He has arrived in Morea; the weather was good at the beginning of the trip, but not so much during the last 8 days. Soon he will arrive in Naples, where he will receive a letter from his parents. He has not borrowed any money here, but he will have a lot of expenses in Malta. He hopes his father will get his letter; he would be satisfied if he only got half of what he has written.
Mein lieber guter Vater, heute bin ich von meiner Reise in der Morea hier angekommen.[a] Im Anfang dieser Reise war ich von dem aller besten Wetter begünstiget, seit 8 Tagen werde ich aber regelmäßig alle[1] Tage durch und durch naß. – Die Torrenten sind alle angeschwollen, die Wege ganz verdorben, die Berge voll Schnee – und statt dem Vergnügen das ich mir versprochen, diese wunderschönen Gegenden, so ganz aus vollen Herzen zu genießen, fand ich Mühe und Ermüdung. Es war eine harte Arbeit. Das Paquet Bot welches, wie ich Ihnen aus meinem letztem Brief gesagt[b] alle 4 Wochen von hier nach Malta segelt, und zuruck, wird morgen die Anker lichten – Es ist voll von Reisenden, indessen werde ich mich samt denen Meinigen doch einschiffen, wenn auch unbequem – und wenn Gott will, morgen in aller Früh, von denen Ländern segeln die der Großherr befehligt. – Mir gehet es gut und unsere Tagebücher werden mit jedem Tag dicker – Von Ihnen, lieber Vater hab’ ich schon so lange keine Nachricht erhalten, daß ich durchaus nicht mehr in denen Gegenden bleiben kann, die von allen übrigen Menschen geschieden zu sein scheinen. – Bald werde ich in Neapel sein – und Ihre Briefe an mein Herz drücken. Wenn ich Sie und meine Mutter nur glücklich und zufrieden finde, dan bin ich mit allem in dieser Welt zufrieden. –
Hier nehme ich kein Geld auf – in Malta werde ich aber viel ausgeben: den[2] es ist nothwendig.
Vergeben Sie daß ich schließe – heute muß alle Bagage eingeschifft werden, Provisionen angekauft – und alles zur Reise gerichtet. Diesen Brief lasse ich ohnehin hier – wer weiß ob Sie ihn bekommen. Wenn Sie nur die Hälfte von denen erhalten haben, die ich geschrieben[3] dan bin ich schon zufrieden, zweifle aber daran – und eine Correspondenz ist bei Gott, eine langweilige Sache, wenn alle Briefe verlohren gehen.
Geben Sie mir den Seegen, und empfehlen Sie mich tausendmal meiner theueren Mutter Stepherl
Patras den 20 Februar 1819[4]
[1] One number deleted.
[2] Instead of denn.
[3] Missing word: habe.
[4] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[a] For information on his trip to Patras, see SzIN I. 496.
[b] The letter is unknown.
Recommended reference:
István Széchenyi to Ferenc Széchényi, Patras, 20 February 1819. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.