The next day, he is leaving for Athens, his men following him in another boat; he will be accompanied only by his butler Zimmermann. His stay in Smyrna was pleasant, and there he borrowed 700 ducats from banker Brant to cover his expenses.
Smyrna den 21ten Decemb. 1818[1]
Mein lieber guter Vater, Ich werde Morgen mit einen englischen Königlichen Brigs[a] von 18 Kanonen, nach Athene abreisen. Die Équipage dieses Schifs ist zu zahlreich um, daß ich von der Güte des Ct. Ramsden[b] einen Mißbrauch machen hätte können. Meine Leute werden daher auf einen großen bequemen Handels Schif diese kleine Reise in einigen Tagen nach mir unternehmen. – Der lange Zimmermann[c] ist mein einziger Begleiter. – Finden Sie nicht, daß ich sehr viel Glück habe? ich habe diesen brawen Commandanten, der übrigens nur 23 Jahr alt ist in England gekannt. Er ist vor 3 Tagen in Smyrna angekommen und segelt morgen nach Malta zurück, setzt mich aber mit meiner Bagage in dem Hafen des Piraeus[d] ab. – Das sind so Gefälligkeiten die man citiren kann. – Die Corvette des König von Frankreich dessen Commandant mir diese passage versprochen hat[e] erhielt eine andere direction, nach Senegal.[f] –
Mein Aufenthalt in Smyrna war sehr angenehm, und ich werde mich immer mit Vergnügen auf den Aufenthalt in dem angenehmsten Ort in der Levante,[2] errinnern. – Man hat mich wirklich mit Freundschaft überhauft[3] und so denke ich gehet es allen Franken die nach Smyrna kommen – den[4] die jenigen die hier établirt sind machen so zu sagen eine einzige Nation und die selbe Famille, wiewohl alle Land Leute der ganzen Welt, könnte man sagen, zusammen gemischt sind. –
Meine 2 Begleiter[g] haben bis auf diese letzten 8 Tage glückliche Täge hier zugebracht – Seit der Zeit aber als die Pest in Scala Nova[h] (einen Ort auf 8 Stunden entfernt) größere Fortschritte gemacht, und in Sedikne[i] (ein kleines Dörfchen auf 2 Stunden von Smyrna) ein Tiger2 erschoßen wurde! Sind Sie nicht mehr à leur aise[5].[6] — Sie glauben daß diese Begebenheiten – ein Signal für die Abreise sind. –
Im Fall der Scout (der Brig auf den ich mich einschiffen werde) morgen noch nicht absegeln sollte, so werde ich Ihnen lieber Vater noch einen andern längern Brief schreiben. Die Post nach Constantinopel und Wien gehet erst den 30ten von hier ab. Dieses Schreiben besorgt aber der Gr.[7] Navailles, Commandant der Brig Lézard2[j] dem vorgestern aus Jafa in Syrien, angekommen ist, und heute Nachmittags nach Constantinopel gehen wird. –
Um meine Ausgaben in Smyrna zu berichtigen – und eine bedeutende Summe mit mir nach Griechenland zu nehmen, wo ich keinen Banquier und keinen Credit habe, werde ich unter den heutigen datum bei dem Herrn Brant 10,000 Piaster aufnehmen, welches gegen 700 # ausmachen wird. – Den Werth der ducaten kennt man hier aber nicht, daher will ich meine Quittung in C. M.[8] Gulden ausstellen. Ich werde es an Arnstein[k] anweisen.
In meinem letzten Brief sprach ich nur von 500 # die ich hier aufzunehmen den Gedanken habe: da mein Aufenthalt aber in Griechenland sich verlängern könnte, da man in diesen Gegenden sich doch immer nach der Möglichkeit richten muß und ich dort keinen Menschen kenne, der mir Geld borgen wollte – so dachte ich es für Vernünftiger, in meinem Geldbeutel etwas mehr baar Geld mit zunehmen. – Während meinem Aufenthalt hab’ ich gegen 4000 Piaster ausgegeben, die mir Mr Brant vorstreckte, und über die ich keine Quittung ausstellte: Nun will ich alles auf einmal mit dem Wechsel von 10 m[9] Piaster alles in Ordnung bringen. –
Schreiben Sie mir ich bitte nach Otranto. Und geben Sie mir Ihren Seegen. Meiner lieben Mutter Hände küße ich tausendmal!
Stepherl
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] Széchenyi’s underlining with straight line.
[3] Instead of überhäuft.
[4] Instead of denn.
[5] French: comfortably.
[6] Interlining afterwards.
[7] Graf
[8] Conventionsmünzen
[9] mille
[a] A two-masted sailing warship.
[b] Captain of the vessel in question.
[c] Jakab Zimmermann, Széchenyi’s servant.
[d] The port city of Athens.
[e] See below for the name of the ship and its captain.
[f] French colony in Africa.
[g] Johann Ender (1793–1854) an Austrian painter and Julius Landschulz, a philologist, who accompanied Széchenyi on his journey to the East.
[h] A coastal city in Asia Minor.
[i] A town near Smyrna.
[j] Commander of a French warship, captain of Grivel.
[k] Baron Nathan Adam Arnstein (1748–1838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein & Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.
Recommended reference:
István Széchenyi to Ferenc Széchényi, Smyrna, 21 December 1818. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.