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Recipient János Liebenberg
Place of Writing London
Date 1822. May 27.
Language German
Tag horses money
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/215.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

He does not know when he is going home. He has spent a lot of money and needs more to buy horses, so he asks Liebenberg to use every means at his disposal to keep his credit with Arnstein. The horses will arrive in Cenk in August or early September. He wants to dismiss some of his men; his brother Pál would require Erhart’s services. He enquires about his animals.

János Liebenberg

London den 27ten Mai 1822[1]

Liebster Freund, es ist mir durchaus unmöglich auf Ihre Briefe jetzt zu antworten, so wie ich’s sollte[2] — Ich lebe in einer Zerstreung von welcher Sie sich kaum einen Begriff machen können –. Nichtsdestoweniger werde ich bedacht seӱn – auf alle Ihre Fragen Aufschluß und Antwort mitzubringen. –

Wen[3] ich nach Hause2 kommen werde,[a] weiß der Himmel – So viel ist gewiß, daß es mir gut gehet – und ich deshalb nicht viel nach einer unsichern Zukunft blicke – und in meinem Herzen lache — daß ich so viel Glück und Zufriedenheit, daß wenig Menschen sich damit brüsten dürfen, dem Schicksal abgewinne! —

Die Finanzen sind das Einzige, was mich nun manchmal beunruhigt. Ich habe viel Geld ausgegeben, und werde noch immer viel benöthigen. Bis jetzt ist der Stand meiner Pferde „4 Hengsten und 5 Stuten nebst 2 Füllen“: 8 bis 9 werden noch angekauft. Es ist wahrscheinlich, daß diese Pferde bis im August oder die 1sten Täge Septemb in Zinkendorf eintreffen werden.

Sie müssen alles aufbieten um meinen Credit beӱ Arnstein[b] zu erhalten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß dieß meine letzte Reise in England seӱn wird – und daß es schade wäre, wenn ich meinen Pferd Einkauf2 nicht auf einmal beendigte. —

Haben Sie meinen Brief bekommen, in welchem ich Sie bitte, den Johann aus dem Dienst zu thun,[c] im Fall er sich schlecht aufführte; ich fürchte, der Mensch verführt alle meine Leute und sogar Lumley. Was macht Ferko?[d] — Machen Sie einmal ein Exempel und jagen Sie einigen zum Teufel. —

Mein Bruder Paul frägt mich, ob ich den Erhart[e] ihm nicht überlassen wollte?

Er wird dem Erhart bessere Conditionen gesetzt haben — Lassen wir ihn deshalb ziehen „Weil wir ihn aber nicht mehr behalten können, noch wollen – so überlassen wir ihn auf eine noble Art2 das heißt – Sie gehen, oder schreiben an meinen Bruder, daß ich alles gerne thun, was er wünscht – und schenken2 ihm daher Erhart. Bewerkstelligen Sie das indeß und denken Sie an die Zukunft.

Was machen die Schafe? Crepirten viele? Was machen meine Pferde? Wie viele neugeborne Füllen? Und gute? Gott mit Ihnen — bauen Sie auf meine Freundschaft und Vertrauen

Széchenyi


[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.

[2] Széchenyi’s underlining with straight line.

[3] Instead of Wann.


[a] He set out for home in mid-August 1822 and arrived in Vienna on September 10.SzIN 2. 304–306.

[b] Baron Nathan Adam Arnstein (1748–1838) Viennese banker. In 1805, together with banker Bernhard von Eskeles, he founded the banking house Arnstein & Eskeles, which was the dominant financial institution in Austria for three decades.

[c] See the letter of 22 March 1822.

[d] Széchenyi’s grooms.

[e] János Erhart (c. 1779 – ?) was a sergeant in the 5th Hussar Regiment, soldier on leave, groom.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, London, 27 May 1822. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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