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Recipient János Liebenberg
Place of Writing Diószeg
Date 1821. June 7.
Language German
Tag wine farming castle
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/190.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

He enquires about the affairs of his estate. How much wool has been produced? How is the castle, the stud farm? It would be a shame if his room wasn’t finished this year. Has the Székelyhíd wine been arranged as he asked?

János Liebenberg

Dioszeg den 7ten Junӱ[a]

Mein aller vorzüglichster Freund. Ihre Zeilen erfreuten mich ungemein. Mit Appel[b] haben Sie’s recht vernünftig gemacht. Gehen Sie nach Urmény, wenn Sie’s am Gelegentlichsten halten; denn, wie gesagt, Sie sind Herr Ihrer Zeit und Ihres Thuns!

Wie wird unser Wollquantum ausfallen? Mehr oder weniger? —

Wie stehet es um das Schloß? Wie mit den Producten des Jahres 1821? Wie mit dem Verkauf? –

Sie sagen mir, daß der Gestütshof heuer fertig wird, und so manches Andre. – Wen[1] ist das aber beiläufig, denn ich möchte gerne einen kleinen Rutscher nach der Exercier Zeit zu Euch machen, und wo möglich meinen Weg über Somogy nehmen. Daß Sie durch Ihr Schildwache stehen über 4000 fl[2] ersparrt haben, glaube ich gerne, und beneide Sie, denn wir[3] armen Teufeln stehen das ganze Leben, so zu sagen, auf der Wache, und ersparren dadurch Keinen Heller. — Wachen Sie auch in der Zukunft auf alles — obschon Sie nur das aller oberste Amt ausüben sollten!

Von Hunyady[c] freut mich‘s sehr, daß er mir 60 Mutter Schafe überläßt; machen Sie in der Hinsicht, was Sie für das Zweckmäßigste halten. –

Die Reinlichkeits Idee, und die Eyer3 und Kapauner,3 die Sie dem Gärtner[d] und dem Gestütmeister[e] geben wollen, finde ich sublime, wenn sie ausführbar ist. – Ich verspreche Ihnen, daß ich auf der Stelle heirathe, wenn ich Zinkendorf recht sauber zusammengerichtet finde.

Wegen den Bakern3[f] werde ich unerbitterlich seyn. – So weit haben Sie es mit mir gebracht.

Der Szolgagyőrer Stall freut mich —

Nun grüße Sie Gott.

Schreiben Sie mir

1o Wie viel die Einnahme in Crudo[4] für den Jäner und Februar gewesen sind. Die Summe ganz allein. Sonst brauche ich nichts. Thibolt[g] kann Ihnen das geben.

2o Ob Sahländer nicht etwa unzufrieden ist.

3o Wie ich meine Briefe adressiren soll — über Pest, Wien, nach Oedenburg, oder über Pest gerade nach Oedenburg Adieu

Széchényi

Wird mein Zimmer, und die Retirade denn dieß Jahr nicht fertig? Das wäre doch eine Schande. –

Ist der Székelyhider Wein schon angekommen und ist das Abziehen und Nachfüllen der Weine so geschehen, wie ich es angeordnet habe? Nämlich, daß ein Faß von 10 Eimer z. B.[5] in ein Faß von 8 Eimer abgezogen werde, das andre hingegen in Bouteillen, und daß stets aus Bouteillen nachgefüllt werde? —


[1] Instead of Wann.

[2] florins

[3] Széchenyi’s underlining with straight line.

[4] Latin: approximately.

[5] zum Beispiel


[a] The letter was written in 1821; at that time, Széchenyi was stationed with his regiment in Diószeg.

[b] Károly Appel, livestock manager to Count József Hunyady the Elder.

[c]  Count József Hunyady the Elder (1773–1822), owner of the villages of Ürmény and Holics. After seeing Hunyady’s sheep-farming, Széchenyi decided to develop his own.

[d] József Stepanek, Gardener in Nagycenk.

[e] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.

[f] Bak puszta, Széchenyi’s estate in Zala County.

[g] Ferenc Tibolth (1763–1833) was Ferenc Széchényi’s livestock manager and comptroller at the Cenk estate centre.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, Diószeg, 7 June 1821. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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