He wanted to go on leave, but the march to Poland unexpectedly intervened, and he and his company set off. He had been living a rather disorderly and untidy life, but he took stock of himself and felt it was time to put his life in a more manly order. His resources are beginning to pick up and he hopes to marry. The only question is what to do about the uniform.
When they arrive in Poland, and he finds everything in order, he will go on leave, and then he will never join his company again. He served for 15 years to the best of his ability, and at his age he has to decide whether or not to continue serving, to sacrifice his possessions and himself for nothing. He has considered his decision, and does not believe that anything can change his mind. He asks Liebenberg to put himself in his place, and he will find that he is right. He asks him to talk it over with the commander-in-chief, and if they think it better that he should stay, then he’ll stay. He knows he’s expendable.
Nehme mir nicht übel wenn ich Dich[a] neuerdings mit meinen Angelegenheiten belästige, und schenke mir ein geneigtes Gehör. Ich dachte nach der Concentr[1] meines Regim[2] mit Urlaub nach Wien und auf meine Güter zu gehen. Der unerwartete Befehl nach Pohlen zu marschiren änderte mein Vorhaben,[b] und ich faßte sogleich den Entschluß meine Escadron nach unserm neuen Bestimmungs Ort selbst[3] zu führen. So wie ich überhaupt den Grundsatz stets beobachtete nur damals Urlaub zu nehmen, wenn alles in Ruhe und ich so ziemlich entbehrlich war.
Um ganz offen und aufrichtig mit Dir zu sprechen, habe ich bis jetzt ein ziemlich ungeregeltes und unordentliches Leben gelebt. Unabhengig, ledig, ohne besondern Obligenheiten konnte das so angehen – wir wollen wenigstens einen Schleyer darüber ziehen und ich um[4] Nachsicht heischen. Nun habe ich aber mit mir Rechnung gemacht, es ist Zeit daß ich männlicher meine Existenz einrichte — Ich habe mich sehr eingeschränkt, – meine Güter fangen an in bessere Ordnung zu kommen – ich hoffe endlich auch ein hausliches Glück zu finden, zu heiraten.[c] – Die einzige Frage ist nun, was ich mit meinem Uniform machen soll? Ist in Pohlen alles ruhig (denn im gegengesetzten Fall rühre ich mich nicht vom Regiment) werde ich sobald ich kann mit Urlaub nach Wien kommen; und bin entschlossen als Rittmeister nie wieder einzurücken. Ist es den Kaiser und & im Mindsten daran gelegen endlich auch einen Ungern zu befördern und mich in der Armee zu behalten, so werden sie mich zum Major machen – Lassen sie mich gehen, so könnte ich auch in der Zukunft durch nichts weiter kommen als Zeit und Alter. Ich diene gegen 15 Jahr und habe das Meinige so gut ich’s konnte gethan, und werde den Dienst mit gar keinem Groll und Empfindlichkeit verlassen, aber mit dem schmerzlichen Gefühl, daß mich mein weniges Glück einen Stand zu entsagen zwingt – in welchem ich jetzt erst gute Dienste leisten würde und könnte, wenn ich bis jetzt es nicht that. In meinem Alter muß ich mich einmal entscheiden, dienen oder nicht dienen. Mich in Pohlen zu begraben, meine Güter zu vernachlässigen, mein ganzes Leben für nichts und wieder nichts zu opfern – will ich nicht – Daher wird meine Zukunft jetzt entschieden.
Was man dagegen und dafür sagen kann, habe ich wohl erwogen, mein Entschluß ist gefasst[5] ich denke aber nicht, daß irgend etwas von meinem Vorhaben mich ablenken könnte. Ich weiß daß Du an mir Antheil nimmst, und daß es Dir darum zu thun, solche Officire, wie ich bin, der Armee zu conserviren; (das denke ich zum wenigsten) kannst Du also für mich etwas thun – so werde ich Dir zu verdanken haben, wenn ich den Uniform dann immerfort trage.
Stelle Dich auf meinem Platz, und Du wirst mir recht geben. Warten! das habe ich – und es sind viele Apperturen — ! Daß ich am Ende in meiner tour doch Major werden müßte — ja das freylich denke ich selber — aber würde ich dann vor dem 50 Jahr Oberst werden, da ich 32 Jahr alt bin und über 10 Jahre Rittmeister.
Wenn Du über alles dieß mit dem E H[6][d] sprechen willst, so würde ich Dir danken. Glaubst Du das Gegentheil besser, so lasse es seyn, und überlassen wir meine Zukunft dem Gang der Sterne, ich werde mit allem zufrieden seyn, und trachten, meinem Monarchen und meinem Lande in jedem Stand und Lage ehrlich und treu zu dienen.
Noch eins, glaube ja nicht, daß ich eine Comodie spielen will – und die Rolle des Schreckenberger[e] – ich weiß wohl, daß man mich entbehren kann, ich will aber ackern, wenn man mich für dem M. S.[7]3 untauglich hält, was doch3 der Fall zu seyn scheint, wenn man kaum einige Ungern dienen sieht –[8] die ungrischen Regim.[9] so zu sagen Keine Stabs Officiere haben die die Sprache kenne, und daß man mich, der gerne dienen wollte und es gut könnte, nicht befördert.
Vergebe mein langes Geschwätz und beehre mich einer Antwort, nach Tarnopol, – oder nach Lemberg und Wien poste restante.[10]
Wegen der Idee einer H[11] bitte ich um3 Verschwiegenheit wer weiß ob ich das finde was ich suche. Mit meinem Vermögen und in meinem Alter glaube ich’s aber für recht und billig. Lebe wohl und zweifle nicht an meiner aufrichtigsten Anhenglichkeit und Freundschaft, mit der ich
[1] Concentrirung
[2] Regimentes
[3] Interlining afterwards.
[4] Széchenyi’s underlining with straight line.
[5] Inserted afterwards.
[6] Erzherzog
[7] Majors Stand
[8] One word deleted by Széchenyi.
[9] Regimente
[10] Latin: hold at the post office.
[11] Heirat
[a] Count Vince Desfours (1778–1857), general, cousin of Széchenyi, chief courtier to Archduke Ferdinand of Este.
[b] See the letters to Liebenberg of 21 September 1823. and to Wesselényi of 6 October 1823.
[c] At that time, he wanted to marry Princess Henriett of Liechtenstein (1806–1886). More about Széchenyi’s love for Henriett of Liechtenstein: SzIN 2. XLI–LXI.
[d] Archduke Ferdinand (1793–1875) was major general of the 4th Cavalry Regiment at that time, and from 1835 he was King of Hungary under the name Ferdinand V.
[e] A reference to the poem Der Schreckenberger by Joseph von Eichendorff (1788–1857).
Recommended reference:
István Széchenyi to Vince Desfours, s. l., 18 October 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.