Liebenberg is right; he will listen to what he has written to him. He asks Liebenberg to go to Vienna as soon as possible; he has 15.000 forints to shut Arnstein’s mouth for a while. He could take Sahländer with him. Many of his friends are in Vienna, and he hopes to sell them some horses.
Wien den 14ten Xber 1822[1]
Liebster bester Freund, in der Kürze der Zeit kann ich Ihnen nichts anders sagen, als daß Sie recht, tausendmal recht haben – und ich Ihre Anhenglichkeit und Freundschaft im vollsten Sinn, anerkenne. Diese offne freӱe Sprache, die Sie führen, kann nur die eines rechtschaffnen Mannes und meines alten erprobten Freundes seӱn – – Mein einziges Verdienst, oder vielmehr die Gute Eigenschaft, die ich habe, ist, daß ich’s wirklich fühle — und mein Herz von Dankgefühl durchdrungen ist! — Ich habe Ihre fünf Briefe[a] vor mir liegen – ich lese sie noch immer und beherzige sie im ganzen Ernst. Ich erkenne ganz meine Laage – und sehe den Abgrund, an dem wir stehen! — Fassen Sie indeß Muth „so weit und nicht weiter soll es gehen”. Ich verspreche es Ihnen hiemit. Ich bin um 10 Jahre Klüger geworden. Sie werden es in Wien finden. — Die Ursache meines plötzlichen Erwachens — und dieser précocen[2] oder vielmehr retardirten Weisheit will ich Ihnen in Wien erklären.
Machen Sie durchaus keine Anstrengung — sondern kommen Sie so bald nur immer möglich hieher. 15,000 fl[3] W. W.[4] habe ich indeß aufgetrieben,[b] um Arnsteiner[c] das Maul zu stopfen — Es wird sich alles geben und fügen —
Kommen Sie bald und denken Sie meiner, so wie ich Sie achte und liebe.
Széchenyi
das Recept ist gefunden.
Sie könnten den Sahländer[d] mit herauf bringen — Er soll eine Specification der Thierarztlichen Effecten, die jetzt aus England kamen, schnell verfertigen, und mir hier übergeben.
Er soll die Schere,[5] die der Sattler Whyppy[e] mir sendete, und die nicht zu chirurgischen Operationen, sondern zu der Schneidung der Mähnen & gehört, mitherufbringen? Adieu
Da nun mehrere Bekannte in Wien sind, so hoffe ich einige Pferde wieder zu verkaufen: ich schreibe deshalb gerade an Lumley,[f] damit er mit 6 oder 8 Pferden auf der Stelle heraufkomme. 4 Wagen Pferde habe ich bereits hier — Stall habe ich auf 12 Pferde. Ich wollte Ihnen hiemit nur sagen, daß der Neue Hafer 3,30 xr,[6] der alte hingegen 4,6 xr koste, und daß es gut wäre, wenn Sie combinirten.[7] was besser wäre, ihn hier zu kaufen oder heraufkommen zu lassen. NB[8] Gute Qualität! 2 ½ Metzen des Tages macht durch 1 Monat 75 Metzen — 30 xr beӱ einem Metzen macht 37‘ 15 xr!!!! Ziehen Sie das in Erwägung. —
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] French: too early.
[3] florins
[4] Wiener Währung
[5] Széchenyi’s underlining with two lines.
[6] Kreuzer
[7] Széchenyi’s underlining with straight line.
[8] Nota bene, Latin: note well. Széchenyi’s underlining.
[a] The letters are not known, but they were probably about Széchenyi’s wealth.
[b] See the note on Baron Spiegel in the previous letter of 8 December 1822.
[c] Baron Nathan Adam Arnstein (1748–1838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein & Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.
[d] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.
[e] Saddler in London.
[f] Széchenyi’s groom.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Vienna, 14 December 1822. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.