{"id":14429,"date":"2021-12-24T12:21:11","date_gmt":"2021-12-24T12:21:11","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/liechtenstein-janosne-4\/"},"modified":"2026-06-19T14:43:02","modified_gmt":"2026-06-19T14:43:02","slug":"liechtenstein-janosne-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/youth\/liechtenstein-janosne-4\/","title":{"rendered":"Princess J\u00e1nos Liechtenstein n\u00e9e Sophie F\u00fcrstenberg"},"content":{"rendered":"\n<p>Nun<a href=\"#_edn1\">[a]<\/a> sind es \u00fcber 3 Monate da\u00df ich Sie<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> zum letztenmal sah<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a> \u2013 Es ist kein Tag vor\u00fcbergegangen, ohne, da\u00df ich an Sie <em>nicht<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> schreiben wollte.<a href=\"#_edn4\">[d]<\/a> Ich f\u00fchlte mich aber so leidenschaftlich, so erbittert und ungerecht, da\u00df ich von der Zeit die Ruhe \u2013 meines Gem\u00fctes \u2013 und <em>die richtige Beurtheilung meiner Lage,<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> erwarten wollte, und diese Gelassenheit <em>durch welche<\/em><sup>1<\/sup> man allein \u00fcber seine eigne Lage zu urtheilen im Stande ist \u2013 und sich auch auf dem Standpunkt hindenken kann, von welchem andre Menschen sehen und beurtheilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df ich gegen Sie, Ihre Tochter S\u2013<a href=\"#_edn5\">[e]<\/a> Ihre ganze Familie kann ich sagen, erbittert war \u2013 und noch zu Zeiten bin, kann ich und wollte auch nicht l\u00e4ugnen. Ich sehe, wenn ich meine Leidenschaft nicht bek\u00e4mpfen kann, in Ihnen Allen, so viele Feinde und Widersacher, die meinem hei\u00df gewunschenen Gl\u00fcck entgegenstehen \u2013. Diese Stimmung ist mir aber unertr\u00e4glich \u2014 und am Ende erringt mein Herz den Sieg \u2013 und ich f\u00fchle da\u00df ich Sie und alle die Ihren, doch aufrichtig liebe \u2013 Selbst Ihre Toch<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> S<sup>e<\/sup> die mich recht kr\u00e4nkt \u2013 und in den Augenblick, wo ich so zu sagen von allen Menschen verlassen bin, mich vergessen zu scheint, kein Wort des Trostes mir gibt \u2013 mich verschmachten l\u00e4\u00dft \u2013 Ich kann sagen, da\u00df ich allen meinen Freunden die ich je gehabt<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, minder gut geworden bin, und alle Gef\u00fchle der innigsten aufrichtigsten Freundschaft, deren ich f\u00e4hig bin, in V.<a href=\"#_edn6\">[f]<\/a> und S-<sup>e<\/sup> so zu sagen vereinigte \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe in meinem Leben oft <em>mich<\/em><sup>1<\/sup> get\u00e4uscht und betrogen \u2013 Gegen andre gehandelt, wie ich\u2019s nicht mehr wollte \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>ich will einen Schleyer dar\u00fcber ziehen &#8211; da\u00df ich aber mit Ihnen immer die aufrichtigste Sprache f\u00fchren werde, das schw\u00f6re ich \u2014 und mir alle M\u00fche geben mich selber nicht zu t\u00e4uschen, und in keinem Fall in irgend einer unnat\u00fcrlichen Lage, die Ihnen am Ende doch unangenehm seyn k\u00f6nnte, so unbedeutend ich bin \u2013 Es mag geschehen, was Gott will, bleiben wir gute Freunde!<\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen ist\u2019s leichter, wie mir; \u2013 indessen wird mir\u2018s auch gelingen; denn ich habe viel nachgedacht. In Wien fragte ich mich \u2013 ob H<a href=\"#_edn7\">[g]<\/a> \u2013 f\u00fcr mich passend w\u00e4re \u2013 und ich konnte, bey meiner Ehre nichts anderes, als ein ewiges ja in mir finden \u2013 \u2013 Hier, und so viel vermag die Zeit! lernte ich, mich fragen, ob ich f\u00fcr sie passend w\u00e4re \u2013 und da kommt mir, ich kann\u2019s nicht l\u00e4ugnen, die Sache ganz anders vor \u2013 so beil\u00e4ufig, wie sie Ihnen am 1 Februar vorgekommen seyn mag, wen<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> ich das erstemal mit Ihnen von H<sup>g<\/sup> sprach &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Sonderbar wie sehr wir tr\u00e4umen k\u00f6nnen, &#8211; ich zum wenigsten. Vor drey Monat &#8211; sah ich hell und heiter in die Zukunft \u2013 alle meine W\u00fcnsche &#8211; m\u00f6glich: \u2013 heute sehe ich meine Lage, ich f\u00fcrchte, wie sie ist \u2013 und der letzte Trost den ich in mir finden kann ist Ergebenheit in dem Willen des Allm\u00e4chtigen \u2013 und der Vergleich mit so vielen Tausenden, die ungl\u00fccklicher sind, wie ich es bin<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Erkenntni\u00df meiner Selbst gr\u00fcndet sich meine Hoffnung, da\u00df ich nie aufh\u00f6ren werde, Ihnen mein lebeLang, aus dem Grunde meines Herzens ergeben zu seyn \u2014 ob ich H-<sup>g<\/sup> besitzen werde \u2013 oder nicht: und ich gelobe Ihnen, da\u00df ich <em>eben<\/em><sup>1<\/sup> so<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> <em>als<\/em><sup>1<\/sup> ich<sup>6 <\/sup>auf dem Besitz Ihrer Tochter <em>nie<\/em><sup>1<\/sup> verzicht leisten werde, solang sie frey ist \u2013 \u2013 eben in dem Grade mich bem\u00fchen werde, Ihnen und allen den Ihrigen, so gut zu bleiben, wie ich\u2019s in diesem Augenblick bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schrieb meiner Schw<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>\u2013 S\u2013<a href=\"#_edn8\">[h]<\/a> vor einige Wochen<a href=\"#_edn9\">[i]<\/a> <em>unter andern<\/em><sup>1<\/sup>\u2013 da\u00df ich auser der W. Z.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> und dem I. Bl.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> gar keine Nachrichten erhalte \u2013 Vorgestern bekomme ich von Ihr einen Brief<a href=\"#_edn10\">[j]<\/a> in welchen Sie mir sagt ,,h\u00e4tte ich gewu\u00dft da\u00df dich P<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Liech \u2013 S Este \u2013 (ich nannte Sie beide \u00fcbrigens nicht, das konnen Sie sich vorstellen) so grausam behandeln \u2013 ich w\u00fcrde gerne Dir recht oft geschrieben haben\u201c &#8211; Sagen <em>Sie<\/em><sup>1<\/sup> nichts davon, und auch Ihrer Sorte &#8211; nicht &#8211; Sie liebt mich ja doch gewi\u00df und auch der V\u2013,<sup>f<\/sup> nur erfahre ich\u2019s gar selten oder gar nicht, und bin in dieser Hinsicht unausstehlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens gehet es mir ganz gut. St<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Reisen<a href=\"#_edn11\">[k]<\/a> die Sie mir borgten, las ich mit avidit\u00e4t &#8211; es war hinl\u00e4nglich, da\u00df Ihr Name auf dem ersten Band geschrieben stand \u2013 damit ich sie nicht mehr aus der Hand gab \u2013 Es w\u00fcrden mich sonst, einige, in das Unendliche gezogne Stellen, der Geschichte<sup>5<\/sup> Gelons von Sicilion Z. B.<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> \u2013 <em>gelangeweilet<\/em><sup>2<\/sup> haben &#8211; Es ist mir zu gelehrt, und <em>zu<\/em><sup>1<\/sup> gr\u00fcndlich. Vergeben Sie mir\u2018s da\u00df ich\u2019s Ihnen noch nicht zur\u00fcckgesendet. Es gehen wenig sichere Gelegenheiten von hier nach W\u2013<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with straight line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Tochter<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Missing word: habe.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Instead of wenn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> One word deleted by Sz\u00e9chenyi.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Schwester<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Wiener Zeitung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Intelligenz Blatt<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Prinzessin<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Stolbergs<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> zum Beispiel<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Wien<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Noted on the margin of the draft: \u201c19<sup>ten<\/sup> July expedirt\u201d. This letter was therefore sent.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> Princess J\u00e1nos Liechtenstein n\u00e9e Sophie Josephine F\u00fcrstenberg (1776\u20131848).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> On 5 April 1823 he met Henriett and his mother at the Prater. SzIN 2. 351.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[d]<\/a> See the drafts to her of 29 June 1823.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[e]<\/a> Sophie, Princess Zs\u00f3fia of Liechtenstein (1798\u20131869), wife of Count Vince Esterh\u00e1zy (1781\u20131835), a friend and cousin of Sz\u00e9chenyi. They were married in 1817.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[f]<\/a> Count Vince Esterh\u00e1zy, a friend of Sz\u00e9chenyi (1781\u20121835).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[g]<\/a> Princess Henriett Liechtenstein (1806\u20131886), later married to Count J\u00f3zsef Hunyady (1801\u20131869). For more about Sz\u00e9chenyi\u2019s love for Henriett Liechtenstein: SzIN 2. XLI\u2013LXI.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[h]<\/a> His sister, Zs\u00f3fia (1788\u20131865), the wife of Count Ferdin\u00e1nd Zichy (1783\u20131862).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[i]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[j]<\/a> The letter is unknown.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[k]<\/a> Sz\u00e9chenyi refers to the four-volume work titled <em>Reise in Deutschland, der Schweiz, Italien und Sicilien<\/em>. (Leipzig, 1794) by Count Friedrich Leopold Stolberg (1750\u20131819).<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Princess J\u00e1nos Liechtenstein, Di\u00f3szeg, 19 July 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He hadn&#8217;t seen her for over three months, and there wasn&#8217;t a day that he didn&#8217;t want to write to her, but he felt very bitter and unfair, so he waited until he calmed down. He feels bitter towards the princess\u2019s family, he sees them as enemies, but this feeling is unbearable for him because he loves them. He continues to feel that he and Henriett are a good match. He has also written to his sister, Zs\u00f3fia, that she does not receive news. Otherwise, he is fine, he read Stolberg&#8217;s volumes avidly, but there were a few chapters in them that were too long and he found them boring. He apologises for not sending the books back to Vienna yet.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3518,3448],"tags":[3418,3412],"language":[3416,2287],"addressee":[4754,4757],"place_of_writing":[4680],"qualification":[4185,4187],"place_of_keeping":[4826],"place_of_publication":[4827],"class_list":["post-14429","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ifjusag-en","category-youth","tag-emotions","tag-erzelmek-en","language-german","language-nemet-en","addressee-liechtenstein-janosne-en","addressee-princess-janos-liechtenstein","place_of_writing-dioszeg-en","qualification-draft","qualification-fogalmazvany-en","place_of_keeping-mta-kik-kt-k-222-37v-39v-en","place_of_publication-szin-ii-389-391-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14429"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14432,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14429\/revisions\/14432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14429"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=14429"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=14429"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=14429"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=14429"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=14429"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=14429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}