{"id":13531,"date":"2021-11-29T14:30:40","date_gmt":"2021-11-29T14:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-116\/"},"modified":"2026-05-08T15:45:14","modified_gmt":"2026-05-08T15:45:14","slug":"szechenyi-ferenc-116","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-116\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in Rom dem 9<sup>ten<\/sup> August 1818<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber Vater, ich bin schon mehrmal in Rom gewesen, und hab&#8217; alles das, was gew\u00f6hnliche Reisende, die sich mit denen Alterth\u00fcmern nicht ausschlie\u00dflich besch\u00e4ftigen, anzusehen pflegen &#8211; gekannt, dennoch fand ich ein neues Vergn\u00fcgen, mich noch einmal an alle jene \u00d6rter zu sehen \u2013 die ich vor einigen Jahren, mit wenigern Interesse und Geschmack besuchte \u2013:&nbsp; es hat sich nichts ver\u00e4ndert und seit der Zeit blieb alles so wie es war, nur ich allein bin anders geworden! &#8211; So lebhaft habe ich diesem Unterschied noch nicht bemerkt und bin in Rom ganz traurig geworden, den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> ich kann mir die Illusion nicht mehr verl\u00e4ngern, da\u00df ich aus denen Jahren des J\u00fcnglings schon ganz herausgewachsen bin: \u2014 das ist freilich ein unangenehmer Fall, besonders wenn man es gewahr wird, und die einzige unheilbare Krankheit, der man ausgesetzt sein kann \u2013 ich will auch aufh\u00f6ren Ihnen l\u00e4nger meine traurige Stimmung darzustellen, die mir aus der Erkenntni\u00df meines Alters<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> geworden ist, um nicht etwa in eine Jeremiade zu verfallen, und lieber von denen Augenblicken sprechen, in denen ich fr\u00f6hlich und munter bin, und die, um alle <em>unheimliche<\/em><sup>1<\/sup> Gedanken zu verscheuern, aus <em>Grundsatz<\/em>,<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> auf die h\u00f6chst m\u00f6gliche Zahl in einem Tag gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlafe sehr wenig; theils kann man wegen der W\u00e4rme nicht, und \u00fcber das tr\u00f6ste ich mich, den<sup>2<\/sup> es geht jeden Menschen so, und en compagnie,<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> was kann man da nicht erleiden? \u2013 theils aber wegen denen Fliegen, die ich aber in Ancona mit meinem <em>excellenten Bett<\/em>,<sup>4<\/sup> gewi\u00df abhalten werde, mich, so wie hier zu peinigen, tr\u00f6ste mich also auch mit der Aussicht in\u2019s bessere Lager; Es wird also mit dem Aufgang der Sonne aufgestanden &#8211; und eine lange Zufu\u00df promenade vorgenommen \u2013 die gew\u00f6hnlich bis 9 auch 10 Uhr verl\u00e4ngert wird -. Die\u00df \u00fcbrigens geschieht nicht aus Oeconomie der andre Opfer gebracht werden, von denen zu sprechen meine Modestie nicht erlaubt \u2013 Die depence<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> eines Wagens war aber durchaus nicht zu vermeiden, theils da es der Gesundheit sch\u00e4dlich w\u00e4re in der brennenden Hitze sich zu gro\u00dfe Bewegungen und fatiguen<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> zu erlauben, und alle Landparthien durchaus ausbleiben m\u00fc\u00dften, theils aber \u2013 weil die steife Cravatte und die jetzt gew\u00f6hnlichen Anz\u00fcge, wenn man halbwegs in Gesellschaften gehet wo Frauen sind, die Vorsicht einer Remise indispensable machen um in seiner toilette nicht ganz fanirt und chiffonirt \u2013 sein, anjetzt zum Mann gereiften Gesicht, nicht an unelegance und Bl\u00e4\u00dfe noch mehr zuzugeben \u2013. Ein J\u00fcngling braucht freilich alle diese Vorsichts Ma\u00dfregeln gar nicht, aber mich kann man schon entschuldigen wenn ich meinem Anzug und meinem Halstuch zu ehren etwas unternehme. \u2014 Die Wagen coursen verschieben sich indessen, nachdem ein frugales Fr\u00fchst\u00fcck die Kr\u00e4fte wieder geben soll \u2013 meistens bis gegen 4 Uhr \u2013. Sie sehen lieber Vater, da\u00df ich, zumahl wenn ich in einem Wagen bin, die Italianische W\u00e4rme gar nicht f\u00fcrchte, und von der gewi\u00dfen <em>\u00e0 la<\/em><a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Fra\u00eecheur de Vend\u00f4me alle Tage im vollsten Ma\u00df genie\u00dfe. Zuhause wird dan eine Stunde, manchmal mehr meistens aber weniger, jenachdem der Appetit sich einstellt, ausgeruht und ein wenig meditirt und sodann gespei\u00dft \u2013.&nbsp; Die Abende bring ich meistens zu Hause zu, und hab\u2019 auch in Florenz das selbe gethan, den<sup>2<\/sup> es ist doch das einzige Mittel recht fr\u00fch aufstehen zu k\u00f6nnen, wenn man sich des Abends fr\u00fchzeitig niederlegt, wenn man auch nicht schl\u00e4ft<\/p>\n\n\n\n<p>In Italien denke ich ist aber das Schlafen gar nicht so nothwendig, und ein gewi\u00dfes Assoupissement<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> welches nach vieler Fatigue erfolgen mu\u00df ist bei weitem alles was man braucht um sich zu restauriren. &#8211; &#8211; Vor 2 Tagen war ich in Frascati bei der F\u00fcrstin Kaunitz.<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> Der F\u00fcrst selbst ist in Neapel um ein Bad zu brauchen, da er mit seiner Gesundheit nicht recht in Ordnung ist. &#8211; Morgen in der Fr\u00fch gehe ich nach Genzano<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> um daselbst der Schlegel<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> einen Besuch zu machen \u2014 ich werde sodan wahrscheinlich \u00fcber Frascati<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> da der Umweg nicht sehr gro\u00df ist, nach Rom zuruckkehren \u2014 da die F\u00fcrstin Kaunitz so artig gewesen ist &#8211; mich noch einmal zu sich einzuladen &#8211; und sodan ohne Aufschub meine Reise nach Ancona<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> antretten \u2013 Dem 15<sup>ten<\/sup> August ist unser rendez &#8211; vous zum Einschiffen festgesetzt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Genzano dem <\/em>10<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Zufall ist meine Brieftasche mit in meinen Wagen, und ich kan diesen in Rom angefangenen Brief hier endigen \u2014 und aus dem Zimmer der Frau von Schlegel expediren \u2013. Ich hab\u2019 Sie also besucht, und freu mich sehr sie zu sehen, um einen halben Tag mit Ihr zuzubringen den<sup>2<\/sup> Sie ist meinen lieben Eltern zugethan, und dankbar \u2013 Diese Stunden werde ich recht gl\u00fccklich verleben, und mich in das liebe Heimath denken!<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte um den Segen! &#8211; Sie werden noch einen Brief aus Rom von mir erhalten, indessen k\u00fc\u00dfe ich die H\u00e4nde<\/p>\n\n\n\n<p>Steph<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> French: in company.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> French: cost.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> French: effort.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> French: rest.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Prince Aloys Wenzel von Kaunitz-Rietberg (1774\u20131848) was an Austrian diplomat, Austrian ambassador to Madrid (1815\u20131817) and later to the Holy See (1817\u20131820). His wife was Countess Franziska von Ungnad von Weissenwolff (1773\u20131859).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> A village near Rome, within the territory of the Papal States.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Dorothea Mendelssohn (1764\u20131839) and her husband (Karl Wilhelm) Friedrich von Schlegel (1772\u20131829), German writer and statesman, one of the founders of German Romanticism, were closely associated with Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> A seaside resort near Rome, located within the territory of the Papal States.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> An Italian port city on the Adriatic coast.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Rome, 9 August 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He has been to Rome several times and is now revisiting places he has seen before. He sleeps little because of the heat and the flies, taking long walks in the mornings and going to bed early at night. He has visited Princess Kaunitz, and the next day he goes to Genzano to visit Mrs Schlegel. An appointment with Count L\u00fctzow has been arranged for 15 August in Ancona.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4442],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4440],"place_of_publication":[4441],"class_list":["post-13531","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-rome","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-17-en","place_of_publication-zichy-189-192-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13531"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13531\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13534,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13531\/revisions\/13534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13531"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13531"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13531"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13531"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13531"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13531"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}