{"id":14343,"date":"2021-12-24T05:59:04","date_gmt":"2021-12-24T05:59:04","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/i-ferenc-2\/"},"modified":"2026-06-08T20:24:02","modified_gmt":"2026-06-08T20:24:02","slug":"i-ferenc-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/great-enterprises\/i-ferenc-2\/","title":{"rendered":"Francis I"},"content":{"rendered":"\n<p>Eure Majestaet!<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind mehrere Jahre bereits, dass ich durch das Beyspiel des seeligen Grafen Hunyady<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> angeeifert auf die Pferdezucht mich verlegt habe.<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> So sehr Liebhaberey im Anf\u00e4nge ausschlie\u00dflich der Beweggrund meines kleinen Gest\u00fctes Ursache gewesen ist \u2014 so sehr f\u00fchlte ich sp\u00e4terhin, besonders nach dem Tode des benannten Gf<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Hunyady, dass es meine Pflicht sey als Grundherr von ausgedehnten G\u00fctern, und als Cavallerie-Officier, einer Sache mich anzunehmen, die unter uns Privatleuten tief gesunken, und so zu sagen ganz in Verfall gerathen ist, und welche obwohl Euer Majestaet und die Staats-Oeconomie gro\u00dfe Ausgaben auf selbe verwendet haben, dennoch ihrem Zweck nicht entsprechen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Obschon der Gebrauch des Pferdes \u00e4usserst vielf\u00e4ltig ist, und dasselbe so wie es an Abkunft, Gr\u00f6sse und Gestallt verschieden ist, sich auch zu dem einen oder andern Gebrauch mehr oder weniger qualificirt: so entging mir doch nicht, dass vor allem Andern das Pferd f\u00fcr den Kriegsgebrauch die Aufmerksamkeit derer am meisten in Anspruch nehmen m\u00fcsse, die unabh\u00e4ngig von ihrem eigenen Nutzen und Vergn\u00fcgen ausschlie\u00dflich den einzigen Zweck vor Augen haben: Eurer Majest\u00e4t und des Staates Interesse und Wohl nach Ihren Kr\u00e4ften zu bef\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem kleinen Gest\u00fcte auf meiner Herrschaft Zinkendorf erfuhr ich gleich das erste Jahr, nach dessen Begr\u00fcndung theils wegen meiner Abwesenheit in Italien bey dem Reg. K\u00f6n. Engl. Huss. theils aus Mangel an Sachkenntniss, alle jene Ungl\u00fccksf\u00e4lle, die beinahe jeden Pferdez\u00fcchter treffen, der auf sein Wissen zu viel bauend, diese Wissenschaft nicht geh\u00f6rig ergr\u00fcndet, und ohne die Umst\u00e4nde geh\u00f6rig zu erw\u00e4gen zu Werke gehet: so sehr tr\u00f6stete ich mich nun dar\u00fcber, da sie aus meinem eigenen Verm\u00f6gen bezahlt wurde, und mir noch so viele Zeit \u00fcbrig blieb mit Fleiss und Ausdauer meine Erfahrungen und Kenntnisse, die ich ganz dem Dienste meines Monarchen zu widmen w\u00fcnsche, in dieser Sache so erweitern zu k\u00f6nnen, dass wenige in Euer Majestaets Landen dessen sich r\u00fchmen und schmeicheln d\u00fcrften.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst brauche durch die Pferdezucht nichts zu gewinnen, da mich die Vorsicht ohnehin in unverdient gl\u00fccklichen Umst\u00e4nden zur Welt kommen liess, nicht so aber ist es mit dem gr\u00f6\u00dften Theil der Landwirthe, die bey diesen kargen Zeiten auf den kleinsten Gewinn sehen m\u00fcssen, und denen der unbedeutend scheinendste Verlust schmerzhaft wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Gesichtspunkte urtheilend, verwarf ich von jeher alles das, was in der Pferdezucht ausschliesslich eine Sache der Liebhaberey, des Ehrgeitzes oder Eitelkeit gewesen ist, und trachtete das Pferd allm\u00e4hlig zur Oeconomie, wohin es eingentlich geh\u00f6rt zur\u00fcck zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diess Gesagte \u00e4usserst Schwierige zu erzwecken, stellte ich den Grundsatz auf: \u201edass das Erziehen der Pferde Nutzen f\u00fcr den Staat sowohl, als f\u00fcr die Einzelnen abwerfen m\u00fcsse, wenn sich alle oder doch viele Landwirthe auf dieselbe verlegen sollten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was helfen die wenigen Privat-Gest\u00fcte im Lande, und wie grosse Summen m\u00fcssten Euer Majestaet in das Ausland senden, um die Cavallerie Regimenter mittelm\u00e4ssig beritten zu machen, da doch die vortrefflichsten Rimonten um weniger als den halben Preis in der Monarchie selbst sollten erkauft werden k\u00f6nnen. Durch diese redliche Absicht geleitet, trachtete ich auf den niedrigen Posten zwar auf dem ich stehe, dennoch alles das genau und gewissenhaft zu erf\u00fcllen, was mir obliegt \u2014 daher untersuchte ich die meisten Gest\u00fcte in Ungarn und Siebenb\u00fcrgen, nebst den gr\u00f6\u00dferen Theil der \u00dcbrigen, welche in den Erbstaaten Eurer Majestaet vorhanden sind, ich bildete mich ferner \u00f6ffentlich, und im Privat-Unterricht, in der Veterinaire-Kunde, und war auf dem Punkte durch den Graf Hardegg,<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> dem k. k.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Hofkriegsrathe vorgeschlagen zu werden, eine Reise nach Arabien anzutreten, um die n\u00f6thigen Stuten und Hengste zu einer Pepinier Eurer Majestaet von dorten mitzubringen. \u2014 Diese Versendung hatte zwar nicht Statt, ich aber liess meinen Eifer nicht erkalten, und hegte immer den w\u00e4rmsten Wunsch, die reicheren Gutsbesitzer dahin zu verm\u00f6gen, und zu \u00fcberreden, dass sie durch ausgesetzte Preise und Gewinne, die sie auf die Dauer ihres Lebens, oder auf immer den Pferdez\u00fcchtern zusichern, das Interesse f\u00fcr die Zucht der Pferde wieder erwecken m\u00f6gen, und durch nahmhafte Summen die M\u00f6glichkeit des Gewinnes bewerkstelligen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich dachte immer, dass uns die Pflicht obliege, den gr\u00f6\u00dferen Theil dieser Last, die Euer Majest\u00e4t so viel Geld schon gekostet hat, auf unsere Schultern zu laden. Euer Majest\u00e4t k\u00f6nnen Aller-h\u00f6chst-Sich selbst mit Nutzen der Pferdezucht nicht widmen \u2014 das zeigt so vielj\u00e4hrige Erfahrung. Unsere Sache muss es seyn, Rimonten f\u00fcr die Armee zu erziehen, die wir nach meinen genauen und untr\u00fcglichen Rechnungen um weniger als den jetzt bewilligten halben Rimonten-Preis, mit der Zeit in der besten Qualit\u00e4t und der gew\u00fcnschten Zahl liefern werden k\u00f6nnen, wenn wir die Aussicht haben d\u00fcrfen, an einigen erzeugten F\u00fcllen schadlos gehalten zu werden, und wenn Euer Majest\u00e4t die Gnade zu haben geruheten, f\u00fcr unsere redliche Absicht und rastlose M\u00fche Allerh\u00f6chst Dero Zutrauen uns schenken zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe die Gnade gehabt das vergangene Fr\u00fchjahr 1822 mich Euer Majest\u00e4t zu F\u00fcssen zu legen,<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> und zugleich den Vorschlag zu einem Preisrennen, welches ich sammt f\u00fcnfzehn anderen Grundherrn in der Monarchie \u2014 einstweilen aber in Pest zu begr\u00fcnden w\u00fcnschten \u2014 Allerunterth\u00e4nigst zu \u00fcberreichen. Die Huld mit der mich Euer Majest\u00e4t zu empfangen geruheten, war f\u00fcr mich der Lohn, den ich zu erreichen gewunschen habe, und ich begab mich darauf unverz\u00fcglich nach England, wo ich mich durch sechs Monate ausschlie\u00dflich der Untersuchung der Pferdezucht widmete.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach so vielen Ausgaben die ich gemacht, die Zeit und M\u00fche die ich verwendet \u2014 haben mich \u00fcber so manches aufgekl\u00e4rt, vorurtheilsfrey gemacht, und ich sehe und beurtheile jetzt das ganze Pferdewesen, dessen Erzeugen, Erziehen und Verwenden mit ganz kaltem Blute, ohne der mindesten Leidenschaft: und blos das Gef\u00fchl meiner Plicht bestimmt mich diese Schrift mit der Bitte Euer Majest\u00e4t zu F\u00fcssen zu legen, dass Allerh\u00f6chst selbe gn\u00e4digst aufzunehmen, und zu beherzigen geruhen m\u00f6chten, zugleich aber auch als einen Beweis anzuerkennen, dass mich weder eigenes Interesse noch Liebhaberey leitet, sondern dass ich nur Euer Majest\u00e4t und dem Staate dadurch zu dienen w\u00fcnsche.<\/p>\n\n\n\n<p>Meinen Bemerkungen zu Folge ist die Meinung \u00fcber die englischen Pferde getheilt. Manche lieben dieselben in dem Grade, dass sie Alle in irgend einem andern Gezogenen f\u00fcr schlecht und untauglich halten. Andere dagegen sind dermassen gegen sie eingenommen, dass sie selbe ausschliesslich f\u00fcr das Wettrennen, und die Jagd, keineswegs aber zum Militaire- und Kriegs-Dienste tauglich erachten. Diese letztere Meinung scheint besonders auf die Erfahrung gegr\u00fcndet zu seyn, die wir in den Feldz\u00fcgen 1792 gegen Frankreich sammelten, wo wir Gelegenheit hatten die englische Cavallerie zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir aber erw\u00e4gen wieviel von der Erziehung der Pferde abh\u00e4ngt, ihrem Aclimatisiren, insbesondere aber von ihrer Haltung, Sattlung, Z\u00e4umung und endlich von der Disciplin der Truppe selbst, dann werden wir uns \u00fcber den schlechten Zustand der damaligen englischen Cavallerie und ihrer Untauglichkeit nicht mehr wundern k\u00f6nnen. Ich sah in neueren Epochen die englische Cavallerie mit solchen Pferden beritten, dass, h\u00e4tte sie unsere Art zu reiten, zu z\u00e4umen und zu exerciren, sie die allervorz\u00fcglichste in der Welt seyn m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das englische Pferd zum Bivouac<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> untauglich sey, ist durchaus falsch und durch meine eigene Erfahrung sattsam widerlegt. Nat\u00fcrlich ist es, dass wenn man im Winter Pferde mit Sommerhaaren reiten will, und selbe in diesem Zustande vom warmen Stall in das Bivouac nehmen w\u00fcrde, sie sogar nicht gebraucht werden k\u00f6nnten. Warum w\u00fcrden sie aber zu diesem Zwecke untauglich seyn, wenn sie zumal in England in den Gest\u00fcten Winter und Sommer, bey Tag und Nacht im Freyen sind, und wenn sie in diesem letzten harten Winter, bey mir auf dem Lande ohne den geringsten Nachtheil, zur Verwunderung Mancher die das gesehen haben, im Freyen unter einer halb offenen Schupfe \u00fcberwintern konnten?<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Engl\u00e4nder auf das h\u00e4rtere Erziehen ihrer Pferde kein besonderes Augenmerk richten, ist aus dem zu erkl\u00e4ren, dass die Cavallerie so zu sagen nicht ihre Waffe ist. \u2014 Wie leicht k\u00f6nnten sie das aber bezwecken, wenn sie in der Lage w\u00e4ren, in welcher Euer Majestaets Staaten sich befinden. \u2014 Uns Gest\u00fcts-Innhabern muss es also Pflicht seyn, unsere Pferde hart, und zum Kriegsdienste zu erziehen. Das Vorurtheil in dieser Sache ist aber so gross und eingewurzelt, dass man es kaum bek\u00e4mpfen kann, was doch so leicht zu seyn scheint, wenn man erw\u00e4gt, das alle Jene, die das englische Pferd zum Bivouac als untauglich erkl\u00e4ren, sich auf orientalische Pferde verlegen, die doch in der K\u00e4lte, ohne guter Wartung, Futter und im Bivouac gewiss die allerschw\u00e4chsten und untauglichsten sind \u2014 f\u00fcr welche ich wieder durch eigene Erfahrung in meinen zw\u00f6lf monatlichen Reisen im Orient \u2014 wenigstens so gut b\u00fcrgen kann, als jene, die nie da gewesen sind, f\u00fcr das Gegentheil.<\/p>\n\n\n\n<p>ln meinem sechs monatlichen letzten Aufenthalt in England, wo ich mich wie gesagt glatterdings mit nichts Anderem besch\u00e4ftigte, als mit der Besehung der Gest\u00fcte, der Pferdezucht durch P\u00e4chter, dem Preislauf \u2014 kurz mit nichts Anderem, als was zu dem Wesen des Pferdes geh\u00f6rt \u2014 fand ich nach allen Nachforschungen und Beweisen, die eine lange Erfahrung gegeben hat, den Grundsatz, den ich schon fr\u00fcher aufgestellt, f\u00fcr bew\u00e4hrt und f\u00fcr unumst\u00fcrzlich, dass n\u00e4hmlich \u201eder Gewinn durch das Erziehen der Pferde m\u00f6glich gemacht werden m\u00fcsse, wenn das Erziehen derselben recht in Schwung kommen soll!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann das aber geschehen, wenn nicht nahmhafte Preise f\u00fcr die besseren Pferde alle Jahre auf immer und zur g\u00e4nzlichen Sicherheit des Publikums gegr\u00fcndet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ankaufspreis der Rimonten in England ist auf achtzehn Louisd\u2019or festgesetzt \u2014 und eine Cavallerie von zehnmal mehr St\u00e4rke, als sie England je bedarfen wird, k\u00f6nnte sich mit Auswahl und sogar mit Restrictionen der Farbe in kurzer Zeit beritten machen, in einem Lande wo das Erziehen des Pferdes zehnmal kann man sagen, ohne zu \u00fcbertreiben, mehr kostet, als in diesen letzten Jahren in manchen Theilen des Staates Eurer Majest\u00e4t gekostet haben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Zeit die ich in England mit Fleiss, Sachkenntniss und den dazu n\u00f6thigen Mitteln zubrachte, konnte ich mich sattsam \u00fcberzeugen, welchen grossen und allgemeinen Einfluss die ausgesetzten Preise auf das Erziehen der Pferde haben. W\u00fcrde die M\u00f6glichkeit eines nahmhaften Gewinnes nicht vorhanden seyn, wie w\u00e4re es m\u00f6glich, dass in dem theurem England hinl\u00e4ngliche Rimonten um achtzehn Louisd\u2018or zu haben w\u00e4ren, w\u00e4hrend selbe um acht und zwanzig Ducaten in unserer Monarchie kaum oder gar nicht gefunden werden k\u00f6nnen, und sie oft in mittelm\u00e4\u00dfiger Qualit\u00e4t (so wie ich sie zu meinen beyden Escadrons, die ich bereits in der Armee Eurer Majest\u00e4t zu commandiren die Ehre hatte, bekam) aus dem Auslande geholet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich untersuchte den Grund wie es m\u00f6glich sey, dass die Regierung in England die besten Pferde um achtzehn Louisd\u2019or ankaufen k\u00f6nne, nachdem durchaus in gar keiner Gegend England\u2019s der Z\u00fcchter sein vierj\u00e4hriges Product ohne einen gewissen Schaden zu leiden, um das doppelte der besagten Summe herzugeben im Stande ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle jene P\u00e4chter, die ich um die Kosten befragte, welche sie in der Zucht ihrer jungen Pferde zu machen gezwungen gewesen sind, hatten mir eingestanden, dass sie bedeutenden Verlust litten. Indessen sah ich durchaus keine Leidenschaft in ihrer Berechnung und musste dazu am Ende nat\u00fcrlicher Weise die Ursache von ihnen erfahren, warum doch beynahe jeder, der eine Stute hat ein F\u00fcllen erzieht, und warum sie jahrelang immerw\u00e4hrenden j\u00e4hrlichen kleinen Verlust gerne dulden und ertragen, weil sie n\u00e4hmlich die Aussicht, M\u00f6glichkeit und Hoffnung offen haben: \u201edurch ein einziges Pferd f\u00fcr allen Verlust schadlos gehalten zu werden\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem nun Gesagten liegt das R\u00e4thsel, und es ist bemerkungswerth zu sehen, wie viele Menschen gleich nach der Begr\u00fcndung der Preisl\u00e4ufe in England auf die Zucht der Pferde sich verlegten! wie viele Tausend Pferde erzogen wurden, um die etwelchen Preise zu gewinnen, und welchen Nutzen das Land davon hatte!<\/p>\n\n\n\n<p>Alles was Euer Majest\u00e4t f\u00fcr die Ermunterung der Pferdezucht gethan haben, mag gut seyn, es hat aber viel gekostet, und doch den gew\u00fcnschten Nutzen nicht gehabt, was ich in aller Unterth\u00e4nigkeit zu bemerken als treuer Unterthan mir erlaube. Ich weiss wie viele und weiche Vorschl\u00e4ge in dieser Sache Euer Majest\u00e4t gemacht wurden, und wie immer und nur immer Allerh\u00f6chst Dero Beutel in Anspruch genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das was ich Euer Majest\u00e4t vorzuschlagen die Ehre hatte kostet nur mir und denen, die Preise geben wollen. Wir bitten nur um die Bewilligung sonst um gar nichts, und wollen f\u00fcr den Erfolg gut stehen. \u00dcbrigens kreutzt der Plan, den wir gemacht haben, mit nichts schon Bestehendem. Auch k\u00f6nnen einzelne Interessen da nicht geschm\u00e4lert werden, wo wie hier das allgemeine Beste, der Vortheil der Armee, vor allen Andern aber der Nutzen Eurer Majest\u00e4t bezwecket und erreichet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Erlauben Euer Majest\u00e4t, dass ich unbefangen fernerhin meine Ansicht \u00e4ussern d\u00fcrfe, nach dem ich von dem Grunds\u00e4tze ausgehe, dass die Pferdezucht zur Oeconomie und Speculation zur\u00fcck gebracht werden m\u00fcsse, so unterfange ich mich hier zu bemerken, dass das v\u00f6llige Gedeihen der Pferdezucht in der Monarchie nicht so sehr von der Zahl und G\u00fcte gro\u00dfer Gest\u00fcte abh\u00e4nge, als wenn sich so zu sagen alle Leute, die ein St\u00fcck Landes haben, und ein Pferd halten k\u00f6nnen, im Kleinen auf das Erziehen des Pferdes verlegen \u2014 denn dadurch allein entstehet das Quantum \u2014 und wo das ist, da kann man aussuchen \u2014 und was viel ist, das ist wohlfeil: und Euer Majest\u00e4t werden am Ende, wenn man die Product-Preise Allerh\u00f6chst Dero L\u00e4nder mit denen in England vergleicht, die Rimonten um zehn Ducaten kaufen k\u00f6nnen. So wohlfeil werden Allerh\u00f6chst Dero Gest\u00fcte nichts erzeugen, wenn auch die gescheutesten und getreuesten Leute an der Spitze des Pferdewesens seyn werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe 1600 Ducaten gesammelt, die verm\u00f6gliche Leute alle Jahre und zum Theil auf immerw\u00e4hrend als Laufpreise zu fundiren w\u00fcnschen. Nebstbey schlug ich einen Verein vor, der dazu gebildet w\u00fcrde, dass das allgemeine Interesse desto mehr in einer so \u00e4usserst verfallenen Sache erweckt werde, dass man \u00fcber das, was zu \u00e4ndern und zu verbessern w\u00e4re, R\u00fccksprache f\u00fchren sollte. Vor allen Andern aber, dass jedes Mittglied Zwanzig Gulden Conv. M\u00fcnze des Jahres beytr\u00fcge, um dadurch was zur Verbesserung der Pferdezucht n\u00f6thig errachtet w\u00fcrde, bewerkstelligen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Begr\u00fcndung der Preise, deren im Anf\u00e4nge nur noch 16 100 Ducaten sind, wird nach und nach das entstehen, dass des Jahres Tausende von Pferden gezogen werden, um diese 16 Preise zu gewinnen, die sonst nicht w\u00fcrden gezogen werden, \u2014 und dass der Gewinn, den ein Z\u00fcchter damals w\u00fcrde machen k\u00f6nnen, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gr\u00f6sser seyn w\u00fcrde, als der, den er jetzt vern\u00fcnftigerweise zu erwarten, berechtigt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann ich zum Beyspiel jetzt f\u00fcr ein selbst gezogenes Pferd wohl bekommen, wenn es noch so gut ist? und was wird es mir dann eintragen k\u00f6nnen, wenn 1600 Ducaten des Jahres zu gewinnen seyn werden? und man allenthalben gute Hengste suchen wird ?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorurtheil zu bek\u00e4mpfen, dass die Rennpferde zu andern Dienst nicht taugen, ist wohl sehr leicht, wenn man die Erfahrung zu Rathe zieht, dass wir alle die englischen Pferde doch vor allen Andern am liebsten reiten, und dass in England ausschlie\u00dflich Cours-Pferde als Bescheller gebraucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber diese Sache denken nun die meisten Gest\u00fctts-Innhaber ganz anders als vorher, und mehrere derselben selbst Graf Ignaz Almasy<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> beehrten mich mit dem Auftr\u00e4ge f\u00fcr sie von England Hengste von der ganz reinen arabischen Race mitbringen zu wollen, die wie bewusst Rennpferde sind, welche durch Wartung und vern\u00fcnftige Paarung vergr\u00f6\u00dfert, und verst\u00e4rkt in ihrem Werthe nat\u00fcrlicher Weise ausnehmend gewonnen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlie\u00dfe hiemit mit dem beruhigten Gewissen, als treuer Unterthan das Meinige f\u00fcr die Verbesserung der Pferdezucht gethan zu haben, doppelt gl\u00fccklich, wenn meine Stimme von dem niedern Standpunkte, auf welchem ich stehe, rein und unaufgehalten bis zu Eurer Majest\u00e4ts H\u00f6he gelangen kann, und dort ein geneigtes Geh\u00f6r, und mir gn\u00e4dige Aufnahme findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Indem ich Euer Majest\u00e4t f\u00fcr die grenzenlose Geduld danke, diese Schrift \u00fcberlesen zu haben, bitte ich zum Schluss Allerunterth\u00e4nigst, sobald als m\u00f6glich den Pferdez\u00fcchter-Verein, so wie den Laufpreis Allerhuldreichst bewilligen und genehmigen zu wollen, indem schon seit l\u00e4nger als einem Jahre, alle Preisgeber mit Sehnsucht der Allergn\u00e4digsten Entscheidung entgegen sehen: weil die Sache gewiss n\u00fctzet, und bestimmt Nichts schadet.<\/p>\n\n\n\n<p>Oedenburg den 29. M\u00e4rz 1823<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Grafen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> kaiserlich-k\u00f6niglichen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> French: camping outdoors.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Count J\u00f3zsef Hunyady the Elder (1773\u20131822), owner of the villages of \u00dcrm\u00e9ny and Holics, an enthusiast of horse racing, he regularly held races on his estate in \u00dcrm\u00e9ny. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> At the end of 1821, Hunyady together with Sz\u00e9chenyi started to unite the supporters of horse breeding and horse racing, and after Hunyady\u2019s death in January 1822, Sz\u00e9chenyi continued to lead the initiative.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> Count Heinrich Johann Hardegg (1778\u20131854) was a cavalry general who, as supervisor of the military stud, introduced several reforms to improve horse breeding.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> See the memorandum of 31 January 1822.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Count Ign\u00e1c Alm\u00e1sy (1751\u20131840), Vice-Chancellor.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Francis I, Sopron, 29 March 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Several years have passed since he started to breed horses at the encouragement of J\u00f3zsef Hunyady. As a landowner and a cavalry officer, he feels obliged to support the cause of horse breeding. In the first year of his work at the small stud farm on the estate at Cenk, he was confronted with the problems that had developed in his absence and without the necessary expertise. Horse breeding should be beneficial to the state and to the individual. It is not good that there are only a few stud farms in the country and the ruler has to pay a lot of money for foreign equipment and horses. He has always believed that it was the duty of the nobility to shoulder the greater part of the burden. He writes extensively about English horses and horse breeding in general. In his view, the efforts of the monarchy in horse breeding are good, but not sufficient. The draft they have drawn up does not conflict with any existing measures, everything is for the good of the country and the monarch. He believes that the prosperity of horse breeding depends not only on the number and quality of stud farms. He has raised 1.600 ducats, which are set as a prize every year by the donors. He also suggested the creation of an association where problems and improvements can be discussed. He thinks it is easy to overcome the prejudice that racehorses are not suitable for other work, as everyone likes to ride English horses. Finally, he asks for permission to form an association and to set up a prize fund for races.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3440,3443],"tags":[3459],"language":[3416],"addressee":[4736],"place_of_writing":[4261],"qualification":[3684],"place_of_keeping":[4796],"place_of_publication":[4797],"class_list":["post-14343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-great-enterprises","category-horse-racing","tag-horse-racing","language-german","addressee-francis-i","place_of_writing-sopron-en","qualification-in-print","place_of_keeping-mta-kik-kt-ms-4229-247-en","place_of_publication-viszota-1910-63-71-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14343"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14346,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14343\/revisions\/14346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14343"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=14343"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=14343"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=14343"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=14343"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=14343"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=14343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}