{"id":14753,"date":"2021-12-28T22:02:14","date_gmt":"2021-12-28T22:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/uncategorized\/metternich-3\/"},"modified":"2026-06-20T16:56:29","modified_gmt":"2026-06-20T16:56:29","slug":"metternich-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/the-politician\/metternich-3\/","title":{"rendered":"Prince Metternich"},"content":{"rendered":"\n<p>Euer Durchlaucht<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"#_edn1\">[a]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben sich mir gegen\u00fcber so gestellt, so wie ein Mann zum Manns ohne der Auszeichnung des Raums, blo\u00df nach seinem innern Werthe, stehet. Sie haben Vertrauen in mir, und glauben, da\u00df ich ein rechtschafener und auf gekl\u00e4rter Mann bin, und da\u00df meine Handlungen aus wirklicher Tugend, quillen. Ich werde dieser vortheilhaften Meinung entsprechen. Die Zeit wird es lehren. Seit vielen Jahren trachte ich dem h\u00f6chstm\u00f6glichen Grad von moralischer Unabhengigkeit zu erreichen, und die Ruhe meines Gewissens, und die innere Zufriedenheit, die ich f\u00fchle, deuten mir an, da\u00df ich diesem Ziel, welchem ich mit dem festesten Willen entgegen schreite, n\u00e4her ger\u00fcckt bin. In dieser unabhengigen Lage und Stimmung, kann ich E. D.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Dienste vielleicht leisten, die sie von einem jedem Andern vergebens suchen w\u00fcrden; denn auf mich k\u00f6nnen Sie keinen andern Einflu\u00df haben, und je bekommen, auser den, den Sie wegen Ihren Kenntnissen Ihrer Erfahrung, und Ihrer durchdringenden Vernunft, schon jetzt auf mich aus\u00fcben. Ich habe in meinem Leben keinem Menschen mein ganzes Innere, so wie ich es E. D.<sup>2<\/sup> nur offenbare, aufgedeckt. Wenn ich auch das Urtheil anderer nicht verrachtete, so war es mir doch gew\u00f6hnlich geleichg\u00fcltig und ich fand kein Gem\u00fct, das Meinige zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Einsichts Gabe ist sehr tr\u00e4ge und ich finde nicht gleich, wenn man mir einen Grundsatz aufstellt, oder irgend eine Sache auseinandersetzt, die mir auf keinem festen Boden zu stehen scheint, \u2013 wo es fehlt; ich f\u00fchle aber da\u00df es irgendwo hinkt. Glauben E. D.<sup>2<\/sup> also ja nicht, da\u00df ich den 8<sup>ten<\/sup> X<sup>ber<\/sup> als ich mit Ihnen zu reden die Ehre und wirklich das gro\u00dfe Vergn\u00fcgen hatte,<a href=\"#_edn2\">[b]<\/a> in allem mit Ihnen gleicher Meinung gewesen sey, obschon ich nicht widersprach. Ihre Beredsamkeit, Ihre Lebhafte Darstellungs Gabe, und dann wirklich das unendlich interessante Ihrer Erfahrungen und Ihrer ganzen Lage, ri\u00df mich so schnell mit sich fort, da\u00df ich obschon wie Sie bemerkt haben, kein Auge von Ihnen verwendete, und ganz Geh\u00f6r war, Ihnen gar nicht nachkommen konnte. Ich will Z. B.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> nur das anf\u00fchren, da\u00df Sie behaupteten, da\u00df jetzt mehr Tokayer Wein nach Pohlen und Ru\u00dfland aus Hungarn gef\u00fchrt wird, wie vormals. Sie m\u00f6gen was immer f\u00fcr Beweise haben, es ist wo ein Rechnungsfehler, ich wette obschon ich gar keine Data habe. E. D.<sup>2<\/sup> wollen aber befehlen, da\u00df ich diese Sache nach meiner Art untersuche, ich glaube sie haltet Feuer und Wasser Probe nicht aus. Schaden kann es nicht sondern vielleicht nutzen; den<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> solche Aufkl\u00e4rungen geben sodann Aufschlu\u00df f\u00fcr andere Knoten. Ist indessen meine Behauptung falsch, so sollte die Sache wirklich \u00f6ffentlich bekannt gemacht werden. Das Gute was daraus entst\u00fcnde ist gar nicht zu berechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>E. D.<sup>2<\/sup> sagten sodann, da\u00df der K\u00f6nig so constitutionel ist, und sich auf einen so constitutionellen Boden stellen wird, da\u00df alle jene sammt meiner geringen Person, die bey der Opposition sind und verbleiben eo ipso<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> anticonstitutionel seyn w\u00fcrden\u201e. Verzeichen<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> E. D.<sup>2<\/sup> das ist nach meinem Begriff ein Sophisme. Es kann keine politische Oeconomie ebenso wie keine Machine, ohne Opposition oder Gegendruck, bestehen. Die Reder<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> w\u00fcrden wanken, die sodann aus ihren Heften springen &amp; Es w\u00e4re h\u00f6chst gef\u00e4hrlich und unrecht wenn der K\u00f6nig aus seinem K\u00f6nigs Felde treten, und nicht vor allem anders seine heiligen Kron und Ma\u04f1est\u00e4ts Rechte, mit aller Kraft vertheitigen<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> w\u00fcrde \u2013 eben so wie die St\u00e4nde, das zu was sie recht haben, mit m\u00e4nnlicher W\u00fcrde erhalten m\u00fcssen. Um das auszugleichen, um zu wissen n\u00e4hmlich, wie wie<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> die Rechte des K\u00f6nigs, und wie weit die der St\u00e4nde gehen, ist der Landtag bestimmt. Zeit Verlust Unannehmlichkeiten &amp; sind die <em>nat\u00fcrlichen<\/em><a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Resultate eines solchen Landtages, \u00fcber die E. D.<sup>2<\/sup> hinwegsehen. Bleibt aber der K\u00f6nig bey seinem Rechte, die Nation bey den ihren,<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> dann ist die Machine Compact, der Staats K\u00f6rper Gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Sache ist es aber gar nicht, unser neuliches Gespr\u00e4ch jetzt pedantisch auf den Fingern wieder herzuz\u00e4hlen \u2013 lassen wir das fallen. Ich will E. D.<sup>2 <\/sup>auf etwas ganz anders f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>E. D.<sup>2<\/sup> haben eine gute Meinung von mir, die ich Gottlob verdiene. Ich f\u00fchle mich sehr unabhengig (vergeben <em>E. D.<\/em><sup>2 10<\/sup> da\u00df ich das so oft erw\u00e4hne, ich bilde mir aber etwas darauf ein es ist meine schwache Seite) Ich will deshalb mit dem Muth eines rechtschaffen Mannes, einige meiner Ansichten mittheilen, und an Sie dadurch so zu sagen einige Fragen stellen. Wir werden uns dann n\u00e4hern m\u00fcssen, oder ganz trennen, das sehe ich voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sagten (erlauben Sie, da\u00df ich nur noch das Einzige in Ihr Ged\u00e4chtni\u00df zuruckrufe), vous passerez pour un faux fr\u0113re,<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> &#8211; Sie werden ein trauriges Ende haben, es mit allen beiden Theilen verderben. &amp;. Ich schw\u00f6re E. D.<sup>2<\/sup> da\u00df mir das ganz gleichg\u00fcltig ist. Ich sehe und durchdenke das Leben, den Lohn das Ende der besten und tugendhaftesten M\u00e4nner die gelebt haben; ich \u00fcberdenke die K\u00fcrze des menschlichen Lebens, und setze mich \u00fcber das Urtheil der Menge weit hinaus \u2013 habe es in meinem Leben nicht geachtet. Er w\u00fcrde mir aber weh, sehr weh thun, von Ihnen verkannt, f\u00fcr falsch oder f\u00fcr doppelsinnig gehalten zu werden. Darf ich aufrichtig sprechen? Ich kenne, wenn ich mich so ausdr\u00fccken darf, Ihre politische Religions Meinung in ihrer Tiefe nicht \u2013 oder grade heraus, ich kenne Ihre Grunds\u00e4tze nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe die Meinigen. Gott beh\u00fcte da\u00df ich sie f\u00fcr besser aussprechen wollte als die Ihren. Sind die meinigen aber nicht die Ihren, so will ich \u2014 bevor Sie oder ich mich nicht werde ge\u00e4ndert haben, lieber kein Wort von Gesch\u00e4ften mit E. D.<sup>2<\/sup> mehr sprechen, und gehe meinem offenen ehrlichen Weg, weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Dienste kann ich Ihnen und dem Lande ohnehin nicht leisten, aber selbst das Wenige, was ich zu leisten im Stande w\u00e4re, w\u00fcrde mir gewi\u00df mi\u00dflingen, wenn es gegen meinem Glauben, mein Ansichten w\u00e4re; und zu niederen Diensten, w\u00fcrden Sie mich gewi\u00df nie brauchen wollen, datzu denken Sie viel zu edel von mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Um also den Anfang meiner Beichte zu beginnen, die mich im Grunde, ich wei\u00df nicht warum doch etwas in Verlegenheit setzt, will ich vor allem Andern sagen, \u2014\u2014 aber noch Eins. Mir scheint, da\u00df ich durch diese kindliche Offenheit mit der ich spreche E. D.<sup>2<\/sup> einen Beweis gebe, wie sehr ich Sie achte, und welches Vertrauen in Ihre Gerechtigkeits Liebe und in Ihre Rechtschaffenheit, setze. Verkennen E. D.<sup>2<\/sup> das nicht! Ich will also sagen<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa\u00df ich der todt Feind von Unordnung bin, und alles hasse was aus Unordnung quillt, und quillen mu\u00df\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa\u00df ich Innovation hasse \u2013 deren traurige Folgen kenne, da\u00df ich aber ein Freund, von n\u00fctzlichen Erfindungen und Verbesserungen bin, obschon ich einsehe, da\u00df es sehr schwer ist eine Verbesserung von einer Erneuerung zu unterscheiden<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa\u00df ich das alte Revolutions Motto Egalit\u00e9 et Libert\u00e9 verabscheue, da\u00df ich vor der Tendenz der Fackeltr\u00e4ger des Jahrhunderts, die alles aus seinem alten Grund heben, alles umst\u00fcrzen, und alles in Feuer und Flammen setzen wollen, mich f\u00fcrchte, mich gegen sie bewaffne; da\u00df es aber meinem Herzen wohl thut zu denken, da\u00df alte Klassen der Menschen vor den Gesetzen gleich seyn k\u00f6nnten, und da\u00df es vielleicht erreichbar w\u00e4re, da\u00df der Reichste und M\u00e4chtigste ungeahndet unschuldiger Weise den \u00c4rmsten im Lande kein Haar kr\u00fcmmen sollte.\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>Freylich w\u00fcrden viele meiner Lands Leute, ahndeten<sup>11<\/sup> sie, da\u00df ich so denke, mich f\u00fcr einen Schw\u00e4rmer halten, \u2014 so wie eine kranke Pflanze, k\u00f6nnte sie denken, das Leben f\u00fcr Raserey halten w\u00fcrde, da sie selber nur vegetirt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage E. D.<sup>2<\/sup> da\u00df ich mich Unruhe, von Revolutionen, so sehr f\u00fcrchte, da\u00df ich lieber bey dem alten <em>Schlendrian<\/em>,<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> wenn ich mich so ausdr\u00fccken darf, verbleiben wollte, so sehr er mich eckelt, als zu einer Art von Utopie zu \u00fcbergeben, k\u00f6nnte dieser \u00dcbergang blo\u00df durch eine Violente Crisis bewerkstelliget werden,. Ich also nach meiner Natur, und auch nach meinen Grunds\u00e4tzen stehe bereits an die Antirevolutionnairs fest angeschlossen, \u2013 Hingegen, bin ich von dem Glauben durchdrungen, da\u00df das Gl\u00fcck der Menschheit, in der H\u00f6chstm\u00f6glichsten Civilisation und Aufkl\u00e4rung gegr\u00fcndet sey, denn nimmermehr kann ich mich<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> von dem<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> \u00fcberzeigen<a href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> lassen, da\u00df Gott die Menschen blo\u00df zu einem negativen Gl\u00fcck erschaffen habe.\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>E. D.<sup>2<\/sup> sehen, da\u00df ich in mancher Hinsicht sehr liberal denke. Erlauben Sie da\u00df ich weiter reden d\u00fcrfe und sagen<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eda\u00df ich nicht nur darum, weil ich in einem representativen Land geboren bin, diese Art der Regierungsform liebe, sondern weil ich auch glaube, da\u00df durch Publicit\u00e4t, und durch die Representation selbst, das Wahre vom Falschen endlich doch unterschieden werden mu\u00df, da\u00df usurpirte Reputationen endlich entlarvt werden, da\u00df kein Talent im Lande vergraben bleibt, da\u00df alles an das Licht kommen mu\u00df &amp; W\u00e4hrend in einem despotischen Staat, wie es die Erfahrung zeigt, die Unwissenheit oft mit der gr\u00f6\u00dften Macht bekleidet ist, \u2013 das Vorutheil in der Maske der Weisheit die Talente in ihrem Keim schon erstickt, wo selbst der Kl\u00fcgste und Erfahrenste, ein Poetent von Verstand von einem Narren, oder einem Fantasten kaum zu unterscheiden wei\u00df.\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eW\u00fcrden indessen gute gewissenhafte und weise K\u00f6nige in einer Reihe auf einander folgen, ich w\u00e4re der Erste einer absoluten Monarchie, wegen sehr vielen Ursachen, die ich kenne, mich zu unterwerfen; denn ich w\u00fcrde, wenn ich und die Meinigen gl\u00fccklich sind, vielleicht nicht untersuchen, ob ich mein Gl\u00fcck der Grande meines K\u00f6nigs oder meinem Recht zu verdanken habe. Ist aber dieser fromme Wunsch, kein Hirngespinnst.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch erkenne die Untr\u00fcglichkeit von keinem Menschen, sondern begreife, da\u00df es vielen in der Welt, die auf hohen Stellen sehen, es viel angenehmer seyn mu\u00df ihre Thaten im Dunkeln zu halten, und ihre Untauglichkeit und ihre Unkenntni\u00df geheim zu bewahren, als sie der Untersuchung und der Controll der ganzen Welt zu unterlegen. Das Dixi des Pithagoras pa\u00dft f\u00fcr unser Jahrhundert nimmermehr!\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch m\u00f6chte alle Vorurtheile schwinden sehen, \u2013 f\u00fchle es aber deutlich, da\u00df datzu Ort und Zeit gew\u00e4hlt seyn m\u00fcssen. F\u00fcr n\u00fctzlich und zweckm\u00e4ssig, halte ich sie indessen, so wie manche Leute, durchaus nicht; denn die Menschen verdienen nicht, da\u00df man sie auf<sup>14<\/sup> Irrwege<sup>11<\/sup> im Dunkeln, und durch Hinterlist lenke.\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>Blo\u00df in Religions Sachen habe ich keine bestimmte Meinung. Bin von der unbegr\u00e4nztesten Toleranz, und w\u00fcrde, wie ich es wirklich glaube, wie ich ein geborner T\u00fcrke, mit derselben Gewissenhaftigkeit f\u00fcnfmal des Tages meine F\u00fc\u00dfe waschen, mit der ich nun alle Sonntage regelm\u00e4ssig in die Kirche gehe, und alle \u00fcbrigen Religions Gebr\u00e4uchs treulich beobachte, die in der meinen vorgeschrieben sind.\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch halte viel auf den innern Werth des Menschen; \u2014 ich ehre die wahre philosophie, und die pracktische Weisheit, und bedaure alle jene, der ganzer Werth, in einer theoretischen Gelehrtheit und in einer spitzigen Feder bestehet\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNach meinem Begriff, kann man die Nationalit\u00e4t nie auf einen zu hohen Grad bringen. In dem Wort Patriot, kann ich keinen andern Menschen mir denken, als einen, der f\u00fcr sein Land und f\u00fcr seinem K\u00f6nige jedes Opfer zu bringen im Stande ist, \u2013 das Leben selbst, und da\u00df nicht mit Worten, sondern in der That.\u201e \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>So sehr ich und jene jungen Leute die in meiner Gesellschaft leben, vielleicht nicht am Besten bey S. M.<a href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> jetzt angeschrieben sind, so sehr w\u00fcrde man unsere wirkliche Anhenglichkeit an die Dinastie S. M.<sup>17<\/sup> und unsere Treue an Seine Person, in solchen Augenblicken anerkennen, in welchen sie in Gefahr w\u00e4re, was Gott beh\u00fcte \u2014\u2014\u2014.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie selbst E. D.<sup>2<\/sup> sehen ein, wie sehr die Magnaten des hungarischen K\u00f6nigreichs, degenerirt sind. Freylich hat S. M.<a href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> der K\u00f6nig auch Schuld daran; denn es scheint da\u00df er es nicht einmal w\u00fcnscht, da\u00df wir ihm dienen sollen. An uns ist aber der Fehler noch gr\u00f6\u00dfer, den ich \u00fcberhaupt lieber in mir selber suche, wie auser mir; wir wollen uns aber zum Dienst tauglich machen, und der K\u00f6nig, erkennt er uns nur einmal, wird uns gewi\u00df brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einstweilen will ich hier stehen bleiben. Da\u00df<a href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> kein Enthusiast bin, und<em> daher<\/em><sup>10<\/sup> auch nicht gef\u00e4hrlich, kann ich nur dadurch beweisen, wenn ich Sie versichere da\u00df diese wenigen Ansichten, die ich hier in K\u00fcrze anf\u00fchrte, schon lange die Meinigen sind, da\u00df ich sie in mir verschlossen hielt, und sie auch ferner vorschlossen halten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Was \u00fcbrigens diese meine Dienste anbelangt, so k\u00f6nnten vielleicht kl\u00fcgere Leute als ich bin, wollte ich sie zu Rath ziehen, mir widerrathen, sie Ihnen zu machen -. Ich glaube aber, da\u00df ich Sie besser kenne, und da\u00df der Jenige der mit ganzer Offennheit sich Ihnen n\u00e4hert, Sie eher f\u00fcr sich gewinnt, als Sie von sich entfernet. Und was die Gefahr anbelangt, \u2014 Mein Vertrauen in E. D.<sup>2 <\/sup>ersch\u00fcttert nichts!<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df Sie viel tiefer in die Grund Prinzipien einer Staats Machine blicken, wie ich \u2014 das ist bey Gott, nat\u00fcrlich. In meinen Ansichten mag vieles ein sch\u00f6ner Traum seyn, das gebe ich auch zu; denn in Meinungen habe ich Mefiance<a href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> sogar gegen mich selber. Indessen bin ich von hartnackigen Temperament und gebe glatterdings nur Vernunft=Schl\u00fcssen nach, und auch nur dann mit M\u00fche, und wenn man sie klar und helle vor meinen Augen stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, da\u00df ich als ein ehrlicher Mann gehandelt habe, mich und einige meiner Ansichten E. D.<sup>2<\/sup> hiemit ganz kurz und mit der gr\u00f6\u00dften Offenheit vorgetragen zu haben. Denken E. D.<sup>2<\/sup> da\u00df Sie mit allen diesen meinen Anrichten, mich zu irgend etwas brauchen k\u00f6nnen, was zu dem Wohl und dem Gl\u00fcck meines Vaterlands und meiner Lands Leute beytragen kann, so werden Sie gewi\u00df keinen finden, der einen besseren Willen haben wird, wie ich \u2013 wie sehr auch seine Einsichtsgaben kr\u00e4ftigen, und seine Kenntnisse ausgedehnter seyn m\u00f6gen, als es die meinigen sind<\/p>\n\n\n\n<p>Glauben mir E. D.<sup>2<\/sup> da\u00df ich f\u00fcr Ihre Person eine wirkliche Zuneigung, und eine aufrichtige Anhenglichkeit habe.<a href=\"#_edn3\">[c]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Presburg<\/p>\n\n\n\n<p>11 X<sup>ber<\/sup> 1825<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Deleted above the address: N<sup>o<\/sup> 1 Mett. Zweiter Brief<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Euer Durchlaucht<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> zum Beispiel<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Instead of denn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Latin: ab ovo.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Instead of Verzeihen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Instead of R\u00e4der.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Instead of verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Instead of weit.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Interlining afterwards.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Corrected word.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> French: they&#8217;ll think of me as a false brother.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Sz\u00e9chenyi\u2019s underlining with wavy line.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> One word deleted.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Note at the bottom of the page: Man mu\u00df es nur umkehren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Instead of \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Seiner Majest\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Seine Majest\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Missing word: ich.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> French: distrust.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[a]<\/a> Prince Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773\u20131859) was an Austrian statesman, Foreign Minister of Austria from 1809, chancellor of state (1821\u20131848) and a leading figure in Austrian politics.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[b]<\/a> He recorded their meeting of 8 December 1825 in his diary. SzIN 2. 658\u2013660.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[c]<\/a> More recently on the relationship between Sz\u00e9chenyi and Metternich in general: Oplatka 2017. 200-206. For more on their meetings at the end of 1825, see Czinege 2009. 173-204.<\/p>\n\n\n\n<p>Recommended reference:<\/p>\n\n\n\n<p>Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi to Prince Metternich, Bratislava, 11 December 1825. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of Istv\u00e1n Sz\u00e9chenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zolt\u00e1n F\u00f3nagy. https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>He believes that Metternich trusts him, considers him an enlightened and righteous man. For many years he has been striving to achieve the highest possible degree of moral independence, so in this situation he can do him a service that he cannot get from anyone else. According to Metternich, the King acts as head of state under the constitution, and Sz\u00e9chenyi is part of the opposition. However, according to Sz\u00e9chenyi, no political economy can exist without an opposition, just as no machine can exist without counter-pressure. It would hurt him if Metternich misjudged him. He is a mortal enemy of disorder, hates innovation, but is a friend of useful inventions and improvements. He is repelled by revolutionary slogans. He is so afraid of it all that he would rather stay in the old pandemonium. But in some respects he is very liberal in his thinking. He likes a representative state; much can be achieved through publicity and representation. He does not recognise anyone&#8217;s infallibility. He wants all prejudice to disappear. He has no particular views on religious matters, and is a man of the utmost tolerance. Nationality can never be exalted too high. The Hungarian magnates are degenerates, but the King is also to blame for that. He does not consider himself dangerous, and will keep these thoughts to himself in the future, if need be. He believes he has acted as an honest man in presenting himself and his views. If Metternich thinks that he can use him for something that can contribute to the well-being and happiness of his country and his fellow citizens, he will surely find no one more willing than him. <\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4962,3445],"tags":[4970,4969],"language":[3416],"addressee":[4968],"place_of_writing":[4645],"qualification":[3383],"place_of_keeping":[4977],"place_of_publication":[4978],"class_list":["post-14753","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-metternich-en","category-the-politician","tag-constitution","tag-hungary","language-german","addressee-prince-metternich","place_of_writing-bratislava","qualification-original","place_of_keeping-mta-kik-kt-k-197-26-en","place_of_publication-szin-2-705-711-szivm-i-105-111-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14753","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14753"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14753\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14756,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14753\/revisions\/14756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14753"},{"taxonomy":"language","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/language?post=14753"},{"taxonomy":"addressee","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/addressee?post=14753"},{"taxonomy":"place_of_writing","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_writing?post=14753"},{"taxonomy":"qualification","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qualification?post=14753"},{"taxonomy":"place_of_keeping","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_keeping?post=14753"},{"taxonomy":"place_of_publication","embeddable":true,"href":"https:\/\/szechenyilevelezes.abtk.hu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/place_of_publication?post=14753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}