{"id":13651,"date":"2021-12-09T15:43:29","date_gmt":"2021-12-09T15:43:29","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-139\/"},"modified":"2026-05-10T15:08:36","modified_gmt":"2026-05-10T15:08:36","slug":"szechenyi-ferenc-139","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-139\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Malta den 10 M\u00e4rz 1819<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber guter Vater, nach einer Fahrt von 18 langweiligen, langen, tr\u00fcben und in jeder Hinsicht unangenehmen Tagen, bin ich von Patras mit Sack und Pack und meinen Reisegef\u00e4hrten, gl\u00fccklich und in guter Gesundheit hier angekommen. Die 2 Tage die ich in dem Hafen von Zante<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> zubringen mu\u00dfte, ohne jedoch auf das Land steigen zu d\u00fcrfen sind in denen 18 andern mit eingerechnet<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> und bei weitem nicht die beschwerlichsten \u2014 wiewohl sie auch nicht zu denen vielen angenehmen geh\u00f6ren, die ich so gl\u00fccklich war in meiner Reise zu erleben. Von dem Hafen in Zante schrieb ich Ihnen einen kurzen Brief,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> den ich wegen dem erb\u00e4rmlichen Poltern in unseren Schif kaum vollenden konnte \u2014 Erlauben Sie daher, da\u00df ich nun, da ich bequem und ruhig in dem Lazaret sitze um quarantaine zu machen, Ihnen einen kurzen d\u00e9tail \u00fcber meine Seefahrt geben, und sodann eine kleine Beschreibung meiner Tour in der Morea wiederhohlen, und endlich Sie \u00fcber meine Zukunftigen Projecte verst\u00e4ndigen m\u00f6ge. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich so gl\u00fccklich war den aller int\u00e9ressantesten Theil Klein Asiens und Griechenlands gesehen zu haben, wollte ich den 1<sup>sten<\/sup> Mai in Neapel eintreffen \u2013. Die quarantaine, eine periode auf die sich ein jeder Mensch f\u00fcrchtet, ist allenthalben \u2013 anjetzt mit mehr Ernst und Gewi\u00dfenhaftigkeit vorgeschrieben und <em>gehalten<\/em>,<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> als in allen denen vergangenen Jahren. Vierzig Tage, ist die aller kleinste periode die man aushalten mu\u00df. \u2013 Diese Zeit ruhig und gl\u00fccklich in einem eingemauerten Viereck zuzubringen, nachdem man so lange gewohnt war, in einer ewigen Unruhe zu leben \u2013 und <em>nun auf einmal<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> so ganz ungest\u00f6rt seinen Gedanken \u00fcberla\u00dfen zu sein \u2013 Die nicht immer die vergn\u00fcgtesten und heitersten sein k\u00f6nnen \u2013 wenn man so lange von denen <em>seinigen<\/em><a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>weg ist und gar keine Nachricht von Ihnen hat \u2013 ist beinahe nicht m\u00f6glich, und in meiner ganzen Reise f\u00fcrchtete ich mich auf den langen Augenblick \u2014. Indessen ist zwischen Patras und Malta ein Paquetbot \u00e9tablirt, welches 30 Tage quarantaine macht \u2014 und nebstbei alle T\u00e4ge gerechnet werden die man auf der See zubrachte. \u2013 Diesen Vorzug zu ben\u00fctzen hatte ich immer eine gro\u00dfe Neigung, und zum Gl\u00fcck traff sich\u2019s zu da\u00df ich bei meinen Ankommen in Patras den Brig<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> Cliffton noch fand, der eben Segelfertig in dem Hafen wartete.<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> \u2013 Aus meinem Brief von Patras werden Sie gesehen und errathen haben, in welcher Hast ich<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> <em>gewesen<\/em><sup>3<\/sup> bin, um meine <em>Gesch\u00e4fte in Griechenland<\/em>,<sup>2<\/sup> das Einkaufen der E\u00dfrictualien, und das Einschiffen meines Gefolges und meiner Habseligkeiten zu besorgen, zu beendigen. \u2013 Das Enge schmutzige Schif, auf welchen ich die besagten 18 Tage <em>gehaus\u2019t habe<\/em>,<sup>2<\/sup> enthielt mehrere Kaufmanns Waaren, und nebst denen 7 Menschen von der Equipage dem Capitaine und einem unausstehlichen Hund, mich mit meinen 5 personen, einen englischen Reisenden \u2013 den n\u00e4rrisch gewordenen englischen Architect,<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> von dem ich langeher geschrieben, und der, wie Sie wissen, in Athen einen Menschen in einem Transport von Narrheit erscho\u00dfen hat \u2014 Einen Blinden itali\u00e4ner, 3 Griechische KaufLeute, eine junge Frau mit ein hoffnungsvolles Zwielingpaar,<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> und einen andern Reisenden. In Zante kam zu allen diesen, noch ein junger Mann aus der Levante und die Geliebte eines Doctors in Malta an unsern Bord \u2014 Zur Stunde des Absegelns war der Schif\u2019s Capitaine g\u00e4nzlich betrunken, die \u00c9quipage im tiefsten Schlaf, der Narr \u2013 in vollen<sup>2<\/sup> Muth, das Weib in Tr\u00e4hnen, meine 2 <em>K\u00fchnen<\/em><sup>2<\/sup> <em>Unerschrockene<\/em><sup>2<\/sup>,<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> in der unangenehmsten Laage \u2013 u. s. w.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> \u2013 Unter solchen Ausspicien, lieber Vater, sind wir abgefahren und bis zum gestrigen Tag, n\u00e4mlich, den des Einlaufens, hatten wir nicht eine Stunde g\u00fcnstiges Wetter, sondern k\u00e4mpften mit dem Meer und Winden, und allen dem was einen Menschen auf der See begegnen kann. \u2014 Einen d\u00e9tail \u00fcber alles ausgestandene Ihnen zu geben, halte ich f\u00fcr \u00fcberfl\u00fc\u00dfig, indem Sie sich vorstellen k\u00f6nnen, wie man auf einen kleinen Schif, in dieser Jahreszeit 18 Tage zubringen kann, Es sei genug Ihnen zu sagen, da\u00df wir von S\u00fcdwind bis zu dem Golf von Taranto<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> heraufgetrieben wurden, und uns sodann allm\u00e4hlich wieder gegen S\u00fcden drehten. Der Etna<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> den wir 4 Tage vor unserm Ankommen in Malta immerfort im\u2018 Auge hatten \u2013 gab uns den gr\u00f6\u00dften und angenehmsten Zeitvertreib \u2013 Mir war die ganze Zeit ganz wohl, und ich unterhielt mich mit Lesen, wenn das Poltern im Schif nicht gar zu toll gewesen ist, und mit denen Gedanken, die mein Herz immer erw\u00e4rmen, und Tag und Nacht, meine liebste und angenehmste Besch\u00e4ftigung sind \u2014 Was die umschlie\u00dfen, und was ihr Inbegriff ist, k\u00f6nnen Sie, lieber Vater und Sie meine gute Mutter, am sichersten errathen, \u2013 den<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Sie beide wissen ja, da\u00df ich in der Welt nichts habe, was ich so liebe, so sch\u00e4tze, wie Sie beide, und da\u00df ich mich f\u00fcr reich, und gl\u00fccklich halte, wenn Sie mir nur ein wenig besser sind, als ich\u2019s verdiene, und wenn Sie auf meine vergangene Lebensjahre verge\u00dfen! \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Die 18 langen Tage sind Gottlob vor\u00fcber,<a href=\"#_edn10\">[h]<\/a> und durch die G\u00fcte des Gouverneurs dieser Inseln<a href=\"#_edn11\">[k]<\/a> werde ich in 8 Tage aus meinen Kerker befreit werden, welcher \u00fcbrigens, ger\u00e4umig, rein und in einer gesunden Gegend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Bleiben in Malta wollte ich nicht gerne \u00fcber 8 Tage hinausschieben, da ich 4 Wochen in Sicilien bleiben werde und gerne den 1<sup>sten<\/sup> Mai in Neapel eintreffen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben Sie mir doch, ich bitte Sie. Meine Laage ist wirklich unausstehlich indem ich \u00fcber 4 Monathe keine Nachricht von Ihnen erhielt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Um endlich auch ein Wort \u00fcber meine Tour in der Morea<a href=\"#_edn12\">[l]<\/a> hier beizuf\u00fcgen, mu\u00df ich Ihnen, vor allen andern sagen, da\u00df ich meine Abreise von Athen um 6 Tage verschoben habe, um die Confusion stillen zu helfen, die der n\u00e4rrisch gewordene Architect, in die kleine Gesellschaft der Christen brachte. \u2013 Ich schiffte mich in dem Hafen Piraus ein, um mich durch eine ganz kleine barque nach der Insel Egina<a href=\"#_edn13\">[m]<\/a> bringen zu lassen, wo ich 3 Tage geblieben bin, und mit der herrlichen Laage des Tempels in welchem mehrere Reisende K\u00fcnstlers das ber\u00fchmte Fronton gefunden haben, ganz entz\u00fcckt gewesen bin \u2013 Die Fahrt nach dem Hafen Corynth<a href=\"#_edn14\">[n]<\/a> war abentheuerlich den<sup>9<\/sup> ein kleiner Sturm \u00fcberraschte uns, und wir mu\u00dften in einer unbewohnten Insel in einer griechischen Kapelle \u00fcbernachten \u2013 In Cor\u04f1nth<a href=\"#_edn15\">[o]<\/a> blieb ich einen Tag, und aller Versuch die t\u00fcrksche Citadelle zu ersteigen blieb fruchtlos \u2014 wir kamen doch so hoch, um den Istmus und die beiden Meerengen genau \u00fcbersehen zu k\u00f6nnen. \u2013 Auf der Insel Salamis<a href=\"#_edn16\">[p]<\/a> war ich nicht weil ich ganz nahe vorbei fuhr, und weil sie ganz \u00f6de und nackt ist \u2013 wohl segelte ich aber auf denen selben blauen Wellen, auf welchen die griechische Flotte bei der Schlacht von Salamis schwebte. \u2014 Von Corynth ging meine Reise \u00fcber Nemea,<a href=\"#_edn17\">[q]<\/a> nach Mycene<a href=\"#_edn18\">[r]<\/a> und Argos nach Tripolitza<a href=\"#_edn19\">[s]<\/a> Jeder Schritt den man macht ist interessant, und rufft Begebenheiten in unser Ged\u00e4chtni\u00df, die wir im gew\u00f6hnlichen Leben leicht \u00fcbergehen, und oft gar nicht bemerken, die aber in dem Lande selbst, wo man sich die\u00df Vergn\u00fcgen, nur mit einiger M\u00fche und Anstrengung verschaffen kann, von einem Werth sind, den man nicht leicht sch\u00e4tzen kann, und der sich nat\u00fcrlicher Weise in einer proportion zu dem Reisenden verh\u00e4lt. Ich hab\u2019 diese Reise recht geno\u00dfen, und wenn Sie lieber Vater, w\u00fcnschen, so kann ich manche sonderbare Augenblicke Ihnen ins Ged\u00e4chtni\u00df bringen, wenn ich so gl\u00fccklich sein werde Sie in Wien zu sehen. \u2013 Den<sup>9<\/sup> gar viel hab\u2019 ich in meinen B\u00fcchern angemerkt, und besonders das was mir selbst aufgefallen ist, von den gelehrteren Theil dieser Reise, enthalten schon so viele B\u00fccher und ich bin zufrieden sie gelesen und halbwegs verstanden zu haben \u2013 In Corynth blieb ich 1 Tag und in Tripolitza 2 \u2013 wo ich den Pasha, und den Gouverneur, der aus Zufall eben mit einem gebrochenen Fu\u00df darniederliegt, besuchte<a href=\"#_edn20\">[t]<\/a> und mit dem Contract auf\u2019s h\u00f6chste belustigt war, von dem Schlo\u00df Agamemnons, eines t\u00fcrkischen Pasha\u2019s Serai zu besuchen. \u2013 In Mistra<a href=\"#_edn21\">[u]<\/a> blieben wir 2 Tage, und die Ruinen von Sparta sind bei weitem gr\u00f6\u00dfer und <em>\u00fcbergebliebener<\/em><sup>2<\/sup> als man sich gew\u00f6hnlich vorstellen mag. Von Sparta wurde unsere Reise ein wenig durch ein anhaltendes Regenwetter, und verdorbne Wege, beschwerlicher und unangenehmer, und unser kurzes Sein und Bleiben in Arcadien schien weit mehr einen versprengten Corps eines Partheyg\u00e4ngers <em>gleich<\/em>,<sup>3<\/sup> als man sich das Leben der einst da ruhig und gl\u00fccklich athmenden Einwohnern vorstellen k\u00f6nnte. \u2014 Das ersteigen des Tempels bei Bassu,<a href=\"#_edn22\">[v]<\/a> der Apollo, zum Beispiel, war eine der expeditionen, die denen gleicht, denen man im Kriege manchmal ausgesetzt ist, wenn man sich abgeschnitten findet, sich nicht ergeben will, und in denen Bergen versprengt wird,<a href=\"#_edn23\">[w]<\/a> Indessen ist alles das vor\u00fcber, und nebstbei, da\u00df wir einen Augenblicklichen Genu\u00df hatten, den man uns doch keinesweges streitig machen kann, bleibt uns noch die Freude des Andenkens \u2014 den,<sup>9<\/sup> unter uns gesagt, in denen Reisen in dieser Gegend \u2013 verh\u00e4lt sich\u2019s beinahe wie mit dem Kriege, und damals freut man sich am meisten, wenn es vor\u00fcber ist. Indessen hab\u2018 ich bei weitem nicht so viele difficult\u00e4ten und Gefahr in allen meinen kleinen Expeditionen gefunden, als man\u2019s gew\u00f6hnlich glaubt und man zu glauben gegr\u00fcndete Ursache hat. &#8211; Die JahresZeit in welcher ich in Griechenland gewesen bin scheint mir, auch die allervorz\u00fcglichste, den<sup>9<\/sup> wiewohl man der K\u00e4lte und <em>den<\/em><sup>3<\/sup> Regen immerfort ausgesetzt ist, und auf denen aller ungl\u00fccklichsten Pferden, die b\u00f6sen felsigsten Wege <em>durch arbeiten<\/em><sup>2<\/sup> mu\u00df, so bleibt einem die Nacht doch ziemlich sicher und ohne Gew\u00fcrm<a href=\"#_edn24\">[x]<\/a> \u2014 Von meiner Bagage die ich mit genommen und meinen Bedienten machte ich keinen gro\u00dfen Gebrauch &#8211; ein Koch ist \u00e0 la long<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> auch ein unn\u00fctzes Meuble, indem die ganze Kost, ausschlie\u00dflich auf H\u00fchner, Eier und Reis beschr\u00e4nkt, die ein jeder Mensch bereiten kann. Mangel oder disette hab ich beinahe nirgends gefunden, das mag aber herr\u00fchren, weil ich immer einige provisionen mit mir zu nehmen gewohnt war, und ich\u2019s vieleicht nicht bemerkte. Die beiden Articlen Wein und Brod, mangelten indessen allenthalben, und waren, wenn man sie auch finden konnte von der aller schlechtesten Qualit\u00e4t. \u00dcber alle diese Uneinigkeiten, wiewohl sie ganz unbedeutend scheinen, kann ich den genauesten Aufschlu\u00df geben, und ich hoffe manchen Reisenden einen Dienst leisten zu k\u00f6nnen, der diese Reisen die ich gemacht habe, unternehmen will \u2013 Wenn man aber bei der Nacht im Regen ank\u00f6mt und 4 leere W\u00e4nde findet, so kann man sich an allen dem, was man sich mitbringt wohl ein wenig attachiren \u2013 besonders in Winter Zeit \u2013 in denen t\u00f6dtenden langen N\u00e4chten. Viel darf aber alles das nicht sein \u2014 den<sup>9<\/sup> sonst k\u00f6mt es nie an \u2013 Und die Eintheilung von B\u00fcchern \u2013 Bett, Kleider, und E\u00dfwaaren, ist gewi\u00df eine beschwerlichere Sache, als man es glaubt \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>In Olympia<a href=\"#_edn25\">[y]<\/a> blieben wir einen Tag, und hatten viele Beschwerlichkeiten den Alpheus zu \u00fcberfahren. Von dieser Zeit wurde das Wetter ganz abscheulich, und die 3 letzten Tage, und ein St\u00fcck von jeder Nacht wurde auf denen infamsten Pferden, meistens aber zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt. Landschulz und Ender, die solche Erm\u00fcdungen nicht gewohnt sind, haben nicht wenig ausgestanden ~ der erstere ist in einen Vormittag, nachdem er zu Fu\u00df zu gehen zu erm\u00fcdet gewesen ist, mit seinem Gaul 6 mal gefallen \u2014 NB<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> so langsam und allm\u00e4hlich, da\u00df er sich niemals weh gethan hat \u2013 und die ganze Geschichte allemal mit einem durch und durch Na\u00df werden abgelaufen ist, da das arme Thier stets mitten in einem Wasser, in Ohnmacht fiel \u2013 Indessen consolirte Landschulz sich bald, da einem jeden das selbe mehrmal geschehen ist \u2014 Alle unsere Bagage wurde na\u00df, das meiste fiel in das Wasser, und wurde sodann wieder herausgefischt \u2014 die 3 Tage, die wir in Patras bei dem \u00f6streichischen dicken Consul zubrachten \u2014 war genug um uns wieder zu allen im Stande zu setzen, den<sup>9<\/sup> wir haben die Federbetten und die 54 Sch\u00fc\u00dfeln an<sup>5<\/sup> <em>der<\/em><sup>3<\/sup> Tafel dieses guten Herrn, ganz vorz\u00fcglich geno\u00dfen. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meiner Quarantaine bleibe ich 8 Tage hier, um die Insel zu sehen, und mich ein wenig zu kleiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde wahrscheinlich gegen 500 ducaten hier aufnehmen und geradetzu an Arnstein<a href=\"#_edn26\">[z]<\/a> ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hei\u00dft da\u00df man in Sicilien nur 14 Tage quarantaine aushalten mu\u00df \u2013 Wie gef\u00e4llt Ihnen das? \u2013 bald werde ich das sehen \u2013 und wenn es nicht anders, auch erleben. Gegen den 1<sup>sten<\/sup> Mai hoffe ich auf jeden Fall<sup>5<\/sup> in Neapel sein zu k\u00f6nnen. Sie wissen da\u00df damals mein Urlaub aus ist und da\u00df ich um eine Verl\u00e4ngerung eingekommen bin.<a href=\"#_edn27\">[aa]<\/a> Schreiben Sie mir 3 Dinge en d\u00e9tail<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> lieber Vater, um welche ich Sie ausnehmend bitte. Wie ich mit meinem Budget stehe? Was ich in hinsicht meines Urlaubs erwarten kann? und was Sie mir f\u00fcr die Zukunft rathen? F\u00fcr\u2019s erste mu\u00df ich Ihnen sagen, da\u00df Sie mich zu allen bereitet finden, was Sie nur immer w\u00fcnschen, den<sup>9<\/sup> ich will in guter Ordnung sein. Das zweite hoffe ich auf jeden Fall zu erlangen, indessen bin ich bereit auf der Stelle zum Regiment zu gehen wenn man so hart gegen mich sein k\u00f6nnte \u2014 mich datzu zwingen zu wollen. Bevor Sie, lieber Vater den 3<sup>ten<\/sup> Punct beantwortet haben, mu\u00df ich Sie preveniren, da\u00df ich alle eitle Ideen abgelegt habe, und mit meiner ambition nicht weiter gehe, als<sup>5<\/sup> so viel wie m\u00f6glich, meinem Beruf gut zu entsprechen \u2013 Ich will daher weiter fort dienen, und mich in meinem Stande so viel ich kann, durch Flei\u00df und Dienst auszeichnen. &#8211; Ich bin auch allm\u00e4hlich <em>alt<\/em><sup>3<\/sup> geworden, meine Gesundheit ist geschw\u00e4cht, das m\u00fcssen Sie auch in R\u00fccksicht nehmen \u2013 Bevor ich aber wieder, mit dem halb rechts und halb links anfange, will ich ernstlich, mit meinen G\u00fctern, und der administration derselben bekannt machen, um da\u00df jene die mir auf dieser Erde folgen werden, keine Ursache haben m\u00f6gen B\u00f6se Augenblicke, meiner Unwi\u00dfenheit und Faulheit wegen aushalten zu m\u00fc\u00dfen. Ich m\u00f6chte es Ihnen so \u00fcberla\u00dfen als ich\u2019s empfangen und \u00fcbernommen habe. Alles \u00fcbrige \u00fcberla\u00dfe ich Ihnen lieber theurer Vater. Der Allg\u00fctigste Gott gebe Ihnen Gesundheit und ein vergn\u00fcgtes Leben, und einen reichlichen Ersatz f\u00fcr alle jene Augenblicke, die ich das Ungl\u00fcck hatte Ihnen zu verbittern \u2014 Ich kann\u2019s nicht mehr gut machen \u2013 den<sup>9<\/sup> was geschehen ist, kann ich nicht mehr ungeschehen machen. \u2013 Da\u00df Sie und meine Mutter die ich tausendmal mit kindlicher Ergebenheit Gr\u00fc\u00dfe, vergeben hoffe ich, und glaube es \u2013 den<sup>9<\/sup> Ihre G\u00fcte hatte nie Grenzen f\u00fcr mich, und ich lebte mehr in einem Traum als in der Wirklichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>In Neapel hoffe ich endlich Nachricht von Ihnen zu bekommen. Ich wiederhohle meine Bitte an Sie, mir wegen allen denen Ausgaben zu schreiben die Sie aus der Summe meines CreditBriefe<sup>2<\/sup> f\u00fcr mich machen mu\u00dften. In Neapel hoffe ich den CreditsBrief von 1500 # zu finden, indem meine Ausgabe dort sehr bedeutend sein wird, da ich Landschulz Ender und meinen Koch nach Wien senden werde, und Sie mit Lohn und Reisegeld ausr\u00fcsten mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Landschulz\u2019s Tagebuch, denke ich, mu\u00df von einem gro\u00dfen Interesse sein \u2013 das des Maler Ender ist, allerliebst. Ich und Landschulz comunicirten uns beinahe keine unserer Anmerkungen, um nicht, das selbe zu schreiben, und lasen uns selbe, nun in ruhigen Stunden, vor, welches von keinem kleinen Interesse f\u00fcr mich ist \u2014 Vieleicht werden es manche ben\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geben Sie mir den Segen den, der nie aufh\u00f6ren wird mit dankbarstem Herzen, alle Tage den Allm\u00e4chtigen f\u00fcr Ihr Gl\u00fcck und Heil anzubethen. \u2014 Stepherl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with a thick line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of Zwilling-. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> und so weiter<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> \u00c4tna<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> French: long-run.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Nota bene. Latin: note well.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> French: in detail.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Zakynthos (Italian: Zante) is an island in the Ionian Sea, in the west of Greece.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> I. e. that\u2019s how much time had to be spent in quarantine.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> See his letter of 24 February 1819.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> A two-masted sailing ship.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> See his letter of 20 February 1819.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Kirmaird was an English architect, who, according to Sz\u00e9chenyi, went mad and shot the physician Robert Wilson\u2019s servant, Lorenzo. See SzIN 1. 506\u2013507.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Julius Landschulz, a philologist, and Johann Ender (1793\u20131854), an Austrian painter, accompanied Sz\u00e9chenyi on his journey to the East.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> Large bay in the south-east of Italy.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> Volcanic mountain in eastern Sicily.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> I.e. from quarantine.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> Sir Thomas Maitland (1760\u20131824), British soldier and colonial governor. British governor of Ceylon (1805\u20131811), Malta (1813\u20131824) and the Ionian Islands (1816\u20131823).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[l]<\/a> The southern peninsula of Greece.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[m]<\/a> An island in the Saronic Gulf, between Attica and Argolis. On a hill is the temple of Athena, part of whose pediment is now in Nuremberg.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[n]<\/a> Greece is divided into two parts by the Gulf of Corinth. The two parts are connected by the 5\u00a0wide Isthmus.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[o]<\/a> The highest point of the Isthmus, 550 m above sea level. In the south-eastern part of the bay is the town of Corinth, south-west of which lies the town of Argos, near the Gulf of Argolis.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[p]<\/a> Salamis, an island near the port of Piraeus, where the Athenians defeated the Persians in 449 BCE. The city was destroyed by an earthquake in the time of Constantine the Great.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\">[q]<\/a> Greek village between Corinth and Argos.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\">[r]<\/a> The ruins of Mycenae lie north of Argos. According to legend, it was built by Perseus, after whom Pelops became its ruler, whose grandson Agamemnon was murdered by his wife Clytemnestra after he returned from Troy. His son Orestes avenged his death.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\">[s]<\/a> Tripolis is a Greek city southwest of Argos, in Arcadia.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\">[t]<\/a> The Tripoli governor\u2019s leg was treated by Doctor Wilson. Sz\u00e9chenyi acted as English-Italian interpreter during the visit.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\">[u]<\/a> Town south of Tripoli, near the ruins of Sparta.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\">[v]<\/a> A city in south-west Asia, now Parlica. On a hill 1131 metres high is the temple of Apollo Epicurius.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\">[w]<\/a> Epaninoudas founded Megalopolis on the greater plain of Mantinea in 370 BCE, and the inhabitants of the country divided and fought each other in 362 BCE.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref24\">[x]<\/a> Arcadia\u2019s climate is harsh, long winters follow short, scorching summers.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref25\">[y]<\/a> Olympia was located in the province of Elis, in a part of the province called Piatis, near the coast.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref26\">[z]<\/a> Baron Nathan Adam Arnstein (1748\u20131838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein &amp; Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref27\">[aa]<\/a> For his freedom and enlistment, see also his letter of 14 December 1818.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Malta, 10 March 1819. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>After a long and tedious journey, he has arrived in Malta and is writing his new letter in quarantine, recounting his travel experiences. He will spend 8 more days in quarantine, after which he plans to visit the island. He hopes to arrive in Naples by 1 May. He asks his father for details of his budget, what she can expect regarding his holiday and his advice for the future. Before returning to his regiment, he would also like to know the affairs of his estate.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4515],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4516],"place_of_publication":[4517],"class_list":["post-13651","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-malta-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-8-en","place_of_publication-zichy-282-289-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13651"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13651\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13654,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13651\/revisions\/13654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13651"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13651"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13651"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13651"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13651"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13651"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}