{"id":14713,"date":"2021-12-28T19:57:39","date_gmt":"2021-12-28T19:57:39","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/zichy-karolyne-seilern-crescence\/"},"modified":"2026-06-20T16:06:59","modified_gmt":"2026-06-20T16:06:59","slug":"zichy-karolyne-seilern-crescence","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/crescence-en\/zichy-karolyne-seilern-crescence\/","title":{"rendered":"Countess K\u00e1roly Zichy n\u00e9e Crescence Seilern"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Liebe<\/em><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><em> theuere Cr.<\/em><a href=\"#_edn1\">[a]<\/a><em> \u2013 Sie haben mir gesagt, da\u00df ich Ihnen nicht schreiben soll, wenn ich f\u00fcr Sie die mindeste Freundschaft habe, empfinde. Ich habe Ihren Wunsch, schwer, aber dennoch verf\u00fcllt &#8211; Ich selbst konnte mein Herz nicht hinl\u00e4nglich, als ich Ihnen dieses in meinem Innern feierlich versprochen habe \u2013 Nach meinen Erfahrungen, in meinem Alter dachte ich damals \u2014 wurde ich mit M\u00fche und mit Beistand meines und Ihres Schutzengels \u2013<\/em><em> <\/em><em>diese tiefe Leidenschaft d\u00e4mpfen, unterdr\u00fccken k\u00f6nnen, \u2013<\/em><em> <\/em><em>diese Leidenschaft, die ich mir vorwerfe, die ich nicht billigen kann \u2013 die aber zu tiefe Wurzel in meinem Herzen schlug \u2013 und da\u00df ich nunmehro hoffen k\u00f6nnte, sie schw\u00e4nden, oder vermindern zu sehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Glauben Sie aber, liebe \u2013 , da\u00df ich Sie ehrlich liebe \u2013 und \u00fcber meine Gef\u00fchle, die mich an Sie binden, nicht zum err\u00f6then brauche \u2013, \u2013 die Hochachtung die Sie mir einfl\u00f6\u00dfen, \u00fcbersteigt vielleicht noch das Feuer was in meinem Herzen gl\u00fcht. \u2014 Ich kenne Ihre Lage \u2013 ich verstehe Sie ganz, \u2013 und<\/em> ich kann Ihnen schw\u00f6ren \u2013 da\u00df ich nicht im Stande w\u00e4re \u2013 das Bewu\u00dftseyn Ihrer reinen Unschuld, Ihrer Tugend, die Sie, Sie glauben gar nicht, wie sehr versch\u00f6nert \u2013 und adelt \u2014 mit einem einzigen Gedanken des Vorwurfs zu tr\u00fcben. Ich bin nicht zum Laster geboren, \u2013 was ich auch immer in meinem Leben mir leider vorzuwerfen habe \u2013 was viel ist. \u2014 Nein gewi\u00df nicht ich schw\u00f6re es Ihnen \u2013 Ich m\u00f6chte lieber \u2013 von meiner Heimat verbannt, von allen vergessen seyn \u2013 und das ist schrecklich \u2013 als den Frieden Ihrer Seele brechen. <em>Da\u00df ich Ihnen kein Vertrauen einflie\u00dfe \u2013 mu\u00df ich leider glauben, und das Herz bricht mir, wenn ich denke \u2014 da\u00df ich mein ganzes Gl\u00fcck f\u00fcr gar nichts \u2013 nicht einmal f\u00fcr wirkliche Theilname verloren habe \u2013.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Meine Schwest.<\/em><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> <em>S\u2013<\/em><a href=\"#_edn2\">[b]<\/a><em> der es Gott vergeben mag, da\u00df Sie in Ihre ungl\u00fcckseliger [\u2026]<\/em><a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> <em>das ist, wie ich nur durch Sie liebe Cr., \u2013 mit welcher Exaltation mit welcher Tugend ich Sie liebte \u2013 Ich schrieb Ihr nie von Ihnen ein anderes Wort, als zu wissen, ob Sie wohl sind \u2013. Ach Sie [\u2026],<\/em><sup>3<\/sup><em> vielleicht mit guten Willen meine Wunden zu heilen \u2013 Da\u00df ich Ihnen immer gleichg\u00fcltig gewesen sey \u2013 da\u00df Sie beynahe das Andenken meiner Liebe \u2014 in Ihrem Herzen [\u2026]<\/em><sup>3<\/sup><em> haben.<\/em> <em>Ich blutete nur noch schmerzlicher \u2013 meine Wunden waren aber nicht geheilt \u2014. S<\/em><sup>b<\/sup><em>\u2014 ahndete nicht, da\u00df in menschlicher Brust \u2013 so reine Liebe leben k\u00f6nne \u2013. Ich vergab es, es Ihr damals schon \u2014 und nie wird Sie ein Wort des Vorwurfes von meinen Lippen h\u00f6ren \u2013<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da\u00df ich Ihnen aber alles dieses sagen mu\u00df \u2013 nachdem ich vor dem Dr\u00fccke aller der Gef\u00fchle, die mich zu dem leidensten und bedauernsw\u00fcrdigsten Menschen machen, \u2013 beynahe erligen mu\u00df \u2014 werden Sie nat\u00fcrlich und verzeihlich finden. \u2013 Ich habe den Dienst verlassen und werden den Kommenden Sommer meine Gesch\u00e4fte ordnen, um sodann meiner Heimat, meine wenigen Freunden ein langes Lebewohl zu sagen. In welchen \u00d6den, in welcher Weltgegend ich dann auch herumirren sollte \u2014<\/em> Ihr Andenken wird mein Herz ganz erf\u00fcllen \u2013. Ich habe auf alles h\u00e4usliche Gl\u00fcck Vorsicht geleistet \u2013 seitdem ich Sie kenne \u2013 k\u00f6nnte ich f\u00fcr eine andre Liebe nur heucheln aber nie empfinden \u2014: und ich werde mein Gl\u00fcck meine Zufriedenheit, auf dem schweren rauhen aber edlen Weg der Tugend suchen \u2013. Sie haben mich schon jetzt zu einem besseren Menschen gemacht \u2013 Ach wenn ich nur einstens meinen Landsleuten und meinen mit Menschen, \u2013 wirklichere Dienste leisten k\u00f6nnte &#8211; als ich\u2019s bis jetzt gethan &#8211; Es w\u00e4re Ihr Werk. Ihnen nicht mi\u00dffallen, \u2013 von Ihnen geachtet von Ihnen schwesterlich geliebt seyn \u2013 <em>ist das Einzige wornach ich strebe \u2013 und ich f\u00fchle in meinem Innern, da\u00df ich nur dann auch Ihr Theilname wirkliches Anspruch machen darf \u2013 wenn ich mich nicht nur tugendhaft nenne, sondern es auch bin \u2014. Bis jetzt konnte ich diese Sie \u00fcber mich nicht gewinnen \u2014 Sie mit jener meiner Unschuld zu lieben \u2013 als ein Bruder seine Schwester zu lieben pflegt \u2013 Ihre Sch\u00f6nheit, Ihre Tugend, Ihre Reitze halten mich festgezaubert \u2013 ich schw\u00f6re Ihnen ich w\u00fcrde den Tod mich scheuen \u2013 wenn ich Sie einmal [\u2026]<\/em><sup>3<\/sup><em> mein Herz dr\u00fccken k\u00f6nnte \u2014<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nun aber zur Sache \u2013 Vergeben Sie wenn ich als Ihr aufrichtloser Freund, mit Ihnen sprach \u2013 Sie sind sehr jung, Ihren heiteren Sinn gr\u00e4ust an Leichtsinn \u2013 Ihre Unschuld ahndet keine Gefahr. Kalter Verstand \u2013 hat noch viele Waffen, gegen ihr sorgenloses Kindlicher Gem\u00fct. O ich kenne Sie so gut \u2013 Sie sind allen Gefahren des Lebens nicht entgangen \u2013 und Ihre Seele ist nicht f\u00fcr die S\u00fcnde geschaffen \u2013 Ihr Mackelloses Gewissen w\u00fcrde dem Kleinsten Vorwurf erliegen. \u2014 Weniger reines Bewu\u00dftseyn w\u00fcrde Sie t\u00f6dten. \u2013 Sie k\u00f6nnten es nicht \u00fcberleben, m\u00fc\u00dften Sie sich sagen \u2013 ich bin minder tugendhaft. \u2014<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Lassen Sie mir also, mir des nicht auf dieser Erde besitzt was ist f\u00fcr sein Alter Freunde versprechen \u2013 diese s\u00fc\u00dfe Hoffnung zur\u00fcck, &#8211; Sie nie weniger tugendhaft zu sehen finden, als Sie jetzt sind \u2013 Lassen Sie mir, ich habe sonst gar nichts \u2013 des Traumgebild \u2013 da\u00df ich datzu Leitung Ihre Tugend zu erh\u00f6hen, nachdem ich durch Sie wirklich besser w\u00fcrde. Sollten sie Augenblicke der Schw\u00e4che haben, so denken Sie da\u00df ein Ungl\u00fccklicher Sie an den Ufern der Niagara um Ihrer Tugend willen \u2013 verlebt, Sie nun als sein Lebenheil liebt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Antal Tasner crossed out most of the letter, but the text remained legible. The crossed-out and legible portions are set in italics throughout.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Schwester<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Unreadable section.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> K\u00e1rolyn\u00e9 Zichy, born Maria Crescentia Caroline Maximiliana von Seilern und Aspang, Austrian countess (1799\u20131875), Sz\u00e9chenyi met her in 1818. He first mentioned her in his diary in 1824, and fell in love with her in February 1825. Crescence was the wife of Count K\u00e1roly Zichy (1778\u20131834) at that time, and after a decade of seemingly hopeless love, they were married on 4 February 1836.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> His sister, Zs\u00f3fia (1788\u20131865), wife of Count Ferdin\u00e1nd Zichy (1783\u20131862).<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Countess K\u00e1roly Zichy, Bratislava, 22 October 1825. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Crescence has asked him not to write to her if he felt the slightest friendship for her. With difficulty, he complied. He sincerely loves her and understands her situation. He has left the service, will have his affairs in order by next summer, and then will bid his country farewell for a long time. Wherever he goes in the world, her memory will fill his heart. To the point, he asks for forgiveness if he has not been an honest friend. Her innocence is not in danger. He knows her well; he knows that her soul is not made for sin. Her conscience is impeccable, and the slightest prejudice would undermine it. Through her virtue he himself is bettered.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4946],"tags":[3418],"language":[3416],"addressee":[4950],"place_of_writing":[4645],"qualification":[4185],"place_of_keeping":[4948],"place_of_publication":[4949],"class_list":["post-14713","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-crescence-en","tag-emotions","language-german","addressee-countess-karoly-zichy","place_of_writing-bratislava","qualification-draft","place_of_keeping-mta-kik-kt-k-223-104v-106v-en","place_of_publication-szin-2-637-fenyo-2001-5-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14713"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14716,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14713\/revisions\/14716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14713"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=14713"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=14713"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=14713"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=14713"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=14713"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=14713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}