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Recipient Pál Széchényi
Place of Writing London
Date 1822. June 3.
Language German
Tag horses horse racing hunt
Location of Preservation OSZK Kézirattár Levelestár
Place of Publication
Classification Original
Content Summary

He is grateful for his amicable letter. So far, he has not paid much attention to his affairs. He fears that they will be dissatisfied with the horses that he has bought, and he describes the principles he had when he made the purchase. He then describes his stallions and mares. He hopes to send the consignment in 3-4 weeks. The cutlery will be purchased for him and György Esterházy by himself. He will probably be in Vienna in August, and will have to lead a cheaper lifestyle. He wonders how the horse race is going. He has done his best. He also sends his regards to Andor.

Pál Széchényi

London den 3ten Juny 1822

Lieber Bruder, diesen freundschaftlichen Brief bekomme ich so eben;[a] nehme meinen Dank –. Es ist gewiß, daß ich viel Beschäftigung habe – indeß sind viele Augenblicke deinem Andenken gewidmet – denn am Ende liebt man die Heimat, und die, mit denen an seine Kinderjahre zugebracht hatte doch am meisten. Sey daher versichert, daß Du in meinem Herzen denn aller nächsten Platz einnimmst.

Bis jetzt habe ich in meinen Geschäften wenig gethan – oder eigentlich nicht so viel als ich zu thun hoffte. An Pferden habe ich 4 Hengste 5 Stuten 2 Füllen und 2 Wallachen –. Ich fürchte daß deine Erwartung getäuscht wird, und daß Du mit meinen Ankaufen unzufrieden seyn wirst. Wie es schwer ist für uns[1] Pferde in England zu kaufen, macht sich kein Mensch einen Begriff. Wettrennen und Jagdpferde sind allerdings in der größten Vollkommenheit, und er ist unmöglich das Pferd zur Schnelle und Ausdauer reiten zu bringen und auszubilden – – das sogenannte Reit und Soldaten Pferd nimmt aber mit jeden Jahr ab – und ich konnte unter wenigstens 2000 Pferden, die ich bis jetzt gewiß gesehen habe kein einziges wirklich Wünschenswertes finden. Die besten und theursten Hengste würden für uns nichts taugen – Es wäre eine Strafe sie 20 englische Meilen reiten zu müssen. Meine Idee in dieser Hinsicht ist, sich immer zu fragen, wenn man einen Hengsten erwählt, ob man zufrieden seyn wird, wenn die Füllen alle den Hengsten nachgerathen — An Größte, Gestallt und Lauer.1 Sledmere[b] kann also nur für wenige Stuten passen, denn was würde nie ihm ganz gleiches Füllen, für ein entsetzliches Reitpferd z. B.[2] für einen Officier seyn?

Die 4 Hengste die ich habe, kann man zu allen verwenden. Gawdyb ist 8 Jahre alt 15 Faust 1 Strich hoch, und Du würdest schwören er sey ein Araber – ist gegen 30mal gelaufen und hat, wie mir scheint 15mal gewonnen — Mit 4 Jahren wurde er um 1000 L. gekauft 1821 belegte er viele Stuten a 10 Guineas und dieß Jahr reite ich ihn alle Tage im Hydepark zwischen allen Stuten. Vorgestern ritt ich ihn in ganzer parade bey einer Revue und hatte nie ein besseres Husarenpferd unteren Leibe.1 Der Hengst der auch angenehm geritten werden kann ist gewiß für uns der Vorzüglichste.

An Stuten habe ich einige Solche, die nie auf dem Continent gewesen sind. Eine Schwester und eine Tochter von Rubensb – Eine Tochter von Sandb – und zwey andre vom allerbesten Blut. „Du kannst aus allen die ich bringe dir erwählen1 Wenn ich meinen Wunsch erreiche so werdest Du wahrscheinlich auch einen meiner Hengste nehmen.

Ich hoffe meinen Transport in 3 bis 4 Wochen wegsenden zu können. Meine Idee ist sie über Hamburg zu senden.

Die Besteck für Dich und Georg Esterházy[c] werde ich besorgen.

Es ist wahrscheinlich, daß ich im Monat August in Wien seyn werde;[d] Meine Ausgaben, die ich hier zu machen gezwungen bin, sind so bediente daß ich nolens volens[3] eine wohlfeilere Lebensart werde ergreifen müssen.

Wie gehet es mit dem Wettrennen? Ich meinerseits habe[4] das Meinige gethan – Paul Esteh.[e] gibt auch 100 # jährlich, und wird unsere Pläne in jeder Hinsicht fördern.

Vorstehende werde ich aus diesem Lande mitbringen: ich werde sie den nächsten Herbst aber brauchen können: da wende ich mich aber ganz an Dich, und hoffe, auf deine alte Freundschaft mich stützend daß Du ein paar brauchbare Vorsthunde für mich bereit halten wirst.

Lebe nun wohl, küße mir Andor[f] recht vielmal und sey meiner eingedenk

Széchenyi


[1] Széchenyi’s underlining with straight line.

[2] zum Beispiel

[3] Latin: whether they like it or not.

[4] One word deleted.


[a] The letter is unknown.

[b] Széchenyi’s horse.

[c] György Esterházy (1781–1865), imperial-royal chamberlain, real internal privy councillor, chief court master.

[d] He arrived in Vienna on September 10, 1822. SzIN 2. 306.

[e]  Prince Antal Pál Esterházy (1786–1866) diplomat, ambassador to London, later minister besides the king.

[f] Andor Széchényi (1812-1841), son of his brother Pál.

Recommended reference:

István Széchenyi to Pál Széchényi, London, 3 June 1822. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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