{"id":13577,"date":"2021-12-09T06:06:23","date_gmt":"2021-12-09T06:06:23","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-126\/"},"modified":"2026-05-10T08:37:30","modified_gmt":"2026-05-10T08:37:30","slug":"szechenyi-ferenc-126","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-126\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Smyrna den 16<sup>ten<\/sup> Novemb. 1818<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber guter Vater, gestern gegen Abend bin ich hier angekommen. Heute gehet ein franz\u00f6isch Kaufmanns Schif nach Triest; das will ich ben\u00fctzen, um diesen Brief Ihnen zu \u00fcbersenden. Die Post nach Wien gehet von hier \u00fcber Constantinopel \u2013 da sie aber nur alle 14 Tage expedirt wird \u2013 und erst gestern von hier abgesendet wurde, so zog ich die Gelegenheit, eines unsichern Schifes vor \u2013 als da\u00df ich beinahe zwei Wochen gewartet h\u00e4tte um Ihnen zu sagen, da\u00df meine Reise hierher sehr int\u00e9ressant aber \u00e4userst beschwerlich war,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> und da\u00df ich mich, wiewohl nicht krank, dennoch sehr erm\u00fcdet finde \u2013 und daher den Entschlu\u00df gefa\u00dft habe, mich ein Monath lang in dieser Stadt zu fixiren, wo ich in einen sehr gutem und bequemen Wirtshaus zu wohnen das Gl\u00fcck habe, und wo mich der \u00f6streichiche General Consul mit allen den \u00fcberh\u00e4uft, was man nur erdenken kann, um einen erm\u00fcdeten Reisenden wieder aufzuhelfen, und zur vorigen Kraft zu bringen. \u2013 W\u00e4hrend dem gr\u00f6\u00dften Theil unserer Reise war das Wetter schlecht; und wir hatten vor der K\u00e4lte und Regen viel auszustehen. Die Wohnungen die wir an unserer Stra\u00dfe fanden, k\u00f6nnen keine H\u00e4user genannt werden \u2013 und allenthalben fanden wir eine unz\u00e4hlige Anzahl von Insecten, allerley Gattung, die uns verhinderten, einige Stunden zu ruhen. \u2013 Was man auch immer \u00fcber das Clima von Klein Asien<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> sagen kann, was zu dessen Lob ist, und was es auch verdient, so gestehe ich doch, da\u00df das Reisen in denen spat Herbstmonathen und im Winter \u2013 \u00e4userst unangenehm und langweilig ist \u2014 und da\u00df ich jedem wiederrathen w\u00fcrde, diese Course in der schlechten saison zu unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war so gl\u00fccklich einen Ihrer Briefe, lieber Vater, hier zu finden.<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> Sie schreiben mir da\u00df Sie nicht wissen, ob ich in Constantinopel schon angekommen bin, den<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Ihr Brief ist von 13 October datirt \u2013 Guter Gott wie wir doch schwer correspondiren k\u00f6nnen. Jetzt werden Sie&#8217;s wahrscheinlich doch schon durch meine Schreiben ersehen haben, und auch wissen da\u00df ich \u00fcber Nicomedien<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> und Brussa<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> nach Smyrna reisen werde: und durch diesen da\u00df ich ein Monath hier bleiben, und w\u00e4hrend der Zeit, Scio<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> und Ephesus und Sardes<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> ansehen will. \u2013 Gegen das Neue Jahr werde ich, wenn es Gott erlaubt, in Athen sein \u2013 und von da aus nach und nach meinen <em>R\u00fcckzug<\/em><a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> beginnen. \u2013 Indessen sind das leere Pl\u00e4ne, und ich kann mit Bestimtheit nicht sagen, wie ich meine Reise weiter fortsetzen und wie ich nach Wien wieder gl\u00fccklich zur\u00fcckkehren werde, den<sup>3<\/sup> mehr oder weniger mu\u00df man zufrieden sein wenn man in sein Vaterland <em>zur\u00fcckkann<\/em>,<sup>4<\/sup> ohne sich auf eine oder die andre Art, ausschlie\u00dflich beschr\u00e4nken zu wollen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Der Allm\u00e4chtige Gott segne Sie, lieber Vater, indessen, mit allen dem was nur Menschen hier auf der Welt gl\u00fccklich und zufrieden machen kann. Schlie\u00dfen Sie mich in Ihr Gebeth, so wie ich Sie keinen Tag verge\u00dfe \u2014 der Schutz auf den ich vertraue, ist gewi\u00df der aller beste, und unter dem hoffe ich Sie bald froh und vergn\u00fcgt zu umarmen. Dann aber soll mich nichts, als etwa meine Pflicht, von Ihnen mehr trennen. Auf diese Zeit freue ich mich noch \u2013 den<sup>3<\/sup> Sie lieber guter Vater, und meine innig geliebte Mutter sind mir das Liebste das theuerste was ich in der Welt nur immer besitze. Vieleicht werde ich Ihnen noch einige vergn\u00fcgte Stunden geben k\u00f6nnen \u2014 Wenn das ist, so bin ich dann ruhig [\u2026]<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Gott hat mein Gebeth erh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergeben Sie, lieber Vater, da\u00df ich \u00fcber meine Reise gar nichts schreibe \u2013 es lohnt sich aber nicht der M\u00fche, und ist f\u00fcr alle jene die es nur lesen und nicht selbst mitmachen von gar keinem Interesse.<\/p>\n\n\n\n<p>Geben Sie mir Ihren Segen, und denken Sie zuweilen an Ihren<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Sohn Stepherl<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie die G\u00fcte, diesen Brief beigeschlo\u00dfenen Brief an die Gemahlin des Maler Ender<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> zu besorgen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> The text is hidden by the stamp.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> They had to travel in unpleasant, rainy weather, and their night accommodation was full of insects, so they couldn\u2019t rest day and night.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Nicomedia, a city in Asia Minor on the eastern coast of the Sea of Marmara.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> The town Brussza lies at the foot of Mount Olympus.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Chios, one of the Sporades islands in the Aegean Sea off the west coast of Asia Minor.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Cities of Asia Minor.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Johann Ender (1793\u20131854) an Austrian painter who accompanied Sz\u00e9chenyi on his journey to the East.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Smyrna, 16 November 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He arrived the night before, the journey was hard, and he was tired. He decided to stay for a month in Smyrna with the Austrian ambassador. He was grateful that, despite the difficulties, he managed to exchange letters with his parents.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4473],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4471],"place_of_publication":[4472],"class_list":["post-13577","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-smyrna","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-28-en","place_of_publication-zichy-234-236-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13577"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13577\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13580,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13577\/revisions\/13580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13577"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13577"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13577"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13577"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13577"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13577"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}