He has received letters informing him of the uprising in Naples – the old form of the constitutions seems to be in danger. He has recently bought horses and had other major expenses. On 6 September he will arrive in Pest with his regiment. He thinks it clever that Liebenberg has sent 6.000 forints to Pigay. He inquires whether he has sheep. He asks him to sometimes go to Bishop Schwarzenberg and ask on his behalf that the hunt may be arranged in Cenk. He hasn’t heard from his parents.
Mein lieber Freund – nehmen Sie meinen Dank für Ihre Briefe, ich habe sie beyde erhalten, und durch Sie bekam ich, und Debretzin die erste Nachricht wegen der Aufstand in Neapel.[a] Es spuckt[1] allenthalben und die alte Forme der Verfassungen scheint durch eine heftige und allgemeine Krisis sich umstalten zu wollen. Gott sey Dank, daß wir da sind – wo andere hinzukommen wünschen! Wenn wir nur einen Augenblick in ihre Lage uns setzen könnten und wollten1 – um unsere Gesundheit1 besser schätzen zu wissen. –
Ich erwarte Ihre Briefe – besonders in oekonomischer Hinsicht.– Ich habe hier neuerdings Pferde gekauft und andre große Ausgaben gehabt, den 6ten September werde ich mit dem Regiment in Pest eintreffen: bis dahin will ich mich behelfen. – Zur Zeit der Conzentrirung aber, die wie gesagt dem 6ten September für uns1 anfängt, muß1 ich in Pest bey wenn Sie immer wollen 4500 fl[2] W. W.[3] finden. Mir bleiben dann noch 10,000 für dieß Jahr. Nicht wahr? Über diese Summe werde ich späterhin disponiren und wo möglich sie selbst in Wien und Zinkendorf einkassiren. Mir geht es in jeder Hinsicht – schlecht –. Mein einziger Trost, den ich habe, ist zu denken, daß ich kein Fainéant[4] bin und unsern Herr Gott den Tag nicht stehle. Debretzin ist die letzte Stadt auf der Erde — ich habe meinen Tag in exerziren und lesen eingetheilt.
Sie haben an Pigay[b] 6000 fl2 geschickt — das war sehr gescheid — Wird in Wien nun nicht viel mehr zu bezahlen seyn? Wie viel denn? Sie haben mir wegen den Liechnowskyschen[c] Schafen und den Vorstehund Wanderer nichts geschrieben: Sie müssen meinen Brief von Karlburg oder Bár[d] (ich weiß nicht mehr von wo ich schrieb) doch schon erhalten haben. Meine Füllen sind gesund? Wie ist es mit den Knozzern? Hätten wir den günstigen Augenblick etwa schon versäumt? Hat man schon versucht ein Zimmer zu erhöchen? Wie ging die Firmung vorüber? Ápropos „Gehen Sie bey Gelegenheit zum Bischof Schwarzenberg[e] um ihn, in meinen1 Namen (da ich Ihnen deshalb geschrieben habe) die Jagd auf der Zinkendorfer Herrschaft anzutragen. Sie ist schlecht, aber doch besser als seine. Der Antrag übrigens soll kein Kompliment seyn, ich meine es im wahren Sinn und Ernst.
Schreiben Sie mir über alle diese Angelegenheiten und Leben Sie besser und vergnügter als ich
Széchényi
Von meinen Eltern habe ich gar keine Nachricht erhalten.
Debretzin den 29ten Julӱ 1820.
[1] Széchenyi’s underlining with straight line.
[2] florins
[3] Wiener Währung
[4] French: slacker.
[a] He refers to the uprising that broke out in Naples in early July 1820.
[b] Antal Pigay was Ferenc Széchényi’s secretary, and later István Széchenyi’s farm officer.
[c] From 1814, Prince Eduard von Lichnowsky (1789–1845) managed his estate (Gräz bei Troppau) and was the first in Germany to breed Merino sheep. He was also a writer and historian, his main work Geschichte des Hauses Habsburg, was published in 8 volumes between 1836 and 1844.
[d] A village in Pozsony county, estate of Count Ferenc Zichy-Ferraris (1777–1839), colonel, second lieutenant of the Hungarian noble guard.
[e] Prince Ernő Schwarzenberg (1773–1821), bishop of Győr (1818–1821).
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Debrecen, 29 July 1820. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.