{"id":13535,"date":"2021-11-29T14:41:58","date_gmt":"2021-11-29T14:41:58","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-117\/"},"modified":"2026-05-08T16:18:03","modified_gmt":"2026-05-08T16:18:03","slug":"szechenyi-ferenc-117","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-117\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Rom den 13<sup>ten<\/sup> August 1818<\/em>.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vorgestern bin ich von Genzano zur\u00fcckgekommen.<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> Frau von Schlegel<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> hat mir noch mehrmal aufgetragen sie in Ihrem Andenken zuruckzuruffen. Sie scheint gl\u00fccklich und zufrieden in der herrlichen Gegend von Genzano ihre T\u00e4ge zu verleben, wohin sie der reinen Luft wegen mit mehrere teutschen Frauen, die gew\u00f6hnlich in der k\u00fchleren Jahreszeit in Rom hausen gefl\u00fcchtet hat. nicht so sehr um die Langeweile des Stadtlebens zu meiden, als um denen Krankheiten der Mal\u00e1ria, die sich gar oft, wie man sagt, in dieser saison gef\u00e4hrlich zeigen gl\u00fccklich zu \u00e9chappiren. Sie genie\u00dft die Freude mit ihren S\u00f6hnen,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> die sie erstaunt liebt, dem ganzen Sommer zubringen zu k\u00f6nnen \u2013 der eine von ihnen ist ein ausgezeichneter Mensch und zugleich ein talentvoller Maler, der andre ist von der Natur stiefm\u00fctterlicher behandelt, und malt, nicht gar gut, und zusehr im alt teutschen Genre, indessen er wegen seiner Bescheidenheit, und seinen Anspruchslosen Wesen, die Liebe aller jener gewonnen hat, die mit ihm leben. &#8211; Morgen werde ich wahrscheinlich noch dableiben, da der Pabst dem Volk einen Seegen giebt, den will ich mit mir auf die Reise nehmen: schaden kann\u2019s ja doch nicht, und ich vers\u00e4ume nur einen einzigen Tag. Gr.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> L\u00fctzow<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> gab mir rendez-vous auf dem 15<sup>ten<\/sup> und wird sich nicht fr\u00fcher einschiffen k\u00f6nnen als dem 17<sup>ten<\/sup> und da komme ich gerade zurecht. Meinen Aufenthalt in Frascati bei der F\u00fcrstin Kaunitz<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> habe ich mir recht angenehm gemacht; besser, denke ich, werde ich\u2019s, in allen meinen Reisen nicht mehr bekommen k\u00f6nnen. Sie und ihre Famille sind \u00e4userst liebensw\u00fcrdig, und ich kann mich nicht weniger als alle \u00d6streicher, die durch Rom reisen und sie besuchen, dieser aimablen Hospitalit\u00e4t r\u00fchmen, die sie ohne Unterschied <em>gegen<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> jederman aus\u00fcbt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe schon so lang keine Nachricht vom Hause, lieber Vater, da\u00df ich mich oft ganz fremd geworden glaube, und, als ob ich gar nicht mehr zu Ihnen geh\u00f6rte! Wer h\u00e4tte denken k\u00f6nnen, da\u00df Gr.<sup>2<\/sup> L\u00fctzow so lang\u2019 sich nicht einschiffen werde! ich w\u00fcrde Sie ganz gewi\u00df gebethen haben, mir nach Rom und Ancona<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> zu schreiben: das war aber schlechterdings nicht vorauszusehen, und ich bin ungl\u00fccklich genug so lange<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> von Ihnen und meiner Mutter kein Wort zu wissen \u2014 Sie k\u00f6nnen denken, da\u00df ich Sie desto flei\u00dfiger und inniger in mein Gebeth einschlie\u00dfe, jeh weniger ich von ihnen wei\u00df \u2014<sup>4<\/sup> <em>den<\/em><a href=\"#_ftn5\"><u>[5]<\/u><\/a> <em>das<\/em><sup>3<\/sup> ist ja doch der einzige Trost der uns bleiben kann, wenn wir von denen getrennt sind, die wir lieben und von denen wir gar nichts erfahren k\u00f6nnen. Der gute Gott m\u00f6ge \u00fcber Sie und meine liebe theure Mutter wachen, und Sie vor allen Ungluck besch\u00fctzen \u2013 mir geht\u2019s Gottlob gut, den<sup>5<\/sup> ich bin gesund und denke mich fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p>In Rom hab\u2019 ich keinen Banquier \u2013 werde also wahrscheinlich in Ancona Geld nehmen, da es m\u00f6glich ist, da\u00df ich in Corfu<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> ausschiffen und meinen Weg nach Constantinopel \u00fcber Land machen werde. \u2013 Ich gebe mir recht viel M\u00fche, so viel Oeconomie wie m\u00f6glich in meine Ausgaben <em>zu<\/em><sup>3<\/sup> setzen, indessen gebe ich doch mehr aus als ich dachte = in dieser hinsicht werden Sie aber nie mehr einen Kummer oder auch die geringste Sorge \u00fcber mich zu erleben haben \u2013 das kann ich Ihnen versprechen, den<sup>5<\/sup> ich habe meine Leidenschaften zu bek\u00e4mpfen gelernt, das lieber Vater, k\u00f6nnen Sie mir glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbermorgen gehe ich weg, und werde Ihnen von Ancona wieder schreiben \u2013 zum letztenmal aus denen L\u00e4ndern die keine Quarantaine haben \u2013 dan lieber Vater wei\u00df ich nicht recht wie Sie regelm\u00e4\u00dfig meine Briefe werden bekommen k\u00f6nnen vertrauen Sie aber, so wie ich, auf Gott, der mich sch\u00fctzen und in allen meinen Unternehmungen begleiten wird. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie dem Herrn Staats Rath Hudelist<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> etwa sehen sollten, so bitte ich Sie, lieber Vater, mich in seinen Andenken bringen zu wollen, ich m\u00f6chte gerne beweisen welche Hochachtung ich f\u00fcr ihn habe, den<sup>5<\/sup> er meint es gewi\u00df gut mit Ihnen und mit uns allen, das glaube ich ganz fest: Wenn nur alle Menschen so gerade so bieder w\u00e4ren! wie er es ist, es w\u00e4re noch einmal so gut zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00fcsse meine liebe Mutter tausendmal ~ Empfehlen Sie mich meinen lieben Br\u00fcdern und Schwestern, meiner Schw\u00e4gerin Louise<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> und Caroline,<a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> und der guten Nani Desfours<a href=\"#_edn11\">[k]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<p>Hier beigeschlo\u00dfen sende ich zwei Rosenkr\u00e4nze dem einen f\u00fcr Sie und dem andern meiner guten Mutter. Ich werde mir alle M\u00fche geben, so oft als m\u00f6glich, Ihnen Nachricht von mir zu schicken ~~ Noch allen Informationen die ich bis jetzt eingezogen habe, ist die Reise in Griechenland mit gar keiner Gefahr und \u00e4userst vielen Agr\u00e9ment verbunden \u2014 von der Pest h\u00f6rt man \u00fcbrigens gar nichts neues, und scheint ausgestorben zu sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Graf<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> See also his visits to Genzano and Frascati in the previous letter of 9 August 1818.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Dorothea Mendelssohn (1764\u20131839) and her husband (Karl Wilhelm) Friedrich von Schlegel (1772\u20131829), German writer and statesman, one of the founders of German Romanticism, were closely associated with Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Johannes (originally Jonas, 1790\u20131854) and Philipp Veit (1793\u20131877), the sons of Dorothea Mendelssohn\u2019s first marriage to the banker Simon Veit (1754\u20131819), were painters.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Count Rudolf von L\u00fctzow (1780\u20131858), Austrian diplomat, Austrian ambassador to Constantinople (1818\u20131823), then ambassador in Rome (1827\u20131848). Sz\u00e9chenyi traveled with him to Constantinople.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Prince Aloys Wenzel von Kaunitz-Rietberg (1774\u20131848) was an Austrian diplomat, Austrian ambassador to Madrid (1815\u20131817) and later to the Holy See (1817\u20131820). His wife was Countess Franziska von Ungnad von Weissenwolff (1773\u20131859).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> An Italian port city on the Adriatic coast.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Corfu is a Greek island near the Albanian coast.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> J\u00f3zsef Hudelits, counsellor at the court chancellery.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> Countess Aloysia Clam-Gallas (1781\u20131822), Lajos Sz\u00e9ch\u00e9nyi&#8217;s first wife.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> Caroline Meade (1794\u20131820), P\u00e1l Sz\u00e9ch\u00e9nyi&#8217;s first wife.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> His cousin Countess M\u00e1ria Anna Barbara Desfours (1788\u2013?).<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Rome, 13 August 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He had a pleasant time both at the Schlegels and the Kaunitzes. It&#8217;s been a long time since he heard from home. He is borrowing money in Ancona because he has no banker in Rome. He&#8217;s frugal, but he still spends more than he thought he would. He sends a wreath of roses to his parents each.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4442],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4443],"place_of_publication":[4444],"class_list":["post-13535","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-rome","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-18-en","place_of_publication-zichy-192-194-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13535"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13538,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13535\/revisions\/13538"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13535"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13535"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13535"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13535"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13535"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13535"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}