{"id":13527,"date":"2021-11-29T14:04:35","date_gmt":"2021-11-29T14:04:35","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-es-ferencne-8\/"},"modified":"2026-05-08T15:19:37","modified_gmt":"2026-05-08T15:19:37","slug":"szechenyi-ferenc-es-ferencne-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-es-ferencne-8\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Florenz dem 1 August 1818<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Morgen in aller Fr\u00fch geh\u2018 ich nach Rom,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> und reise \u00fcber Perugia,<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> allwo ich w\u00e4hrend der Neapolitanischen Campagne durchmarschiert bin \u2013 Ich will dem Vergleich machen ob es besser ist, mit der Truppe, an der Spitze einer tapferen Escadron, oder in einer bequemen Cal\u00e8che<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> diese herrliche Gegend zu besehen; &#8211; leider denke ich mich degenirt genug, um diese letzte Art, der andern bei weitem vorzuziehen \u2013 und mu\u00df schon gestehen, da\u00df ich ein Frieden und ein Wagen =&nbsp; Freund bin, und mich manchmal in \u00fcbler Laune ertappe wenn ich an das Land denke, wo es mit denen guten Pritschken aufh\u00f6ren wird, und ich mit einem Maulthier oder gar einem Esel vorlieb werde nehmen m\u00fc\u00dfen. Die Neugierigen m\u00fc\u00dfen aber dulden, und umsonst sieht man nur das Allt\u00e4gliche: \u00fcbrigens hab\u2018 ich an alle meine Bequemlichkeiten gedacht, und Schlaf \u2013 und E\u00df=Ger\u00e4tschaften in der Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t angeschafft, da\u00df ich mitten in einer W\u00fcste ein <em>nettes<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> d\u00e9jeuner \u00e1 la fourchette<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> zu geben, mich unterfange \u2013 alles ist indessen von Blech und Holz, der\u2019s nimmt wird nicht reich, und der es verliert nicht arm \u2013. In Triest hab\u2019 ich einen sch\u00f6nen Sieg \u00fcber mich errungen<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> wie <em>ich n\u00e4mlich<\/em><a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> entschieden habe mein Silber nach Wien zu senden; den<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> mich l\u00fcstete es gar sehr auf denen wei\u00dfen Tellern, Reis und Schaffleisch, zu speisen, und meinen Adjutanten vorzulegen \u2013 und nun bin ich froh den<sup>7<\/sup> Eisenblech ist eben so gut \u2013. Da der Artist, Krebs<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> sich schon in Triest einschiffte um \u00fcber das Adriatisch nach Ancona<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> zu segeln, so befahl ich ihm vorl\u00e4ufig \u2013 sich in den Libieschen W\u00fcste auf einem Augenblick zu versetzen, und dan zu denken, was er alles aus denen Packtaschen herauspacken wollte, um mir etwas e\u00dfen geben zu k\u00f6nnen wenn er,<em> mit einem Wort<\/em>,<sup>1<\/sup> gar nicht zu kaufen, nicht zu leihen bekommen, oder auch gar nicht das mindeste stehlen k\u00f6nnte; den<sup>7<\/sup> auf diese 3 resourcen verl\u00e4\u00dft sich doch manchmal mein Koch ~ und man kann sich nicht hinl\u00e4nglich <em>vor<\/em>bereiten<sup>3<\/sup> wenn man halbwegs seinem Comfort, so viel es zu thun ist, auf der Reise haben will. \u2013 Krebs folgte dem Befehl, \u2013 sperrte sich in einem Zimmer, und nach einem Studium von einigen Stunden, \u00fcbergab er mir einen langen Register von Koch instrumenten, die er in Zara<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> oder in Libien brauchen w\u00fcrde. Ich bin erschrocken als ich das Blatt so voll angeschmiert gefunden habe \u2013 wurde aber bald getr\u00f6stet, wie ich sag, da\u00df einer der theueren Articlen, <em>ein<\/em><sup>6<\/sup> Sieb, mehrere Chocolade Sprudeln, ein Nudelwalker, und ein Spie\u00df, gewesen ist \u201e Indessen sind der eben so nothwendige als unbedeutend scheinende utensilen, die man gew\u00f6hnlich vergi\u00dft weil man sie immer bei uns in unsern H\u00e4usern findet, die aber in Griechenland und in der T\u00fcrkey \u2013 gewi\u00df nicht zu finden sind. = Diese Ger\u00e4thschaften hab\u2019 ich hier angekauft, und mein Zimmer sieht aus als ob ich von einem Markt heimgekehrt w\u00e4re! mit was man sich<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> abgeben mu\u00df, wenn man keine Wirtschaftlerin hat!<\/p>\n\n\n\n<p>Gr.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> L\u00fctzow ist von seiner Reise ein wenig erm\u00fcdet, und wird gegen 10 Tage hier ausrasten: ich w\u00fcrde mich ennuiren wenn ich l\u00e4nger hier bleibe, da ich meine Zeit gar gut angewendet habe, und jedem Fleck und jedes Bild in Florenz schon kenne, und darum gehe ich \u00fcber Rom, und werde dem 12<sup>ten<\/sup> August mit dem Internunzius in Ancona zusammen treffen; daselbst einige T\u00e4ge wird feyern, und sodan in dem vortrefflichen Orione steigen \u2013 ect ect. Gr Aponyi<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> war \u00e4userst gef\u00e4llig er und sie<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> sind charmante Leute \u2013 ich hab\u2018 alle Tage bei ihm gespei\u00dft, welches nun f\u00fcr dem der mir zu e\u00dfen giebt, keine Kleinigkeit ist, da ich meinem vorigen Appetit <em>wieder erhalten<\/em><sup>1<\/sup> habe (welch ein Geschenk)<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meinem Banquier allhier hab ich 100 Louis d\u2019ors aufgenommen und eine Quittung <em>f\u00fcr<\/em><sup>6<\/sup> 2833 Lire di Fiume 6 soldi 8 denarii ausgestellt, \u2013 Soll gleicher Werth sein; wei\u00df es aber nicht gewi\u00df; haben Sie daher lieber Vater die G\u00fcte in Ihrem n\u00e4chstem Brief nach Constantinopel mir zu sagen, ob ich dabei verlohren habe; den<sup>7<\/sup> wenn das w\u00e4re k\u00f6nnten Sie vorl\u00e4ufig mit dem Arnstein<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> sprechen der an seine correspondenten <em>ausdr\u00fccklich<\/em><sup>1<\/sup> die Orders gegeben hat \u2013 \u201e Quittungen f\u00fcr, im Lande coursirende M\u00fcnz Sorten, von mir abzufordern, wenn ich<sup>8<\/sup> auch in anderer M\u00fcnze empfangen sollte; \u2014 Diesmal z. B.<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> gab\u2019 der Banquier Barry<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> mir 200 Kaiserliche ducaten, und ich stellte, f\u00fcr die ob\u2018 angesagte Summe einer Quittung aus \u2014 mir aber k\u00f6nnten Sie sagen, wie ich\u2019s machen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Geben Sie mir Ihren Seegen; meine gute Mutter auch \u2013 Ich denke recht oft nach Wien, und an Sie bei[de]<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> liebe Eltern: ich bin recht vergn\u00fcgt und gesund. Meinen Brudern und Schwester sagen Sie viel sch\u00f6nes und verleben Sie die Zeit meiner Abwesenheit froh und gesund. Von Rom werde ich in einigen Tagen schreiben; wundern Sie sich \u00fcbrigens nicht da\u00df ich \u00fcber Rom gehe; ich habe aber meine Ursachen die ich Ihnen bei Gelegenheit sagen werde<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> French: open-top carriage.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> French: breakfast buffet.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Deleted a comma.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Graf<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> zum Beispiel<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Text not visible due to the position of the stamp.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> The capital of the Papal States.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> A city in central Italy on the Tiber River.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Sz\u00e9chenyi&#8217;s cook.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> An Italian port city on the Adriatic coast.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Zara, now known as Zadar, is a port city on the Adriatic coast.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Count Antal Apponyi (1782\u20131852) was a diplomat, Austria\u2019s ambassador to Tuscany (1815\u20131816), Rome (1816\u20131817, 1820\u20131826) and Paris (1826\u20131848).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Countess Theresia Nogarola (1790\u20131874), wife of Count Antal Apponyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> Viennese banker.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> A banker from Trieste.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Florence, 1 August 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The next day he is leaving for Rome, passing through Perugia, where he has already been during the Naples campaign. He sent his silver back to Vienna. He was warmly received by Count Apponyi. He has taken out 100 gold pieces from his banker in liras hoping he did not lose money in the conversion. He asks his father for his opinion.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4438],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4436],"place_of_publication":[4437],"class_list":["post-13527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-florence","qualification-original","place_of_keeping-mta-kik-kt-k-199-14-en","place_of_publication-bartfai-adatok-1-16-18-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13527"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13530,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13527\/revisions\/13530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13527"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13527"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13527"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13527"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13527"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13527"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}