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Recipient János Liebenberg
Place of Writing Vienna
Date 1821. January 7.
Language German
Tag money travel
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/175.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

He plans to stay in Vienna until 1 April, but will also visit Cenk a couple of times before then, starting in early February. He wants to buy a house in Vienna, but his mother won’t give him any money, even if he sells the house in Landstraße. Where could he get the money? Maybe from the sheep or from a loan? He also asks Liebenberg to think about the accommodation and conditions of the staff.

János Liebenberg

Mein lieber Liebenberg, ich werde wahrscheinlich bis zum 1ten April in Wien bleiben.[a] Die Pölöskeer Pferde sind also für den Augenblick gänzlich überflüssig. Wehrend meinen Aufenthalt in Wien, werde ich einigemal nach Zinkendorf kommen. Die ersten Täge des Künftigen Monats komme ich zum ersten Male. Ich werde in Ihre kleinen Zimmer, mit einem guten Freund, den ich habe, bewohnen, das heißt, wenn Platz für zweye vorhanden ist. Über dieß werde ich aber, bevor ich komme, noch einmahl schreiben.

Veltheim[b] und Knobelsdorf [c] werde ich Ihnen senden oder mitbringen. In diesem Augenblick kann ich nicht, denn nein Bruder Paul behielt die 2 Auflagen, die ich hatte.

Ich werde wahrscheinlich ein Haus in Wien kaufen. Meine Mutter will jetzt keinen Kreutzer mir borgen, wenn Sie das Haus auf der Landstraße theuer und baar verkaufen sollte. — Wo finden wir also Geld? Könnten wir um den größten Theil des Zahlens auf einmal vom Hals zu bekommen, nicht (ohne außerordentlichen Verlust) unsere Wolle auf 3 Jahre im Voraus verkaufen? In allen[1] unsern Schafen keine Verbesserung vornehmen — In den 3 Jahren aber eine so große extra pepiniére[2] errichten, daß wir dann im 4ten Jahre Alle unsere Schafe auf einmal mit unseren Merinos überschwemmen könnten? — Sonst weiß ich kein Mittel Geld aufzutreiben. Auch würde ich in meinem Contract den Preis nicht bestimmen, sondern sagen, ich verkaufe den Zentner um 10 Gulden wohlfeiler, als es meine Brüder thun. Finden wir aber so einen Mann, der uns auf solche Art Geld leihet? Quid ad hoc?[3]

Wegen Erhart[d] habe ich mit meinem Bruder gesprochen, und dann auch mit Saländer.[e] Es wird gehen. Lassen wir nur etwas Zeit. Wäre es aber dann nicht besser, wenn Saländer in Erharts Wohnung käme, und der Baldog[f] (da er nun noch keine Hunde hat und immediate auf die Pferde Acht geben muß) in des Gärtners? — Denken Sie darüber nach. Baldogsf Conditionen sind Folgende. NB[4] solange als er ausschließlich in meine Dienste kommen und bleiben wird. Ist er einmal Huntsman und die Meute in Ordnung, so hört Alles das auf.

Das Monat 60 W. W.[5]

Auf der Reise 3 fl[6] des Tages auch W. W.5 jährlich — Wein zwölf Eymer — Waitzen zwanzig Metzen — Korn vierzig Metzen — Hülsenfrüchte Viere — Hartes Holz Viere — und Weiches zwölf Klafter — dieser Baldogf steht im Dienste des Grafen Miska Eszterházy[g] und kann die Zeit nicht bestimmen wenn er ihn füglich verlassen kann, deßhalb konnte er die Zeit nicht angeben, wenn er samt Bagage nach Zinkendorf kommen könnte. Er wird jede Gelegenheit benützen, sich vom Grafen zu trennen. Es ist daher möglich, wenn sich selbe bald darböthe, daß er schon in 4–6 Wochen samt Weib in Zinkendorf erscheinen könnte. Machen Sie sich also darauf gefaßt. Das Übrige enthält mein Brief, den ich Ihnen aus Debreczin schrieb — Nebst seiner Convention erhält er noch eine Kühhaltung, und einen Garten, — Lebens wohl.

Széchényi

Bitte um kurze Antwort[7]


[1] Széchenyi’s underlining with straight line.

[2] French: nursery garden.

[3] Latin: What is the purpose of this?

[4] Nota bene, Latin: note well.

[5] Wiener Währung

[6] florins

[7] The letter was written by Antal Pigay. (Note by Gyula Viszota on the copy.)


[a] He arrived in Vienna on 7 January 1821 and left for Cenk on 20 March. This is his first letter to Liebenberg after his arrival, so the letter was obviously written around 7 January.

[b] He refers to Count Veltheim Röttger’s (1781–1848) work Bemerkungen über die Englische Pferdezucht mit Beziehung ihrer Grundsätze auf die Veredlung des Pferdegeschlechts im übrigen Europa und besonders in Deutschland (Remarks on English horse breeding with reference to its principles for the improvement of the horse breed in the rest of Europe and especially in Germany) (Braunschweig, 1820).

[c] He refers to the work of Carl Christoph von Knobelsdorf (1767–1845), Prussian chief groom master (1823–1841), entitled Ueber die Pferdezucht in England (Berlin, 1820).

[d] János Erhart (c. 1779 – ?) was a sergeant in the 5th Hussar Regiment, soldier on leave, groom.

[e] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.

[f] William Baldog / Baldock was an English hunter and packmaster, formerly in the service of the English Ambassador in Vienna, and of Count Mihály Esterházy at this time. Baldog’s work was so satisfactory to Széchenyi and the Esterházy counts József and Károly that they contracted him for three years, and his first assignment was to travel to England to bring horses and dogs.

[g] Mihály Esterházy (1794–1866) was Széchenyi’s fellow soldier, friend and owner of Tallós in Pozsony County, where they regularly held hunts.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, Vienna, 7 January 1820. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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