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Recipient Francis I
Place of Writing Sopron
Date 1823. March 29.
Language German
Tag horse racing
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/247.
Place of Publication Viszota 1910. 63–71.
Classification In print
Content Summary

Several years have passed since he started to breed horses at the encouragement of József Hunyady. As a landowner and a cavalry officer, he feels obliged to support the cause of horse breeding. In the first year of his work at the small stud farm on the estate at Cenk, he was confronted with the problems that had developed in his absence and without the necessary expertise. Horse breeding should be beneficial to the state and to the individual. It is not good that there are only a few stud farms in the country and the ruler has to pay a lot of money for foreign equipment and horses. He has always believed that it was the duty of the nobility to shoulder the greater part of the burden. He writes extensively about English horses and horse breeding in general. In his view, the efforts of the monarchy in horse breeding are good, but not sufficient. The draft they have drawn up does not conflict with any existing measures, everything is for the good of the country and the monarch. He believes that the prosperity of horse breeding depends not only on the number and quality of stud farms. He has raised 1.600 ducats, which are set as a prize every year by the donors. He also suggested the creation of an association where problems and improvements can be discussed. He thinks it is easy to overcome the prejudice that racehorses are not suitable for other work, as everyone likes to ride English horses. Finally, he asks for permission to form an association and to set up a prize fund for races.

Francis I

Eure Majestaet!

Es sind mehrere Jahre bereits, dass ich durch das Beyspiel des seeligen Grafen Hunyady[a] angeeifert auf die Pferdezucht mich verlegt habe.[b] So sehr Liebhaberey im Anfänge ausschließlich der Beweggrund meines kleinen Gestütes Ursache gewesen ist — so sehr fühlte ich späterhin, besonders nach dem Tode des benannten Gf[1] Hunyady, dass es meine Pflicht sey als Grundherr von ausgedehnten Gütern, und als Cavallerie-Officier, einer Sache mich anzunehmen, die unter uns Privatleuten tief gesunken, und so zu sagen ganz in Verfall gerathen ist, und welche obwohl Euer Majestaet und die Staats-Oeconomie große Ausgaben auf selbe verwendet haben, dennoch ihrem Zweck nicht entsprechen will.

Obschon der Gebrauch des Pferdes äusserst vielfältig ist, und dasselbe so wie es an Abkunft, Grösse und Gestallt verschieden ist, sich auch zu dem einen oder andern Gebrauch mehr oder weniger qualificirt: so entging mir doch nicht, dass vor allem Andern das Pferd für den Kriegsgebrauch die Aufmerksamkeit derer am meisten in Anspruch nehmen müsse, die unabhängig von ihrem eigenen Nutzen und Vergnügen ausschließlich den einzigen Zweck vor Augen haben: Eurer Majestät und des Staates Interesse und Wohl nach Ihren Kräften zu befördern.

In dem kleinen Gestüte auf meiner Herrschaft Zinkendorf erfuhr ich gleich das erste Jahr, nach dessen Begründung theils wegen meiner Abwesenheit in Italien bey dem Reg. Kön. Engl. Huss. theils aus Mangel an Sachkenntniss, alle jene Unglücksfälle, die beinahe jeden Pferdezüchter treffen, der auf sein Wissen zu viel bauend, diese Wissenschaft nicht gehörig ergründet, und ohne die Umstände gehörig zu erwägen zu Werke gehet: so sehr tröstete ich mich nun darüber, da sie aus meinem eigenen Vermögen bezahlt wurde, und mir noch so viele Zeit übrig blieb mit Fleiss und Ausdauer meine Erfahrungen und Kenntnisse, die ich ganz dem Dienste meines Monarchen zu widmen wünsche, in dieser Sache so erweitern zu können, dass wenige in Euer Majestaets Landen dessen sich rühmen und schmeicheln dürften.

Ich selbst brauche durch die Pferdezucht nichts zu gewinnen, da mich die Vorsicht ohnehin in unverdient glücklichen Umständen zur Welt kommen liess, nicht so aber ist es mit dem größten Theil der Landwirthe, die bey diesen kargen Zeiten auf den kleinsten Gewinn sehen müssen, und denen der unbedeutend scheinendste Verlust schmerzhaft wird.

Aus diesem Gesichtspunkte urtheilend, verwarf ich von jeher alles das, was in der Pferdezucht ausschliesslich eine Sache der Liebhaberey, des Ehrgeitzes oder Eitelkeit gewesen ist, und trachtete das Pferd allmählig zur Oeconomie, wohin es eingentlich gehört zurück zu führen.

Um diess Gesagte äusserst Schwierige zu erzwecken, stellte ich den Grundsatz auf: „dass das Erziehen der Pferde Nutzen für den Staat sowohl, als für die Einzelnen abwerfen müsse, wenn sich alle oder doch viele Landwirthe auf dieselbe verlegen sollten.“

Was helfen die wenigen Privat-Gestüte im Lande, und wie grosse Summen müssten Euer Majestaet in das Ausland senden, um die Cavallerie Regimenter mittelmässig beritten zu machen, da doch die vortrefflichsten Rimonten um weniger als den halben Preis in der Monarchie selbst sollten erkauft werden können. Durch diese redliche Absicht geleitet, trachtete ich auf den niedrigen Posten zwar auf dem ich stehe, dennoch alles das genau und gewissenhaft zu erfüllen, was mir obliegt — daher untersuchte ich die meisten Gestüte in Ungarn und Siebenbürgen, nebst den größeren Theil der Übrigen, welche in den Erbstaaten Eurer Majestaet vorhanden sind, ich bildete mich ferner öffentlich, und im Privat-Unterricht, in der Veterinaire-Kunde, und war auf dem Punkte durch den Graf Hardegg,[c] dem k. k.[2] Hofkriegsrathe vorgeschlagen zu werden, eine Reise nach Arabien anzutreten, um die nöthigen Stuten und Hengste zu einer Pepinier Eurer Majestaet von dorten mitzubringen. — Diese Versendung hatte zwar nicht Statt, ich aber liess meinen Eifer nicht erkalten, und hegte immer den wärmsten Wunsch, die reicheren Gutsbesitzer dahin zu vermögen, und zu überreden, dass sie durch ausgesetzte Preise und Gewinne, die sie auf die Dauer ihres Lebens, oder auf immer den Pferdezüchtern zusichern, das Interesse für die Zucht der Pferde wieder erwecken mögen, und durch nahmhafte Summen die Möglichkeit des Gewinnes bewerkstelligen sollen.

Ich dachte immer, dass uns die Pflicht obliege, den größeren Theil dieser Last, die Euer Majestät so viel Geld schon gekostet hat, auf unsere Schultern zu laden. Euer Majestät können Aller-höchst-Sich selbst mit Nutzen der Pferdezucht nicht widmen — das zeigt so vieljährige Erfahrung. Unsere Sache muss es seyn, Rimonten für die Armee zu erziehen, die wir nach meinen genauen und untrüglichen Rechnungen um weniger als den jetzt bewilligten halben Rimonten-Preis, mit der Zeit in der besten Qualität und der gewünschten Zahl liefern werden können, wenn wir die Aussicht haben dürfen, an einigen erzeugten Füllen schadlos gehalten zu werden, und wenn Euer Majestät die Gnade zu haben geruheten, für unsere redliche Absicht und rastlose Mühe Allerhöchst Dero Zutrauen uns schenken zu wollen.

Ich habe die Gnade gehabt das vergangene Frühjahr 1822 mich Euer Majestät zu Füssen zu legen,[d] und zugleich den Vorschlag zu einem Preisrennen, welches ich sammt fünfzehn anderen Grundherrn in der Monarchie — einstweilen aber in Pest zu begründen wünschten — Allerunterthänigst zu überreichen. Die Huld mit der mich Euer Majestät zu empfangen geruheten, war für mich der Lohn, den ich zu erreichen gewunschen habe, und ich begab mich darauf unverzüglich nach England, wo ich mich durch sechs Monate ausschließlich der Untersuchung der Pferdezucht widmete.

Nach so vielen Ausgaben die ich gemacht, die Zeit und Mühe die ich verwendet — haben mich über so manches aufgeklärt, vorurtheilsfrey gemacht, und ich sehe und beurtheile jetzt das ganze Pferdewesen, dessen Erzeugen, Erziehen und Verwenden mit ganz kaltem Blute, ohne der mindesten Leidenschaft: und blos das Gefühl meiner Plicht bestimmt mich diese Schrift mit der Bitte Euer Majestät zu Füssen zu legen, dass Allerhöchst selbe gnädigst aufzunehmen, und zu beherzigen geruhen möchten, zugleich aber auch als einen Beweis anzuerkennen, dass mich weder eigenes Interesse noch Liebhaberey leitet, sondern dass ich nur Euer Majestät und dem Staate dadurch zu dienen wünsche.

Meinen Bemerkungen zu Folge ist die Meinung über die englischen Pferde getheilt. Manche lieben dieselben in dem Grade, dass sie Alle in irgend einem andern Gezogenen für schlecht und untauglich halten. Andere dagegen sind dermassen gegen sie eingenommen, dass sie selbe ausschliesslich für das Wettrennen, und die Jagd, keineswegs aber zum Militaire- und Kriegs-Dienste tauglich erachten. Diese letztere Meinung scheint besonders auf die Erfahrung gegründet zu seyn, die wir in den Feldzügen 1792 gegen Frankreich sammelten, wo wir Gelegenheit hatten die englische Cavallerie zu beobachten.

Wenn wir aber erwägen wieviel von der Erziehung der Pferde abhängt, ihrem Aclimatisiren, insbesondere aber von ihrer Haltung, Sattlung, Zäumung und endlich von der Disciplin der Truppe selbst, dann werden wir uns über den schlechten Zustand der damaligen englischen Cavallerie und ihrer Untauglichkeit nicht mehr wundern können. Ich sah in neueren Epochen die englische Cavallerie mit solchen Pferden beritten, dass, hätte sie unsere Art zu reiten, zu zäumen und zu exerciren, sie die allervorzüglichste in der Welt seyn müsste.

Dass das englische Pferd zum Bivouac[3] untauglich sey, ist durchaus falsch und durch meine eigene Erfahrung sattsam widerlegt. Natürlich ist es, dass wenn man im Winter Pferde mit Sommerhaaren reiten will, und selbe in diesem Zustande vom warmen Stall in das Bivouac nehmen würde, sie sogar nicht gebraucht werden könnten. Warum würden sie aber zu diesem Zwecke untauglich seyn, wenn sie zumal in England in den Gestüten Winter und Sommer, bey Tag und Nacht im Freyen sind, und wenn sie in diesem letzten harten Winter, bey mir auf dem Lande ohne den geringsten Nachtheil, zur Verwunderung Mancher die das gesehen haben, im Freyen unter einer halb offenen Schupfe überwintern konnten?

Dass die Engländer auf das härtere Erziehen ihrer Pferde kein besonderes Augenmerk richten, ist aus dem zu erklären, dass die Cavallerie so zu sagen nicht ihre Waffe ist. — Wie leicht könnten sie das aber bezwecken, wenn sie in der Lage wären, in welcher Euer Majestaets Staaten sich befinden. — Uns Gestüts-Innhabern muss es also Pflicht seyn, unsere Pferde hart, und zum Kriegsdienste zu erziehen. Das Vorurtheil in dieser Sache ist aber so gross und eingewurzelt, dass man es kaum bekämpfen kann, was doch so leicht zu seyn scheint, wenn man erwägt, das alle Jene, die das englische Pferd zum Bivouac als untauglich erklären, sich auf orientalische Pferde verlegen, die doch in der Kälte, ohne guter Wartung, Futter und im Bivouac gewiss die allerschwächsten und untauglichsten sind — für welche ich wieder durch eigene Erfahrung in meinen zwölf monatlichen Reisen im Orient — wenigstens so gut bürgen kann, als jene, die nie da gewesen sind, für das Gegentheil.

ln meinem sechs monatlichen letzten Aufenthalt in England, wo ich mich wie gesagt glatterdings mit nichts Anderem beschäftigte, als mit der Besehung der Gestüte, der Pferdezucht durch Pächter, dem Preislauf — kurz mit nichts Anderem, als was zu dem Wesen des Pferdes gehört — fand ich nach allen Nachforschungen und Beweisen, die eine lange Erfahrung gegeben hat, den Grundsatz, den ich schon früher aufgestellt, für bewährt und für unumstürzlich, dass nähmlich „der Gewinn durch das Erziehen der Pferde möglich gemacht werden müsse, wenn das Erziehen derselben recht in Schwung kommen soll!

Wie kann das aber geschehen, wenn nicht nahmhafte Preise für die besseren Pferde alle Jahre auf immer und zur gänzlichen Sicherheit des Publikums gegründet sind.

Der Ankaufspreis der Rimonten in England ist auf achtzehn Louisd’or festgesetzt — und eine Cavallerie von zehnmal mehr Stärke, als sie England je bedarfen wird, könnte sich mit Auswahl und sogar mit Restrictionen der Farbe in kurzer Zeit beritten machen, in einem Lande wo das Erziehen des Pferdes zehnmal kann man sagen, ohne zu übertreiben, mehr kostet, als in diesen letzten Jahren in manchen Theilen des Staates Eurer Majestät gekostet haben würde.

Während der Zeit die ich in England mit Fleiss, Sachkenntniss und den dazu nöthigen Mitteln zubrachte, konnte ich mich sattsam überzeugen, welchen grossen und allgemeinen Einfluss die ausgesetzten Preise auf das Erziehen der Pferde haben. Würde die Möglichkeit eines nahmhaften Gewinnes nicht vorhanden seyn, wie wäre es möglich, dass in dem theurem England hinlängliche Rimonten um achtzehn Louisd‘or zu haben wären, während selbe um acht und zwanzig Ducaten in unserer Monarchie kaum oder gar nicht gefunden werden können, und sie oft in mittelmäßiger Qualität (so wie ich sie zu meinen beyden Escadrons, die ich bereits in der Armee Eurer Majestät zu commandiren die Ehre hatte, bekam) aus dem Auslande geholet werden müssen.

Ich untersuchte den Grund wie es möglich sey, dass die Regierung in England die besten Pferde um achtzehn Louisd’or ankaufen könne, nachdem durchaus in gar keiner Gegend England’s der Züchter sein vierjähriges Product ohne einen gewissen Schaden zu leiden, um das doppelte der besagten Summe herzugeben im Stande ist.

Alle jene Pächter, die ich um die Kosten befragte, welche sie in der Zucht ihrer jungen Pferde zu machen gezwungen gewesen sind, hatten mir eingestanden, dass sie bedeutenden Verlust litten. Indessen sah ich durchaus keine Leidenschaft in ihrer Berechnung und musste dazu am Ende natürlicher Weise die Ursache von ihnen erfahren, warum doch beynahe jeder, der eine Stute hat ein Füllen erzieht, und warum sie jahrelang immerwährenden jährlichen kleinen Verlust gerne dulden und ertragen, weil sie nähmlich die Aussicht, Möglichkeit und Hoffnung offen haben: „durch ein einziges Pferd für allen Verlust schadlos gehalten zu werden“

In diesem nun Gesagten liegt das Räthsel, und es ist bemerkungswerth zu sehen, wie viele Menschen gleich nach der Begründung der Preisläufe in England auf die Zucht der Pferde sich verlegten! wie viele Tausend Pferde erzogen wurden, um die etwelchen Preise zu gewinnen, und welchen Nutzen das Land davon hatte!

Alles was Euer Majestät für die Ermunterung der Pferdezucht gethan haben, mag gut seyn, es hat aber viel gekostet, und doch den gewünschten Nutzen nicht gehabt, was ich in aller Unterthänigkeit zu bemerken als treuer Unterthan mir erlaube. Ich weiss wie viele und weiche Vorschläge in dieser Sache Euer Majestät gemacht wurden, und wie immer und nur immer Allerhöchst Dero Beutel in Anspruch genommen wurde.

Das was ich Euer Majestät vorzuschlagen die Ehre hatte kostet nur mir und denen, die Preise geben wollen. Wir bitten nur um die Bewilligung sonst um gar nichts, und wollen für den Erfolg gut stehen. Übrigens kreutzt der Plan, den wir gemacht haben, mit nichts schon Bestehendem. Auch können einzelne Interessen da nicht geschmälert werden, wo wie hier das allgemeine Beste, der Vortheil der Armee, vor allen Andern aber der Nutzen Eurer Majestät bezwecket und erreichet wird.

Erlauben Euer Majestät, dass ich unbefangen fernerhin meine Ansicht äussern dürfe, nach dem ich von dem Grundsätze ausgehe, dass die Pferdezucht zur Oeconomie und Speculation zurück gebracht werden müsse, so unterfange ich mich hier zu bemerken, dass das völlige Gedeihen der Pferdezucht in der Monarchie nicht so sehr von der Zahl und Güte großer Gestüte abhänge, als wenn sich so zu sagen alle Leute, die ein Stück Landes haben, und ein Pferd halten können, im Kleinen auf das Erziehen des Pferdes verlegen — denn dadurch allein entstehet das Quantum — und wo das ist, da kann man aussuchen — und was viel ist, das ist wohlfeil: und Euer Majestät werden am Ende, wenn man die Product-Preise Allerhöchst Dero Länder mit denen in England vergleicht, die Rimonten um zehn Ducaten kaufen können. So wohlfeil werden Allerhöchst Dero Gestüte nichts erzeugen, wenn auch die gescheutesten und getreuesten Leute an der Spitze des Pferdewesens seyn werden.

Ich habe 1600 Ducaten gesammelt, die vermögliche Leute alle Jahre und zum Theil auf immerwährend als Laufpreise zu fundiren wünschen. Nebstbey schlug ich einen Verein vor, der dazu gebildet würde, dass das allgemeine Interesse desto mehr in einer so äusserst verfallenen Sache erweckt werde, dass man über das, was zu ändern und zu verbessern wäre, Rücksprache führen sollte. Vor allen Andern aber, dass jedes Mittglied Zwanzig Gulden Conv. Münze des Jahres beytrüge, um dadurch was zur Verbesserung der Pferdezucht nöthig errachtet würde, bewerkstelligen zu können.

Aus der Begründung der Preise, deren im Anfänge nur noch 16 100 Ducaten sind, wird nach und nach das entstehen, dass des Jahres Tausende von Pferden gezogen werden, um diese 16 Preise zu gewinnen, die sonst nicht würden gezogen werden, — und dass der Gewinn, den ein Züchter damals würde machen können, unverhältnismäßig grösser seyn würde, als der, den er jetzt vernünftigerweise zu erwarten, berechtigt ist.

Was kann ich zum Beyspiel jetzt für ein selbst gezogenes Pferd wohl bekommen, wenn es noch so gut ist? und was wird es mir dann eintragen können, wenn 1600 Ducaten des Jahres zu gewinnen seyn werden? und man allenthalben gute Hengste suchen wird ?

Das Vorurtheil zu bekämpfen, dass die Rennpferde zu andern Dienst nicht taugen, ist wohl sehr leicht, wenn man die Erfahrung zu Rathe zieht, dass wir alle die englischen Pferde doch vor allen Andern am liebsten reiten, und dass in England ausschließlich Cours-Pferde als Bescheller gebraucht werden.

Über diese Sache denken nun die meisten Gestütts-Innhaber ganz anders als vorher, und mehrere derselben selbst Graf Ignaz Almasy[e] beehrten mich mit dem Aufträge für sie von England Hengste von der ganz reinen arabischen Race mitbringen zu wollen, die wie bewusst Rennpferde sind, welche durch Wartung und vernünftige Paarung vergrößert, und verstärkt in ihrem Werthe natürlicher Weise ausnehmend gewonnen haben.

Ich schließe hiemit mit dem beruhigten Gewissen, als treuer Unterthan das Meinige für die Verbesserung der Pferdezucht gethan zu haben, doppelt glücklich, wenn meine Stimme von dem niedern Standpunkte, auf welchem ich stehe, rein und unaufgehalten bis zu Eurer Majestäts Höhe gelangen kann, und dort ein geneigtes Gehör, und mir gnädige Aufnahme findet.

Indem ich Euer Majestät für die grenzenlose Geduld danke, diese Schrift überlesen zu haben, bitte ich zum Schluss Allerunterthänigst, sobald als möglich den Pferdezüchter-Verein, so wie den Laufpreis Allerhuldreichst bewilligen und genehmigen zu wollen, indem schon seit länger als einem Jahre, alle Preisgeber mit Sehnsucht der Allergnädigsten Entscheidung entgegen sehen: weil die Sache gewiss nützet, und bestimmt Nichts schadet.

Oedenburg den 29. März 1823


[1] Grafen

[2] kaiserlich-königlichen

[3] French: camping outdoors.


[a] Count József Hunyady the Elder (1773–1822), owner of the villages of Ürmény and Holics, an enthusiast of horse racing, he regularly held races on his estate in Ürmény.  

[b] At the end of 1821, Hunyady together with Széchenyi started to unite the supporters of horse breeding and horse racing, and after Hunyady’s death in January 1822, Széchenyi continued to lead the initiative.

[c] Count Heinrich Johann Hardegg (1778–1854) was a cavalry general who, as supervisor of the military stud, introduced several reforms to improve horse breeding. 

[d] See the memorandum of 31 January 1822.

[e] Count Ignác Almásy (1751–1840), Vice-Chancellor.

Recommended reference:

István Széchenyi to Francis I, Sopron, 29 March 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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