{"id":14098,"date":"2021-12-16T11:38:43","date_gmt":"2021-12-16T11:38:43","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/liebenberg-janos-155\/"},"modified":"2026-06-07T07:49:06","modified_gmt":"2026-06-07T07:49:06","slug":"liebenberg-janos-155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/munkatarsak-en\/liebenberg-janos-155\/","title":{"rendered":"J\u00e1nos Liebenberg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\">Debretzin den 9<sup>ten<\/sup> Jul\u04f1 1821<\/p>\n\n\n\n<p>Mit jedem Tag, gewinne ich Sie lieber, mein bester Freund, und an Ihnen mache ich die Erfahrung, da\u00df die Grenzen der Freundschaft und der Hochachtung, so zu sagen, unerme\u00dflich sind; denn vom ersten Beginn unserer Bekanntschaft f\u00fchlte ich dasselbe f\u00fcr Sie, was jetzt \u2014 und doch in keinem so hochen Grade. \u2013 Ich danke meinem Sch\u00f6pfer unz\u00e4hligemal, da\u00df er uns beide auf denselben Weg im Leben zusammenf\u00fchrte, und f\u00fchle, da\u00df dieser Zufall mein Seyn nicht selten erleichtert \u2014 . Vor allen Andern mu\u00df ich Sie noch auf Etwas aufmerksam machen; denn Sie m\u00fcssen nun einmahl in der Zukunft Ihr Verh\u00e4ltni\u00df mit dem Meinem verschmolzen sich denken \u2013, deshalb werde ich immer anstatt sein, <em>unser<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> sagen. Zur Sache also \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin \u00fcber das halbe Leben hinaus;<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> die wenige Erfahrung, die ich mir sammelte, kostete mir f\u00fcrchterlich \u2014 entschlossen f\u00fchle ich mich nunmero ganz dem <em>vollkommenen<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Gute zu leben \u2014 Handle daher ganz nach dem strengsten Recht \u2014 m\u00f6chte aber auch musterhaft leben, und auch den Namen davon haben \u2013 denn es sind so viele Augen auf mich gerichtet \u2014 da\u00df es meine Pflicht zu seyn scheint. Dieser Sinn, der mich belebt, und den ich stets in meiner Seele rege erhalten werde \u2014 zwingt mich zum militair Dienst \u2014 Eins haben wir aber vergessen; und das sind die, von welchen ich am ersten sprechen wollte: das sind die, Armen: \u2014 denen thun wir zu wenig Gutes. H\u00f6ren Sie mich. Dies Jahr ist unser Geld im Beschlag \u2014 wir waren sogar gezwungen Schulden zu machen, und wir k\u00f6nnten uns, durch eine \u00fcbertriebne Scrupulosit\u00e4t in Verlegenheiten setzen \u2014 deren Folgen nachtheilig seyn d\u00fcrften \u2013 1822 wollen wir aber mit aller Gewissenhaftigkeit anfangen den 10 Theil unserer Eink\u00fcnfte j\u00e4hrlich den Armen zu vertheilen. \u2013 Wir k\u00f6nnen durch diese Ma\u00dfregel Seegen unter unsern Unterthanen verbreiten \u2014 und mit der Zeit den Spitalsfond in Zinkendorf vergr\u00f6\u00dfern, wo ich 12 Invaliden fundiren werde \u2014 um auch f\u00fcr den Stand Etwas zu thun, dem ich so lange schwitzte \u2014 und was mehr ist, umsonst schwitzte. Demzufolge, lieber Freund, w\u00fcnschte ich, da\u00df Sie ganz kurz Ihre Gedanken mir in dieser Hinsicht mitheilen wollten, wen ich Sie diesen Herbst in Zinkendorf sehen werde. Sie k\u00f6nnen indessen reiflich dar\u00fcber nachdenken. \u2014 Gott gebe, da\u00df wir diesen Gedanken zur Reife bringen! Mit der Verbesserung unserer Oeconomie wird es mir noch immer ein Spiel seyn, meinen Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen gen\u00fcge zu leisten: denen ich Grenzen und Z\u00fcgel setzen werde. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Was Sie mir von \u00dcrm\u00e9ny schrieben, interessirte mich sehr \u2014 Ich wu\u00dfte im Voraus, da\u00df Ihnen Appel<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> conveniren wird. \u2013 Finden Sie nicht, da\u00df Hunyady<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> sehr freundschaftlich f\u00fcr uns gewesen ist? Auch ich denke die\u00df Jahr zu Hunyady zu gehen \u2014 und dann Appel bitten, zu uns nach Zinkendorf zu kommen. Es wird ihm gefallen \u2014 und wir werden in der Zukunft stets in einiger Verbindung mit ihm seyn, was ich w\u00fcnsche.<\/p>\n\n\n\n<p>Hunyadys Gedanke, da\u00df die Wettrennen nicht auf unsern eignen G\u00fctern geschehen sollen, finde ich excellent, und ich bin fast entschlossen, mein Zinkendorfer Praemium in Oedenburg zu geben. Wo aber? Erfahren Sie das.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, wie ich mich freue in meinem neuen Zimmer wohnen zu k\u00f6nnen, wenn ich Anfangs 8<sup>ber<\/sup> nach Zinkendorf komme. \u2014 Der Fu\u00dfboden meines Zimmers wird von weichen Pfosten. \u2013 Den Platfond und das Spalier k\u00f6nnte der Tapazierer von Wien besorgen \u2013. Ich hab\u2019 ein kindisches Vergn\u00fcgen, wenn ich daran denke, da\u00df Zinkendorf rein und h\u00fcbsch se\u04f1n wird \u2014 An das Heirathen sinne ich auch in manchen m\u00fcssigen Stunden, und Sie k\u00f6nnen mit mir machen, was Sie wollen! Adieu<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Sz\u00e9ch\u00e9nyi<\/p>\n\n\n\n<p>Sagen Sie dem Sahl\u00e4nder<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> recht viel Sch\u00f6nes von mir: ich habe keine Zeit an Ihn jetzt zu schreiben \u2014 und setze mein ganzes Zutrauen in ihn \u2013 Er kann aber auch mir vertrauen!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with two lines.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> He refers that he will turn 30 in September.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> K\u00e1roly Appel, livestock manager to Count J\u00f3zsef Hunyady the Elder.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Count J\u00f3zsef Hunyady the Elder (1773\u20131822), owner of the villages of \u00dcrm\u00e9ny and Holics.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> Thomas Sahl\u00e4nder (1788\u20131855), Sz\u00e9chenyi\u2019s stable master. In 1821 he was contracted to Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine J\u00f3zsef and then by Palatine Istv\u00e1n. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to J\u00e1nos Liebenberg, Debrecen, 9 July 1821. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He is thankful to the Creator for bringing them together on their lives\u2019 journey. He has already lived half of his life, and the little experience he has gained has cost him dearly. He would like to be an example to others, and to have a name for it, which is why he joined the military. In the coming year he wants to be prudent with his income. He was interested to hear the news from \u00dcrm\u00e9ny. He is glad to see his room in Cenk finished.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2284,2285,3388],"tags":[3433,3418,3544],"language":[3416],"addressee":[3419],"place_of_writing":[4617],"qualification":[3769],"place_of_keeping":[4702],"place_of_publication":[2292],"class_list":["post-14098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-munkatarsak-en","category-lunkanyi_janos-en-munkatarsak-en","category-gazda-en","tag-castle","tag-emotions","tag-money","language-german","addressee-janos-liebenberg","place_of_writing-debrecen-en","qualification-copy","place_of_keeping-mta-kik-kt-ms-4229-194-en","place_of_publication-319-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14098"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14101,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14098\/revisions\/14101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14098"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=14098"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=14098"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=14098"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=14098"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=14098"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=14098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}