He will definitely go to the Newmarket horse race. He has received sad letters from Liebenberg, which he will show him. According to Wesselényi, he still owes him 6.000 forints, and he has promised to advance 10.000 forints. To this he can only say that Wesselényi is the only person to whom he would lend that much money, but he is not in a position to do so now. He plans to leave town after the Epsom races to travel the countryside. It is certain that he cannot buy more than two mares, so he thinks it would be a good idea to switch to home breeding. He asks Liebenberg to come to London after the Newmarket race.
Vortrefflichster Freund, ich werde ganz gewiß zum Wettrennen nach Newmarket[b] kommen; indessen also nur ganz kurz das Wesentlichste.
Die Briefe die ich von Liebenberg erhalten habe,[c] lauten äuserst melancholisch. Ich werde sie Dir zeigen. Du selbst wirst urtheilen und bestimmen, was ich für Dich thun soll. Du sagst mir, daß ich dir 6000 fl[2] noch schuldig bin, und Dir 10 m[3] vorzustrecken versprochen habe; daß der Calcul richtig ist, den ich angeschlagen, und ich Dir noch 9 m3 vorstrecken sollte. – Auf das kann ich nichts anders antworten, als, daß ich keinem Menschen lieber in der Welt Geld leihen möchte als Dir, daß ich aber durchaus auser Stand bin, über 10 m3 Dir einen Heller zu geben. Unter uns brauchts Keiner übertriebenen Delicatesse, deshalb[4] werde ich alles Dir vorbreiten damit Du selbst bestimmen mögest, was geschehen soll —. Es gehet so weit, daß ich ganz ängstig bin, und unsern Aufenthalt in England, aus besagten Ursachen, verkürzen will –
Mein Plan ist, die Stadt sobald zu verlassen, als die Epsom Races[d] vorüber sind. Wir wollen dann zusammen mit Sahländer[e] und meinem Bedienten im Land auf StageCoaches herum fahren; theils um das Land zu kennen, als auch um Pferde zu kaufen.
Welche arrangements Du mit Deinem Gelde machen wirst, weiß ich nicht. So viel ist gewiß, daß ich nicht über 2 Stuten zur Zucht kaufen werde können. Nach meiner Einsicht solltest Du auf Stuten ganz renonciren, und Dich durchaus auf homebred verlegen. Es ist trocken und unangenehm was ich Dir sage ~ Wie ist’s aber zu erreichen? Sind Dir die Stuten Lieber als Dich in England so lange aufhalten, so kaufe sie auf der Stelle und reise damit ab. Mir bleiben für’s ganze Jahr 81,000 W. W.[5] Von den habe ich 13,000 schon ausgegeben. Berechne ob ich Dir 9 m3 mehr borgen kann,[6] denn von Willen ist gar keine Rede. — Ich müßte nur selbst auf Pferde Verzicht leisten.
Adieu, nach dem Wettrennen in Newmarket solltest Du nach London kommen und dort bleiben, bis wir sammt und sonders weggehen
Széchenyi
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] florins
[3] mille
[4] One comma deleted.
[5] Wiener Währung
[6] Széchenyi’s underlining with two lines.
[a] The letter was written based on its content in 1822.
[b] Newmarket, the venue of English horse racing, with seven races a year since the early 17th century.
[c] The letters are unknown.
[d] City south-west of London, notable for horse-racing. The famous Derby races were held here at Whitsun.
[e] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.
Recommended reference:
István Széchenyi to Miklós Wesselényi, London, 3 May 1822. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.