{"id":13638,"date":"2021-12-09T14:52:13","date_gmt":"2021-12-09T14:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-136\/"},"modified":"2026-05-10T14:26:28","modified_gmt":"2026-05-10T14:26:28","slug":"szechenyi-ferenc-136","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-136\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Geschrieben in Athen den 3<sup>ten<\/sup> Februar 1819<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber guter Vater, Meine Abreise ist endlich auf morgen festgesetzt. \u2013 Der Bediente des Engl\u00e4nder, den der Architect (dessen Landsmann) in einem Acces von Narrheit bedeutend verwundet hat. ist gestern gestorben. Ich habe Ihnen, vor einigen Tagen geschrieben<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> und von dieser Begebenheit Erw\u00e4hnung gemacht. Sie haben meinen Brief wahrscheinlich erhalten: diesen hier, den ich in diesem Augenblick in Ermangelung von Brief Papier, auf Zeichen Papier schreibe, will ich bei unserm Consul in Athen, Herr Gropius<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> zur\u00fccklassen, der ihn so lang behalten wird, bis sich eine Gelegenheit nach Constantinopel nach Triest oder nach Smyrna vorfindet. Er wird lange liegen bleiben, den<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Athen ist glatterdings auserhalb der Khristenheit. Ich bin zufrieden wenn er nur einmal in Ihre H\u00e4nde k\u00f6mt, um Ihnen als ein Beweis zu dienen, da\u00df ich keine Gelegenheit vers\u00e4ume \u2013 Ihnen und meiner lieben Mutter Nachricht von mir zu geben. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eine gl\u00fcckliche Zeit hier verlebt! und der kurze Aufenthalt in Athen wird mir immer zu denen angenehmeren Jahren und Epochen meines Lebens gerechnet werden! &#8211; Mir ist\u2019s unangenehm, Athen zu verla\u00dfen, und ich h\u00e4tte mich <em>gewi\u00df l\u00e4nger hier gelassen<\/em>,<sup>1<\/sup> wenn ich von Ihnen, lieber Vater, endlich eine Nachricht zu erhalten, die Hoffnung haben h\u00e4tte k\u00f6nnen \u2013 da aber das durchaus nicht wahrscheinlich ist \u2013 und ich keine Freude mir gew\u00e4hren, keine frohe Stunde genie\u00dfen kann ohne zu wissen, da\u00df Sie und meine theure Mutter mich noch ein wenig lieben, und gesund und zufrieden sind, so entschlo\u00df ich mich, ohne Aufenthalt die Mor\u00e9e<a href=\"#_edn3\">[iii]<\/a> zu durchreisen, um dan bald dahin zu kommen, wo ein Briefwechsel uns wieder offen stehet und wo ich das Gl\u00fcck haben kann, Ihre Briefe, theure Eltern, an meine Lippen dr\u00fccken zu k\u00f6nnen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Der ewige Wechsel der Gegenst\u00e4nde, in welchem ich lebe, und die an einander gereihten Scenen der interessantesten Gegenden die wir sehen k\u00f6nnen, wird in meinem Ged\u00e4chtni\u00df gewi\u00df immerfort einen tiefen Eindruck zur\u00fccklassen \u2014 Schade ist es, da\u00df ich mich an manchen \u00d6rtern zu kurze Zeit nur aufhalten kann, und \u00fcber das sch\u00f6ne und angenehme Land so zu sagen, nur hinweg gleiten mu\u00df \u2014 das was in mir zur\u00fcckbleibt, wird vieleicht bald, durch andre Gef\u00fchle ausgewetzt sein \u2014 und nur die tiefen Furchen zur\u00fccklassen. die uns wie durch einen Nebel \u2014 unbestimt an gl\u00fcckliche Tage errinneren \u2013 ohne da\u00df wir der Ursache mehr <em>uns<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> entsinnen k\u00f6nnen. Heftige Eindr\u00fccke verscheuen andre, und machen die verschwinden, die sich in ruhigen Stunden in unserer Seele sich allm\u00e4chtig<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> bildeten. \u2014 Auf die f\u00fcrchte ich mich, das gestehe ich, und ahnde sie, den<sup>2<\/sup> nicht gerne w\u00fcrde <em>ich<\/em><sup>3<\/sup> durch Schmerz oder Freude aus diesem ruhigen Gleichgewicht gebracht werden \u2014 den,<sup>2<\/sup> es wei\u00df der liebe Himmel, wie viel es mir gekostet hat, mich so weit einzuwiegen als ich\u2019s Gott lob nun bin. Und f\u00fcrchte mich auf diese Eindr\u00fccke, den<sup>2<\/sup> viele Proben, harte, unverge\u00dfliche hat mir das Geschick auferlegt \u2014 nicht in allen dem, was mich <em>umgiebt<\/em>,<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> den<sup>2<\/sup> da fehlt das Gl\u00fcck mir niergends \u2013 in meinem Innern aber desto mehr: \u2014 das was noch kommen mag, geh\u00f6rt vieleicht auch zu meinen Lehrjahren \u2014. Diese Ruhige Stimmung die man nach Erm\u00fcdungen und Entbehrungen aller Art, allein in seiner Einsamkeit unter diesem herrlichen Himmel, genie\u00dft \u2013 auf die, gestehe ich \u2013 denke ich ganz verzieht<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> leisten zu m\u00fcssen, so bald ich, in unsere L\u00e4nder wieder komme! \u2014 Nur eine Sache, und sonst keine in der Welt, k\u00f6nnte mich noch ruhiger noch gl\u00fccklicher machen \u2013 die zu erlangen ist aber vieleicht<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> schon zu sp\u00e4t \u2014 den<sup>2<\/sup> der Anfang ist ganz verdorben und nimmermehr anzufangen. &#8211; Ihre Liebe, guter Vater und theure Mutter, meine ich \u2013 habe ich den<sup>2<\/sup> die nicht ganz verscherzt, und k\u00f6nnen Sie mir noch gut sein, ohne mein ganzes Leben zu verge\u00dfen \u2013 und ich, unzufrieden, und des Lebens m\u00fcde, welche Freude, kann ich Ihnen, in der Zukunft noch geben? \u2014 Das sind so meine Aussichten, in die Zukunft \u2014 eines grau gewordenen J\u00fcnglings \u2013 der sein Leben verdorben hat. \u2013 und seine Arbeit nicht mehr verbe\u00dfern kann!<\/p>\n\n\n\n<p>In Neapel hoffe ich ihre Briefe, lieber Vater zu finden \u2014 Indessen bitte ich Sie und meine Mutter um Ihren Seegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gropius gab mir 1500 C. M.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Gulden, und bis jetzt gab ich mehr als 2200 # aus. \u2013 Ich f\u00fcrchte mich, da\u00df Sie mit mir unzufrieden sind, da\u00df ich so viel ausgegeben<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> \u2014<a href=\"#_edn4\">[iv]<\/a> Ich konnte aber nicht anders und bitte Sie, da\u00df Sie mir\u2019s glauben, den<sup>2 <\/sup>ich bin jetzt schon untr\u00f6stlich, wenn ich denke, da\u00df Sie unzufrieden w\u00e4ren, und w\u00fcrde, ich wei\u00df nicht was werden, wenn ich davon eine Bestimtheit bek\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Allm\u00e4chtige sch\u00fctze und segne Sie<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of allm\u00e4hlich.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Verzicht<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Conventionsm\u00fcnzen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Missing word: habe.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> LSee his letter of 30 January 1819.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Georg Christian Gropius (1776\u20131850) Austrian Vice Consul in Athens.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> According to his diary, he set out from Athens on 6 February 1819 and went via the island of Egina to Patras in Morea. SzIN 1. 496.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> EIn this regard, his father stated in a letter to Liebenberg dated 26 April 1819, \u201cMy son\u2019s last letter from Athens on the 3rd of February is written with the hope that he will certainly come home on the 4th. So that if God kept him, I should either take his letter from Naples these days or hug him to my heart. That we may be able to please him by this opportunity, may the gentleman take care that his last debt of 4,000 forints may be paid. For I have already omitted it from his table of liabilities which you have prepared for me.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, 3 February 1819. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The English servant shot by the architect a few days ago has died. He enjoyed his time in Athens very much, and counts it among the more pleasant periods of his life. He regrets that he was only able to stay in some places for a short time. He has received money from the consul, totalling 2200 ducats he has spent, and fears that his father will be displeased.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4496],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4507],"place_of_publication":[4508],"class_list":["post-13638","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-athens","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-11-en","place_of_publication-zichy-275-277-kovacs-kormendy-mazi-oplatka-51-52-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13638"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13641,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13638\/revisions\/13641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13638"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13638"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13638"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13638"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13638"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13638"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}