He is thankful to the Creator for bringing them together on their lives’ journey. He has already lived half of his life, and the little experience he has gained has cost him dearly. He would like to be an example to others, and to have a name for it, which is why he joined the military. In the coming year he wants to be prudent with his income. He was interested to hear the news from Ürmény. He is glad to see his room in Cenk finished.
Debretzin den 9ten Julӱ 1821
Mit jedem Tag, gewinne ich Sie lieber, mein bester Freund, und an Ihnen mache ich die Erfahrung, daß die Grenzen der Freundschaft und der Hochachtung, so zu sagen, unermeßlich sind; denn vom ersten Beginn unserer Bekanntschaft fühlte ich dasselbe für Sie, was jetzt — und doch in keinem so hochen Grade. – Ich danke meinem Schöpfer unzähligemal, daß er uns beide auf denselben Weg im Leben zusammenführte, und fühle, daß dieser Zufall mein Seyn nicht selten erleichtert — . Vor allen Andern muß ich Sie noch auf Etwas aufmerksam machen; denn Sie müssen nun einmahl in der Zukunft Ihr Verhältniß mit dem Meinem verschmolzen sich denken –, deshalb werde ich immer anstatt sein, unser[1] sagen. Zur Sache also –
Ich bin über das halbe Leben hinaus;[a] die wenige Erfahrung, die ich mir sammelte, kostete mir fürchterlich — entschlossen fühle ich mich nunmero ganz dem vollkommenen[2] Gute zu leben — Handle daher ganz nach dem strengsten Recht — möchte aber auch musterhaft leben, und auch den Namen davon haben – denn es sind so viele Augen auf mich gerichtet — daß es meine Pflicht zu seyn scheint. Dieser Sinn, der mich belebt, und den ich stets in meiner Seele rege erhalten werde — zwingt mich zum militair Dienst — Eins haben wir aber vergessen; und das sind die, von welchen ich am ersten sprechen wollte: das sind die, Armen: — denen thun wir zu wenig Gutes. Hören Sie mich. Dies Jahr ist unser Geld im Beschlag — wir waren sogar gezwungen Schulden zu machen, und wir könnten uns, durch eine übertriebne Scrupulosität in Verlegenheiten setzen — deren Folgen nachtheilig seyn dürften – 1822 wollen wir aber mit aller Gewissenhaftigkeit anfangen den 10 Theil unserer Einkünfte jährlich den Armen zu vertheilen. – Wir können durch diese Maßregel Seegen unter unsern Unterthanen verbreiten — und mit der Zeit den Spitalsfond in Zinkendorf vergrößern, wo ich 12 Invaliden fundiren werde — um auch für den Stand Etwas zu thun, dem ich so lange schwitzte — und was mehr ist, umsonst schwitzte. Demzufolge, lieber Freund, wünschte ich, daß Sie ganz kurz Ihre Gedanken mir in dieser Hinsicht mitheilen wollten, wen ich Sie diesen Herbst in Zinkendorf sehen werde. Sie können indessen reiflich darüber nachdenken. — Gott gebe, daß wir diesen Gedanken zur Reife bringen! Mit der Verbesserung unserer Oeconomie wird es mir noch immer ein Spiel seyn, meinen Bedürfnissen und Wünschen genüge zu leisten: denen ich Grenzen und Zügel setzen werde. —
Was Sie mir von Ürmény schrieben, interessirte mich sehr — Ich wußte im Voraus, daß Ihnen Appel[b] conveniren wird. – Finden Sie nicht, daß Hunyady[c] sehr freundschaftlich für uns gewesen ist? Auch ich denke dieß Jahr zu Hunyady zu gehen — und dann Appel bitten, zu uns nach Zinkendorf zu kommen. Es wird ihm gefallen — und wir werden in der Zukunft stets in einiger Verbindung mit ihm seyn, was ich wünsche.
Hunyadys Gedanke, daß die Wettrennen nicht auf unsern eignen Gütern geschehen sollen, finde ich excellent, und ich bin fast entschlossen, mein Zinkendorfer Praemium in Oedenburg zu geben. Wo aber? Erfahren Sie das.
Sie können sich nicht vorstellen, wie ich mich freue in meinem neuen Zimmer wohnen zu können, wenn ich Anfangs 8ber nach Zinkendorf komme. — Der Fußboden meines Zimmers wird von weichen Pfosten. – Den Platfond und das Spalier könnte der Tapazierer von Wien besorgen –. Ich hab’ ein kindisches Vergnügen, wenn ich daran denke, daß Zinkendorf rein und hübsch seӱn wird — An das Heirathen sinne ich auch in manchen müssigen Stunden, und Sie können mit mir machen, was Sie wollen! Adieu
Széchényi
Sagen Sie dem Sahländer[d] recht viel Schönes von mir: ich habe keine Zeit an Ihn jetzt zu schreiben — und setze mein ganzes Zutrauen in ihn – Er kann aber auch mir vertrauen!
[1] Széchenyi’s underlining with two lines.
[2] Széchenyi’s underlining with straight line.
[a] He refers that he will turn 30 in September.
[b] Károly Appel, livestock manager to Count József Hunyady the Elder.
[c] Count József Hunyady the Elder (1773–1822), owner of the villages of Ürmény and Holics.
[d] Thomas Sahländer (1788–1855), Széchenyi’s stable master. In 1821 he was contracted to István Széchenyi as a veterinarian and stable master in Nagycenk. They went to England together several times to buy horses. Later he was employed by Palatine József and then by Palatine István. He retired when the palatine institution was abolished in 1848.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Debrecen, 9 July 1821. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.