He is curious to know who is spreading rumours about him, he asks Liebenberg to name them, but he will not speak out against them because he considers it beneath him. He assures him that he will not spend more than 350 ducats a month. He will go on holiday to Vienna for a few weeks. Coats is to be dismissed from service immediately, but Jones should continue to be paid. He asks that Mrs. Ertl be given the pig he promised her. And finally, he asks for the umpteenth time if the foreign wines have arrived.
Geschrieben in Mailand dem 26 August 1817[1]
Mein lieber guter Liebenberg, Ihr Schreiben hat mir eine nicht kleine Unterhaltung verursacht — „ alles was man von mir sagt, ist wirklich spaßig, und ich kann darüber nur lachen, da es[2] vernünftige Menschen doch nicht sein können die so ein Urtheil von mir haben, und wären es Menschen von einigem Verstand und Consequenz, so werden sie mit der Zeit auch schon eine bessere Meinung von mir bekommen müßen, da die Wahrheit zuletzt doch siegen muß. — Indessen gebe ich nicht viel dafür, ob man eine gute oder eine schlechte Meinung von mir hat, da ich in meinem eigenen Bewußtsein und in dem Zirkel einiger guten Freunde ein viel größres Glück gefunden habe, als mir die Meinung und das Urtheil von einem ganzen Volk geben könte. Wissen möchte ich aber doch gar gerne wer dieße sind, denen es so viel Unterhaltung verschafft, gegen mich so viel auszubreiten, und aus welchem Endzweck sie das thun, und auf welche Art ich sie so hart beleidigte daß sie an mir so eine schreckliche Rache nehmen? Wollen Sie mir ein Vergnügen verschaffen, so nennen Sie sie mir und wie ich wieder gut machen könte, meinem Fehler zu verbessern. – ich halte es durchaus unter meiner Würde mit so schwachen Menschen die der Neid zerstört, in einer Art von Fehde zu stehen. Übrigens laßen Sie sich Keine Grauen Haare wachsen, ich gebe bis zu dem 1 Jäner 1819 nicht mehr als alle Monathe 350 # aus, und um diese Achse dreht sich ja die ganze Machine.[a] –
Ich habe so eben meinem Vater geschrieben,[b] welchem Contract ich mit Ihnen abgeschloßen habe,[c] und daß ich bitte, bei Ihnen für mich ein gutes Wort einlegen zu wollen, daß ich die 350 # hier[3] ausgeben könne, welches ein Kleinem Unterschied in denen procenten macht – und Sie deswegen etwas mehr als 350 # monathlich in die Haupt Cassa zu lierern[4] haben.
Ich werde auf einige Wochen nach Wien auf Urlaub kommen um aber meine Leute und Pferde nicht ganz ohne Geld zu laßen nehme ich bei dem hießigen Banquier alle Gelder auf, die mir bis zu dem 18 Jäner 1818 gehören, das heißt, im allem vom 18 Mai angefangen, 2800 # auf welche Sume Sie gefaßt sein müßen. –
Der Coats[d] soll auf der Stelle aus dem Dienst gehen. Bezahlen Sie Jones[e] successive, da ich ihn auf dem Künftigen Winter nicht behalten will, im Fall er nicht unumgänglich nothwendig wäre. —
Ich habe der Frau Ertl[f] ein Schwein versprochen: laßen Sie ihr eins geben. —
Indessen leben Sie wohl und schreiben Sie mir wieder recht bald.
Gr.[5] Széchényi
Jones hat mir noch nicht geschrieben.
Zum 26ten mal „ sind die Ausländer Weine schon angekommen?[g]
[1] Széchenyi’s underlining with wavy line.
[2] Interlining afterwards.
[3] Széchenyi’s underlining with two lines.
[4] Instead of liefern.
[5] Graf
[a] He still returns to the rumours of his excessive spending and imminent bankruptcy. In earlier letters he promised not to exceed the monthly budget of 350 ducats for the next six months, until 1 January 1818. It is not clear whether the change of deadline here is the result of a pen error or whether he deliberately extended the voluntary deadline by a full year.
[b] The letter is unknown.
[c] The administration of the estate was put on a percentage basis, i.e. the officials hence received a certain percentage of the income as salary.
[d] His English groom.
[e] William Jones, Széchenyi’s English jockey and groom.
[f] An employee at the Nagycenk Castle.
[g] He means wines imported from France. See also the previous letter of 20 August 1817.
Recommended reference:
István Széchenyi to János Liebenberg, Milan, 26 August 1817. Edited and annotated by Szilvia Czinege. Published in Correspondence of István Széchenyi. Digital edition. Edited by Szilvia Czinege and Zoltán Fónagy. https://szechenyilevelezes.abtk.hu/ Abbreviation for further references: SzIL-Digit.