He asks her if she can forgive him for loving her daughter Henriett more than anything and devoting his life to this passion. But her daughter does not love him back. Her answer will fill him with sweet hope or make him the happiest man in the world. He asks her to be honest with him, he can take it. Nothing has happened so far. He’d consider himself despicable if he were to sneak into her daughter’s heart without the princess’s knowledge. She asks her to forgive him for wanting to be happy. He awaits her answer to Cenk with a fluttering heart.
Ihre Güte, Ihr Wohlwollen Gn[1] Fürstinn[a] – mit der Sie mich beehrten, nehme ich in diesem Augenblick im vollsten Anspruch – Möge Ihr Herz für mich, das empfinden – was es immer für Jene[2] gefühlt – die sich mit vollstem Vertrauen und unbegrenzter Liebe und Hochachtung Ihnen
Können Sie einen Undankbaren vergeben, den Sie mit so vieler Güte überhäuften, daß er nur mit zitternder Hand Ihnen zu schreiben vermag, daß er Ihre Tochter Henriette[b] über alles in der Welt liebt – und[3] dieser Leidenschaft sein ganzes Leben widmen wird —
Sie kennen mich, meine Familie, meine Umstände. Berücksichtigen Sie ganz allein das Glück Ihrer Tochter, vergessen Sie auf das meine — und entscheiden Sie, ob ich3 Sie meiden – ob ich um Gegenliebe bitten soll – Ich verehre Sie bis zum Grab’ und segne Sie –
Kein Mensch weiß von dem, was ich Ihnen sagte – und bleibt in meinem Herzen verschloßen –. Gerade und aufrichtig mit Ihnen zu sprechen – hielt ich fürs Ehrlichste – . Ihre Tochter ahndet meine Liebe nicht —3 ich3 es für schändlich gehalten[4] und weiß nicht
Ihre Antwort wird mich mit süßer Hoffnung erfüllen – oder zum glücklichsten Menschen in der Welt machen — . Seyn Sie aber2 offen und aufrichtig mit mir – ich kann dulden und ertragen — und auf jedem Fall, versagen Sie mir nicht, einen Platz, in ihrem Herzen, in Ihrem Andenken, — Nimmer werde ich Ihrer, liebste theurste F–[5] vergessen, und so Gott will – als tugendhafter Mann — wo das Schicksal mich auch hintreiben soll, mein Leben schließen. – Ich küsse Ihre Hände tausendmal — und danke Ihnen wie meinen Engel,2 daß Sie meine[6] ganze6 3 Seele,2 mit unendlicher Liebe, für das Gute und Edle, erfüllten und3, meinem so schlecht3 so2 unglücklich angefangenen Leben ohne das[7] Sie’s vieleicht denken,2 — eine Richtung ein Ziel setzten, wornach ich strebe – – welches ich nie wieder vergessen werde. — Ihre Milde — Ihre Nachsicht — fühlte ich mit Dankbarem gegrüßten2 Herzen — und einst Ihrer Achtung völlig werth zu werden — ist weiß der allmächtige Gott, mein bestreben –
O hätte ich nur alle Eigenschaften — um Ihre Tochter so glücklich machen zu können, als ich sie innig und ehrlich liebe — . Was kann ich Ihr aber anbieten — und wie wird Sie sich entschließen können Ihr Leben Ihr ganzes Seyn, einem Mann zu weihen — der mit tiefen Schmerz sich selber gestehen muß, daß er sich glücklich schätzen sollte, wenn man Geduld und Nachsicht mit ihm hat. –
Nach langer und reifer Überlegung finde ich s endlich für’s ehrlichste und beste, mich gerade an Sie, Gn1 F –5 zu wenden – und mit aller Offenheit Ihnen zu gestehen — daß ich Ihre T[8] H[9] 2 schon lange3 liebe und den2 Gedanken nähre[10] ihre2 Liebe gewinnen zu suchen[11] Sie um Ihre Hand zu bitten – und Alles was ich besitze, meine Ehre und Leben ihr zu weihen.11
Meine Laage ist so, daß ich für das Glück3 einer Frau – in so weit, das von meiner Liebe, meiner Sorge für sie, mein Vermögen, und alles was nicht zufällig ist abhengt, als ehrlicher Mann gut stehen kann –. Was indessen meine Geburt, meinen Namen und meine Person anbetrifft — über das werden Sie entscheiden.
Bis jetzt ist noch nichts geschehen – – und ich würde mich für verrächtlich halten6 – hätte ich von Ihrer Güte, mit welcher Sie mich so unverdient behandelten, den Gebrauch gemacht, mich, ohne Ihrem Vorwissen — in das Herz Ihrer Tochter3 zu schleichen suchen! – Ich fühlte meine Schwäche schon allzusehr, allemal als ich sie sah2 — und3 trachtete die Gefahr zu meiden.2 10 Mein Herz verbrannte in der Entfernung nur noch mehr
3 ich fand2 an Ihrer Schwester, nun am Lande3 so viele Vorzüge3 wieder2 – die in Ihrer Familie allen Kindern zum Erbtheil geworden — welche mir einen Himmel vorspiegeln4 sah das häusliche Glück meine F–5 – mit unaussprechbarer Wonne — dessen Nicht erreichen mit unendlichen Gram mich2 erfüllen würde – .[12] daß ich in meiner Zwischen Furcht und Hoffnung beängstitgter Laage2 Sie3 zu der Vertrauten meines Herzens machen musste2 —
Sehen kann ich H—9 nicht mehr ohne Ihr von meiner Liebe zu sprechen —3 Ihr zu sagen, daß ich mein ganzes Leben Ihr weihen will — und ohne ihrem Besitz nimmermehr glücklich seyn kann — .
Es ist kein Opfer, keine Zeit die ich scheue, um zu meinem gehofften Ziel zu gelangen.
Sie3 aber2 werden12 entscheiden — ob ich nun die Gegenliebe Ihrer T–8 werben3 – ob sie mich näher kennen darf2 —3 die Achtung die Liebe die ich für Sie habe — gehet mir über alles in der Welt. — — Vergeben Sie mir;10 entschuldigen Sie meinen Wunsch, so glücklich seyn zu wollen2 — und glauben Sie, daß ich das größte Elend lieber geduldig und schweigend tragen wollte – als Sie beleidigen — .
Die Gewissheit daß ich H9 glücklich machen werde – die ich in meinem Herzen fühle2 gab mir den Muth – um ihre Hand12 Sie zu bitten2 —.
Stellen Sie sich meine Schwachheit vor — Ich gehe in diesem Augenblick, mit pochendem Herzen — nach Zinkendorf, – um dort Ihre Antwort zu3 erwarten.2 Gott der Allmächtige segne Sie — O ich kann12 die Wonne2 kaum fassen meine süßesten Hoffnungen erfüllt zu sehen –. Ich zittre zu denken, daß ich solches Glück nimmer verdiente!
il faut retrancher –[13]
[1] Gnädigste
[2] Interlining afterwards.
[3] One word deleted.
[4] Circled by Széchenyi.
[5] Fürstin
[6] Corrected word.
[7] Instead of daß.
[8] Tochter
[9] Henriette
[10] Three words deleted.
[11] One dash deleted.
[12] Two words deleted.
[13] French: to be deleted.
[a] Countess Sophie Josephine Fürstenberg, wife of Prince János Liechtenstein (1776–1848).
[b] Princess Henriett Liechtenstein (1806–1886), later married to Count József Hunyady (1801–1869). For more about Széchenyi’s love for Henriett Liechtenstein: SzIN 2. XLI – LXI.
Recommended reference:
István Széchenyi to Princess János Liechtenstein, s. l., 28 October 1822. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.