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Recipient János Liebenberg
Place of Writing Vadász
Date 1823. June 18.
Language German
Tag farming horses money
Location of Preservation MTA KIK Kt Ms 4229/257.
Place of Publication
Classification Copy
Content Summary

Kiss has intervened for the dismissed, but Széchenyi refuses to relent. This year, they will have to spend another 15.000 forints. It would be difficult for him to sell his horses from Diószeg. It would be good if they could borrow 30.000 forints at 6% interest or tell his mother everything. He asks about his farm: how much wool has been produced, how many sheep have died, how is the Kanizsa house or the Cenk farm?

János Liebenberg

Vortrefflicher Freund, bevor ich Ihren Brief erhielt, wußte ich durch Kiss,[a] daß die Schreckens Post, wegen den 4 Versprengten[1] Beamten, bereits sein Ohr erreichte — Er schrieb mir per Longum et latum[2] viel dummes Zeug – ich bin aber fest entschlossen, keinen zu behalten, eine andre Anstellung zu geben, oder ihre Pension zu vermehren, welches man ihnen, damit sie für die Zukunft sorgen können, gleich auf der der Stelle ganz kategorisch in meinem Namen, meinet wegen noch einmal sagen könnte. Mich wundert ungemein, daß Sie mir nichts von diesen Angelegenheiten gesagt haben –

Ich verstehe nicht, wen Sie durch den Buchstaben P – meinen – welcher mich ganz unterjochen soll – Ist es mein Bruder Paul, oder Pilitzar[b] — Schreiben Sie mir dieß, wenn Sie wollen, Lassen wir die Leute reden, was sie wollen — „Handeln wir vernünftig und klug“ – Alles Übrige ist einerleӱ.

Sie machen mir aber sehr viel Vergnügen, wenn Sie mir immer schreiben „was die Leute sagen.„ —

Ich antworte mit Ungeduld Ihren Brief von Wien.[c]

Es gehen uns noch 15,000 fl.[3] W. W.[4] für das Jahr 1823 ab. Die Meute in England wird ganz bestimmt angekauft. — Ich will Lumley[d] auf jeden Fall mit 5000 fl3 C. M.[5] nach England senden, (dieß unter der stricktesten Verschwiegenheit). Von meinen Pferden in Dioszeg werde ich schwerlich etwas verkaufen – Vor allen andern aber ist Georg Karoly nach Paris, wie man sagt, und ich weiß nicht, ob ich die 2000 fl.3 C. M.5 und die 350 # bekommen werde, auf die ich so sicher rechnete, und deren Ausbleiben mich in die unangenehmste Verlegenheit setzen würde. —

Es wäre gut 30,000 W. W.4 à 6 procent aufzunehmen — oder meiner Mutter alles verrathen.[6]

Denken Sie darüber nach und schreiben Sie mir

Adie vielmal

Széchenyi

Vadász (das Gut des Obersten Simonyi)[e]

18ten Junӱ 1823

Wie viele Wolle hatten wir?

Wie viele Schafe krepirten?

Ist die Wolle der Pepinière verkauft?

Sind sie noch beӱm Leben? Alle? besprungen? –

Das Kanisaer Haus?

Zinkendorfer Wirtschaft?

Hauen Sie durch – es muß gehen.1

Lassen Sie sich meine Sachen angelegen seyn, und vergessen Sie niemals, welch’ ein Vertrauen und welch‘ ein gränzenloses Ergeben ich in Ihre Freundschaft setzte.

Wenn Sie nach Wien gehen, so vergessen Sie Ihren Hofrath[7] nicht, der mich in 1. Jahr zum Major zu machen, versprach. Es sind bereits 14 Monathe!

Adieu noch einmal


[1] Széchenyi’s underlining with straight line.

[2] Latin: from top to bottom.

[3] florins

[4] Wiener Währung

[5] Conventionsmünzen

[6] Széchenyi’s underlining with two lines.

[7] Széchenyi’s underlining with three lines.


[a] On 17 June, an agreement was reached between Mrs Ferenc Széchényi and her children to close the central treasury in Vienna and retire the staff. Ferenc Kiss, physician, interceded on their behalf.

[b] The governor of Csokonyai.

[c] The letter is unknown.

[d] Széchenyi’s English groom.

[e] Baron József Simonyi (1771–1832), imperial-royal colonel, colonel of the 4th Hessian Hussar Regiment, Széchenyi’s commander.

Recommended reference:

István Széchenyi to János Liebenberg, Vadász, 18 June 1823. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.

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