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Recipient János Liebenberg
Place of Writing Diószeg
Date 1823. May 19.
Language German
Tag wine money staff
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/252.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

He arrived a few days ago. Count Colloredo wrote to him to say that he had not received his debt of 44 pounds, although he had paid in December. He has written to Dauvergne on the matter, not wishing to keep Colloredo waiting, and will carry out some stocktaking in his letter. He asks him to make the necessary arrangements for the purchase of the dog. He also asks if the cellars in Vienna are good, asks him to send a list of the wine stocks in Vienna, in Boz, Hidegség and Cenk. All wines should be taken into account, especially those in thin-necked bottles, as they do not keep long. He should arrange this with Dauvergne and shouldn’t buy wine for this year. He will probably send his groom Lumley to England.

János Liebenberg

Dioszeg den 19ten Mai[1][a]

Lieber Liebenberg, ich bin vor einigen Tagen hier gesund und glücklich angekommen.[b] Die Reise war lang und warm; indessen hatte sie doch manches Interesse für mich. In der Herrschaft Baja[c] – hat die Herrschaft des Jahrs gewöhnlich 100,000 Kreutz Weitzen als Zehend! Wenn es war ist. – In Mezőhegyes[d] war ich auch. Über diesen Ort mündlich. Durch Megyes[e] bin ich durchgefahren – fand Hengelmüller[f] aber nicht, der seine Schaafe scherrt. Auch hierüber ein andermal Bemerkungen. –

An Dauvergne[g] schreibe ich so eben.[h] Stellen Sie sich vor „ein Gr.[2] Colloredo[i] schreibt mir, daß er die 44 L. St.[3] noch nicht erhalten[4], die ich ihm schuldig war. Ich weiß, in dieser Sache nichts anders, als daß ich diese Summe den 31 Decemb 1822 bezahlen hätte sollen. Ich schrieb an Dauvergne in dieser Sache bis zu Ihrer Ankunft – die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, da ich den Gr.[5] Colloredo auf keine Weise warten lassen wollte, – und Sie nun ersuche bey Arnstein,[j] wen[6] Sie in Wien sind, Ordnung zu machen – da auch von den 106 L. St.3 für die er einen Credits Brief gab, gegen 20 tt zu zahlen sein werde, wie ich so beӱläufig vermuthe, da Fürst Grasalkovich 84 L. St.3 zahlt. Da ist also wieder eine kleine liebenswürdige Surprise auf die wir, mein theurer Mentor, nicht gedacht haben. Indessen schreibt mir Miska Esterhazy[k] nur von 400 L St3 die ich ihm im Credit mitgegeben haben soll – also wir ersparren 50 L St3hier[7] (denn wir berechneten 450 L St3 wenn ich mich nicht irre) – und haben 64 L St3 — zu zahlen, mehr — also wieder 14 L St3 mehr zu bezahlen. — Dauvergne hat aber so wohl von Grasalk als dem Pepi Esterhazy[l] 100 fl[8] C M[9] zusammen 200 fl.8 C. M.9 Fuchsjagd Gelder eincassirt, die gegen 20 L—[10] ausmachen, so bleibt uns 6 L. St.3 als Gewinn, NB[11] für den Augenblick.

Eingenommen für Fuchsjagd habe ich — 1500

Dauvergne        —    —                               200

Wesselenyi       —    ———                        100

                                                                ————

                                                                   1800

Der Credits Brief gehet aber über 4000 fl8 C M9 nicht — so zahlen wir höchstens 2200 fl8 C M.9 Sie müssen also getrost über die Neuen Entdeckungen seӱn, quia redit ad idem,[12] mit dem Unterschied jedoch, daß wir 6 tt weniger anno 1823 ausgeben. Es ist Wenig, aber doch Etwas.

Miska Esterhazy ist mit Hunyady[m] schon nahe von England, und es ist wahrscheinlich, daß die Meute angekauft wird. Treffen Sie also die nöthigen Vorkehrungen.

Thibolt[n] kann 1500 fl.8 C. M.9 in Perception nehmen, die er auf mich erogirt, sodann auch 100 fl8 die mir Wesselenyi zahlen wird, auch in Perception, und auf mich7 erogirt (Wie ich doch ehrlich bin!) sodann hat Thibolt 200 fl.8 C. M.9 die auch Dauvergne hat in Perception zu nehmen, und auf Dauvergne errogiren. An diesem Letzteren schrieb ich wegen den Plan, von 400 bis 1000 Bouteillen des Jahrs — im Wiener Keller anzusetzen.

Dabeӱ ist zu bemerken

1o Ob der Keller in Wien wirklich7 gut seӱ?

2o Daß diess Jahr der Anfang, so zu sagen, gar nichts Koste. Sie haben mir deshalb durch Töttösӱ[o] eine Consignation über die in Holling, Kleinandré[p] – und Zinkendorf befindlichen Weine in Fässer und Bouteillen inn und Aus – Länder verfertigen und hierher senden zu lassen.

3o Müssen alle Bouteillen in Wien beӱ uns und Mercy[q] und dann in Zinkendorf von allen Ecken und Winkeln hervorgesucht werden, und rangirt. Viele Bouteillen sind aber, so weit meine Kenntniß reicht, des zu schmalen Halses wegen, auf lange7 Aufbewahrung der Weine untauglich, was der Haupt Zweck jedoch des Etablissements seӱn soll — das Glas scheint mir bey Vielen in der Hals Gegend zu schwach, damit man den Stoppel hinein zwängen, und mit Macht hinein schlagen könne, was denn doch eine Conditio sine qua non[13] ist. – – Es ist eben so thöricht un7 brauchbare Bouteillen, mit guten Wein anzufüllen, denn welches glückliche resultat kann man hoffen „ als wenn man Bouteillen, die gut sind, wenn man das Abziehen der Weine zu manipuliren versteht, — wegwürfe, und um theueres Geld andre kaufte.

Sie müssen mit Dauvergne in dieser Sache also sich besprechen. Es muß7 nicht gerade seӱn und hat zur hinlänglichen Zwisprache Weile —

Beschäftigen Sie sich um dieses als eine Nebensache. Dauvergne, der den Brief, den ich an ihm schrieb, Ihnen mittheilen kann, soll den Sommer nach Zinkendorf, vielleicht, wenn Sie einmal hinauf fahren, — einen Kutscher machen, um in Facie Loci,[14] das Beste und Klügste veranstalten, mir aber natürlicher Weise, früher proponiren.

— 4o dürfen dieß Jahr weder Bouteillen gekauft, noch welche angeschafft werden. Man könnte indessen überdenken und suchen, wo und wie: denn ich will das Übereilte, daher gewiß „Ungeschickte und Unzweckmäßige vermeiden!“

Wegen Lumley’s[r] Versendung nach England, habe ich viel nachgedacht, — und es ist wahrscheinlicher als nicht, daß ich ihm versenden werde. Ich bitte Sie um das größte Stillschweigen. — Im Fall er ginge, oder nicht ginge, ist’s am Besten, wenn Sie von gar nichts wissen.7 Ich kann Ihnen nicht alles schreiben, was ich in dieser Hinsicht denke — und werde mündlich dann mehr mittheilen können.

Ich denke an die 15000, die uns noch abgehen, recht oft – – Von Eincassiren hier,7 oder ersparren ist keine Rede, indessen Geduld, Ordnung, Sparsamkeit und die Göttin Fortuna – die vor allen Andern ist uns von Nöthen!“ — Vielleicht ein Vetter von Lisabon!

Leben Sie wohl indessen, bester Freund und sein[15] Sie meines Vertrauns und meine Freundschaft gewiß

In Eile8

Széchenyi

Meine Briefe werden auch zu dick und theuer werden, ich bin ja aber der Herr! Mir ist so etwas erlaubt.


[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.

[2] Graf

[3] livre sterling

[4] Missing word: hat.

[5] Grafen

[6] Instead of wenn.

[7] Széchenyi’s underlining with straight line.

[8] florins

[9] Conventionsmünzen

[10] livre

[11] Nota bene, Latin: note well.

[12] Latin: because it comes back to the same thing.

[13] Latin: essential condition.

[14] Latin: on site.

[15] Instead of seien.


[a] The letter was written based on its content in 1823.

[b] He arrived in Diószeg at noon on May 17, 1823. SzIN 2. 369.

[c] The estate of Prince Antal Grassalkovich (1771–1841).

[d] A village in Csanád County; a state-owned stud farm.

[e] A plain in Arad County, a state-owned estate leased by Mihály Hengelmüller.

[f] Michael Hengelmüller a Viennese banker and wholesaler. Széchenyi also mentioned in his diary that he couldn’t find it at home. 15 May 1823. SzIN 2. 367.

[g] Széchenyi’s cook.

[h] The letter is unknown.

[i] Count Hieronymus Karl Colloredo-Mansfeld (1775–1822) Austrian general in the 33rd Infantry Regiment.

[j] Baron Nathan Adam Arnstein (1748–1838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein & Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.

[k] Count Mihály Esterházy (1794–1866), a fellow soldier and friend of Széchenyi, and owner of the Tallós estate in Pozsony County.

[l] Count József Esterházy (1791–1847) was a councillor of the Hungarian Court Chancellery, and later the county governor of Zemplén. His wife was the daughter of Chancellor Metternich, Maria Leopoldina (1797–1820).

[m] Count József Hunyady the Younger (1801–1869), captain in the 4th Hussar Regiment.

[n] Ferenc Tibolth (1763–1833) was Ferenc Széchényi’s livestock manager and comptroller at the Cenk estate centre.

[o] Imre Töttösy, county governor.

[p] The villages of Boz and Hidegség, estates of Széchenyi.

[q] Andreas Florimond Count Mercy d’Argenteau (1771–1840) was an Austrian diplomat, counsellor at the State Secret Chancellery, confidant of Metternich. Széchenyi also sold him wine in October 1816 and 1817. See the letters of 6-7 October 1816 and 24 October 1817 and 19 May 1823.

[r] Széchenyi’s English groom.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, Diószeg, 19 May 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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