{"id":13609,"date":"2021-12-09T11:44:26","date_gmt":"2021-12-09T11:44:26","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-131\/"},"modified":"2026-05-10T13:13:47","modified_gmt":"2026-05-10T13:13:47","slug":"szechenyi-ferenc-131","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-131\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Smyrna den 21<sup>ten<\/sup> <\/em>10<sup>br<\/sup><a href=\"#_ftn1\"><u>[1]<\/u><\/a> <em>Abend<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber Vater, ich eile mein Wort zu halten. Sie m\u00fc\u00dfen 2 Briefe auf einmal erhalten: den einen hab\u2018 ich heute fr\u00fch geschrieben und durch den Gr.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Navailles<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> nach Constantinopel gesendet, diesen jetzt den ich nach einem diner von mehreren Consuln und vielen h\u00fcbschen Frauen componirt, beginne, werde ich bei dem M<sup>r<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/sup> Bertrand, unseren General Consul<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> zur\u00fccklassen, der ihn mit der n\u00e4chsten Post, das hei\u00dft, den 30<sup>ten<\/sup> des Monath expediren wird. Der wiedrige<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Wind mit welchem der Brig L\u00e9zard in diesem Augenblick zu k\u00e4mpfen hat, und alle die andern Hinderni\u00dfe, denen ein Schif ausgesetzt ist welches nach Constantinopel steuet,<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> giebt mir die Veranla\u00dfung <em>zu denken<\/em>,<sup>1<\/sup> da\u00df meine beiden<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> in einem Tag geschriebene, aber auf verschiedene Wegen verschickten Briefe, auf einmal in des Gr.<sup>2<\/sup> L\u00fctzows<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> H\u00e4nde, und auf die Art, zugleich in Wien ankommen werden. Heute fr\u00fch war ich immer auf den Punct, in dem Brig Scout<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> zu steigen und schrieb Ihnen nur in der Eile, nun aber denke ich, etwas mehr Zeit gewinnen zu k\u00f6nnen, und freue mich, vor meiner Abreise noch einmal ein wenig ausf\u00fchrlicher mich<sup>1<\/sup> mit Ihnen zu besch\u00e4ftigen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Meinen Aufenthalt in Smyrna hab\u2019 ich ein wenig verl\u00e4ngert um die Stadt selbst, den Handel in der Levante, und die Umgebungen kennen zu lehrnen; zugleich aber auch um diese excellente Luft einzuhauchen, die, die guten Einwohner beinahe das ganze Jahr genie\u00dfen, und die wir leider nur zu oft vermi\u00dfen. \u2013 Ich war entschlo\u00dfen dieses Jahr hier zu vollenden oder einige Tage vor dem neuen Jahr, nach der Inseln Mytilene<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> zu segeln wo ich dan 8 ruhige Tage verlebt haben w\u00fcrde. In der zwischen Zeit wollte ich nach Sardes,<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> um die 3 S\u00e4ulen die von einem Tempel der Juno zuruckgeblieben sind, anzusehen und zu bewundern. &#8211; In dem Hafen sind immer viele Handels Schiffe und gew\u00f6hnlich auch einige englische und franz\u00f6ische Kriegs Schife, die ihre Bestimmung in dem Hafen von Smyrna haben, um den Handel zu f\u00f6rdern, und die See R\u00e4uber auszurotten. \u2013 Auf einem gro\u00dfen Kauffahrtey = Schif wollte ich mich auf keine Weise einschiffen, den<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> geradezu nach Athene finden sich keine, und in einer kleinen weitentlegenen Insel, abgesetzt, oder so zu sagen, herausgeworfen zu werden, das hielt ich f\u00fcr gar zu langweilig \u2013. Meine Idee war also von einer Insel auf die andre zu h\u00fcpfen und so nach und nach in Athene anzukommen. Diese Art ist charmante, und ich kenne nichts angenehmers und unterhaltenders als kleine Schiffe sich zu miethen, die man hier Sakolevi hei\u00dft und die von 3 Menschen manoeuvirt werden, und mit denen dahin zu segeln wo es einem beliebt. Man ist nicht gebunden, und kann nach seinen Willen handeln. \u2013 Freilich k\u00f6mt es einem sonderbar vor, wenn man ein Fahrzeug sieht was nicht mehr wie h\u00f6chstens 15 Menschen enthalten kann, und nicht einmal 4 Klafter lang und im Verh\u00e4ltni\u00df \u00e4userst schmal ist \u2013 und auf welchen man ein <em>Meer<\/em><a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> durchkreutzen soll! \u2014 Besieht man es aber ein wenig n\u00e4her und k\u00f6mmt man einmal in die \u00dcbung, so findet man zuletzt das gar nichts angenehmeres sein kann \u2013 die st\u00fcrmischen Monathe nehme ich freilich aus \u2014. Gefahr ist, zumal man darauf denkt, durchaus gar keine: den<sup>8<\/sup> die Leute die sich in diesem blaugehimmeltem Lande mit der Schiffahrt abgeben, sind so furchtsam, da\u00df sie bei schlechtem Wetter nicht fahren \u2014 und sollten sie mitten in der See sein, wenn ein b\u00f6ses Wetter schnell herank\u00f6mt, so retten sie sich in dem n\u00e4chsten Hafen, den<sup>8<\/sup> alle sind f\u00fcr ihre Tiefe gut \u2013 indessen alle gro\u00dfen Schife die Inseln vermeiden m\u00fc\u00dfen, den<sup>8<\/sup> sie sind mit unz\u00e4hligem Untiefen umgeben, die den Schifbruch machen. \u2013 Warum sich die SeeLeute aber so sehr f\u00fcrchten, denke ich ist, weil sie so gl\u00fccklich sind und das Leben so lieb haben m\u00fc\u00dfen. <em>Den<\/em><sup>8,1<\/sup> Ich denke da\u00df es einen <em>gewi\u00dfen<\/em><sup>9<\/sup> Muth geben kann, der aus Ha\u00df f\u00fcr sein eignes Sein entstehen kann. \u2013 in diesem Fall ist keiner, und f\u00fcr eine gewi\u00dfe Klasse von Menschen ist die Regierung der T\u00fcrken die aushaltbarste \u2013 und die Gegenden, das immer sch\u00f6ne freundliche Wetter, und die Fr\u00fcchte und das ganze Land stimt zur Fr\u00f6hlichkeit zum Vergn\u00fcgen! Diese Leute kennen das Eis, kennen die Nebeln nicht \u2013 die Sakolevis sind also, wie Sie sehen, zur Reise in dem <em>Frauen See<\/em><sup>9<\/sup> Archipelagus, meine favorites geworden. &#8211; Meine Gelehrten<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> denken freilich nicht so wie ich, den<sup>8<\/sup> das Wasser scheint ihnen gar zu nahe und sie begreifen nicht wie man sich mit einem so gebrechlichen Kahn auf einem Meer risquiren kann. \u2014 Diese Ursache hat mich abgehalten vor einigen Tagen schon meine Reise anzutretten \u2013 da ich doch in <em>geheimen<\/em><sup>9<\/sup> immer auf etwas besseres hoffte \u2013 und \u00fcbrigens kann man im Winter auf eine alberne Insel wo verschlagen werden \u2013 um vor 4 oder gar 6 Wochen, wegen wiedrigen<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Winden nicht heraus k\u00f6nnen \u2013 Dieser Gedanke war mir auch abschreckend daher \u2014 wollte ich bis gegen das neue Jahr warten. Die Hoffnung die einer der Commandant der Corvette l\u2019Esperance gegeben hat, das war aber im Anfang meines Hierseins, mich mit Sack und Pack auf die Ufern von Griechenland zu werfen, wurde bald \u2013 durch einen Befehl, der ihm eine andre direction gegeben hat, zerst\u00f6rt. \u2013 \u2013 Nun kam aber mein Bekannter, Mr<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Ramsden,<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> und trug mir gleich an, mich mit einem Bedienten <em>her\u00fcber<\/em><a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> setzen zu wollen \u2014 Alle meine Leute wollte er des Platzes Wegen, nicht am Bord nehmen. Mich tentirte nicht bald in der Welt etwas mehr als mich mit dem Captain einzuschiffen und meine schwere Artillerie nach mir kommen zu lassen, indessen wollte ich das nicht, da Herr Landschulz und Ender sich f\u00fcr verlohren geglaubt haben w\u00fcrden, wenn sie sich allein \u00fcberla\u00dfen<sup>7<\/sup> <em>gewesen w\u00e4ren<\/em>.<sup>1<\/sup> Einige T\u00e4ge vergiengen \u2014 endlich kam die Stunde des Abreisens, und das war gestern; Ich gieng noch einmal am Bord um daselbt zu fr\u00fchst\u00fccken, von meinem alten bekannten Abschied zu nehmen,<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> und auf dem Brig einige Meilen von den Hafen weg zu segeln. Mein kleines Schif welches ich mir genommen habe, war mit einen kleinen Segelchen versehen an die Brig angebunden, \u2013 f\u00fcr meine R\u00fcckreise berechnet. &#8211; Der Wind war sehr schwach und nur<em> ein viertel<\/em><sup>9<\/sup> zu dem Vortheil des Brig\u2019s, wir avancirten kaum. Alle die Vergangenen Tage wendete der Commandant alles an um mich zu \u00fcberreden mit ihm zu kommen, ich wollte nie einwilligen, aus besagten Gr\u00fcnden. &#8211; Ich bath ihm aber einen Tag noch l\u00e4nger zu bleiben, das wollte er aber nicht. Nun kam es endlich zum Fr\u00fchst\u00fcck und wie wir in seinem Cabin so recht freundschaftlich beisammen sa\u00dfen, bath ich ihm noch einmal \u2013 Anker zu werfen da doch kein Wind ist, und mit mir noch einmal an das Land zu kommen. \u2013 Er wollte nat\u00fcrlicher Weise nicht, den <em>Weg zu gehen<\/em><sup>9<\/sup> und anzukommen ist f\u00fcr ein KriegsSchif eine weit gr\u00f6\u00dfere Arbeit, als man glauben sollte \u2013 Daher sprach ich mehr zum Spa\u00df \u2013 Sie wissen lieber Vater, wie man auch bei uns und so \u00fcberall jemanden zu n\u00f6thigen pflegt, <em>l\u00e4nger zu bleiben<\/em>,<sup>9<\/sup> besonders wenn man ihm gut will \u2014. Ein Wort gab das andre, und endlich sagte ich ihm, da\u00df ich dem anderen Tag mit ihm reisen wollte, wenn er den heutigen noch da blieb und mit mir auf das Land ansteigen wollte. Auf die\u00df erhielt ich keine Antwort, einer aber seine Officiere den Befehl Anker zu werfen. Das wurde allsogleich mit einer englischen Pr\u00e9cision befolgt, und ich war gefangen. Mein Wort konnte und wollte ich nimmermehr zur\u00fccknehmen; nun handelte es sich also nur darum, meine 2 Reisegef\u00e4hrten, darauf zu prepariren da\u00df eine Trennung vor sich gehen wird \u2014. Ender fiel beinahe in Ohnmacht \u2013 Landschulz hingegen unterdr\u00fcckte seine \u00e4ngstigen Gef\u00fchle \u2013 Mich dauerten im Anfang die armen Teufeln, zuletzt war mir\u2019s aber komisch, und ganz zu Ende lachten wir alle 3 \u2013 da es doch gewi\u00df ist, da\u00df ich auf einen Mann von 40 und den andern von 26 Jahren nicht achtgeben, sie auch nicht retten kann, im Fall das Schif durchaus untergehen wollte \u2013 Eine gro\u00dfe Matigane<a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> wurde zum Gl\u00fcck auf gefunden, die par hasard<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> gerade nach Athene segelt, auf der sich meine 2 Gelehrten, der Mr<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Krebs<a href=\"#_edn11\">[k]<\/a> der sich gut befindet und mein treuer Johan den 23<sup>ten<\/sup> einschiffen werden. \u2013 Auf diese Weise wurden den<sup>8<\/sup> alle Partheien bes\u00e4nftiget und zufrieden gestellt \u2013 Wie wir uns aber, und unter welchen Auspicien wieder finden werden, das wei\u00df ich nicht \u2013 Ich glaube aber unter guten, und gl\u00fccklichen. Wie wir von Ancona wegsind, haben wir gefunden da\u00df wir so viel Gl\u00fcck haben \u2013 wu\u00dften aber nicht, wem wir es zuschreiben sollten, indem, so viele waren, die sich f\u00fcr gl\u00fccklich zu halten das Recht hatten. \u2013 In denen Dardanellen haben wir <em>uns<\/em>,<sup>1<\/sup> Gr.<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> L\u00fctzow und ich getrennt \u2013 und ich blieb, der Gl\u00fccklichere \u2014 Er hatte in seine Reise 36 Fatalit\u00e4ten, ich keine \u2013 es ist der gl\u00fcckliche also noch unter 5 personen der eine. Ich, Landschulz Ender Zimmerman,<a href=\"#_edn12\">[l]<\/a> und Krebs \u2013 nach dieser Reise wird sich\u2019s entscheiden. Wir sprechen oft davon, und alle glauben, da\u00df mir das Gl\u00fcck gut will! nun werden wir sehen. Sicherer als auf einen englischen Brig kann man die kleine Travers\u00e9e von Smyrna nach Athene nun einmal nicht unternehmen.<a href=\"#_edn13\">[m]<\/a> \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Von meiner Gesundheit habe ich Ihnen in meinen andern Brief nicht viel geschrieben, oder gar nichts, scheint mir. Ich bin viel besser, als ich war \u2013 meine vorige Gesundheit habe ich aber noch nicht. Im Grunde fehlt mir nichts, ich kann aber nicht schlafen und nicht e\u00dfen, und bin daher, gro\u00dfen Erm\u00fcdungen nicht gewachsen, und meine Nerven so gereitzt, da\u00df der kleinste Eindruck auf mich besonders wirkt. \u2013 Ich habe hier einen doctor consultirt der alles der W\u00e4rme zuschreibt die ich in Sommer ausgestanden, und mir einige kalte B\u00e4der verordnete. \u2013 In wie weit der Mann recht hat wei\u00df ich nicht, ich glaube aber, er ist ein Esel, den<sup>8<\/sup> er wollte mir nach einigen schlaflosen N\u00e4chten Opium geben; was ich wohlweislicher Ma\u00dfen nicht eingenommen habe. Seit 8 T\u00e4gen gehet es aber gut, und eine gro\u00dfe di\u00e4te und Wasser zum Getr\u00e4nk k\u00fchlt mich wieder, so wie ich\u2019s brauche. Die Luft in diesen Gegenden ist gut aber verf\u00fchrerisch, und ermattet und erhitzt zugleich, den<sup>8<\/sup> es ist gar zu weich \u2014 Ich hoffe, da\u00df ich in Griechenland wo die Thessalischen Gebirge<a href=\"#_edn14\">[n]<\/a> die Gegend von Athene manchmal<sup>7<\/sup> eink\u00fchlen, meine Gesundheit g\u00e4nzlich wieder erhalten werde \u2013 und sollte ich das nicht, und vieleicht noch \u00fcbler werden, so bin ich auf das auch gefa\u00dft und ergebe mich ruhig in Gottes Willen, den<sup>8<\/sup> seine Wege, auf denen er uns zum Gl\u00fcck f\u00fchrt sind unergr\u00fcndlich, und wir verstehen sie nicht. \u2013 Ich bitte Sie daher auch lieber Vater, und Sie liebe Mutter, sich um mich gar nicht zu \u00e4ngstigen, den<sup>8<\/sup> mir fehlt nicht viel \u2014 und ich vertraue in Gott. An meinem Aussehen w\u00fcrden Sie nicht viel Unterschied bemerken, \u2013 mager und schwach bin ich nur. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ob ich Ihnen lieber Vater, von Griechenland regelm\u00e4\u00dfig Nachricht werde geben k\u00f6nnen, zweifle ich sehr, den<sup>8<\/sup> die Posten gehen mit Schifen und Sie kennen, was das f\u00fcr <em>unsichere<\/em><sup>9<\/sup> Gelegenheiten sind. \u2014 Ich werde aber 2 Wege einschlagen, um Ihnen von mir manchmal zu sprechen, der eine ist \u00fcber Smyrna und Constant. und der andre ist Corfu und Ancona. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>In meinem andern Brief hab\u2018 ich Ihnen gesagt, da\u00df ich vor meiner Abreise 700 # <em>beil\u00e4ufig<\/em><sup>9<\/sup> hier aufnehmen, und an Arnstein<a href=\"#_edn15\">[o]<\/a> einen Wechsel traciren werde. \u2013 Auf diese Art bleiben mir auf meinen CreditsBrief noch 3200 # gut. Zum Ungl\u00fcck kann ich aber von diesem Credit keinen gebrauch machen, den<sup>8<\/sup> das Schreiben ist nur an die 2 Correspondenten des Banquier Arnstein in Florenz und Constantinopel gerichtet: und ich werde mit meinem Creditsbrief in der Tasche, in Athen in Corynth<a href=\"#_edn16\">[p]<\/a> und in Patras,<a href=\"#_edn17\">[q]<\/a> keinen Kreutzer zu leihen bekommen. Freilich hab\u2019 ich die Vorsicht genommen von hier einige tausend Piaster mit zu schleppen, was hilft aber das. Ich gebe alle Monathe wenigstens 3 m<a href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> <em>Piaster<\/em><sup>1<\/sup> aus, und werde vor 4 Monathen in Neapel doch schwerlich ankommen, wo ich den Credits Brief von Arnstein \u00e0 1500, wie ich Sie gebethen habe, zu finden hoffe. \u2013 Nun werde ich Ihnen aber sagen, was man mir gerathen hat und was ich am Vern\u00fcnftigsten halte \u201edem Banquier Apostolio Papa, dem Correspondenten des Arnstein, an den ich meinen Credits Brief hatte, von hier zu schreiben, und ihn zu bitten mir einen Credit von 1500 # in Patras bei seinem Correspondenten zu er\u00f6ffnen. \u2013 Procente werden wir freilich doppelt bezahlen m\u00fc\u00dfen was soll man anders aber thun? \u2013 Mit Athen und allen denen andern kleinen \u00d6rtern haben unsere Banquiers in Wien gar keinen Verkehr, den<sup>8<\/sup> es ist kein Handel dort \u2013 und dem desagrement \u2014 doppelt bezahlen zu m\u00fc\u00dfen entgehet man nicht wenn man jene Gegenden besuchen will \u2014 man m\u00fc\u00dfte nur sein ganzes Geld mit nehmen; und wer kann das? \u2013 Von diesem Schreiben welches ich heute an den Herrn Apostolio Popa abschicken werde, um ihn f\u00fcr den besagten Credit in Patras anzugehen wollte ich Sie lieber Vater pr\u00e9veniren, um da\u00df Sie wissen, was es ist, im Fall Arnstein mit Ihnen dar\u00fcber sprechen sollte. Mit meiner Ausgabe von 1800 # einen Brief von Constantinopel nach Patras von 1500 # und einen von Arnstein nach Neapel von 1500 # wird mein Credits Brief den ich in H\u00e4nden habe ersch\u00f6pft<a href=\"#_ftn17\">[17]<\/a>, und ich werde nur 200 # in Florenz bekommen k\u00f6nnen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Um <em>da\u00df<\/em><sup>1<\/sup> alles in Ordnung gehet will ich hier beigeschlo\u00dfen an Arnstein eine Ordre wegen meinen Credits Brief nach Neapel und eine Aufkl\u00e4rung \u00fcber den Brief nach Patras, mit senden, den Sie lieber Vater, die G\u00fcte haben wollen, an ihn zu schicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wiederhohle ich meine Bitte neuerdings an Sie lieber Vater, mir zu sagen, was Sie alles f\u00fcr meine privat Ausgaben in Wien zu berichtigen hatten, um da\u00df ich wei\u00df, welche Summe von denen 5000 # abgeht \u2013 Den<sup>8<\/sup> ich wollte wei\u00df der liebe Himmel was lieber, als mein Versprechen \u00fcberschreiten, aus denen Geldern, welche zu nehmen Sie mir gn\u00e4digst erlauben, mehr als 2400 # in einem Jahr auszugeben. \u2013 Was ich f\u00fcr meine Pferde erhielt das ist mein, und wenn ich es ganz ausgebe, so werde ich mit Pferden und \u00c9quipage<a href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> ein wenig warten \u2013 hab\u2019 ja beinahe alles was ich brauche, und im Grunde brauche ich auch keine. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Sie k\u00f6nnen nicht denken, wie es hier zu reisen theuer ist zu Lande gehet es noch an, zu Wasser aber, da macht man sich keinen Begriff \u2013. Nach Athene zum Beispiel mu\u00df ich 80 # Passage f\u00fcr meine Leute bezahlen . . .<a href=\"#_ftn19\">[19]<\/a>&nbsp; und wenn ich denke, da\u00df Sie glauben k\u00f6nnten, ich verwerfe das Geld auf meinen Reisen, so kr\u00e4nke ich mich tief. \u2013 Bei meiner R\u00fcckehr werde ich Ihnen beweisen, da\u00df ich auf Ordnung zu sehen, gewohnt war. \u2013 Wenn Sie nur mir gut sind, und meine liebe theure Mutter,<a href=\"#_edn18\">[r]<\/a> der ich heute noch schreiben werde, dan ist alles gut und vergn\u00fcgt f\u00fcr mich, ohne den aber, kann ich keine frohe Stunde erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Geben Sie mir den Segen, und entschuldigen Sie mich wenn ich ein wenig verwirrt geschrieben habe. Die Abreise ist aber so schnell und unvorhergesehen, da\u00df sich meine Gesch\u00e4fte \u00fcber und \u00fcber h\u00e4ufen. \u2013 Haben Sie doch die G\u00fcte, den beigeschlo\u00dfenen Brief an meinem Bruder Paul zu \u00fcbersenden.<a href=\"#_edn19\">[s]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Allm\u00e4chtige Gott sch\u00fctze und begl\u00fccke Sie mit seinen besten reinsten Seegen. Empfehlen Sie mich allen meinen Geschwistern und anverwandten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<p>Noch eins. Es f\u00e4llt mir gerade ein da\u00df man in Patras von wo ich die T\u00fcrkei wieder verla\u00dfen werde, nicht immer Gelegenheiten dahin findet wohin man es w\u00fcnscht, und da\u00df es leicht m\u00f6glich w\u00e4re, da\u00df ich meine Quarantaine in Malta oder in Messina aushalten werde, so bitte ich Sie, alle Ihre Briefe die Sie mir schreiben werden wollen, nach Neapel poste restante<a href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> zu schicken.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Grafen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Monsieur<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of widrige. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of steuert. (correctly: gesteuert wird)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Instead of widrigen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Mister<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Sz\u00e9chenyi al\u00e1h\u00faz\u00e1sa vastag vonallal.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> French: eventually.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Mister<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Graf<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> mille<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Corrected word.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> French: staff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s scoring.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Latin: hold at the post office.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Commander of a French warship, captain of Grivel.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Mark Anthony Betrand (1799\u2013?) aConsul General in Smyrna.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Count Rudolf von L\u00fctzow (1780\u20131858), Austrian diplomat, Austrian ambassador to Constantinople (1818\u20131823), then ambassador in Rome (1827\u20131848). Sz\u00e9chenyi travelled to Constantinople with him.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> To the battleship of William Ramsden, ship-of-the-line captain.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Island on the west coast of Asia Minor, also known as Lesbos or Midiles.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> It was the capital of Lydia, east of Smyrna. Sz\u00e9chenyi was interested in the ruins of the old temple of Juno (Cybele).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> His companions were Johann Ender (1793\u20131854), an Austrian painter, and Julius Landschulz, a philologist.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> William Ramsden ship-of-the-line captain, commander of the battleship Scout.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> From the English Ramsden and Brant and the French Grivelle captains.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> Sailing boat.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> Sz\u00e9chenyi&#8217;s cook.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[l]<\/a> Jakab Zimmermann, Sz\u00e9chenyi&#8217;s servant.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[m]<\/a> In his diary, he compares the French situation to that of English shipping, i.e. like ours on land compared to the strength of the Russians. SzIN 1. 478.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[n]<\/a> In east of northern Greece, the highest peak is Pindus.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[o]<\/a> Baron Nathan Adam Arnstein (1748\u20131838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein &amp; Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[p]<\/a> The Greek town of Corinth in the bay and strait of the same name.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\">[q]<\/a> Greek town in the north-west of Morea in the bay of the same name.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\">[r]<\/a> See the following letter.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\">[s]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Smyrna, 21 December 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>On this day, he wrote two letters to his father, which he sent to him by two different routes. He extended his stay in Smyrna a little longer to get to know the surroundings better; he reports at length to his father on what he saw. His health has improved, but he is still thin, unable to sleep or eat. He hopes that Greece will have a positive effect on his health. As for his expenses, he gives details of the amounts he has borrowed and will borrow, and asks his father to let him know how much he has been allowed. He asks that his letters be sent to Naples.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4473],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4489],"place_of_publication":[4490],"class_list":["post-13609","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-smyrna","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-29-en","place_of_publication-zichy-236-243-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13609"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13609\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13612,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13609\/revisions\/13612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13609"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13609"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13609"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13609"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13609"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13609"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}