He asks for an account of expenditure and revenue to date and of expected expenditure and revenue. If he stays in Milan, he will need 350 ducats a month. It would be good if he could also repay his brother Lajos. He expects good news from Nagycenk. He wants to know if Vencel has been paid yet.
Geschrieben in Mailand dem 16ten Julӱ[1]
Mein alter Liebenberg, so eben bekomme ich Ihren lamentablen Brief[a] – der 6te in der Art – Sie sind ein verfluchter Kerl, und machen mir nur etwas weis – Indessen Ihre Cassa und alle Granasien wohl bespickt sind, erzählen Sie mir so viel von Theuerung und Armuth, daß bei Gott jeder weniger experte als ich, Trähnen im Auge kriegen müßte, über Ihr Unglück und die wohlfeilen Preiße der Producten — ich aber bin datzu zu ein[2] gehetzter[3] Haase, und sitze nicht so leicht auf —
Sie könen mir daher, ohne allen Rückhalt eine kleine Berechnung über meine Einkünfte bis jetzt, und einen generosen sperativ bis Ende dieses Jahr – und dan über die schon gemachten, und noch zu machenden Ausgaben überschicken.3 Sollte ich bis zu dem 1sten Jäner 1818 hier bleiben, oder auch bis dahin einem Rutscher nach Wien machen so gebe ich auf jedem Fall nicht mehr und nicht weniger als alle Monate 350 # aus „ die muß ich haben, mehr brauche ich nicht.[4] wäre es daher möglich einem Theil von die 30 m[5] die ich meinem Bruder Louis schuldig bin dieß Jahr noch zu tilgen, so wäre es köstlich, da die Bancozetteln doch alle Tage nur besser werden müßen —
Sie sollten dem Jones[b] auch so viel möglich seine Gage bezahlen da ich dem Menschen nicht ewig behalten will, und nicht wollte daß auf einmal zu viel zusammenkommen soll.
Ihre Talente, etwas auf die diligence aufzusetzen, verzeihen Sie, sind nicht besonders ausgezeichnet – hätten Sie die Sporn nach Wien mitgenommen, und ohne allen Bedenken auf die diligence unter meinem Namen gesendet, so wären Sie schon hier – nun aber bitte ich Sie selbe nur in Zinkendorf behalten zu wollen, da sie zuletzt vieleicht gar verlohren gehen, oder ich für dem Transport dreimal ihrem Werth erlegen müßte. —
Wie geht’s übrigens in Zinkendorf – um wie viel tausend Ducaten haben Sie verschwender! schon alberne Merinos angekauft – um wie viele, Gebäude, Canäle, Brücken ja sogar Triumph bögen aufgeführt, und wie viele Kapitalien angelegt? indessen ich armer Teufel hier darben muß —
Schreiben Sie mir bald – aber endlich etwas angenehmes – Ist Wenzel[c] bezahlt? Pfui Teufel wenn Sie das nicht zuwegen bringen konten. Was machen meine Rößeln? Haben Sie dem Georg Festetich[d] geschrieben, um ihn dem großen Braun Hengst anzutragen. Ich hoffe, daß auser Jones und dem Kleinen Buben kein Engländer in Zinkendorf ist. Jones soll mir einem détailirten Brief über alles was geschehen ist schreiben — dieß muß alle Monathe regelmäßig geschehen. Nun leben Sie wohl mein alter Hyop[e] und haben Sie mich etwas lieb
Széchényi
Sind die franzöischen Weine schon angekommen. —
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] One word deleted.
[3] Interlining afterwards.
[4] Széchenyi’s underlining with straight line.
[5] mille
[a] The letter is unknown.
[b] William Jones, Széchenyi’s English jockey and groom.
[c] Prince Wenzel of Liechtenstein (1767–1842), a general and friend of Széchenyi. Regarding the loan, see the previous letters dated February 1, March 8, March 12–13, May 19, and June 20, 1817.
[d] His maternal uncle, Count György Festetics (1755–1819), founder of the Georgikon in Keszthely.
[e] A reference to the biblical Job.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Milan, 16 July 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.