He apologises for daring to write a letter. His life has become pointless because he cannot see her. He cannot imagine a future without loving her. Nobody in the whole wide world knows Széchenyi except her. He asks her to tell him in detail about everything that happens to her. There is no woman in the world like her; “I live and die for love”.
Vergeben Sie,[a] daß ich diese wenige Zeilen an Sie zu schreiben wage; der unübernatürliche Schmerz dem ich empfinden würde, ganz aus Ihrem Gedächtniß aus Zufall oder[1] andere Umstände, oder die länge der Zeit oder Zerstreung, die doch jedes Andenken in uns verlöschen kann, und unwiederbringlich herausgebracht zu sein – giebt mir einiges Recht, mich in Ihre Errinnerung zu bringen — und Sie einige Augenblicke, um die ich Sie so sehr bitte, mit mir zu unterhalten. —
Wie meine Seele leer ward, wie mein Leben zwecklos mir schien und mein ganzer Sinn einem schweren Traum gliech — wie ich Sie nicht mehr sah — wie mein Schicksal mich zurückzubleiben hieß, werden Sie doch jetzt glauben — da an meiner Liebe Sie[2] nimmermehr zweifeln können „ — wie wohl ich nie[3] Ihnen2 bewieß,[4] wie sehr ich Sie liebte wie Ihre Zufriedenheit und Glück war[5] —3 und meine3 ganze irdische Seeligkeit2 welcher ich noch[6] in dieser Welt werth bin2 nur in einem Opfer3 sein kann — welches ich Ihnen bringe — und2 in der Liebe die ich für Sie fühle — nehm’t man mir auch dieß, und könte ich im Traum nimmermehr um Sie schweben und Sie so wie jetzt mit aller innigkeit und meine ganze Jugend Sie lieben – so nehmt man mir mein Leben — So aber hab’ ich noch so viel Glück –3 so viel Freude,2 so3 wenig2 Ursache3 zu klagen,6 und bin2 zufrieden3 – und3 denke2 oft[7], daß ich manchmal in Ihrer Seele erscheine — und Sie einem Wehmüthigem Errinnerung der Vergangenheit schenken, und da fühle ich’s um mich schweben wie frühlings Lüft, und mein Herz füllet sich dan2 mit übernatürlicher Wonne — und dan ist mein Unglück mir wieder lieb – und mein Leben mir werth. – ich bitte sind Sie mir doch etwas2 gut[8], ich verlange sonst nichts2 ich7 weiß nur zu gut,2 daß ich Unglücklicher2 — Ihre Liebe nimmermehr in diesem leben mir verdienen kann — diese Wonne des Himmels — diese Seeligkeit der Engel nie erreichen – ich fühle mich zu wenig zu schlecht — um solche Träume mir zu erlauben — und halt mich für den glücklichsten der Menschen, wenn ich den Saum Ihres Kleides berühren kann — einen Ihrer lieben Blicke — kann die aufrichtigste Liebe einer Frau hienieden mir nicht mehr ersetzen. — Fürchten Sie sich vor mir nicht mehr – ich hab’ Rechnung mit mir und6 meinem künftigen Leben2 gemacht, und[9] vergessen sei das Vergangene. Fürchten Sie keine Wallung mehr von mir, Ich habe für dieses Leben keine Arbeit mehr als die Errinnerung an Sie — und Ihr Glück — und zu dem gehört vieleicht, daß ich gar keinen Platz in Ihrem Herz haben soll![10] — Schließen Sie mich auch da heraus — wenn Sie so glücklicher10 sind — und ich danke, und bin dankbar, für mein Schicksal —
Je conserve pour vous cette douce confiance du premier âge de la vie, de cet âge ou l’on2 croit avoir tout fait pour ceux qu’on aime, la leur montrant ses sentiments, et leur developpant ses pensées.
Quelle fin de vie m’est reservée; vous ne pouvez pas vous faire une idée des dernieres douleurs d’une existenee sans avenir, sans espoir!
Die Zukunft kan ich mir nicht träumen, ohne daß ich Sie lieben sollte und mit süßer Freude denke ich an manche Augenblicke in welchen Sie die Bewegung Ihres Herzens mir nicht verstecken konten – wäre es möglich, daß Sie mich in die Zahl Ihrer Freunde zählten? hat ja doch kein Mensch tiefer in Ihre Seele geblickt, den geheimsten Ihrer Regungen errathen — und so Ihr Herz erkant, wie ich — der Wunsch der Wille Sie glücklich und zufrieden zu sehen, und nicht als eine feindliche Erscheinung in Ihrem Leben zu erscheinen – giebt mir gewiß kraft, Sie ruhig zu sehen — und ruhig in Ihrer Nähe zu leben — die einzige Möglichkeit Sie hienieden noch zu begegnen, noch einmal die Freude des Wiedersehens zu empfinden. — Sprechen Sie doch mit keinem Menschen von mir — hab’ ja doch keinen Freund vieleicht — und folgen Sie Ihrem Herz, welches Sie doch nie betrügen kann. — Auser Ihnen kent mich ja doch kein Mensch auf dieser Erderund. —
Apprenez-moi successivement et régulierement les événements qui vous intéressent, je croirai presque avoir vécu dans votre histoire: je conserverai des Souvenirs; je jouirai par vous des sentiments que je n’ai pu ni inspirer, ni connoitre. —
Il s’établissoit entre nous cette douce familiarité la preuve la plus intime des affections de l’ame: il me sembla que nous nous étions expliqués, que tous les obstacles étoient levés, tous les demens prononces: et cependant je ne connoissois rien de de ses projets: nous n’avions pas encor eu un quart d’heure de conversation ensemble: mais j’etois sure qu’il m’aimoit — et rien alors dans le monde ne me paroissoit incertain.
Il est des situation qui peuvent condamner à cacher les sentiments qu’on eprouve, mais il n’y a que l’avilissement, dans le caractère qui rende capable de feindre ceux que l’on n’a pas.
Ah journée trop heureuse, la première et la dernière peut-être de cette vie d’enchantement, que la merveilleuse puissanen d’un sentiment m’a fait connoitre pendant quelques heures!
II n’est plus tems de vous résister: qu’importe si nos caractères et nos opinions s’accordent en tout, il n’y a pas dans l’univers une autre femme de la même nature que vous: aucune n’a dans les3 traits cette empreinte divine que le ciel y a gravée, pour qu’on ne3 put jamais vous comparer à personne: cette ame, cette voix, ce regard se sont emparés de mon être: je ne sais quel sera mon sort avec vous, mais sans vous il n’y a plus sur la terre pour moi, que des couleurs effacées, des images confuses, des ombres errantes, et rien n’existe, rien n’est animé, quand vous n’étes pas là.[11]
Pour moi je vis et je meurs d’amour. Dans cette religion à la quelle je me livre je ne comprends rien que son empire sur les peines du coeur, et je n’ai pas, dans ma foible et pauvre téte une seule pensée qui ne soit née de l’amour. —
Je n’écrirai point, mais souffrez que je le dise ; pour la première fois je m’élevois jusqu’à la vertu; oui c’est de la vertu qu’un tel sacrifice, et ce qu’il m’en coûte, mérite le suffrage d’un honnête homme, et la pitié du ciel.
mais j’aime cette vie solitaire, enchaînée, régulière, qui doit calmer enfin les mouvements désordonnés du coeur. mais j’aime cette vie solitaire, enchainee, reguliere, qui doit calmer enfin les mouvements desordonnes du coeur.
[1] Instead of entweder, missing word: durch
[2] Interlining afterwards.
[3] One word deleted by Széchenyi.
[4] Instead of bewies, three words deleted by Széchenyi.
[5] Inserted afterwards.
[6] Two words deleted by Széchenyi.
[7] Three words deleted by Széchenyi.
[8] Six words deleted by Széchenyi.
[9] Eight words deleted by Széchenyi.
[10] Corrected word.
[11] Ten lines deleted by Tasner.
[a] Countess Zénó Saurau née Gabriella Hunyady (1797–1821), Széchenyi had courted her in 1814 and again in 1817, but she did not take him seriously. The countess and her husband were also in Milan at the time.
Recommended reference:
István Széchenyi to Countess Zénó Saurau née Gabriella Hunyady, Milan, 2 June 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.