He hopes to visit Cenk later this year, with Zimmermann carrying his luggage. His finances are tolerable, but he asks for radical budgeting for the next two years after his arrival. If all else fails, he’ll retire from the army and then he can get by on 12.000 forints a year. He has not yet given up his plans to marry. His philosophy for the future is fourfold: either he will marry or he won’t, and either he continues to serve or he will till the land. He asks Liebenberg to write to him about Dauvergne.
Deretske den 5ten Oktob[a]
Lieber Liebenberg, morgen gehe ich so leicht als möglich mit meinem Regiment nach Debretzin und so weiter bis Tarnopol,[b] wo wir nach unserer neuen Marsch Ordnung den 10ten Novemb anlagen werden. Zieht der Türk nicht gegen uns,[c] so werde ich trachten mit Urlaub noch im Lauf des Jahres oder selbst des Novembers nach Zinkendorf anzulangen.[d] — Zimmermann[e] gehet indeß mit meiner schweren Bagage, die wahrscheinlich, nach meiner Meinung, in den Karpaten stecken geblieben wäre, nach Zinkendorf.[f] Er ist mit Geld und Instructionen versehen. Sollte ihm jedoch das erstere fehlen und ausgehen, so lassen Sie ihm das Nöthige einstweilen a Conto geben. Beӱ meiner Ankunft werde ich dann mit ihm Rechnung machen, und die Sache wird sich ausgleichen.
Mit meinen Finanzen stehet es noch immer ganz passable. Ich hoffe bis 1 Decemb. mit eigenen in der Cassa habenden Mitteln auszukommen.
Beӱ meiner Ankunft wollen wir ein radical Mittel ausdenken und festsetzen, um mit Ruhe dem Jahr 1824 und 25 entgegen zu sehen. Ich will die Sache so combiniren, daß ich mit Entbehrungen der jenigen Gegenstände, die nicht nothwendig sind, jene für meinen Genuß beӱbehalten könne, die zu meinem neuen Lebens System nothwendig sind. Ich will einmal[1] ganz nach meinem Kopf leben, was die Leute auch immer sagen. Ihre Comitats Herrn à propos, von den Sie mir schreiben,[g] können dann über mich noch mehr schwatzen und sich unterhalten, und mich indeß im A—[2] lecken. Wenn es nicht anders ist, so quittire ich — um meine Charge ist nicht schade – und bleibe 1 Jahr in Zinkendorf, Csokonya, Pölöske und St[3] György Vár. — Ich kann dann mit 12,000 fl[4] des Jahrs bequem auskommen
Ich 12,000
Wien nach meiner Idee 10,000
Zinkendorf Sahländ[h] 10,000
Interessen 15,000
Ameliorationen 12,000
Familie 50,000
109
Sodann ist auf dem Deus ex Machina[5] auch etwas zu hoffen.
Ich kann aber, wenn es nothwendig ist auf 1 Jahr diese Reduction machen —
Ich 8000
Zinkendorf 10,000
Ameliorationen 12,000
Wien — ich rechne den Verlust, wenn wir das Haus ausgeben müßten[6] 3.000
Familie 50 —
83,000
Und wenn es nothwendig ist, so will ich 2 Jahre so leben, und es wird, wenn mein Glück und Zufriedenheit jetzt = 100 ist, dann equale von 99 ¾ seӱn.
Ich lebte nun 1 Monat, daß ich außer meinen Leuten ihrer Gage (Meine Leute waren mir übrigens in meinem Kleinen Quartier mehr zur Last als Vergnügen) den Pferdportionen, die ich kaufte — ect. ect. was aber nicht auf meinen1 Genuß einwirkte, — nichts mehr als meine Gage benöthigte — und war hier in Deretske so zufrieden, daß ich hier 2 Jahre sitzen könnte — mit dem langweiligen Escadrons Geschäft – détail. Warum könnte ich das nicht auf meinen Gütern, deren Verbesserungen mich beӱ Gott mehr interessirt, als ob die Schweifriemen und Steigriemen der Escadron, gleich gerichtet und schwarz barbouillirt sind!
Umsonst laß ich mich aber nicht gerne kwatschen — und gebe sich mit Rechnungen nicht gerne ab — muß es aber seӱn — so bin ich schon da. Meine heirats Pläne habe ich keinesweges aufgegeben, gehet es indeß nicht, so werde ich noch immer auf den Beinen stehen.
Mein Plan ist, als Rittmeister nie mehr einzurücken (das bleibe unter uns), brauchen sie mich nicht — ich brauche sie, hohl mich der Teufel, auch nicht. Das Meinige habe ich gethan, ich bin Veteran: ein anderer möge nun anstatt mir auftreten. Bin ich einmal wieder Bauer, so hengt es von mir ab, in Ordnung zu kommen — Bin ich Major, so werde ich mit 12 m[7] leben. Was dann leichter seӱn wird. 1o habe ich mehr Gage, 9 Pferdportionen, und alle die Ausgaben nicht, die ich als Rittmeister habe, als meine Escadron,1 alle Monate gegen 300 fl4 und sodann ist man als Major detachirt, und braucht seine Untergebnen nichts zu Essen geben.
Ich werde also mit 12 m7 auskommen. 500 # ist das Werth, was der Major des Jahrs an Gage, Fourage, Brodt, Holz, Garten & empfängt, also 17,250 fl4 des Jahrs — wo das Fleisch 6 xr[8] und der Wein 7 x8 kostet.
Sie werden aus meinen Büchern, die seit dem wir uns nicht sahen, in der größten Ordnung gehalten wurden, sehen — daß die Sache thunlich und nicht illusorisch ist.
Heirate ich – so wird die Mutter, das ihrige schon thun, wenn sie sich jetzt dagegen noch so sehr zu vertheitigen scheint. Heirate ich nicht – so sind 2000 fl4 W. W.[9] für meine Mädel und meine Bedürfnisse, besonders in diesem Lande, wo diese Waare gut und wohlfeil ist, mehr als genug!
Sie sehen also lieber Freund, daß meine Philosophie viereckig ist, und auf 4 Seiten front macht, ob ich heirate oder nicht, ob ich fortdiene oder pflüge!
Ich kann Geld anbauen, das ist wahr — entbehren aber auch. Gottlob — daß mich der Teufel im Spiel und Maitressen nicht geritten hat. Das kann auch noch kommen.
Bleiben Sie mir treu und zugethan. Wir wollen über alle die Vernünftler triumphiren. Wenn wir dann recht rangirt und reich seӱn werden, kommt gewiß der Knochen Mann!
So ist aber das Leben, und der Menschen Geschick!
Széchenyi
Schreiben Sie mir über Dauvergne.[i] Selbst den würde ich gerne behalten — bevor ich einer Inconséquence beschuldigt wäre. Wir müssen behutsam und sachte zu Werk gehen.
Meine Ankunft wird über Alles entscheiden.
Scharen Sie indeß Geld aus den Gütern.
Behalten Sie diesen Brief, damit Sie mir ihn zeigen können, wenn ich ihn verlange.
[1] Széchenyi’s underlining with straight line.
[2] Arsch
[3] Szent
[4] florins
[5] Latin: unexpected turn of events.
[6] Inserted afterwards.
[7] mille
[8] Kreutzer
[9] Wiener Währung
[a] The letter was written based on its content in 1823.
[b] His regiment was transferred to Tarnopol in Galicia (today Ternopil in western Ukraine), which he learned on 21 September.SzIN 2. 401.
[c] In this connection he wrote in his diary on 27 September 1823, “Wenn es wahr ist, daß in Brest Lithowsky 100 m Mann Pohlen versammelt sind (Wiener Zeitung 23. September 1823), so ist gegen die Türken Krieg anno 1824.” In this issue of the Wiener Zeitung itwas stated that the Russian Tsar had inspected his army of 100,000 men in Brest-Litovsk. From this Széchenyi concluded that war would break out, but it did not.
[d] He arrived in Cenkre on November 25, 1823.
[e] Jakab Zimmermann, Széchenyi’s servant.
[f] He sent his parcels with Zimmermann to Cenk, perhaps this is why he wrote that he would leave “as easily as possible”. SzIN 2. 404.
[g] The nobles of the county spread many unfavourable rumours about Széchenyi’s financial situation.
[h] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.
[i] Széchenyi’s cook, regarding his employment, see the previous letters.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Derecske, 5 October 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.