{"id":13667,"date":"2021-12-10T13:51:57","date_gmt":"2021-12-10T13:51:57","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/szechenyi-ferenc-143\/"},"modified":"2026-05-10T15:32:02","modified_gmt":"2026-05-10T15:32:02","slug":"szechenyi-ferenc-143","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/csalad-en\/szechenyi-ferenc-143\/","title":{"rendered":"Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Messina den 11<sup>ten<\/sup> April 1819<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber guter Vater, endlich hab\u2019 ich alle Quarantaine \u00fcberstanden und kann mich endlich in die Zahl der Khristlichen-Einwohner rechnen. Die Gefahr der Pest ist auch \u00fcberstanden. \u2013 Die Comission der \u00f6ffentlichen Gesundheit=anstallten, hat aus <em>besonderer R\u00fccksicht<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> f\u00fcr meine <em>bedeutende Person<\/em>,<sup>2<\/sup> die T\u00e4ge meiner Passage von Malta hierher in die Quarantaine mit eingerechnet \u2014 und da selbe von 9 Tagen war \u2013 blieben wir 5 oder ganz aufrichtig gesprochen nur 4 Tage in einer miserablen, engen und ungesunden Gefangenschaft.<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> \u2013 Ein englischer Reisende kam auf den selben Schif mit mir hierher und bekam unter meiner protection heute seine Freiheit. Mehrere seiner Freunde, die um einige T\u00e4ge vor uns Malta verlie\u00dfen, sitzen ganz geduldig in dem entsetzlich schlechten Lazaret von Syracusa und werden vor 8 Tagen noch nicht heraus kommen k\u00f6nnen. &#8211; Sie k\u00f6nnen nicht glauben, lieber Vater, wie froh ich bin 20 Tage, angenehmer zubringen zu d\u00fcrfen, als man\u2019s in einer Quarantaine zu thun pflegt. \u2013 Morgen gehe ich nach Reggio<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> \u2014 \u00fcbermorgen nach der Insel Stromboli, und den Tag nach<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> meiner Zur\u00fcckkunft<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> nach dem Berg Aetna. Meine Reise werde ich dann \u00fcber Catania, Syracusa, Giorgenti und Marsalla nach Palermo ohne Aufschub und Zeitverlust antretten, um nicht sp\u00e4ter als den 10<sup>ten<\/sup> Mai in Neapel einzutreffen. Von Palermo werde ich wahrscheinlich auf einer Americanischen Fregate, meine Fahrt nach Neapel machen. \u2013 Im Fall das nicht sein wird, so nehme ich das n\u00e4chste beste Schif: ich bin in der hinsicht so aguerrirt, da\u00df ich mich auf der See wenig um Bequemlichkeiten umsehe \u2013 und bin es ganz und gar gewohnt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Briefe werden mich bestimmen, was ich von Neapel aus anfangen soll. \u2013 W\u00e4re ich ungl\u00fccklich genug keine Ihrer Briefe zu finden, so bleibe ich zwischen Neapel und Rom bis ich welche bekomme. \u2013 Landschulz,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> Ender,<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> und mein Koch, werden in Neapel sich von mir trennen. Der letztere war im Anfang vortrefflich, dan aber machte er sich eine kleine Summe, zuletzt \u2013 \u00e4nderte er sich wieder zu seinem Vortheil, nachdem ich ganz nahe daran gewesen<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>, in einer der jonischen Inseln ihn sitzen zu lassen \u2014 In meinen zwei kleinen See Reisen von Patras nach Malta, und in der von Malta hierher, wie auch in meinen beiden Quarantainen war er von aller gr\u00f6\u00dften Nutzen f\u00fcr mich \u2013 Besonders da mein Kammerdiener Zimmermann,<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> zur See so krank ist, da\u00df er in einer ewigen Ohnmacht, so zu sagen, dahin liegt \u2013 und der Herr Koch ein vortrefflicher See Mann ist. \u2014 Wenn ich den kleinen Speculations Geist \u2014 in seinen Talenten auch gar<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> nicht bemerkt haben wurde, welcher <em>beinahe<\/em><sup>2<\/sup> mit allen K\u00f6chen, ein gemeiner Fehler ist, so denke ich doch, da\u00df ich ihn auch damals verabschiedet h\u00e4tte, da ich mit meinen Aussichten und W\u00fcnschen, mit einem Kammerdiener und einen Bedienten mehr als genug habe! \u2013 Die beide von der aller besten Qualit\u00e4t sind, und mehrere Proben ihre Treue und Ehrlichkeit gegeben haben. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Den Herrn Landschulz und Ender werde ich eine Summe Geldes in die H\u00e4nde geben, um da\u00df sie beide ihre Reise von Neapel nach Wien nach <em>Belieben<\/em><sup>2<\/sup> und eignen Wohlgefallen einrichten m\u00f6gen. Mir scheint diese die einzige Art, wie ein Edelmann gegen Lehrer und K\u00fcnstler verfahren soll. \u2013 Von Ender bleiben mir einige charmante Andenken \u2013 Das was ich von Landschulz <em>gewinnen h\u00e4tte k\u00f6nnen<\/em>,<sup>2<\/sup> w\u00e4re f\u00fcr mein ganzes Leben unbezahlbar gewesen, das was ich aber wirklich gewonnen habe, sehr wenig, beinahe gar nichts<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> \u2014 die Schnelligkeit unserer Reise, meine \u00fcble Gesundheit, und mein nicht immer gl\u00fcckliches Gem\u00fcth \u2013 erlaubten mir nicht \u2013 einen seriosen Studium mit Beharrlichkeit nachzugehen \u2014 Meine Jahre sind nicht mehr jene in welchen man gewi\u00df sein kann alles erlehrnen zu k\u00f6nnen, was man wi\u00dfen will. \u2013 \u00dcber das, was ich diesen beiden Herrn, zur Belohnung ihrer M\u00fche, Sorge, Fatigue und am meisten, <em>ihre \u00c4ngsten<\/em>,<sup>2<\/sup> nach vollendeter Reise, zu geben gedenke \u2013 werde ich Ihnen, von Neapel schreiben. Mir scheint aber, da\u00df man f\u00fcr eine <em>Kleinigkeit<\/em>,<sup>2<\/sup> die man mehr giebt, als man \u00e0 la rigueur<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> <em>geben<\/em><sup>3<\/sup> sollte, sich f\u00fcr gro\u00dfm\u00fcthig passiren machen kann: Was nach meinen Begriff \u2014 vis \u00e0 vis<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> von Artisten, nicht gerade entehrend ist. \u2014 Man kann mit solchen Leuten nicht genug splendid sein, den<a href=\"#_ftn10\">[9]<\/a> man ist in ihren H\u00e4nden, weil sie nicht das zu sagen brauchen was sie sahen, sondern was sie sagen wollen \u2013 und ich bin aus der Gesellschaft der Welt, noch nicht ganz heraus, um \u00fcber eine Calomnie zu lachen, da ich von der b\u00f6sen G\u00f6ttin in meiner Laufbahn ohnehin schon mehrmal verwundet wurde.<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> \u00dcbrigens k\u00f6mt man ja in seinem Leben, das zweitemal mit Gelehrten doch nicht zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben Sie mir, lieber Vater, nach Neapel. Ich bitte ihren Seegen und den meiner Mutter, und w\u00fcnsche Ihnen gl\u00fcckliche Osterfeste Gott m\u00f6ge erlauben, da\u00df wir einst alle gl\u00fccklich, vereinigt, und seelig auferstehen m\u00f6gen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Stepherl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Corrected word.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Missing word: war.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> French: at most.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> French: against.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[9]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> See further justification for the count in: SzIN 1. 558.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> A coastal town on the Italian mainland in the city of Messina.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Julius Landschulz was a philologist and teacher of classical languages and literacy, formerly tutor to Count J\u00f3zsef Zichy.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Johann Ender (1793\u20131854), an Austrian painter.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Jakab Zimmermann, Sz\u00e9chenyi&#8217;s servant.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> During the day, he calls him omniscient, but in serious moments he was a coward, a lover of comfort, and he did not value travel.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a>Fortuna, the goddess of fortune, was not very supportive<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Ferenc Sz\u00e9ch\u00e9nyi, Messina, 11 April 1819. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He is out of quarantine and has escaped the plague. The next day he starts his journey in Sicily, and around 10 May he will be in Naples, where he will also part with his men.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3403,3370,3438],"tags":[4528,3417],"language":[3416],"addressee":[3411],"place_of_writing":[4522],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4526],"place_of_publication":[4527],"class_list":["post-13667","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szechenyi_ferenc-en","category-csalad-en","category-the-traveller","tag-quarantine","tag-travel","language-german","addressee-ferenc-szechenyi","place_of_writing-messina-en","qualification-original","place_of_keeping-mnl-ol-p-623-a-i-9-no-44-4-en","place_of_publication-zichy-294-297-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13667"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13667\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13670,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13667\/revisions\/13670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13667"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=13667"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=13667"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=13667"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=13667"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=13667"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=13667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}