He says goodbye before his journey east, describing where he is going and with whom. People say he’s mad to travel east. He looks forward to seeing him again a year later.
Mein lieber Nagy,[a] hier beigeschloßen übersende ich Dir, meine unbedeutenden Ideen über die Pferde im allgemeinen.[b] Diese Gelegenheit benütze ich, um zugleich einen Abschied von Dir zu nehmen, da ich morgen[c] meine große Reise nach dem Morgenland endlich antretten werde, und – nicht früher als wenigstens 12 Monathe, in das Vaterland wieder zu gelangen gedenke –. Sonderbar ist’s, daß ich bis jetzt noch nie einen Augenblick Heimweh gefühlt habe, gerade als ob mir diese Krankheit nicht gefährlich wäre – und freue mich nun doppelt dieses unberechenbaren Vortheils – da es dießmal nicht[1] in die blumenreichen Thäler Frankreichs – noch in die kunstbelebten Ebenen Englands zu gehen heißt,[d] sondern in die Länder ~~ die in sich selbst öde und leer und nur in der Einbildung einigen Reitz gewähren können – und da ich bis jetzt in der Wirklichkeit nie recht glücklich aber in der Imagination oft selige Stunden verlebt habe – freue ich mich im voraus, ich kann sagen, wie ein kleines Kind – in die Hügel Gegend Athens und in die engen Klüften Thermopil’s –. Mir ist diese Beschäftigung viel angenehmer als ein Vormittag in einem Vorzimmer, habe ich recht? was meinst Du mein lieber Pali? – Die Leute sagen hier, ich sei ein Narr geworden – und manche[2] denken sogar mich habe eine Art Speculations Lust, um wahrscheinlich ein griechischer Handelsmann zu werden, ergriffen, um mein ganz zerrütteten[3] Vermögens Umstände durch Schawl3 und der gleichen Handel — einigermaßen wieder in Ordnung zu bringen. – Was werden erst meine Lands Leute sagen? – bei denen verliere ich wahrscheinlich den letzten kleinen Credit – der mir übrig geblieben ist –. Diese resultate – kommen auch nur in unseren Ländern vor, wenn man es mit kaltem Blut untersucht, wo einer dem andern verfolgt – und keiner der andern Fortschritte lobt – sondern auf geradewohl3 tadelt. –
Ich nehme meine Reise über Florenz und vieleicht sogar über Neapel, es ist freilich nicht der aller nächste Weg, nach Constantinopel ~ unstreitig ist[4] er aber der aller angenehmste — und durch Italien kann man immer reisen, zudem ist man doch immer in gehöriger Stimmung — und es wäre kein Beweis von großer Beredsamkeit, meine Reise nach Moskau, wenn ich dahin sollte,3 mich über Neapel machen zu lassen. — Ich nehme den Maler Ender[e] mit mir, und einen andern gescheiden[5] Kerl,3 um nicht gelehrten3 zu sagen, wofür die Leute gar oft erschrecken. namens Landschultz,[f] der sehr viel weiß, was ich nicht kann und das ist viel. – Diese beiden sind meine Seelsorger. unter denen andern Untergeordneten befindet sich auch ein Koch ~~ und so gehe ich, mit Muth und Kraft jedem Geschick entgegen – Fürchte mich vor Arabien nicht – und denke auch – glücklich, das heißt gelehrt, und fest, in der Fieberreichen Region Zinkendorf’s Dich heut’ ein Jahr zu umarmen, und dan4 Dich so recht stark Blau, grün, und roth anlauffen zu lassen, auf den Moment freue ich mich und grüße Dich indessen herzlich
Széchényi
Wien den 11 July 1818
[1] Instead of weder.
[2] Corrected word.
[3] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[4] One word deleted.
[5] A ’gescheit’ melléknév régi alakváltozata.
[a] Pál Felsőbüki Nagy (1777–1857), politician, friend of Széchenyi, later a member of the board of directors of the Magyar Tudós Társaság.
[b] It is a manuscript of his writing “Vom Reitpferde”, which he published under the signature “von dem Hussaren Rittmeister S”, under the title Über die Zucht und Veredlung der Pferde, mit stetem Bezuge auf die Pferdezucht Ungarns, über Gestütte, Wettrennen ect. in the Viennese journal Erneuerte Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (21, 25 and 28 November and 2 December).
[c] In fact, he started his journey on 13 July.
[d] He implies that he had already got to know England and France during his earlier tours of duty and private travel.
[e] Johann Ender (1793–1854) Austrian painter.
[f] Julius Landschulz was a philologist and teacher of classical languages and literacy, formerly tutor to Count József Zichy. In addition to him, Széchenyi was accompanied by the Austrian painter Johann Ender, his cook Krebs, his footman Jakab Zimmermann and his servant János.
Recommended reference:
István Széchenyi to Pál Felsőbüki Nagy, Vienna, 11 July 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.