He is happy that his brother Pál and Liebenberg are doing everything in his interest. He would like an advance of 2800 ducats by 18 January. He wants to get rid of Jones, asks Liebenberg to reduce the staff. He has promised his brother Pál that he will pay him 800 ducats this year.
Mein lieber Liebenberg, so hab’ ich den[2] doch endlich einem vernünftigem Brief von Ihnen,[b] der mit keiner Jeremiade[c] anfängt! – Nehmen Sie meinem warmsten Dank.
Mein Bruder Paul und Sie sprechen viel von mir, das sehe ich, und glaube, daß ich in ihnen beiden noch ziemlich gute Freunde besitze. Nehmen Sie daher, meine Versicherung, daß ich mich immer für einen reichen Mann halten muß, wenn ich meinem Bruder Paul und Sie noch habe.
Vor allen andern muß ich Ihnen sagen, daß Ihr Brief so lang ist, daß ich wohl nicht Zeit haben werde Ihnen Article für Article zu antworten, und daher mich zufrieden stellen will – daß ich Sie bitte, in beisein meins vortrefflichen Bruders Paul alles das zu veranstalten, was Sie für mich gut, nützlich und ersprießlich denken.
— Wie soll ich urtheilen, was ich benöthige, wenn ich es nicht weiß – wie die Sachen stehen? – Hier bedarf ich 350 # mehr nicht – Übrigens haben Sie mich nicht verstanden oder verstehe ich Sie nicht – Ich will kein Geld vorausnehmen1 nur bis zu dem 18ten Jäner und das wären 2800 # – nichts mehr. Nach Zinkendorf komme ich gewiß in 3–4 Jahren nicht wohnen. Jones[d] will ich weg thun – und anstatt ihn William oder einen Wachtmeister zum Gestüttmeister machen. Reduciren Sie also mein Haus — thun Sie dem Weg dem Sie weg thun wollen.[3] Geben Sie pension dem Sie wollen3 – thun Sie Joseph nach Heiligenstein,[e] wenn Sie wollen.3 — Mit einem Wort thun Sie was Sie wollen.3 Mehr en détail[4] ist’s wohl schwerlich möglich eine Vollmacht zu geben. – Damit Sie aber nicht ausgesetzt sein sollten etwas aufzuheben oder zu ändern, was mir unlieb wäre so ziehen Sie meinem Bruder Paul zu Rath. —
Ich hab’ mein Bruder Paul versprochen ihn. 800 # dieß Jahr noch zu bezahlen. Kann ich’s aus meinem 350 #? und da er mir schrieb, daß er darauf rechnete konnte ich ihn nichts anders sagen, als was ich Ihnen jetzt sag! – Kann ich’s,3 und daß er Sie drücken soll. – Und hohl mich der Teufel, wenn ich mir nicht manchmal denke, daß Sie mir nur so vorlamentiren um mich zur Oeconomie zu stimmen – und daß ich bei meiner Rückkehr mehrere Schulden getilgt werde finden. – Das wäre eine Freude! da könte ich heurathen![5]
Um meinen Brief kurz zu machen, empfehle ich mich in Ihr Andenken und Güte – und bitte Sie zugleich dem Abellino Lapartowits[f] ein Eimer Wein und ein Klafter Holz nach Oedenburg senden zu wollen, da er hierher schrieb, daß ich ihn es versprochen hätte, und auch anbefohlen — daß aber meine Beamten nie das thäten, was ich wünsche. Wie gefällt Ihnen das?
In Ihrem nächsten Brief erwarte ich en detail4 alles was Sie vorgenommen haben. —
Adieu
Széchényi
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] Instead of denn.
[3] Széchenyi’s underlining with straight line.
[4] French: in detail.
[5] Instead of heiraten.
[a] The letter was written based on its content in 1817.
[b] The letter is unknown.
[c] He refers to the lamentations of prophet Jeremiah in the Old Testament.
[d] William Jones, Széchenyi’s English jockey.
[e] Hegykő, a village in Sopron County.
[f] First Lieutenant András Lapartovics, Széchenyi’s fellow officer in the 5th Hussar Regiment.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Milan, 13 September 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.t