{"id":13655,"date":"2021-12-10T10:28:37","date_gmt":"2021-12-10T10:28:37","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-140\/"},"modified":"2026-05-10T15:13:15","modified_gmt":"2026-05-10T15:13:15","slug":"szechenyi-ferenc-140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-140\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein lieber guter Vater, Ich hab Ihnen vor 14 Tagen, vor 8 Tagen, vor 3 Tagen und endlich gestern geschrieben,<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> da aber alle diese Briefe, die Ihnen immer das selbe sagen, verschieden, zum Theil gef\u00e4hrliche Wege gehen und wahrscheinlich nie oder nur nach einigen Jahren an ihre Bestimmung gelangen werden, so will ich noch einmal in kurzem wiederhohlen, da\u00df ich vor 18 Tagen hier angekommen bin, nachdem ich eben so viele T\u00e4ge von Patras nach Malta auf dem Meer verlebt habe, da\u00df es mir ganz gut gehet, und da\u00df ich morgen nach Messina<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> von hier abreisen werde. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Brief nehmt ein Commandant eines \u00f6streichischen Kauffahrthey Schifes mit, der morgen nach Triest absegeln soll \u2014 Sobald ich nach Messina komme, welche Stadt nicht gar sehr entfernt ist, werde ich Ihnen wieder schreiben \u2014 Der Gedanke allein macht mich gl\u00fccklich, da\u00df es m\u00f6glich ist, da\u00df mehrere meiner Briefe auf einmal in Ihre H\u00e4nde kommen, die Ihnen, lieber Vater alle insgesammt einen Beweis geben sollen, da\u00df ich immerfort mit dankbaren Herzen an Sie und an meine liebe Mutter denke, und keinen Tag vers\u00e4ume Sie beide, dem Schutz des Allm\u00e4chtigen zu empfehlen \u2014 der mir vieleicht vergeben wird \u2013 da\u00df ich \u2013 alle Ihre Liebe und Sorgfalt, nur mit Undank lohnte. Ich f\u00fchle es zu sehr, da\u00df es wahr ist, was ich sage, und da\u00df ich l\u00e4ngst verdient h\u00e4tte, meinen eignen Schicksal \u00fcberla\u00dfen zu werden, indessen Sie mich immer mit gleicher Liebe und Theilnahme zu sich wieder aufnehmen. Ein R\u00fcckblick in die vergangenen Jahre, die auf immer verlohren, macht mich immer traurig, und wenn ich denke was ich sein h\u00e4tte k\u00f6nnen, und was ich geworden bin! \u2014 Meine Hoffnungen sind so ziemlich alle verschwunden, und ich trage die Erndte \u2014 so wie ich mir in meiner Jugend angebaut \u2013 trage es aber mit Freude, wenn Sie lieber Vater, und meine innig geliebte Mutter denken, da\u00df ich Ihrer Liebe nicht ganz unw\u00fcrdig bin. &#8211; Sie k\u00f6nnen glauben, da\u00df ich in der Welt nichts sehnlicher und aufrichtiger w\u00fcnsche, als Sie gl\u00fccklich und zufrieden zu wissen, den<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> <em>mein Gl\u00fcck und meine eigne Zufriedenheit<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> hengt damit so eng zusammen, da\u00df ich keinen vergn\u00fcgten Augenblick erleben k\u00f6nnte, ohne die Erf\u00fcllung meines Wunsches zu hoffen. \u2014 Von Messina werde ich die Tour der ganzen Insel Sicilien machen \u2013 und mich endlich in Palermo<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> nach Neapel einschiffen. Diese Reise ist eine neue Ausgabe, die ich nicht berechnet habe \u2014 ich denke aber, da\u00df es <em>ungeschickt<\/em><a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> w\u00e4re, sie nicht zu unternehmen, den<sup>1<\/sup> es ist doch wahrscheinlich, da\u00df ich nie oder wenigstens nicht so bald, in die M\u00f6glichkeit kommen werde \u2013 dieses int\u00e9ressante Land kennen zu lehrnen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe in einer meiner Briefe die ich Ihnen von hier geschrieben habe, gesagt, da\u00df ich gegen 500 ducaten bei dem Banquier Calvert Bell<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> aufnehmen werde, um meine Reise von Patras hierher, meinen Aufenthalt in Malta, und die Reise nach Messina zu bestreuten. In ducaten w\u00fcrde ich aber gar zu viel verlieren, daher werde ich\u2019s in Gulden oder Thaler berechnen, und meinen Wechsel geradetzu an Arnstein<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> senden. Nach <em>meiner Rechnung<\/em><a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> hab\u2019 ich also bis zum heutigen Tag 2834 # von meinen Credits Brief ausgegeben. Ich will keine Entschuldigung dieser gro\u00dfen Ausgabe machen &#8211; Glauben Sie mir aber, lieber Vater, da\u00df ich mit dem Anstand der nothwendig ist, alle unn\u00f6thigen Ausgaben, vermeide, und in allen, eine gro\u00dfe Oeconomie beobachte. Mehr von allen diesen \u2013 in Wien. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erwarte mit Sehnsucht Ihre Briefe in Neapel zu finden \u2013 die mich dan bestimmen werden, was mit meiner Zukunft geschehen soll. \u2013 Man sagt, da\u00df unser Kaiser in Neapel sein wird \u2013 wenn ich dahin komme \u2014 Mir ist das ein sehr erw\u00fcnschter Zufall \u2013 und vieleicht werde ich gut machen k\u00f6nnen, was ich bis jetzt verdorben habe. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe hier die Aquisition von 100 bouteillen Marsalla und eben so viel Catania Wein gemacht<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> \u2014 das einzige Andenken aus der Insel Sicilien. \u2013 Das Haus Calvert Bell wird es besorgen und nach Triest an das Haus \u201eReiger und Schlick\u201e<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> senden,<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> dem ich die Ordre gab, bis auf meine weitere Entscheidung, den Wein in seinen Keller in Triest aufzubewahren. \u2013 Sollte eine Rechnung an Sie kommen, so haben Sie die G\u00fcte es zu bezahlen \u201ees wird eine Kleinigkeit sein\u201e.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df Sie alle meine Gesch\u00e4fte, so gut sind, zu besorgen und zu verwalten, danke ich Ihnen, nebst andern so vielen Gnaden, deren Sie mich theilhaftig machen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber bitte ich Sie um den Seegen, und den meiner lieben Mutter. Ich umarme Sie beide aus ganzen Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<p><em>Malta den 28 M\u00e4rz 1819<\/em><sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Two words deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> The letters are unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> An Italian town at the northeastern tip of Sicily, in the bay of the same name.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> A coastal town in northern Sicily.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> English banker living in Malta.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Baron Nathan Adam Arnstein (1748\u20131838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein &amp; Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Marsalla is located in the west of Sicily and Catania in the east of the island, both were famous for their wines.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a>Bankers and merchants in Trieste.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Malta, 28 March 1819. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He arrived in Malta 18 days ago and will leave the next day for Messina, from where he plans to tour the whole island and then on to Naples. He does not know whether his father has received his letter, or whether he has received the ones that he has sent so far. He borrows 500 ducats from an English banker in Malta to cover his travel expenses, bringing his total to 2834 ducats.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[3544,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4515],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4518],"place_of_publication":[4519],"class_list":["post-13655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-money","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-malta-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-7-en","place_of_publication-zichy-289-291-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13655"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13655\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13658,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13655\/revisions\/13658"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13655"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13655"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13655"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13655"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13655"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13655"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}