum gereiset zu sein \u2013 und diese course, wohl keinen Menschen arrangirt hat ~ so bleibt es immer offen mich dan, sollte ich zu hause oder bei dem Regimente sein \u2013<sup>3<\/sup> dergestallt einzuschr\u00e4nken &#8211; da\u00df die Ordnung wieder zuruckkehre, die nothwendig ist \u2013 und die, durch einen auserordentlichen Fall zu Grunde gehen mu\u00dfte. \u2014 Biedermann k\u00f6nnte da aber am besten Rathschaffen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00fc\u00dfe die H\u00e4nde nun lieber Vater: die Briefe gehen ziemlich langsam wie ich merke, &#8211; ich bleibe also in der Hoffnung nur, da\u00df es meinen lieben Eltern recht gut geht, f\u00fcr was ich den Himmel t\u00e4glich bitte. Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Mister<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> French: charming.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Inserted afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> One letter deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> French: enterprise.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> French: expenses.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s scoring.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> The letters are not known.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Sz\u00e9chenyi&#8217;s huntsman, J\u00f3zsef Kretschy.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Howe Peter Browne, 2nd Marquess of Sligo (1788\u20131845) Irish statesman, Lord Lieutenant of the County of Mayo (1831\u20131845), Governor of Jamaica (1834\u20131836). Sz\u00e9chenyi met him in Naples in 1814.SzIN 1. 66.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> CBy that, he referred to crossing the English Channel. See also his letter of 2 October 1815.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Leopold Edler von Herz (1767\u20131828) Viennese banker and merchant.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Michael Lazar Biedermann (1769\u20121843) Viennese banker and merchant.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, London, 3 November 1815. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He was delighted to receive six letters from home at once, which made him feel homesick. The two archdukes had left and were expected back in six weeks. His friend Sligo had travelled to Paris for four weeks, and he would like to join him for three weeks. He thinks it is possible that he will be in Vienna for the new year, as he needs to sort out his finances with the banker Herz, because he spent a lot of money during his stay abroad. His future expenses are not covered by his income, so he thinks it would be best to talk to Biedermann, who could sort everything out with Herz.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3402,3438],"tags":[3381,3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[2289],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3812],"place_of_publication":[3813],"class_list":["post-11913","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-a-katonaevek-en","category-the-traveller","tag-family","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-london-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-54-en","place_of_publication-zichy-175-177-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11913"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11916,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11913\/revisions\/11916"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11913"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11913"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11913"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11913"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11913"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11913"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}