image-default-image
Recipient János Liebenberg
Place of Writing Vienna
Date 1823. December 16.
Language German
Tag staff hunt
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/282.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

He thanks Liebenberg for taking care of the dogs. He heard that his brother Pál’s dogs are ugly, even the new ones. He doesn’t want to fire old employees like Kretschy. He wants to know when he can come; they need to get their affairs in order. His brother Pál has got married.

János Liebenberg

14ten Decemb[a] Wien[1]

Seit vorgestern bin ich wieder hier, und gedenke nun einige Wochen mich durchaus nicht zu bewegen.

Ihren Brief fand ich hier.[b] Wegen den Vorstehhunden, wird sich die Sache finden. Lassen wir meinen guten Bruder jetzt ungestört heiraten. Ich danke Ihnen, daß Sie sich um diese Hunde Sachen angenommen haben — um aber noch mehr zu thun, so haben Sie die Gefälligkeit nachzusehen — Was Kretschӱ[c] mit allen meinen Hunden manipulirt. Es sind Perdrix, Lady, Cora, Sappho, Fam, und dann die 2 Neuen von Paul da. 7 Stück. Ich höre, daß Pauls Hunde alle schäbig sind; folglich die 2 neue angekommenen auch. So schien Lady zu seӱn. Darauf sieht aber kein Mensch — und ich werde am Ende gezwungen, ein strenges Beӱspiel zu statuiren, wenn einer auf seine1 Obliegenheiten nicht sieht und achtet — und alles dem Zufall und dem gewöhnlichen Schlendrian überläßt. Sagen Sie das dem Kretschӱ, den ich nicht verlassen will, wie keinen meiner alten Diener, aber auch nicht glatterdings um die schönen Augen füttern.

Wegen der Erhaltung der Hunde wäre es am Besten, wenn Sie die Güte haben wollten, mit Kertschӱ zu berechnen, wie viel Gersten, Schrott, Rindfleisch und Schafbeindln für einen Hund das Monat nöthig wären; nach welchen Maßstab sodann Kretschӱ für jeden Hund eine gewisse Summe erhalten würde; mit der Weisung jedoch, daß sodann die Hunde, nicht nach seiner Willkühr und von seinen Überbleibseln gefüttert werden müßten, sondern was ihnen gebührt. Ich kann Kretschӱ sonst ohnehin zu nicht Vielem brauchen. Gute Hunde ist für mich aber ein Vortheil, von dem ich Ihnen sprechen werde.

Wen[2] gedenken Sie zu kommen? Sie sollten die Sache so einrichten, daß wir dann von unsern rangirungs und Oeconomie Angelegenheiten sprechen und uns bereden könnten. Ich kann Ihnen täglich 4 Stunden zum Wenigsten widmen.

Bringen Sie die Consignation meiner Weine mit sich. Kosteten Sie den Székelhider? —

Adieu — ich empfehle mich Ihnen bis auf Weiteres Wiedersehen.

Széchenyi

Gestern wurde mein Bruder Paul vermählt.

Ist wegen unsern Hengsten noch nichts gedruckt worden.

Haben Sie alle Bücher veranstalltet. Das Projecten Buch wäre gut, wenn Sie es immer mit sich führten.


[1] Széchenyi’s underlining with straight line.

[2] Instead of Wann.


[a] The date of the letter is controversial because of the marriage of his brother. According to Széchenyi’s diary, the marriage of Pál Széchényi took place on 15 December 1823. SzIN 2. 426. In the introduction to the letter, he writes in the present tense that “let my brother marry in peace”, but in the first paragraph of his postscript he writes that thewedding took place yesterday. He probably started writing the letter on the 14th and did not send it that day but added the signature section as a postscript two days later.

[b] The letter is unknown.

[c] József Kretschy, Széchenyi’s hunter.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, Vienna, 16 December 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

PDF Generation