{"id":11943,"date":"2021-11-19T15:26:05","date_gmt":"2021-11-19T15:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-110\/"},"modified":"2025-08-10T15:02:39","modified_gmt":"2025-08-10T15:02:39","slug":"szechenyi-ferenc-110","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-110\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in London den 24 Novem. 1815<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Lieber guter Vater, morgen gehe ich auf einige T\u00e4ge, mit Eszterh\u00e1z\u04f1<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> auf das Land zum dem Herzog von Betford,<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> dem ich so wie die Herzogin<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> aus Florenz schon fr\u00fcher kante. &#8211; Diese kleine Reise freut mich sehr da das Landgut, wohin ich gehe eins der sch\u00f6nsten in England in hinsicht der Geb\u00e4ude und G\u00e4rten \u2013 und eins der best; und am wirthschaftlichsten eingerichteten in Betreff der oeconomie ist ~ und wiewohl das immerw\u00e4hrende Ansehen der Dinge, ohne gro\u00dfe Vorkentni\u00dfe derselben zu haben \u2013 eine der unn\u00fctzesten Besch\u00e4ftigungen ist, die ich kenne \u2014 wie ich\u2018s in einen meiner fr\u00fchen Briefe Euer Gnaden bereits sagte, so ist die perfection eines englischen zweckm\u00e4\u00dfigem und geschmackvollem Landhauses so gro\u00df, da\u00df sie ganz zur nat\u00fcrlichen Ursache und simplicit\u00e4t, die jedem Menschen einleichtend und leicht erkl\u00e4rbar ist zur\u00fcck kehrt \u2014 und das langweilige und unbelehrende verliert \u2014 die jede complicirte Machine, mehr oder weniger zur Natur hat. Auch finde ich die maxime jungen Leuten \u00fcber jeden Gegenstand \u2014 und jede Wissenschaft \u2014 <em>oberfl\u00e4chliche<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Kenntni\u00dfe beizubringen \u2014 nur f\u00fcr sehr junge Leute gut \u2014 deren Character noch nicht formirt sein kann ~ und denen es recht gut<em> ist<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> \u2013 viele Gegenst\u00e4nde vorzulegen, um sie dan \u2013 nach Ihrem Sin und Geschmack w\u00e4hlen zu lassen \u2013 welchen Weg sie gehen&nbsp; \u2013 und welcher Sache sie sich dan mit mehr Ernst und strenge ergeben werden \u2014 diese Freiheit <em>selbst = zu \u2013 w\u00e4hlen<\/em>,<sup>2<\/sup> finde ich f\u00fcr Wissenschaften, die das mechanische \u00fcberschreiten sollen \u2013 nothwendig \u2014 Wie viel Nachtheiliges hat es aber mit sich \u2013 da\u00df man so viel anf\u00e4ngt und nichts zu Ende bringt? das ist das schwere und seltene \u2013 \u201ein einem Fach standhaft zu bleiben \u2013 und einem sich nur ergeben\u201e \u2014 da es doch wahr ist, da\u00df der menschliche Verstand leider, und unsere Gaben \u2013 nicht hinl\u00e4nglich sind \u2014 um \u00fcberall ausgezeichnet sein zu k\u00f6nnen<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> \u2014 Die Sitten &#8211; die Gebrauche der Welt \u2014 unsers Jahrhundert\u2018s \u2013 und das was uns hebt \u2013 was uns Titeln und Ehren giebt,<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> ist zu oft in geheimen Zwist und Uneinigkeit \u2014 mit dem was wir f\u00fchlen, was das Herz uns sagt. \u2014 da liegt es \u2013 da\u00df der Weg \u2013 den wir gehen m\u00fc\u00dfen, so schwer so unangenehm wird \u2014 auch schrecken viele zuruck \u2013 und nur der standhafte, seinem Sinn treu geblieben erreicht zuletzt \u2013 nach vielem wilden Sturm des Lebens, der uns ach; wie oft unbarmherzig herumwirft, das Ziel \u2014 Vieleicht bin ich auf dem guten Weg, wenn auch ungesehen \u2014 ! was hab\u2019 ich anjetzt \u2013 von allen meinen Bem\u00fchungen \u2013 alles was ich erdulden mu\u00dfte? \u2013 vieleicht nicht einen einzigen aufrichtigem Freund. ~ Wie schnell ist der sch\u00f6ne Traum verflohen, den ich in meiner Kindheit mir vorgaukelte \u2014 und wie unangenehm ist das Erwachen nun \u2013 umgeben mit der schlechten niedrigen Welt. &#8211; und so weit noch zur Erl\u00f6sung! \u2014 Wie sehnet man sich weg in eine luftigere Region \u2014 und mit wie viel Sorgen und bangen Stunden werden wir noch Bekanntschaft machen. \u2013 Meine guten Eltern. ich freu mich so sehr wieder zuruck\u2014 ich kann\u2019s nicht erwarten Sie zu umarmen \u2013 die einigen Monathe die ich weg bin, scheinen mir eine lange Reihe von Jahren \u2014 und soll der \u00d6hlzweig gl\u00fcckbringend \u2014 einig sch\u00f6ne Jahre, \u00fcber mein liebes theures Vaterland bl\u00fchen, so soll mich auch nichts in der Welt von Ihnen mehr trennen. \u2013 Und wie froh bin ich da\u00df ich ohne Sie nicht sein kann \u2014 den<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> mein Herz <em>ist<\/em><sup>3<\/sup> Zeuge, wie sehr ich Sie liebe. \u2013 Es kann jeder Mensch nicht sagen da\u00df ihn so viele Leidenschaft zur Erde fe\u00dfelt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fc\u00dfe die H\u00e4nde &#8211; und bitt um den Segen Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Prince Antal P\u00e1l Esterh\u00e1zy (1786\u20131866) diplomat, ambassador to London, later minister besides the king.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> John Russell (1766\u20131839) 6th Duke of Bedford, Whig politician, father of Prime Minister John Russell (1792\u20131878).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> John Russell\u2019s second wife, born Georgiana Gordon (1781\u20131853).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> His reflection above contains a veiled reproach about his own perceived lack of education. He confessed more about this and his pedagogical views in general in his work entitled <em>\u00d6nismeret <\/em>(in English: Self-awareness)<em>.<\/em> Published in SzIVM 3. 7\u2013193.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, London, 24 November 1815. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The next day, he leaves for a few days, travelling with Eszterh\u00e1zy to the countryside, to the estate of the Duke of Bedford, one of the most beautiful areas of England. He thinks about the education of young people and whether he himself is on the right path. He is very much looking forward to seeing his parents again.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[2289],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[3827],"place_of_publication":[3828],"class_list":["post-11943","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-london-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-58-en","place_of_publication-zichy-182-184-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11943"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11943\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11946,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11943\/revisions\/11946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11943"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=11943"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=11943"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=11943"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=11943"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=11943"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=11943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}