He is happy that Liebenberg will soon send him an account, confident that things are in order. He sends his hunter József home to Nagycenk, asking Liebenberg to take care of him. He is relieved that the wines have arrived.
In Mailand dem 4ten Septemb[1][a]
Mein lieber Liebenberg, endlich machen Sie mir ein großes Vergnügen, mir zu versprechen, daß Sie mir nächstens eine kleine Berechnung senden werden, wie man mein Gestütt am besten, in jeder hinsicht,1 erhalten und ernähren könte. – . Daß Sie meine Unterthanen so glücklich machen wie möglich bin ich fest überzeugt den[2] Sie werden durch zwei Gründe so mächtig datzu bewogen – die Sie[3] ohnehin errathen könen – Ihr Herz und Ihre Rechtschaffenheit und dan die Freundschaft die Sie für mich haben, meinem Wunsch ein Gehör zu geben, und ich habe Sie so oft gebethen. — Über dieß bin ich also beruhigt – Ob Sie dan etwas mehr oder weniger einnehmen ist ziemlich gleichviel – Nie kömt zu viel – aber auch das Wenigste ist dankbar aufgenommen – Das was uns also die liebe Erde, und Ihr Fleiß und Sorge geben, ist auch hinlänglich, und ich neuerdings zufrieden – Nun werden auch meine Pferde es gut haben, und so bin ich’s doppelt – den ich habe zwei Ursachen viel aus Sie zu halten, die ich Ihnen anvertrauen will, die erste, weil ich wirklich eine Art von Leidenschaft für Sie habe, und die zweite, weil ich mich schämen würde eine Sache aufgeben zu müßen, oder nicht réussiren[4] zu sehen, die man erst angefangen, und für die man so viel Geld und Zeit ausgegeben hat. Verzeihen Sie mir diese kleine Eitelkeit – aber Sie wissen nur zu sehr, daß man uns in Kleinigkeiten beurtheilt — und man nicht ganz Unrecht hat, einen Menschen nach seinen häuslichen Unternehmungen zu beurtheilen[5] — wer hat sich aber noch nie verrechnet? und getrachtet einige Brèchen[6] in seinen Handlungen zu verstecken. – – Verstehen Sie mich also jetzt — ? „das Gestütt des Gr.[7] Széchényi, war nie schöner, nie besser, nie florissanter[8] – und manchen5 Leuten können Sie auch sagen, aber nicht allen, nie nützlicher1 – wie jetzt!!!5
Ich habe unter dem heutigen Dato meinen Jäger[b] gratis mit dem Grafen und der Gräfin Amadé[c] nach Zinkendorf geschickt, da ich ihn nicht brauche, und sein Monath Geld mir hier ersparen will. — Wie wohl ich ihn in Zinkendorf auch zahlen muß, so zahlen Sie ihn doch augenblicklich und nicht ich. – da ich mit denen 350 # auskommen will, nebst dem Neujahrs Geschenk welches ich von Ihnen erwarte – und daher alle Möglichen neben Ausgaben durchaus vermindern muß. – Nehmen Sie daher diesen ehrlichen Josephb der mir sehr gut diente in Ihre Protection. Üben Sie Gnade und Gerechtigkeit über ihn, den2 er ist, und bleibt einmal der Revier Jäger von Zinkendorf!1
Graf und Gräfin Amadé werden von mir an Sie ein empfehlungs Schreiben erhalten. Nehmen Sie sich einmal recht zusammen, um würdig dem Director, eines Galanten Husaren Rittmeister vorzustellen. Ich werde es sehen was Sie anstellen, um als mein ächter Cumpan zu erscheinen.
Mir ist leichter seitdem ich weiß, daß der Wein im Hafen eingelaufen ist. Sagen Sie mir einmal, ist der Rhein Wein nicht verdorben? – Wie viele Bouteillen haben wir samt und sonders? —
Unter andern hat N.[9] Eszterházy[d] mich gebethen ihn meine zwei Windhunde schenken zu wollen. Ich glaube, daß mein Bruder Paul sie hat, und sollte er sie nicht brauchen so schicken Sie sie ohne allem Aufschub nach Presburg in das Haus des Grafen Carl Eszterházy,[e] wo sie dem Hausmeister übergeben werden müßen. Besorgen Sie das auf eine loyalmäßige Art. Es soll sie nicht etwa ein Bauer mit zerlumpten Gatyen, worüber die junge Frau erschrecken könte, überbringen, sondern ein ordentlicher Mensch, der uns keine Schande macht.
Ich empfehle Ihnen in jeder hinsicht etwas tact[10] und phion[11] — und mir wünsche ich stets Ihre erprobte Güte und Freundschaft
Széchényi
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] Instead of denn.
[3] Interlining afterwards.
[4] French: succeed.
[5] Széchenyi’s underlining with straight line.
[6] French: loophole.
[7] Grafen
[8] French: ornate.
[9] Niklas
[10] French: tact.
[11] A word of unknown foreign origin.
[a] The letter was written based on its content in 1817.
[b] József Kretschy, Széchenyi’s huntsman.
[c] Administrator of the Zala County (1808–1824), then until his death he was the county governor, imperial-royal chamberlain, a real internal privy councillor, a member of the seven-person board, and then master of the doorkeepers (1830–1834). His wife was Countess Anna Mária Terézia Esterházy (1745- 1830).
[d] Prince Miklós Esterházy (1765–1833) imperial field marshal, diplomat, art collector.
[e] Count Károly Esterházy (1799–1856) was a cousin and friend of Széchenyi, owner of Szered in Pozsony County, county governor of Tolna County (1837–1845) and later of Győr County (1845–1848).
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Milan 4 September 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.