{"id":13402,"date":"2021-11-26T09:50:44","date_gmt":"2021-11-26T09:50:44","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/liebenberg-janos-93\/"},"modified":"2026-05-06T17:39:25","modified_gmt":"2026-05-06T17:39:25","slug":"liebenberg-janos-93","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/munkatarsak-en\/liebenberg-janos-93\/","title":{"rendered":"Liebenberg J\u00e1nos"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein lieber Liebenberg, hier beigeschlo\u00dfen sende ich Ihnen einen Brief an Jones,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> der ihn dem Dienst aufsagt.<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> \u2013 Brauchen Sie ihn nach<em> Ihrer Einsicht<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> \u2013 Hier\u00fcber hab\u2018 ich gestern meinen Bruder Paul einen ziemlich ausf\u00fchrlichen Brief geschrieben<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> den er Ihnen gewi\u00df komunitziren wird oder bereits schon hatt, und in welchem ich Ihn eine unumschr\u00e4nkte plenipotenz mittheile \u2013 <em>und das \u00fcber alles<\/em>,<sup>1<\/sup> selbst dem Jones weg zu thun und zu behalten. Glauben Sie also es f\u00fcr besser erst im Mai dem Dienst <em>ihn<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> aufzusagen \u2013 oder gleich? \u2013 So \u00fcbergeben Sie dem Brief, dem ich beigeschlo\u00dfen, oder zerrei\u00dfen Sie ihn, wie es die Umst\u00e4nde erheischen. \u2014 Da\u00df ich aber die 150 alle Monath nicht bezahlen will, datzu bin ich fest entschlo\u00dfen \u2013 den<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> der Kerl k\u00f6nte mich noch obendrein auslachen, da\u00df er mich so schwach und leichtgl\u00e4ubig gefunden hat \u2014 den<sup>3<\/sup> ich wei\u00df mich so ziemlich zu besinen, was ich sage und verspreche \u2013 und es ist mir fest in dem Kopf geblieben ihn 5 Gulden in der Reise und in Wien gestattet zu haben aber niemals in Zinkendorf, wo ich ihn noch durch Sie antragen lie\u00df \u2014 wenn er sich 60 # das Jahr von seinem Gehalt abziehen l\u00e4sst \u2013 im Hause zu f\u00fcttern \u2014 oder, da\u00df er sich mit allen selbst verpflegen soll \u2014 <em>das hat er verstanden<\/em>,<sup>1<\/sup> und seine 400 # das Jahr sich ausgebethen. Wie hat er also denken k\u00f6nnen da\u00df er ein Kostgeld erhalten wird \u2014 da man bei einer reducirung seine <em>Zulage<\/em><a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> nicht aber seine <em>Besoldung<\/em><sup>4<\/sup> angegriffen haben w\u00fcrde aus welchem ich sehe \u2014 da\u00df er <em>ein<\/em><sup>2<\/sup> interessirt Mensch ist \u2014 und nach so vielen <em>Nachgeben<\/em>,<sup>4<\/sup> ich unrecht habe w\u00fcrde ihn da <em>nachzugeben<\/em><sup>4<\/sup> \u2014 Die Erfahrung ist eine herrliche Sache, und wie ich einmal geglaubt in Jones ein Art Wunder Mann zu finden, so bin ich jetzt \u00fcberzeugt, da\u00df er kein Gelehrter ist \u2014 weswegen ich immer der Meinung sein werde ihn weg zu lassen. \u2014 Da aber die ganze Welt auf uns mit erwartendem Blick sehen wird ob wir auch im Stande sind, ohne einem Engl\u00e4nder ein Pferd zu erziehen \u2013 so m\u00fc\u00dfen wir, Mein lieber Liebenberg schon alles anbiethen, um mit Success unser Vorhaben durchzuf\u00fchren \u2013 Nehmen Sie also bis <em>ich komme<\/em><sup>4<\/sup> was gegen dem Monath Januar geschehen wird, die Natur zur Lehrerin \u2013 und besch\u00e4ftigen Sie sich ein wenig mit der Sache, die<a href=\"#_ftn6\">[5]<\/a><em> in<\/em><sup>2<\/sup> sich selbst klein und unbedeutend, aber f\u00fcr meine Reputation von ungemeiner Consequenz sein kann, da man die Menschen wie man sie in gro\u00dfen und \u00f6ffentlichen Stellen braucht am besten beurtheilen kann, ob sie auch datzu taugen, wenn man sie in kleinen und h\u00e4uslichen Stellen bemerkte \u2014 Setzen Sie also zur inspection der Pferde, indessen bis ich komme, einem Menschen, in dem Sie einiges Vertrauen haben \u2014 und der mit selben nichts unternehmen und versuchen soll \u2014 Die Natur ist eine herrliche Sache, das wiederhohle ich noch einmal und gl\u00fccklich der, der sie kennt \u2014 und <em>sie<\/em><sup>2<\/sup> nicht in all\u2019 zu hohen Regionen und spheren sucht \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen Sie was da meine Idee ist? \u2013 \u201e dem William,<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> mit dem ich ausnehmend zufrieden bin \u2013 auf\u2019s Jahr dahin zu geben \u2013 Der ist ruhig und macht keine pretentionen \u2014 und ist kein K\u00fcnstler was eine Hauptsache ist \u2014 La\u00dfen Sie aber diesen Plan nicht laut werden da ich meine Ursachen datzu habe. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber auf Ihren Brief. Sie geben mir durch ihre zwei letzten Briefe recht viel Vergn\u00fcgen \u2013 Ich danke Ihnen recht sehr f\u00fcr Ihre Freundschaft \u2013 ich wei\u00df sie zu sch\u00e4tzen \u2013 und ich glaube kein Mensch mehr als ich \u2013 Ihre Ansichten \u00fcber meine Oeconomie<sup>5<\/sup> <em>sind<\/em><sup>2<\/sup> ganz die meinen \u2013 folgen Sie daher ohne allem Bedenken Ihre Gedanken und Pl\u00e4ne \u2013 sind sie auch in der Ausf\u00fchrung ungl\u00fccklich meine Vorw\u00fcrfe f\u00fcrchten Sie einmal nicht &#8211; Sie thun ja doch alles was Sie f\u00fcr mich thun,<sup>5<\/sup> <em>aus<\/em><sup>2<\/sup> Liebe zu mir, und Sie wollen gewi\u00df stets das Beste f\u00fcr mich. \u2014 Wegen meinem Unordentlichen Verm\u00f6gens Umst\u00e4nden tr\u00f6sten Sie sich \u2013 da meine moralische Krankheit zwar langsam aber nicht gef\u00e4hrlich ist \u2014 den<sup>3<\/sup> 2 Dinge sind, wenn ich lebe, m\u00f6glich \u2014 Krieg oder Frieden \u2014 Im ersteren Fall, kann ich das was ich mir als Zulage ausgeworfen habe nicht ausgeben \u2013 und in dem zweiten \u2014 zugleich aber wahrscheinlicherem \u2013 komme ich damit aus. \u2013 Auf diese Art mein bester Freund \u2013 mu\u00df ich ja endlich doch in Ordnung kommen, wenn es auch noch so lang hergehen soll. \u2014 Nur heurathen<a href=\"#_ftn7\">[6]<\/a> kann ich nicht \u2014 und \u00fcber das mu\u00df ich mich schon einstweilen tr\u00f6sten. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen Niesner<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> haben Sie nicht errathen den<sup>3<\/sup> er hat mir nicht geschrieben \u2014 und nun will ich\u2019s Ihnen entdecken, da\u00df es mein Bruder Paul war \u2014 der mich gebethen <em>Ihn<\/em><sup>4<\/sup> bei Sie nicht compromittiren zu wollen \u2014 Nun kann ich\u2019s aber schon sagen, da Ihr beide, doch f\u00fcr mich gut gesinnt und zu meinem Wohl arbeithet. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben mir aber nie gesagt wer der ist<sup>5<\/sup>, der so viel Historien \u00fcber mich ausdenkt \u2013 Sagen Sie mir das in Ihrem ersten Brief, den<sup>3<\/sup> ich bin neugierig es zu wi\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verspreche Ihnen in einigen Tagen, auf Ihre beide letzten langen Briefe zu antworten. Jetzt vergeben Sie mir da\u00df ich\u2019s nicht kann \u2014 da Feder und Dinte infam ist. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Adieu<\/p>\n\n\n\n<p>Zeigen Sie oder schicken Sie diesem Brief meinem Bruder Paul, dem ich gr\u00fc\u00dfe \u2013 Schreiben Sie mir viel, so werde ich Sie noch lieber haben, wenn es m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Sz\u00e9ch\u00e9nyi<\/p>\n\n\n\n<p>28 Sept.<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[5]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[6]<\/a> Instead of heiraten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> William Jones, Sz\u00e9chenyi&#8217;s English jockey. The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a>See the previous letter of 17 September 1817.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Sz\u00e9chenyi&#8217;s groom.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Captain J\u00f3zsef Niesner was at that time serving in the 3rd Dragoons Regiment stationed in Sopron.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> The letter was written based on its content in 1817.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to J\u00e1nos Liebenberg, Milan, 28 September 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He encloses Jones&#8217; resignation, and has written to his brother P\u00e1l about it. It is up to them to decide whether to dismiss the groom immediately or not until May, but in any case he will no longer pay his wages. William seems to be the best person to look after the horses, and he leaves the matter to Liebenberg. He asks him not to worry about his financial situation; he will make do on his allowance. And he also wants to know who&#8217;s spreading the stories about him.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2284,2285,3388],"tags":[3425,3544,4206],"language":[3416],"addressee":[3419],"place_of_writing":[3740],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4374],"place_of_publication":[4375],"class_list":["post-13402","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-munkatarsak-en","category-lunkanyi_janos-en-munkatarsak-en","category-gazda-en","tag-horses","tag-money","tag-staff","language-german","addressee-janos-liebenberg","place_of_writing-milan","qualification-original","place_of_keeping-mta-kik-kt-k-196-168-en","place_of_publication-majlath-i-62-64-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13402"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13402\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13407,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13402\/revisions\/13407"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13402"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13402"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13402"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13402"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13402"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13402"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}